Die Makroökonomie der Stanley-Cup-Dynastien

Da die NHL-Playoffs um den Stanley Cup gerade beendet wurden, wäre es an der Zeit darüber nachzudenken, wie sich die wirtschaftlichen Bedingungen und Einflüsse in der vergangenen Saison auf den Wettbewerb innerhalb der NHL ausgewirkt haben.

Yelle vs Kesler (4568624284)
Bully in der National Hockey League

Vor ein paar Jahren – speziell während der Stanley Cup-Finalserie 2015 zwischen den Chicago Blackhawks und Tampa Bay Lightning – ließ sich ein interessanter Umstand feststellen, der die Wettbewerbslandschaft der Liga beeinflusst haben könnte.

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Zombie-Firmen wandeln mitten unter uns

Die Hauptschwäche der Vampire ist der Knoblauch. Für Werwölfe tut es eine Silberkugel. Und für Zombies? Vielleicht würde ein Anstieg der Zinssätze denselben Zweck erfüllen. Denn seit Jahrzehnten sorgen sich Wirtschaftswissenschaftler nun schon um sogenannte Zombie-Firmen.

23rd St Lex Av 11
Ein Bus mit „The Walking Dead“-Werbung in Manhattan, New York

Timothy Taylor, Redakteur des Journal of Economic Perspectives, hat eine Spur von Referenzen bis 1989 zurück verfolgt, die Sichtungen dieser Zombies in Japan aus den 1990er Jahren und in jüngerer Zeit in China vermerkten.

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John Stuart Mill (1848): „Grundsätze der politischen Ökonomie“

Bis dato ist es eher fraglich, ob all diese mechanischen Erfindungen, die bisher gemacht wurden, die täglichen Mühen der Menschen tatsächlich erleichtert haben…

John Stuart Mill signature
Unterschrift von John Stuart Mill

…Sie haben es lediglich einer größeren Bevölkerungsanzahl ermöglicht, das gleiche Leben in Schufterei und Freiheitsentzug zu führen, wogegen eine größere Anzahl von Fabrikanten und anderen sie genutzt haben, um damit ein Vermögen zu machen.

Sie konnten zwar den Komfort der Mittelklasse erhöhen, doch sie haben noch nicht begonnen, jene großen Veränderungen im menschlichen Schicksal zu bewirken, die es in ihrer Natur und in ihrer Zukünftigkeit zu erreichen gilt.

Erst wenn neben den Institutionen auch die Mehrheit der Menschen von vernünftiger Voraussicht geleitet wird, können die durch den Verstand und die Energie der wissenschaftlichen Entdecker aus den Naturgewalten gemachten Eroberungen zum gemeinsamen Eigentum dieser Spezies werden, sowie zum Mittel zur Verbesserung und Steigerung des universellen Wohlbefindens…

aus Principles of Political Economy von John Stuart Mill

Dani Rodrik: Welche Auswirkungen haben Handels-abkommen wirklich?

Da sich die internationalen Handelsabkommen immer weiterentwickelt haben und über die Einfuhrzölle und -quoten hinaus in regulatorische Vorschriften und die weitere Harmonisierung hineinwirken, ist es erheblich schwieriger geworden, sie in die vor-herrschende Wirtschaftstheorie einzupassen und zu integrieren.

EU free trade agreements
Weltweite Freihandelsabkommen der Europäischen Union

Dennoch beurteilen viele Ökonomen Handelsabkommen wie die Transpazifische Partnerschaft (TPP) weiterhin positiv. Die Standardansicht scheint zu sein, dass diese Vereinbarungen uns dem Freihandel näher bringen, indem wir Transaktionskosten reduzieren, die allgemein mit regulatorischen Unterschieden oder explizitem Protektionismus verbunden werden.

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Makroskop: Der kranke Mann Europas wird gesund, der Rest bekommt Fieber

Fieberthermometer

…Die Übertragung des merkantilistischen Modells auf die gesamte EU (insbesondere die Eurozone) wird auf Dauer nicht nachhaltig sein können. Zunächst macht sich Europa damit abhängig von der Nachfrage in der übrigen Welt.

Zweitens wird der Euro bei gravierenden Überschüssen und restriktiverer Geldpolitik so stark aufwerten, dass jeglicher Wettbewerbsvorteil, der durch Lohnzurückhaltung erreicht wurde, zunichte gemacht wird.

Drittens hat Europa einen Exportanteil von 15 % und es ist ebenso unwahrscheinlich wie irrational, diesen Anteil signifikant steigern zu wollen; die Welt ist kein großer und integrierter Markt, sondern besteht aus mehreren, recht geschlossenen Volkswirtschaften.

Viertens, und das ist mindestens ebenso wichtig, stellt sich beim Merkantilismus natürlich auch eine moralische Frage, weshalb die einen immer auf Kosten der anderen die Überschüsse fahren müssen, anstatt sich einem fairen und ausgeglichenen Handel zu widmen.

aus Der kranke Mann Europas wird gesund, der Rest bekommt Fieber

Griechenland – der nächste Bailout wartet bereits um die Ecke

Als am 16. Juni 2017 die letzte Griechenland-Rettungsaktion zwischen der griechischen Regierung und der Europäischen Kommission sowie dem IWF abgeschlossen wurde, kam Bill Mitchell zu dem Schluss, dass sie von vornherein zum Scheitern verurteilt war.


Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes (GDP)
Griechenlands von 2008 bis 2017

Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der Europäischen Kommission und des IWF bestätigen die Bedingungen dieser Vereinbarung mit der griechischen Regierung, dass diese Institutionen jegliche Vortäuschung aufgegeben haben, an einer ernsthaften Wirtschaftspolitik interessiert zu sein.

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42 Milliardäre vs. 3,7 Milliarden sonstiger Menschen

Laut Oxfams von der Credit Suisse erstellten Daten-Analyse (die ich Ende letzten Jahres auf andere Weise unter die Lupe genommen hatte) besitzen jetzt 42 Milliardäre das gleiche Vermögen wie die unteren – 3,7 Milliarden – der Weltbevölkerung.

Zusammen haben diese 3,7 Milliarden Menschen nur die Hälfte von einem Prozent (0,53 Prozent) des Weltvermögens, eine Zahl, die auf gerade einmal ein Prozent (0,96 Prozent) steigt, wenn die Nettoverschuldung ausgeschlossen wird.

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Elsner: Neoliberalismus vs. Demokratie – das „race to the bottom“

G7 2015 Summit preparation in Lübeck2
Anti-G7-Demo der Globalisierungskritiker

…Und für die „normalen“ Menschen bleiben in diesem Globalisierungsregime im politischen Angebot: konkurrenzlicher Nationalismus, Regionalismus und Lokalpatriotismus und der internationale Existenzkampf untereinander um die Lohn- und Sozialstandards – unter den hergestellten Bedingungen faktisch immer und überall ein „race to the bottom“.

Da gibt es eben keine durch die Staatsmächte sorgfältig geordnete Vereinheitlichung der Bedingungen, keinen einheitlichen „europäischen Sozialraum“, keinen international hergestellten bequemen einheitlichen Handlungsraum für Arbeitnehmer und Gewerkschaften. Im internationalen Raum dürfen die Menschen nur Touristen sein, Studenten oder spezialisierte Experten-Arbeitnehmer, vereinzelt oder in kleinen Gruppen, aber z.B. keine ganzen, handelnden Belegschaften oder nationale Arbeitnehmerschaften.

Und das hat System: Die globale Ebene wurde und wird eben exklusiv für das Kapital, seine Handlungslogiken und seinen unaufholbaren sozialen Machtvorsprung bereitet.

aus dem Vortrag „Neoliberaler“ Kapitalismus versus Demokratie von Wolfram Elsner, gehalten in Linz 2011

Wenn zu viel gespart wird, sorgt Arbeitslosigkeit für die nötige Anpassung…

Agentur für Arbeit Hannover und der Region Hannover, Jobcenter Region Hannover, Vahrenwalder Straße 245, 30179 Hannover, Schriftzug über dem Eingang, mittwochs geschlossen
Eingang zum Jobcenter für die Region Hannover

Arbeitslosigkeit könnte ein fernes Phänomen von gestern sein. Könnte. Wenn nicht die noch immer vorherrschende wirtschafts-feindliche Ideologie des schlanken und sparenden Staates die Zusammenhänge ignorieren würde.

Passen die Sparwünsche nicht überein, sorgt Arbeitslosigkeit für Zwangsanpassung

Kein Wirtschaftssektor kann daher sein Nettofinanzvermögen steigern, ohne dass ein anderer Sektor sich dafür in gleicher Höhe verschuldet.

Alleine die Änderung der Sparneigung (des Sparwunsches) eines Sektors hat damit nicht zwingend zur Folge, dass sich dieser auch tatsächlich realisiert. Das Nettofinanzvermögen des spar-willigen Sektors erhöht sich nicht, wenn kein anderer Sektor seine Nettoverschuldung erhöht. Die Einnahmen des vermeint-lichen sparenden Sektors werden im gleichen Maße sinken, wie die Ausgaben reduziert wurden.

Die Verringerung der Einnahmen, also des Volkseinkommens, geschieht bei konstanten Zinsen vollständig durch den Rückgang der Lohnsumme (Löhne, Gehälter und andere Bezüge) und damit dem Entstehen von Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit ist daher eine Art Ausgleichsvariable, die dafür sorgt, dass saldenmechanisch unrealisierbar hohe Sparwünsche der Wirtschaftsakteure nicht erfüllt werden.

aus Wie Arbeitslosigkeit in die Geschichtsbücher verbannt werden kann

Elsner: Neoliberalismus vs. Demokratie – Der neoliberale „Markt“

Nuremberg, Hauptmarkt and Frauenkirche 4660
Der Hauptmarkt in Nürnberg – kein „Markt“ im Sinne dieses Beitrages

…Der „Markt“ (was immer das konkret sein soll; sagen wir: ein spontanes dezentrales System vieler Akteure, in dem Preise eine gewisse Rolle spielen) hat naturgemäß stets eine Dynamik der Selbstaufhebung, und die „neoliberale“ (De-)Regulierung hat diese Gesetzmäßigkeit praktisch in ihr Extrem getrieben – und die Menschheit dabei gleichzeitig mit einem weiteren säkularen ideologischen Paradigma, dem des „selbstregulierenden“, inhärent gleichgewichtigen „Marktes“ versehen.

Die Tendenz solcher preis-, geld-, profit- und damit macht-basierter dezentraler Systeme, die ja lokal immer Oligopole sind, zur Selbstaufhebung kannte schon der gute Adam Smith im 18. Jahrhundert.

Der „neoliberal“ enthemmte Markt – weil er eben etwas anderes ist als jene ideale mathematische Kopfgeburt „Markt“ – hebt sich selbst schneller auf und pervertiert sich selbst schneller, als wir realisieren können, (selbst zwischen den Unternehmen, vom internen Machtsystem der privaten Unternehmung ganz zu schweigen) zu einem oligarchischen und hierarchischen Macht- und Befehlssystem, zum extremen Gegenteil dessen, was er vorgibt zu sein, was er laut seinen Chefideologen ist.

aus dem Vortrag „Neoliberaler“ Kapitalismus versus Demokratie von Wolfram Elsner, gehalten in Linz 2011