Die große Illusion: Die Wachstumslücke zwischen den USA und Europa

Es gibt eine weit verbreitete Geschichte unter Elite-Experten, dass die US-Wirtschaft voranschreitet und Europas Wirtschaft in Stagnation steckt.

Karte des Globus, die die Vereinigten Staaten von Amerika und die Europäische Union hervorhebt.
Die Lage der EU und der Vereinigten Staaten auf dem Globus

Wie es meistens der Fall ist, wenn es einen Elitekonsens gibt, ist dieser falsch. Ein neuer Beitrag von Seth Ackerman zeigt, dass die Unterschiede im Wachstum, insbesondere im Produktivitätswachstum (BIP pro Arbeitsstunde), fast ausschließlich durch Messunterschiede und nicht durch Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistung verursacht werden.

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Economic History: Deutschland 1999 bis 2004 – Die wahre Story vom „kranken Mann“ Europas

„Vom kranken Mann Europas zum Musterknaben“
Immer wieder, wenn auch nur leise Kritik an der deutschen Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte geäußert wird, wenn wieder einmal jemand den deutschen Exportüberschuss kritisiert und in der deutschen Lohnzurückhaltung einen Hauptgrund für die derzeitige Krise der Euroländer sieht, wird sie hervorgeholt:

Eurozone map-1999
Eurozone (offiziell „Eurogebiet“) 1999/2002

Die Erzählung vom kranken Mann Europas, der sich mit schmerzlichen und einschneidenden Refor-men fit gemacht und nun dadurch die Rolle der „Wachstumslokomotive“ in der Europäischen Union übernommen habe.

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Learn VWL: Sparen als Voraussetzung für Investition und Wachstum

Dem Drängen auf die Schaffung von Anreizen für den Einzelnen mehr zu sparen, wird allgemein nach-gesagt die Investitionen und das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. Dabei scheint man von der Annahme einer unveränderten volkswirtschaftlichen Gesamtleistung auszugehen, so dass das, was nicht verzehrt wird zwangsläufig und automatisch zur Kapitalbildung verwendet wird.

Dollar symbol
Dollar-Symbol

Auch hier ist eigentlich das genaue Gegenteil der Fall. In einer Geldwirtschaft bedeutet für die meisten Menschen der Versuch, mehr zu sparen gleichzeitig die Entscheidung dafür, weniger auszugeben.

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VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – letzter Teil: Die Kollision der verschiedenen Aufgaben des Zinses

Als Abschluss unserer Reihe über die alternative Wirtschaftstheorie von Wilhelm Lautenbach geht es in diesem Beitrag um eine abschließende Betrachtung aller bisher behandelten Komponenten seiner be-stechenden makroökonomischen Diagnose.

Berlin - Gebäude der Reichsbank und die Jungfernbrücke, Ende der 1930er Jahre, Bundesarchiv B 145 Bild-P018383
Reichsbank und Jungfernbrücke in Berlin 1938

Dies erscheint notwendig, um den Zusammenhang zwischen Kreditbedarf und Investitionen sowie die ausschlaggebenden Elemente, welche die Liquidität der Kreditwirtschaft und demzufolge auch den Zins bestimmen, klar erkennen zu können.

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Der IWF rät Europa zum ökonomischen Selbstmord

Der neoliberale Irrsinn hört einfach nicht auf: „IWF warnt vor Schuldenexplosion – und fordert Sparkurs
Der Währungsfonds hält eine radikale Reform des europäischen Sozialstaats für nötig. Die steigenden Schulden zu ignorieren, verschlimmere das Problem“ so das Handelsblatt.

11 International Monetary Fund IMF in Washington DC USA - Creative Commons CC-BY
Sitz des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington, D.C., USA

Und am Ende wird es völlig verrückt: „Der Spardruck sei so groß, dass ein Viertel der europäischen Staaten über die traditionellen Strategien hinausgehen müsse, heißt es in dem Bericht. Manche große Länder müssten ihr Sozialstaatsmodell grundsätzlich überdenken. Der Wohlfahrtsstaat stehe vor einem „Problem der Bezahlbarkeit“.

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VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – Teil 13: Zins, Devisenbilanz und das Lohn-/Preisniveau

Neben der im letzten Beitrag beschriebenen Möglichkeit, durch Kapitalexport ein Defizit der Devisen-bilanz und damit ein erhebliches Problem für die Zinssteuerung der Zentralbanken hervorzurufen, kann auch eine passive Handels- (Leistungsbilanz) aufgrund überhöhter Preise und Löhne einen ähnlichen Effekt haben.

Änderung der Brutto- und Reallöhne und des Preisindex in Deutschland

Dabei ist es unerheblich, ob die Investition im Inland überzogen ist oder nicht. Ganz im Gegenteil kann ein Leistungsbilanzdefizit auch entstehen, wenn die Investitionen völlig unzureichend und die Beschäf-tigungssituation infolgedessen ebenso unbefriedigend ist.

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Der Draghi-Bericht, ein Jahr danach: Europa steht immer noch in den Startlöchern

Ein Jahr nach seiner Veröffentlichung verstaubt der viel gepriesene Draghi-Bericht über die europäische Wettbewerbsfähigkeit.

Mario Draghi - Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums 2012
Mario Draghi auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos 2012

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der zutiefst beschämten Ursula von der Leyen stellte Draghi selbst fest, dass sich Europa ein Jahr nach seiner eindringlichen Warnung vor einer existenz-iellen Herausforderung heute in einer „schwierigeren Lage“ befinde:

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VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – Teil 12: Zentral-bankzins und Devisenbilanz

In den bisherigen Beiträgen dieser Reihe waren wir zu dem Schluss gekommen, dass in einem moder-nen Bankensystem die Politik der Zentralbank den Kreditinstituten die Richtung für ihr Handeln vorgibt.

Hauptverwaltung Frankfurt der Deutschen Bundesbank
Regionalbüro Frankfurt der Deutschen Bundesbank

Ist die Zentralbank „mit dem Markt in Fühlung“ (so formulierte es Wilhelm Lautenbach in seinem Werk “Zins, Kredit und Produktion” (1952)), so bedeutet die Festlegung des Zinssatzes ein eindeutiges Signal, das auch dementsprechend von der Kreditwirtschaft beachtet wird.

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VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – Teil 11: Wertpapier-käufe und Bankenliquidität

In diesem Beitrag geht es um die Auswirkungen, die bestimmte Umdispositionen der Sparer auf die Bestände an Bankeinlagen haben. Legen nämlich diese Sparer ihre Vermögen, die als Scheck- oder Sparguthaben bei den Banken hinterlegt sind, in Wertpapieren an oder geben sie als Kredite heraus, so reduziert sich damit das Kreditvolumen der Banken.

Frankfurt Am Main-Neue Boerse von Suedosten-20120222
Das Gebäude der Frankfurter Wertpapierbörse

Bemerkenswert ist es nach Wilhelm Lautenbach dabei, dass durch solche Vorgänge keinerlei Ver-änderungen bei den laufenden Ersparnissen eintreten, stattdessen sich aber die Liquidität der Banken verbessert.

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VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – Teil 10: Bargeldbedarf, Bankenliquidität und der Zentralbankzins

Nachdem wir im letzten Beitrag die Prinzipien der freien Zinsbildung kennengelernt haben, soll es nun um die Auswirkungen einer Veränderung des Bedarfs an baren Zahlungsmitteln auf die Inanspruch-nahme des Bankensystems und demnach auch der Notenbank gehen.

Euro coins and banknotes
Euro-Münzen und Banknoten

Nach Wilhelm Lautenbach hat die Veränderung der Beanspruchung sowohl der Banken als auch der Zentralbank durch die Zunahme oder Abnahme der Bargeldnachfrage hauptsächlich nur technische Bedeutung, wenn sie auf folgenden Gründen basiert:

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