Wassili Archipow war während der Kubakrise auf dem sowjetischen, mit nuklearen Torpedos be-stückten U-Boot B-59 (Б-59) der Klasse Projekt 641 stationiert.

Ein Hubschrauber der US Navy umkreist B-59
Am 27. Oktober 1962 drang dieses U-Boot (wahrscheinlich mit Absicht) in die von den USA errichtete Quarantänezone um Kuba ein, woraufhin es von US-amerikanischen Zerstörern in internationalen Gewässern verfolgt und eingekesselt wurde.
Um ein Auftauchen zur Identifizierung zu erzwingen, wurden Übungswasserbomben und fünf Hand-granaten abgeworfen. Den amerikanischen Streitkräften war die nukleare Bewaffnung des U-Bootes nicht bekannt.
Walentin Sawizki, der Kommandant des U-Bootes, ging aufgrund des Beschusses davon aus, dass sie angegriffen werden und bereits ein Krieg ausgebrochen sei, was aufgrund fehlender Kommunikations-verbindungen nicht geprüft werden konnte.
Für den Abschuss der Waffen war an Bord des U-Bootes die Zustimmung dreier Offiziere notwendig, namentlich Archipow (Kommandant des Flottenverbands), Sawizki (Boots-Kommandant) und des Politoffiziers Iwan Maslennikow.
Archipow lehnte anfangs als einziger von ihnen den Einsatz der Nuklearwaffen an Bord ab, die im Falle eines Angriffes eingesetzt werden sollten. Schließlich konnte er Sawizki davon überzeugen, das U-Boot auftauchen zu lassen, um auf weitere Befehle aus Moskau zu warten. In der Folge feuerte das U-Boot B-59 keine Nuklearwaffen ab.
aus Wikipedia
Vor 64 Jahren im April 1962 wurden die ersten us-amerikanischen Mittelstreckenraketen mit Atom-sprengköpfen in der Türkei stationiert. Dieser Zeitpunkt gilt vielen heute als der eigentliche Beginn der Kubakrise, da die sowjetischen Maßnahmen auf der Karibikinsel als Antwort auf diese Aktion des Westens gelten.
Es soll noch einmal daran erinnert werden, dass dieser und andere ähnliche Vorfälle (z. B. der nukleare Fehlalarm von 1983, die weiteren Geschehnisse um Able Archer 83, 1995 in Norwegen und die „Tote Hand“) aus der Zeit des Kalten Krieges gerne verdrängt werden, wenn man heute im Angesicht der drohenden Gefahr eines neuen nuklearen Konflikts mit Russland von dem „erfolgreichen Konzept der Abschreckung“ fabuliert.
Man sollte schon so ehrlich sein und den Menschen zur Kenntnis geben, dass man damals nur auf-grund von Zufällen und den nicht vorhersehbaren Entscheidungen Einzelner mehrmals ein Scheitern dieses Konzepts nicht erleben musste.
