Die Krise und der Sozialismus…

Die Coronavirus-Krise unterscheidet sich zumindest in ihren Ursprüngen stark von der globalen Finanzkrise.

Oskar Lafontaine and Gregor Gysi election poster
Wahlplakat mit Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, Berlin 2005

Beide differieren in entscheidender Hinsicht von anderen Krisen in noch lebendiger Erinnerung, insbesondere von der Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg, sowie von einer Reihe schwerer aber nicht katastrophaler Krisen, die die Weltwirtschaft und die Gesellschaft betroffen hatten.

Das gemeinsame Nachdenken bringt jedoch auf den Punkt, dass große Wirtschaftskrisen durchaus häufige Ereignisse sind. Die Lösung der Krisen der Vergangenheit dauerte jeweils zwischen fünf und zehn Jahre. Selbst wenn die aktuelle Krise kürzer ausfällt, können wir den Schluss ziehen, dass Krisen dieser oder einer anderen Art keine Abweichung darstellen, sondern regelmäßig in einer komplexen modernen Gesellschaft auftreten.

Gemeinsam ist ihnen dass dringende Maßnahmen der Regierung erforderlich sind. Je größer die Fähigkeit und Bereitschaft der Regierungen ausfällt, Maßnahmen zum Schutz der Gesellschaft vor den mit solchen Krisen verbundenen wirtschaftlichen Schäden zu ergreifen, desto besser ist das Ergebnis im Allgemeinen.

Die unmittelbarsten Voraussetzungen für die Bewältigung einer Krise sind ein starker und umfassender Wohlfahrtsstaat und ein starker Schutz der Arbeitnehmer. In der Folge brauchen wir eine wesentliche wirtschaftliche Rolle für die Regierung, einschließlich der Kontrolle über Infrastruktur- und Finanzunternehmen und der öffentlichen Erbringung von Dienstleistungen wie Gesundheit und Bildung.

Kurz gesagt, wir brauchen (mehr) Sozialismus.

(Eigene Übersetzung eines Blogbeitrages des australischen Ökonomen John Quiggin)

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