Die Los Angeles Dodgers streben 2017 nach Perfektion

Baseball ist ein großartiges Spiel, weil es in sehr vielen Belangen dem echten Leben ähnelt: du kannst eigentlich nie perfekt sein, aber wenn du es mal bist, ist es besonders schön, doch wenn du dieses Level nicht erreichst, besteht auch Raum für Vergeben und Verzeihen.

Dodger Stadium (16188933601)
Das Dodger Stadium in Los Angeles früh abends unter Flutlicht

Wie es Ted Williams einmal ausdrückte: „Baseball ist das einzige Umfeld, in dem ein Mann nur drei Mal bei zehn Versuchen erfolgreich sein kann und trotzdem als ein guter Akteur betrachtet wird.“ Übrigens jener Ted Williams, der im Jahre 1941 einen Schlagdurchschnitt von .406 erreichte.

Die Los Angeles Dodgers der Klasse von 2017 fallen dagegen in die Kategorie nahe der Perfektion, da sie mehr als herausragende Leistungen vollbringen. Ihre Winning percentage von .714 bedeutet nichts anderes, als dass die Dodgers regelmäßig mehr als sieben von zehn ihrer Spiele gewinnen.

Ein bemerkenswertes Kunststück, wenn man bedenkt, dass auch die Arizona Diamondbacks und die Colorado Rockies als wieder aufstrebende Clubs in dieser Saison dritt- und viertstärkste Vereine in der National League sind und in der Geschichte des Baseballs damit immerhin auf Platz Sechs und Sieben rangieren.

Das letzte Mal als die Dodgers ähnlich viele Siege einfahren konnten, gewannen sie mit Jackie Robinson die World Series im Jahr 1955 (mit einer Winning percentage von .641 in 154 Saisonspielen). Die nächstbeste Saison war 1963 mit Sandy Koufax und einer Winning percentage von .611 über 163 Begegnungen. Tatsächlich haben die Dodgers aber seit 1977 in keiner Spielzeit mehr über .600 erreicht. In jenem Jahr verloren die Dodgers bei einer Winning percentage von .605 die World Series mit vier zu zwei Niederlagen gegen die New York Yankees.

Die große Herausforderung für die Dodgers besteht daher in dieser Saison darin, einen Trend von Spielzeiten mit einer hohen Winning percentage ohne folgenden World-Series-Gewinn zu durchbrechen. Beispielsweise haben sie elf World Series verloren in Jahren, in denen ihr Siegprozentsatz über .600 lag.

In der bisherigen Geschichte haben die Dodgers übrigens insgesamt achtmal die World Series gegen die Yankees verloren, aber auch dreimal gewonnen (1955, 1963 und 1981). Auch gegen die New York Giants, die Boston Red Sox, die Cleveland Indians, die Baltimore Orioles und die Oakland Athletics verloren sie die Finalserien, und in grauer Vorzeit (1890) haben sie sogar einmal gegen die Louisville Colonels unentschieden gespielt. Die World-Series-Erfolge der Südkalifornier resultierten daraus, dass sie die New York Yankees (dreimal), die Chicago White Sox, die Minnesota Twins und die Athletics schlagen konnten.

Die Dodgers-Franchise verlor insgesamt zwölf World-Series-Titel, die Yankees dreizehn. Werden wir die Dodgers und Yanks zum zwölften Mal in der World Series 2017 antreffen? Können die Südkalifornier den New Yorkern dann die vierzehnte Final-Niederlage beibringen? Oder gibt es möglicherweise Erfolg Nr. 28 für die Yankees? Das zwölfte Aufeinandertreffen der beiden Clubs könnte ein ganz Besonderes werden, wobei sechsundsechzig Spiele gegeneinander bisher in den World Series bereits schon rekordverdächtig und spektakulär sind.

Die Los Angeles Dodgers von 2017 mit bisher 90 Siegen und 36 Niederlagen sind ohne Zweifel ein ganz besonderes Team. Wir werden dabei zu Zeugen der Sporthistorie. Doch erst die nähere Zukunft wird zeigen, ob dieser Club weitere Geschichte durch den Gewinn der World Series schreiben kann.

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