Es fühlte sich an wie eine Niederlage: trotz einer überragenden 1. Halbzeit endete die Partie der Knap-pen gegen Verfolger Hannover 96 zum Schluss nur mit 2:2 und die verlorenen Punkte schmerzten viel mehr als die durchaus sichtbaren positiven Aspekte.
Nur beim Aufwärmen konnte Hannover noch eine gewisse Ordnung aufrecht erhalten…
Dabei hatte es so gut begonnen. Gegen eine der spiel- und auswärtsstärksten Mannschaften der 2. Bundesliga lieferte Blau-Weiß über 50 Minuten eine Gala-Vorstellung ab.
Von Loris Karius bis Kenan Karaman: da stand eine richtig erstligareife Truppe auf dem Platz, die mit geschickter Zweikampfführung und Raumaufteilung (Pressing!) dem Gegner das Fußballspielen nahezu komplett unterband.
Gleichzeitig sorgte sie mit einem offensiven Feuerwerk für eine ganze Reihe von hochwertigen Tor-chancen, sodass die Niedersachsen mit dem 2:0 der Knappen zum Pausentee noch richtig gut bedient waren.
Für die Schalker blieb nach dieser Halbzeit die Erkenntnis, dass diese Formation definitiv in der Bundesliga mithalten könnte, hervorzuheben waren meiner Ansicht nach die beiden Außenverteidiger Timo Becker und Moussa Ndiaye, noch wichtiger wog aber die Erkenntnis, dass niemand aus dieser ersten Elf erkennbar leistungsmäßig abfiel.
Der Knackpunkt war dann nach 52 Minuten die umstrittene Rote Karte gegen Edin Dzeko, möglicher-weise berechtigt, aber zumindest von Schalke-Trainer Miron Muslic und vielen anderen als zu hart empfunden. Auch der später folgende Strafstoß für Hannover 96 war zumindest für Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe strittig.
Doch Schwamm drüber, zumal Elfmeter-Held Lorius Karius beim Ausgleich in der Nachspiel zum tragischen Held wurde (auch über die Länge dieser Nachspielzeit ließe sich noch diskutieren) und das miese Gefühl der Schalke-Fans in Entsetzen und Enttäuschung umschlug.
Am Ende ein gebrauchter Abend nach einem grandiosen Beginn, der auch noch über den Tag hinaus Folgen haben wird. Nicht nur, dass sich der S04 an der Tabellenspitze nicht weiter absetzen konnte, nun muss auch (mindestens) im Spitzenspiel am Samstag Edin Dzeko ersetzt werden, nach den letzten Begegnungen eine eigentlich unmögliche Aufgabe.
Zwar steht mit Moussa Sylla ein Stürmer dafür bereit, doch dessen Erfolglosigkeit seit Monaten lässt darauf schließen, dass sein Einsatz von Beginn an den Ausfall des Top-Torjägers eher nicht kompen-sieren kann.
Doch bange machen gilt nicht, und mit dem Auftreten in der ersten Halbzeit gegen Hannover sollte auch bei den Darmstädter Lilien etwas zu holen sein.
