„Das Kernkraftwerk Hinkley Point nahe Bridgwater im Südwesten von England am Bristolkanal besteht aus den beiden stillgelegten Anlagenteilen Hinkley Point A und Hinkley Point B mit den Reaktoren A1, A2, B1 und B2 und dem in Bau befindlichen Hinkley Point C mit den Reaktoren C1 und C2.
Projektion der beiden Kraftwerksblöcke von Hinkley Point C im September 2015
Im März 2013 wurde die Erweiterung von Hinkley Point um zwei weitere Reaktoren (Hinkley Point C1 und C2) mit zusammen 3260 MW genehmigt.
Beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Großbritannien im Oktober 2015 wurde ein Vertrag unterzeichnet, laut dem sich der chinesische Staatskonzern China General Nuclear Power Group mit einer Summe von 6 Milliarden britischen Pfund (6,9 Mrd. Euro) an den damals mit ca. 18 Milliarden britischen Pfund (20,8 Mrd. Euro) kalkulierten Baukosten beteiligte.
Nach mehreren Kostensteigerungen und Verzögerungen beim Bau ging EDF im Februar 2026 von Baukosten in Höhe von ca. 49 Mrd. Pfund (56,7 Mrd. Euro) und einer Inbetriebnahme des ersten Blockes frühestens 2030 aus.
Nach der ökonomisch motivierten Aufgabe der Kernkraftwerksprojekte Wylfa und Cumbria durch Toshiba und Hitachi ist es der einzig verbliebene Kernkraftwerksneubau in Großbritannien.
In Bau sind zwei weitere Reaktoren vom Typ EPR. Im März 2013 erhielt Électricité de France (EDF) die Genehmigung für den Bau eines neuen Kraftwerks. Da der Bau wegen der hohen Investitionskosten wirtschaftlich nicht rentabel ist, hatte EDF als Bedingung für einen Bau staatliche Subventionen in Form eines garantierten Stromabnahmepreises verlangt, über den bis Oktober 2013 mit der Regierung Cameron I verhandelt wurde.
Laut BBC würde ein garantierter Mindestpreis unterhalb von 90 Pfund/MWh dazu führen, dass das Kernkraftwerk Verluste schreibt. Insgesamt wird das Kraftwerk mit 100 Milliarden € durch Großbri-tannien subventioniert.
Um das Projekt für das Konsortium rentabel zu machen, sagte die Regierung Cameron I ihm für 35 Jah-re ab Inbetriebnahme eine garantierte Einspeisevergütung in Höhe von 92,5 Pfund/MWh plus einem jährlichen Inflationsausgleich auf Preisbasis 2012 zu (derzeit 107 Euro/MWh).
Dies war vor Indexierung das Doppelte des durchschnittlichen englischen Strompreises 2013 und lag damals unterhalb der Einspeisevergütung für große Photovoltaik- und Offshore-Windkraftanlagen, jedoch oberhalb der von Onshore-Windkraftanlagen. Mit Stand Oktober 2025 würde die Einspeise-vergütung bereits 134,29 Pfund/MWh bzw. 152,94 Euro/MWh (0,153 Euro/kWh) betragen.
Zusätzlich wurde eine staatliche Kreditgarantie in Höhe von 10 Mrd. Pfund (11,8 Mrd. Euro) gewährt, um die Finanzierungskosten zu senken. Die Kernreaktoren sollten (laut damaliger Planung) 2023 ans Netz gehen und voraussichtlich 60 Jahre laufen.
Sollten die Kernreaktoren aufgrund ausschließlich politischer Umstände abgeschaltet werden müssen, werden die Betreiber für die entgangenen Einnahmen von der Regierung finanziell entschädigt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger bezeichnete die Vergütungszusagen als „sowjetisch“.
Im Februar 2026 verkündete EDF eine erneute Verzögerung beim Bau, wodurch die Inbetriebnahme des ersten Blockes nicht vor 2030 stattfinden werde. Die Baukosten erhöhten sich damit auf etwa 49 Mrd. Pfund (56,7 Mrd. Euro) (Stand 2026) bzw. 35 Mrd. Pfund (Preisstand 2015). Ursprünglich geplant waren 18 Mrd. Pfund (Preisstand 2015).
Zum ersten Mal in der Geschichte der britischen Kernindustrie wurde vereinbart, dass am Ende der voraussichtlichen Betriebszeit 2083 die Betreiber den Rückbau des Kraftwerkes und die Entsorgung der dabei anfallenden Abfälle übernehmen müssen.
Die britische Regierung stellte dazu am 29. September 2016 die Regelungen vor, die EDF erfüllen muss, wenn das Kernkraftwerk außer Betrieb geht und wie die Kosten erbracht werden sollen. Die Kosten, für die die Betreiber aufkommen müssen, werden auf bis zu 7,2 Milliarden britische Pfund geschätzt.
Das Ende des Rückbaus wird für das Jahr 2138 mit der Entsorgung der letzten verbrauchten Brenn-stäbe erwartet. Experten nehmen an, dass die genannten Kosten sehr niedrig angesetzt sind, da sich in der Realität der aktuellen Entsorgung zeigt, dass die Kosten höher sind als vorher angegeben.
Ende Oktober 2016 wurde bekannt, dass die britische Regierung den Betreibern eine unbekannte Obergrenze für die Entsorgungskosten am Ende der Betriebszeit zugesichert hat: Eventuell höhere Kosten werde der Staat übernehmen. Diese Zusicherung wurde der Öffentlichkeit etwa ein Jahr lang vorenthalten.“
Eine neutrale Zusammenfassung von wikipedia.de zum Thema „Bau neuer Atomkraftwerke“ und „Günstiger Strom mit Atomkraft“. Siehe auch die Ansicht des australischen Ökonomen John Quiggin dazu: Fünfzehn Jahre nach Fukushima
