Schlussendlich bleibt die Erkenntnis, dass die staatliche Exekutive den Geschäftsbanken Zentralbank-geld leiht oder auszahlt (und dabei neues Zentralbankguthaben schöpft), damit diese ihr die eigenen Anleihen abkaufen und Steuerzahlungen durchführen können.
Haupteingang der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main 2009
Es gilt auch hier das Prinzip „linke Tasche, rechte Tasche“, welches durch das bestehende Regelwerk etabliert wird. Der Staat muss, wie die MMT es korrekterweise beschreibt, (in eigener Währung) erst Geld schöpfen und an Private verteilen, bevor sie ihm damit Anleihen abkaufen oder Steuern bezahlen können.
Dies ist die einzigartige Rolle, die der Staat als Währungsherausgeber hat: Er kann seine Ausgaben (in eigener Währung) niemals durch Steuern „finanzieren“. Das wäre in etwa so, als würde man ein Kino eröffnen und dann versuchen, erst Kinotickets einzunehmen, um sie anschließend herausgeben zu können.
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Einige offizielle Stellen, allen voran die Bank of England, versuchen mittlerweile sehr proaktiv gegen solche „popular misconceptions“ anzugehen. Die BoE stellt sich dabei ausdrücklich der Sicht vieler VWL-Lehrbücher und vermeintlicher Topökonom*innen entgegen, die Gegenteiliges behaupten.
Auch die Deutsche Bundesbank hat bereits 2017 mit ihrem Text „Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess“ nachgezogen. Falls Interesse besteht, Informationen zu weiteren Ländern zu erhalten, kann dies beispielsweise durch einen Blick auf die Veröffentlichungen der Zentralbanken von Schweden und Neuseeland geschehen.
Eine auf Bilanzen beruhende Darstellung wie die schwedische Regierung Geld schöpft, wenn sie Ausgaben tätigt, haben Dirk Ehnts und Jussi Ora vor ein paar Tagen veröffentlicht. Unabhängig von der Perspektive bleibt die Welt, wie sie in diesem Zusammenhang beschrieben wird, diejenige, in der wir leben. Es wäre wünschenswert, diese Fakten als Grundlage für weitere Diskussionen anzuerkennen.
Der Grund für das sparsame Zitieren offizieller Quellen in Lehrbüchern und Texten gewisser VWL-Professor*innen bleibt ein Mysterium. Es scheint, dass sich gewisse theoretische Annahmen nicht mit den realen Abläufen im Geldsystem vereinen lassen. Es bleibt die Frage, welche Theorien wirklich „krude“ sind.
ausführlicher siehe hier: Blog Samuel-Pufendorf-Gesellschaft
Nebenbei kassieren Deutsche Bundesbank und die Bank of England auch noch die Legende von den sogenannten Nettosteuerzahlern ein, die ja angeblich das „Land am Laufen halten“. Und das einfach mit der oben beschriebenen Erkenntnis, dass diese gezahlten Steuern gar nicht die Ausgaben des Staates finanzieren…
