L. A. Dodgers sind trotz einiger unvorhergesehener Probleme in der Offseason bisher gut aufgestellt

Die Los Angeles Dodgers haben bis jetzt eine bemerkenswerte Winterpause erlebt – allerdings nicht gerade die, die sie erwartet hatten, und schon gar nicht die, die sie sich erhofft hatten. Dennoch, trotz einiger unerwarteter Wendungen werden sie wieder als Favorit für einen vierten Divisonstitel in Folge in der National League West gehandelt.

HC-Kenta-Maeda
Der neue japanische Dodgers-Pitcher Kenta Maeda noch im Trikot der Hiroshima Toyo Carp

Dies ist aber nicht die Entwicklung, in die sich die Dinge vor ein paar Wochen zu bewegen schienen, nachdem die Dodgers Zack Greinke als Free Agent an die Arizona Diamond-backs verloren und keinen der prominenten verfügbaren Starting Pitcher wie David Price, Johnny Cueto usw. verpflichten konnten.

Am Ende scheint es aber doch wieder in die richtige Richtung zu gehen. Denn genau das könnten die Zugänge der beiden Starter Scott Kazmir und Kenta Maeda schließlich für die Dodgers und die National Liga West bedeuten.

Abgesehen von weiteren möglichen Wechseln führt nun Clayton Kershaw die Rotation mit Brett Anderson, Hyun-Jin Ryu, Kazmir und Maeda aufgereiht hinter ihm an. Weder Kazmir noch Maeda sind Nr. 1 Starter, doch beide gelten als solide Verstärkungen. Kazmir hat in den letzten beiden Jahren 63 Starts mit einer ERA von 3.33 in der American League absolviert und sollte von den großzügigen Abmessungen des Dodger Stadiums profitieren können.

Maeda wird weithin als ein middle-of-the-Rotation Starter bezeichnet, der zwar keinen flammenden Fastball vorzuweisen hat, aber trotzdem über fünf verschiedene Würfe für Strikes verfügt, einschließlich eines sehr starken Changeups.

Ist das nun aber die beste Rotation der NL West? Das bleibt schwierig zu beantworten. Die San Francisco Giants könnten mit Madison Bumgarner, Cueto, Jeff Samardzija, Jake Peavy und Matt Cain ebenfalls sehr gut werden, während die D-backs mit Greinke, Shelby Miller und Patrick Corbin zumindest drei solide Starter vorzuweisen haben.

Diese Frage wird wahrscheinlich dadurch geklärt werden, welcher Club am Ende die wenigsten Ausfälle zu verzeichnen haben wird. Hier scheinen dann die Dodgers zumindest einen gewissen Vorteil zu besitzen.

Den Südkaliforniern wird es wohl nicht gelingen, jemanden zu finden, der Greinke mit seiner ERA von 1.66 über 222 2/3 Innings direkt ersetzen kann. Der Club erzielte 43 zu 22 Siege in den Spielen von Kershaw und Greinke im Jahr 2015 und 49 zu 48, wenn jemand anderes auf dem Mound stand.

Die Dodgers werden daher in dieser Saison nicht mehr so viele Siege von ihren beiden ersten Startern erwarten können, doch es erscheint möglich, dass sie dafür von den anderen drei ein erhebliches Plus erhalten könnten. Zudem hat Los Angeles als weiteren Vorteil eine erhebliche Qualität hinter der ersten Reihe in der Rotation vorzuweisen. Keine andere Mannschaft kann dabei mithalten.

Alex Wood, Mike Bolsinger und Carlos Frias brachten es zusammen auf 46 Starts für die Dodgers im Jahr 2015. Dabei erreichten sie 21-22 Siege in diesen Spielen. In diesem Frühjahr werden Wood, Frias und Bolsinger um Roster-Spots kämpfen müssen und während der Saison weitere Qualität in der Tiefe anbieten.

Zusätzlich könnte auch Brandon McCarthy ab der All-Star-Game-Pause wieder zur Verfügung stehen, wenn alles gut geht bei seiner Genesung nach der OP am rechten Ellbogen.

Die Dodgers besitzen auch eine beeindruckende Tiefe in ihrem Farmsystem, beginnend mit dem 19-jährigen Linkshänder Julio Urias. Er ist einer von einer Handvoll von Spielern, – Shortstop Corey Seager zählt auch dazu – die der Dodgers Präsident der Baseball Operationen Andrew Friedman bisher unbedingt halten wollte.

Friedman würde auch nicht den 23-jährigen Rechtshänder Jose De Leon abgeben wollen, der 163 Strikeouts in 114 1/3 Innings in den Minors in der letzten Saison geworfen hat. Dazu kommt noch der 22-jährige Rechtshänder Frankie Montas, den der Club in diesem Winter von den Chicago White Sox verpflichten konnte.

Nach dem Weggang von Greinke versuchte Friedman diesen Verlust durch den Auswurf eines weiten Netzes zu kompensieren, von Gesprächen mit den Marlins über Jose Fernandez, weiter zu den Rays mit Jake Odorizzi bis zu den Indians über Carlos Carrasco. Die schon als vollzogen betrachtete Verpflichtung von Hisashi Iwakuma scheiterte dagegen am Medizin-Test, so dass der Japaner wieder zu den Seattle Mariners zurückkehrte.

Friedman fand nie einen Deal, den er letztlich auch eingehen wollte, und so landete er schließlich bei Kazmir, Maeda und jenen jungen Werfern, die nun wahrscheinlich die Saison in der Minor League beginnen werden.

MLB.com klassiert Urias, De Leon und Montas als Nr. 2, 3 und 4 bei den Dodgers-Talenten, direkt hinter Corey Seager. Alle drei von ihnen zu halten und gleichzeitig eine wettbewerbsfähige Rotation für die Major League zusammenzustellen, ist nur Friedmans Disziplin und Kreativität zu verdanken. Er wollte nicht zwischen einem erfolgreichem Jahr 2016 und dem Aufzeigen eines langfristigen Weges in eine vielversprechende Zukunft wählen. Er entschied sich für beides.

Seit er bei den Dodgers vor über einem Jahr das Ruder übernommen hatte, versprach Friedman einen Kader rund um die Entwicklung von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs und dem Draft-System aufzubauen. Er könnte diesen Kurs beibehalten, und trotzdem das Profiteam wieder an die Spitze seiner Division führen.

Prognosen im Januar bedeuten allerdings auch erst einmal so gut wie nichts, weil die Arbeit in der Winterpause noch nicht abgeschlossen ist. Doch die Dodgers scheinen schon wieder in einer guten Verfassung zu sein, auch wenn sie nun nicht mehr viel tun sollten. Der Weggang von Zack Greinke könnte zwar am Ende immer noch schmerzen, doch für den Moment sieht es so aus, als ob alles getan wurde, um dieses Leiden möglichst zu lindern.

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