Die Faszination der Interleague-Spiele hält weiter an

Die L. A. Dodgers und Seattle Mariners-Serie brachte bereits früh in der Saison die Begeisterung eines eher unkonventionellen Interleague-Highlights nach Südkalifornien.

Kyle Seager on April 15, 2012

Die Begegnungen mit den Clubs aus der American League (bis 1997 war das nur in den Finalspielen der World Series möglich) haben sich zwar inzwischen zu einer alltäglichen Routine in der Major League entwickelt, doch das bedeutet noch lange nicht, dass sie auf die Ebene des Langweiligen und Vorhersehbaren herabgestiegen sind.

Die ersten Spiele gegen die Mariners im Dodger-Stadium waren stattdessen ein sehr schöner Beweis dafür, dass dieses Phänomen noch immer in der Lage ist, die Leidenschaft für den Sport Baseball erfassen zu können und den besonderen Moment in die Herzen der Fans zu transportieren.

Zwei Mannschaften mit Ambitionen auf einen Playoff-Platz und den Voraussetzungen für das Erreichen eines entsprechend hohen Levels lieferten sich spannende Schlagabtausche. Und entsprechend knapp und dramatisch sahen dann auch die Ergebnisse aus. Mit nur einem Run Unterschied entschieden die Dodgers die beiden ersten Begegnungen jeweils mit 6:5 für sich.

Am Montag Abend lagen die Südkalifornier bereits zwischenzeitlich vier Punkte zurück, ehe sie dann doch noch im 10. Inning siegreich waren. Die Aufholjagd startete Andre Ethier, als vierter Outfielder momentan nur auf Teilzeit-Basis eingesetzt, mit einem Pinch-HitDouble. Den krönenden Abschluss lieferte dann der Kubaner Pedro Guerrero, der für Juan Uribe eingewechselt worden war.

Immer wieder wird über die Star-Power der Dodgers und den mittlerweile teuersten Kader dieses Sports geredet. Aber hier war ein Spiel, das durch die „Tiefe“ dieser Mannschaft, mit Akteuren in Ergänzungsrollen, die die entscheidenden Runs produzierten, gewonnen wurde. Es war eine Baseball-Lektion im Funktionieren einer Strategie, die sowohl im April als auch über den Verlauf einer ganzen Saison Erfolg bringen kann.

Die Dodgers kamen zurück, nachdem Seattle fünf Runs in fünf Innings gegen Starter Brandon McCarthy erzielt hatte. „Meine Mannschaftskameraden haben einen hervorragenden Job gemacht, um uns wieder zurück ins Spiel zu bringen, nachdem ich uns in Probleme gebracht hatte.“ so McCarthy nach dieser Begegnung. Doch nicht nur Manager Don Mattingly fiel auf, dass sich McCarthy danach erholte und mit zwei Abschnitten ohne gegnerische Punkte die folgende Belastung für den Bullpen in Grenzen hielt.

Sein Comeback war zudem eine Ermutigung für das Management, sich doch auf dem richtigen Weg zu wähnen, um die Dodgers zu einer besseren Mannschaft zu machen. Niemand zweifelte 2014 am Talent des Teams, doch es gab immer wieder Fragen nach der richtigen Zusammensetzung des Kaders. Am Montag ließen die Dodgers in dieser Hinsicht nun keinen Punkt mehr offen.

„Das ist es, was wir sehen wollen,“ sagte Mattingly, „ein Team, das kämpfen und über seine Grenzen hinauswachsen kann, jeder Einzelne, wenn er gebraucht wird.“ All das sorgte für einen mitreißenden Abend vor 42.000 Besuchern, die sich kaum vorstellen konnten, dass sich Ähnliches am nächsten Tag noch einmal wiederholen würde.

Wieder lagen die Dodgers frühzeitig zurück, diesmal mit 0:3 bereits nach dem ersten Inning. Doch auch Interims-Starter David Huff (der nur aufgrund der Verletzung von Hyun-Jin Ryu überhaupt einen Platz im Team bekam) erholte sich wieder und ließ in den nachfolgenden drei Spielabschnitten nur noch einen Run zu.

Homeruns von Pedro Guerrero und Andre Ethier brachten die Südkalifornier wieder heran, ehe Howie Kendrick im neunten Inning mit einem Single beim Stand von 4:5 zwei Runs erzielte und den zweiten walk-off-win in eben so vielen Tagen sicherte.

„Er warf einen ziemlich platzierten und harten Sinker,“ erzählte Kendrick über den Pitch seines früheren Teamgefährten bei den Los Angeles Angels, Mariners-Closer Fernando Rodney, „doch wichtig war, einen relativ hohen Wurf zu bekommen, den ich auch schlagen konnte. Es ist ein schönes Gefühl, so meinen Teil zu unserem Sieg beigetragen zu haben.“

So sorgten die Dodgers nach dem 6:3-Comeback-Sieg über die San Diego Padres zur Saisoneröffnung für eine interessante statistische Anomalie: nach nur acht Spielen haben sie bereits zwei Erfolge erzielen können in Begegnungen, in denen sie nach dem sechsten Inning noch zurücklagen. In der gesamten letzten Spielzeit kamen sie in dieser Kategorie auf 2-54 Siege, nun sind es schon 2-2.

Mit einem 5:2 im abschließenden Spiel der Serie, dem Civil Rights Game 2015 am Jackie Robinson Day, gelang den Südkaliforniern zudem der erste sweep in der noch jungen Saison.

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