Die Zunahme der europäischen Inflation ist NICHT zu hoch

Wie vorhergesagt (da die Energiepreise nicht ewig weiter fallen konnten) ist die Verbraucherpreisinflation in der EU gestiegen. Das gegenwärtige Niveau beträgt 1,1%, welches allerdings in historischer Perspektive geradezu niedrig ausfällt.


Lohn- und Gehaltserhöhungen in den EU-Ländern zwischen
dem 4. Quartal 2015 und dem 3. Quartal 2016

Auch die Kerninflation (die im Gegensatz zur Verbraucherpreisinflation niemals negativ war) blieb verhalten und sogar weiterhin noch unter 1%. Alles vorhersehbar, doch die Menschen [besser gesagt die Medien] beginnen bereits zu heulen und zu zetern, dass die Inflation steigt und wir Angst vor wertlosem Geld haben sollten.

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Über die verlorene Freizeit unseres Lebens

John Maynard Keynes lag schon richtig mit seiner Vorhersage, dass wir weniger arbeiten werden, doch er überschätzte, wie lange dieser Trend tatsächlich anhalten würde.

Week-end pleasure
Freizeit-Vergnügen im Garten

„Drei Stunden am Tag sind genug“, schrieb Keynes 1930 in seinem Essay „Economic Possibilities for our Grandchildren“ (dt.: Die wirtschaftlichen Möglichkeiten für unsere Enkelkinder).

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Noah Smith: Die unfreiwilligen Opfer des Freihandels

Wenn Menschen über Nutzen und Schäden des freien Handels sprechen, beziehen sie sich in der Regel auf den Arbeitsmarkt. Das macht Sinn, da der Verlust seines Jobs einen sehr großen Einfluss auf das Leben einer Person hat.


Entwicklung der Nahrungsmittelpreise in den USA seit 2000
im Verhältnis zum allgemeinen Preisniveau

Auch wenn man dann einen anderen Job findet, benötigt das Zeit und Geld und verursacht viel Stress. Es stört das gewohnte Leben, und manchmal findet man keinen so guten Job wie den, den man vorher hatte.

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Zurück in die Zukunft? Lektionen über Ungleichheit, Arbeitsmärkte und Konflikte aus dem Gilded Age für die Gegenwart

Der heutige Arbeitsmarkt in den USA hat viel gemeinsam mit dem des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Damals wie heute gab es nur wenige Gesetze zum Schutz der Arbeiter, dafür Ängste gegenüber billigen ausländischen Arbeitskräften, dem raschen technologischen Wandel und der zunehmenden Marktkonzentration.

Pullman strikers outside Arcade Building
Die Nationalgarde von Illinois und streikende Arbeiter während des
Pullman Eisenbahner-Streiks 1894

Dieser Beitrag untersucht die Lehren, die aus diesem früheren „Gilded Age“ gezogen werden können. Die Ergebnisse legen nahe, dass, auch wenn die Märkte eine größere Rolle bei der Zuweisung von Arbeit spielen, trotzdem rechtliche und politische Institutionen weiterhin die Verhandlungsmacht von Unternehmen und Arbeitnehmern mitgestalten werden.

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Verrichtet die Wall Street „Gottes Werk“? Oder überhaupt etwas Nützliches?

Im Sog der Krise 2007/2008 tätigte Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein gegenüber einem Reporter den berühmten Ausspruch, Banker würden „Gottes Werk“ tun.

Wall Street (3867767246)
One Wall Street, New York City

Dies ist natürlich ein wichtiger Teil des Mantras der Wall Street: es gehört zur Standardprozedur der Bankmanager, möglichst häufig und laut zu verkünden, dass die Wall Street für die Wirtschaft des Landes von entscheidender Bedeutung wäre.

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Fed St. Louis: Tragen steigende Aktienkurse zur Ungleichheit der Einkommen bei?

Die Einkommensungleichheit in den USA begann in den 1970er Jahren zu steigen und Gewinne am Aktienmarkt haben diese Entwicklung begleitet, so das Ergebnis eines aktuellen Essays der Economic Synopses der Fed St. Louis.


Langfristiger Vergleich des Gini-Koeffizienten der USA und des S&P 500 Index

Deren Assistant Vice President und Ökonom Michael Owyang sowie Senior Research Associate Hannah Shell haben festgestellt, dass die Reichen von dem Anstieg der Aktienkurse und Kapitalerträge mehr als andere profitieren konnten, da sie einen besseren Zugang zu den Märkten haben.

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Die Erhöhung des Mindestlohns in Seattle: ein Desaster?

Dunkle Warnungen wurden im Zuge der Verabschiedung der Mindestlohn-Verordnung in Seattle geäußert. „Minimum-Lohn-Erhöhung von Seattle endet sicher in einem Desaster“ und „Seattle erlebt Ausnahmen vom $ 15 Mindestlohn“.


Mindestlohn pro Stunde in Seattle (blau), als Ansatz 1 (dunkelblau ) und als Ansatz 2 (hellblau) sowie auf Bundesebene (rot). Quelle: BLS und City of Seattle

In einer frühen und inzwischen längst entzauberten Einschätzung schrieb der Ökonom Mark J. Perry: „Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Seattles ‚radikales Experiment‘ ein Modell für den Rest der Nation sein könnte, dem man nicht folgen sollte“.

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Thomas Piketty: Exportüberschuss heißt nichts anderes als an der Stelle anderer Länder produzieren zu wollen

Starökonom Thomas Piketty in der Welt:

Deutschland führt sich allerdings als Besserwisser auf, was für den Rest der Europäer schlicht unerträglich ist. Es ist auch irrational, denn dadurch, dass man die Länder Südeuropas in den Würgegriff nimmt, werden die Kredite nicht schneller zurückgezahlt. Man spürt dahinter die Lust, bestrafen zu wollen, die mit Nationalismus zu tun hat.

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Thomas Piketty 2014 in Paris


Denn wenn alle Länder wie Deutschland ein positive Handelsbilanz hätten, könnte es nicht so funktionieren. Niemand könnte dann einen derartigen Handelsbilanzüberschuss absorbieren.

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Die NAIRU (inflationsstabile Arbeitslosenquote) – ein perfides Schauermärchen

Die Geschichte der Non-Accelerating Inflation Rate of Unemployment (NAIRU) hatte von Anfang an immer eine sehr klare politische Implikation – jegliche Versuche Vollbeschäftigung zu erreichen sollten von vornherein zum Scheitern verurteilt sein, weil Regierungen und Zentralbanken die Arbeitslosigkeit nicht unter die kritische NAIRU-Schwelle drücken könnten, ohne dass dabei eine schädliche galoppierende Inflation entsteht.

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Kurzzeit-Phillips-Kurve vor und nach expansiver Politik, mit Langzeit-Phillips-Kurve (NAIRU)

Obwohl viele Mainstream-Ökonomen und Politiker einem rührenden Glauben an dieses NAIRU-Märchen anhängen, hält es einer genaueren Überprüfung nicht stand.

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Grundlage der Eurokrise – der reale innere Wert einer Währung

Auch wenn die Eurokrise, seit nunmehr fast sieben Jahren ungelöst, ein wenig aus den politischen Schlagzeilen verschwunden ist, steht vor allem Griechenland immer noch im Fokus der Kritik: Korruption, ein enorm aufgeblähter Staatsapparat, zu spendable Politiker, aber auch die angeblich „zu faulen“ Griechen selbst werden oft als Gründe für den Ausbruch der Krise angeführt. Ebenso geht das Aufrechnen von moralischer Schuld und (Geld-)Schulden ungehemmt weiter.

Konstanz (5033092277)

Doch ist das alles auch wirklich richtig so? Oder gibt es möglicherweise noch ganz andere Fakten, die ohne den Rückgriff auf empörende Moralität die ganze Malaise erklären können? Doch wo soll man da anfangen in der verwirrenden Kakophonie verschiedenster Meinungen?

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