Über die weiter zunehmende Divergenz von Einkommen und Vermögen

Die Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen nimmt seit den 1970ern in den meisten wohlhabenderen Staaten zu.

Wie groß die Ungleichheit heute ist, zeigt ein Vergleich mit früheren Jahrhunderten.

Salaping papel Euro


Das oberste Promille der Bevölkerung kann danach heute einen dreimal so hohen Anteil am Volkseinkommen für sich verbuchen wie Ende des 17. Jahrhunderts, einen mehr als doppelt so hohen wie Mitte des 18. Jahrhunderts und immer noch einen um 60% höheren als zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Der Elitenforscher Michael Hartmann in einem Beitrag auf blog.arbeit-wirtschaft.at

Auch wenn sich dieses Beispiel des Soziologen Michael Hartmann nur explizit auf Großbritannien bezieht (allein aufgrund der Tatsache, dass nur für diesen Staat überhaupt Daten zur Einkommens-verteilung in den letzten Jahrhunderten vorliegen), spricht wenig dafür, dass das Ergebnis in Europa oder auch nur in Deutschland gravierend anders ausfallen würde.

Der Kölner Stadtanzeiger, Zeit-Online und auch der OECD-Sozialbericht lassen erahnen, dass Deutsch-land dabei nicht allzu sehr aus der Reihe tanzt. Als Gesellschaft sollte man sich daher vielleicht ein paar Gedanken darüber machen, ob man unter Verhältnissen leben will, die jene des späten Feudalismus bei weitem übertreffen.

Denn wer möchte schon einer Gemeinschaft angehören, in der es wesentlich ungleicher zugeht als zu den Zeiten des Sonnenkönigs Ludwig des XIV. oder der Französischen Revolution? Pauperismus und absolute Armut haben heute in den industrialisierten Staaten keine Bedeutung mehr, und doch muss man sich fragen, wohin sich eine Gesellschaft entwickelt, in der der Unterschied zwischen Prekariat und Vermögenden soviel größer ist.

Solange Menschen sparen, sind Wirtschaftswachstum und Verschuldung notwendig

Eine Marktwirtschaft ist ein Wirtschaftskreislauf, in dem Geld und Güter als „Ströme“ zirkulieren. Entnimmt man diesem Kreislauf nun Geld, indem man etwa für die Altersvorsorge „spart“, so wird dadurch das Einkommen anderer Marktteilnehmer vermindert, da das entnommene Geld nicht mehr für den Erwerb von Gütern/Dienstleistungen zur Verfügung steht.

Einfacher Wirtschaftskreislauf
Modell eines einfachen Wirtschaftskreislaufes

Es sind daher Investitionen der Unternehmer auf Kredit in neues Sachkapital notwendig, um den durch das Sparen fehlenden Geldbetrag auszugleichen. Da es aber erforderlich ist, den Unternehmen einen Gewinn in Aussicht zu stellen, um sie überhaupt zu einer Investition zu bewegen, müssen die Erträge der erfolgreichen Investitionen höher ausfallen als der durch die Ersparnisse hervorgerufene Nachfrageausfall, die Wirtschaft muss also wachsen.

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Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – freie Kapitalmärkte sorgen für wirtschaftliches Gleichgewicht

Dollar symbol

Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage

Irrtum Nr. 7: Freie Kaptalmärkte und „solide“ Geldpolitik reichen aus, um ein allgemeines wirtschaftliches Gleichgewicht und damit Wohlstand zu schaffen

Viele bekennen sich zu dem Glauben, dass, wenn nur die Regierungen aufhören würden sich ins Wirtschaftsgeschehen einzumischen und ihre Haushalte ausgleichen würden, die freien Kapitalmärkte von ganz allein Wohlstand bringen, gegebenenfalls mit Hilfe einer „soliden“ Geldpolitik.

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Europas (und Deutschlands) alte reiche Menschen…

Was für ein Armutszeugnis, wenn eine der reichsten Regionen der Welt in der saturierten Gerontokratie versinkt, aber will dass der Rest der Welt eine Party schmeisst, damit zu Hause wieder was los ist.

Bottino furto o rapina Euro

Aber bitte nur als Gäste, bleiben soll keiner, sonst könnte ja der Nachmittagsschlaf im Abend(schlum-mer)land durch spielende Kinder mit falscher Hautfarbe im Kurpark gestört werden.

Die Leitlinien unserer Politik entsprechen den Interessen alter reicher Menschen, die das was sie haben zusammenhalten möchten, aber jedes Risiko für dessen Mehrung scheuen und denen die nachfolgen-den Generationen herzlich egal sind.

Diese alten reichen Menschen verstehen aber nicht, dass sie für ihre Ersparnisse nur etwas bekommen, wenn jemand damit etwas “unternimmt”, die Ersparnisse in der Hoffnung annimmt, dass er mit ihnen mehr verdienen kann als er dafür zahlen muss. Diese Haltung hat uns eine nimmer endende Stagnation der Wirtschaft beschert.

Eine kleine Polemik zum Jahreswechsel, zusammengestellt aus den Foren des Internets…

Frances Coppola: Euro-Verzweifelung und die deutschen Sirenengesänge

In einem ihrer Posts warnte die britische Finanzexpertin Frances Coppola vor den „Sirenenstimmen“, die eine straffere Geldpolitik verlangen, während die Wirtschaft der Eurozone weiter in einem toxischen Gleichgewicht niedrigen Wachstums, Null-Inflation und hartnäckig hoher Arbeitslosigkeit feststeckt.

Lorelei poem in French and German
Heinrich Heines Gedicht über die Sirenengesänge der Loreley

Insbesondere verwies sie auf das Jahresgutachten des Sachverständigenrates, mit dem die „Fünf Wirtschaftsweisen“ von der EZB ein Aussetzen oder Reduzieren der Staatsanleihenkäufe (QE) forderten. Weiter schrieb sie:

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Thomas Piketty und die Bedeutung des Kapitals für die ärmere Hälfte der Bevölkerung

Während meines diesjährigen Urlaubs in Griechenland habe ich mir nun endlich einmal Das Kapital im 21. Jahrhundert von Thomas Piketty vollständig als Lektüre zu Gemüte geführt. Kein wirklich leichter Lesestoff für eine solche Verschnaufpause, trotzdem fand ich das Buch sehr anregend.

Thomas Piketty at Festival of Economics in Trento, Italy (2015)
Der französische Ökonom Thomas Piketty

Inhaltlich hatte ich mich schon einmal mit diesem Werk auseinandergesetzt, im letzten Jahr mit meiner Abhandlung über die Kritik von Hans-Werner Sinn an Pikettys Veröffentlichung.

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Takahashi Korekiyo – der japanische Keynes

Um fünf Uhr morgens am 26. Februar 1936 brachen rebellierende Soldaten im Schneetreiben die Türen des Hauses des japanischen Finanzministers Takahashi Korekiyo in Tokio auf. Zwei ihrer Offiziere gingen in den Raum, in dem Takahashi schlief und ermordeten ihn mit mehreren Pistolenschüssen. Anschließend wurde sein Körper von den Soldaten unter „Verräter“-Rufen förmlich zerhackt.

Series B 50 yen Banknote
Japanische 50-Yen-Banknote aus den 1950er Jahren mit dem Porträt von Takahashi Korekiyo

So endete das Leben eines der damals populärsten und beliebtesten Politikers und Ökonomen der japanischen Vorkriegsära. Einer seiner Mörder sagte später vor Gericht aus, er hätte sterben müssen, weil er eine radikal andere Wirtschafts-, Außen- und Militärpolitik als die japanische Armee befürwortete.

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Ein pragmatischer Ansatz bei der Auslandsverschuldung: Die Abschreibung der deutschen Schulden 1953

Hermann Josef Abs - LSA 1953 Unterzeichnung
Hermann Josef Abs bei der Unterzeichnung des Londoner Schuldenabkommens 1953

Die Krise Griechenlands fordert Vergleiche mit dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 heraus, welches eine lange Zeit sehr hoher Auslandsverschuldung Deutschlands beendete. Dieser Beitrag legt nahe, dass im Rückblick diese Vereinbarung unnötig großzügig war, da das schnelle Wachstum in Deutschland die Rückzahlung der Schulden erheblich erleichterte. Für Griechenland fehlen dagegen heute unglücklicherweise nahezu alle Beweggründe, die 1953 den Antrieb zu dieser Vereinbarung gaben.

Übersetzung aus VoxEU.org: A pragmatic approach to external debt: The write-down of Germany’s debts in 1953

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Doch, es gibt tatsächlich so etwas wie ein „Free Lunch“

Während der laufenden Kampagne zur Präsidentschaftswahl in den USA haben eine Reihe von aussichtsreichen Kandidaten ihre Standpunkte zu den monetären Kosten von verschiedenen staatlichen Programmen dargelegt.

Portrait of Milton Friedman
Portrait von Milton Friedman,
der den Ausspruch „There is no such thing as a free lunch“ populär machte

Einige haben dies im Rahmen einer Vorstellung der möglichen Finanzierung ihrer eigenen Ideen getan, während andere diese Gelegenheit dazu genutzt haben zu behaupten, dass noch nicht einmal die heute bereits vorhandenen Programme bezahlbar seien.

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Das Problem mit den Elterntaxis – und die Analogie zu den gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen

Sein Kind in die Schule zu fahren ist gefährlicher, als es selbst gehen zu lassen. Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des ADAC zeigt: Auch die Kinder vor der Schule sind in Gefahr, wenn Eltern ihre Kleinen bis vor die Schultüre fahren.

Zitat aus einer vom ADAC beauftragten Studie

Barn i trafikken, Karin Beate Nosterud

Immer mehr wird demnach der elterliche Begleitverkehr, hauptsächlich mit dem PKW bis möglichst vor das Schultor, zu einem eminenten Sicherheitsrisiko und auch einer gesellschaftlichen Frage.

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