Mit Hyun-Jin Ryus Rückkehr zurück zum Erfolg?

Es läuft nicht so richtig rund für die Los Angeles Dodgers: Nur Dritter bisher in der National League West, mit immerhin schon vier Siegen Rückstand auf den Tabellenführer, die San Francisco Giants.

Los Angeles Dodgers pitcher Hyun-Jin Ryu

Das hatte man sich vor der Saison doch etwas anders vorgestellt, schließlich waren die Club-Verantwortlichen um den ehemaligen Basketball-Star Magic Johnson davon ausgegangen, genug in die Mannschaft investiert zu haben, um einen Anwärter auf die World Series zu formen.

Kein Wunder also, dass es im Dodgers-Clubhouse momentan etwas angespannter zugeht. Da ist die unbefriedigende Situation im Outfield, die frustrierende Defensivleistung von Shortstop Hanley Ramirez und allgemeine Ratlosigkeit über die schwachen Leistungen der Bullpen-Pitcher.

Es gibt einfach momentan zu viele unerledigte Baustellen im Spielerkader, die allesamt zum bisher enttäuschenden Abschneiden beigetragen haben.

Währenddessen spielt Manager Don Mattingly den Zustand der ständigen Outfield-Wechselei etwas herunter: „Immerhin produzieren sie Runs.“ Doch ein wenig zeigt auch er Einsicht in die Unruhe auf der Bank: „Es ist immer irgendwer nicht zufrieden mit dieser Situation.“

Diese Rolle aber müssen sich tageweise Andre Ethier, Carl Crawford oder Matt Kemp teilen, während Yasiel Puig in jeder Partie spielt und dabei so gut ist, dass er als „Spieler der Woche“ ausgezeichnet wurde.

Ein weiteres Problem ist offenbar Ramirez, der um einen neuen Vertrag spielt, diesen aber wohl erst bekommen soll, wenn er seine Verletzungsanfälligkeit überwindet. Bisher hat sein Körper mitgemacht, im Gegensatz zu seinem Defensivspiel. Als ob er seine Gesundheit nicht übermäßig gefährden wollte, zeigte Ramirez nur begrenzt seine Fähigkeiten.

Als „Leader“ des Infields sollte ein Shortstop eigentlich Verantwortung auch für andere übernehmen, doch Ramirez konnte diese Rolle bisher nicht wirklich zufriedenstellend ausfüllen.

Der Bullpen, auf dem Papier eigentlich eine Stärke der Dodgers, bot zuletzt einige mäßige Auftritte, neben anderen waren vor allem Brian Wilsons und Chris Perez‘ Vorstellungen enttäuschend. Mit einer Bilanz von 4-11 Siegen und einer kombinierten ERA von nur 4.38 blieben die Reliever der Südkalifornier bisher weit hinter den Erwartungen zurück.

So hat das bestbezahlte Team in der Geschichte der Dodgers sechs der letzten acht Serien verloren, und geht nun in eine Gruppe von drei Spielen gegen die New York Mets, die in erster Linie gekennzeichnet sind von der Rückkehr des südkoreanischen Pitchers Hyun-Jin Ryu von der Disabled List.

Da wird der von einer Verletzung am Schulterblatt genesene Ryu unversehens zum großen Hoffnungsträger, der zwar nicht alle Probleme der Dodgers auf einmal lösen kann, aber trotzdem einen Umschwung einläuten soll.

Ryu war recht gut in die Saison gestartet, bis zu seinem letzten Start am 27. April hatte er 3-1 Siege mit einer ERA von 2.12 über durchschnittlich 5 2/3 Innings erreicht. Neuzugang Paul Maholm, der zwischenzeitlich auch Clayton Kershaw ersetzen musste, blieb als Verteter des Südkoreaners blass mit 1-4 bei einer ERA von 5.50.

So erwarten die Dodgers nun durch Ryu mehr Stabilität und Effektivität in der Starting Rotation, für den Südkoreaner musste Maholm Platz machen, der nun als Long Reliever aus dem Bullpen eingesetzt werden soll.

Nach der ersten Begegnung mit den Mets, einem 9:4-Sieg dank eines soliden Starts von Josh Beckett, scheint sich auch das Problem erledigt zu haben, welcher Spieler für Ryu im Kader Platz machen muss. Thirdbaseman Juan Uribe erlitt in diesem Spiel eine erneute Oberschenkelverletzung und muss wahrscheinlich auf die Disabled List gesetzt werden.

Doch mit dieser Maßnahme würde der Club allerdings eine neue Baustelle eröffnen. Als Ersatz für Uribe kämen nur Justin Turner und Chone Figgins in Frage, die aber beide bisher nicht über die Rolle von Einwechselspielern hinausgekommen sind. Während Uribe zuletzt zu den Stützen des Teams zählte, blieben Turner (Schlagdurchschnitt von nur .233) und Figgins (.211) eher blass.

Noch ist die Entwicklung bei den Dodgers nach 45 von 162 Saison-Spielen nicht wirklich besorgniserregend. Um aber den Abstand zu den San Francisco nicht zu groß werden zu lassen, sollte man die Tabellenspitze nicht ganz aus dem Blick verlieren. Vordringlichste Aufgabe für Manager Don Mattingly wird in der nächsten Zeit aber die Beseitigung der Probleme innerhalb des Kaders sein.

Eine solide Rotation um die wieder genesenen Kershaw (bisher nur 2-1 Siege) und Ryu (3-2) muss auch längerfristig aufgebaut werden. Mit Zack Greinke (7-1), Dan Haren (5-2) und Josh Beckett (2-1) sähe das auf Dauer vielverprechend aus. Auch der Bullpen benötigt mehr Stabilität, Brian Wilson (8.79 ERA), Chris Perez (5.09), aber ebenso Paco Rodriguez (6.43) und selbst Closer Kenley Jansen (4.12) sind bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Auf der Catcher-Position kann dagegen wohl Entwarnung gegeben werden, nachdem A. J. Ellis nach längerer Verletzungspause wieder fit ist. Seine Vertreter Drew Butera (.218), Miguel Olivo (.217) und Tim Federowicz (.109) konnten ihn nicht wirklich ersetzen.

Wird dann noch die hohe Fehlerquote in der Defensive verringert und möglichst längerfristige Verletzungsausfälle vermieden, so besteht die Hoffnung, dass man in absehbarer Zeit die bestens funktionierende „Blaue Maschine“ der letzten Spielzeit wiedersehen kann.

PS: Einen ersten Schritt in die richtige Richtung hat Hyun-Jin Ryu bereits getan: mit einer soliden Vorstellung über 6 Innings mit nur 2 Earned Runs und neun Strikeouts führte er die Dodgers, unterstützt durch drei Homeruns von Yasiel Puig, Adrian Gonzalez und Hanley Ramirez heute nacht zu einem weiteren Sieg über die New York Mets.

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