Wilhelm Lautenbach: Kapitalbildung und Sparen – Teil 3

Fortsetzung von Teil 2:

Unter welchen Bedingungen wird nun das in einer Periode hergestellte Verbrauchsgut zu Preisen abgesetzt werden können, die den Grenzkosten entsprechen?

Anteile von Faktorkosten, Abschreibungen und Unternehmergewinn an den abgesetzten Verbrauchsgütern
Zusammenhang zwischen Investition und Produktionsvolumen

Wann wird also, indem wir das vorhin [in Teil 2] gebrauchte Zahlenbeispiel wieder aufgreifen und ein Unternehmereinkommen von 21 als „normal“ postulieren, eine Verbrauchsgutmenge, deren Produktionswert 120 ist (nämlich F + A + U = 84 + 15 + 21) tatsächlich auch zu 120 abgesetzt werden?

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In der Pipeline, die fast 3 Milliarden Euro pro Minute transferiert

Und warum man sich keine Sorgen machen sollte, wenn es darin mal wieder ein wenig unausgeglichen wird.

12 foot pipe installation s
Installation einer Mehrplattenröhre

Mit einem durchschnittlichen Volumen von 2,7 Milliarden Euro (3 Milliarden US-Dollar) pro Minute im Laufe eines jeden Werktages ist das TARGET2-Abwicklungssystem des Euro-Währungsgebiets eines der bedeutendsten Teile des weltweiten Finanz-Rohrleitungssystems.

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Über die verheerenden Folgen neoliberaler Angebotspolitik für Europa

Man muss in dieser neuen Welt nicht mehr darüber philosophieren, ob und wie schnell der Staat „die guten Zeiten“ nutzen sollte, um seine Verschuldung in Grenzen zu halten.

Conference on Debt Issues in Low-Income Countries - Heiner Flassbeck
Heiner Flassbeck während einer UNCTAD-Konferenz 2012

Es gibt die guten Zeiten einfach nicht mehr, weil die Unternehmen so stark und so mächtig sind, dass man sie einfach nicht mehr in die Rolle des Schuldners drängen kann.

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Wilhelm Lautenbach: Kapitalbildung und Sparen – Teil 2

Fortsetzung von Teil 1:

Volkswirtschaftlich wird Kapital gebildet, wenn die technische Ausstattung einer Volkswirtschaft in irgendeiner Weise vergrößert oder verbessert wird, also wenn über den Ersatz des Verschleißes hinaus Produktionsanlagen irgendwelcher Art oder dauerhafte Nutzungsgüter, wie etwa Häuser, geschaffen werden, oder wenn die Vorräte größer werden.

Anteile von Faktorkosten, Abschreibungen und Unternehmergewinn an den abgesetzten Verbrauchsgütern
Zusammenhang Investition und Produktionsvolumen

Ganz allgemein gesagt: Die volkswirtschaftliche Kapitalbildung setzt bestimmte Dispositionen in der Sphäre der Produktion voraus. Unter Sparen verstehen wir auf der anderen Seite ein bestimmtes Verhalten der Einkommensbezieher, nämlich den Verzicht auf den Verbrauch eines Teiles des Einkommens.

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Deutschland als der unsichtbare Elefant im Raum der Europäischen Union

Man kann Paul Krugman in dieser Hinsicht eigentlich nicht oft genug zitieren. Auch Ekkhart Schlicht hat in einem Blogbeitrag vor kurzem wieder daraufhin gewiesen:

Der Sachverhalt ist einfach aber wichtig. Nach der Einführung des Euro haben sich Ungleichgewichte gebildet, die mit der Überflutung der Peripherie mit Kapitalzuflüssen einhergingen. Diese Ungleichgewichte sind durch eine extrem schmerzhafte und sehr kostspielige Deflation unter Kontrolle gebracht worden.

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Die Europäische Kommission verschließt die Augen vor den deutschen Außenhandelsüberschüssen

Die von Eurostat am 20.10.2016 veröffentlichten Daten (EU28 Leistungsbilanzüberschuss von 13,5 Mrd. €) zeigen eindeutig, dass die EU28 auch im August 2016 einen erheblichen Leistungs-bilanzüberschuss verzeichneten, nach einem Überschuss von 11,3 Mrd. Euro im Juli.


Leistungsbilanzsalden in Prozent des BIP der 19 Mitgliedstaaten der Eurozone für 2007 und 2015, aufsteigend sortiert nach den Daten von 2015

Das August-Resultat belief sich auf einen Zuwachs von 5,3 Mrd € im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres. Der Netto-Waren- und Dienstleistungshandel blieb dabei mehr oder weniger ausgeglichen.

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Wer würde das akzeptieren? Regierungen mit eigenen Währungen sind nur durch die Ressourcen begrenzt, nicht durch die Geldmenge

„Die Notwendigkeit zum Haushaltsausgleich ist ein Aberglaube…ein Mythos. Es ist wie eine religiöse Lehre, die dazu verwendet wird, um Menschen an eine bestimmte Sache glauben zu lassen.“ (Paul Samuelson)

Wahlkampfzeiten dienen oft als eine Erinnerung daran, wie schwierig es eigentlich ist, die durch populäre Illusionen getrübte öffentliche Debatte zu durchdringen. Versucht man es trotzdem – und das gilt dann für alle, die die vorherrschenden neoliberalen Dogmen zerstreuen wollen – so wird man feststellen, dass sich die öffentliche Wahrnehmung wenn überhaupt anscheinend nur quälend langsam verändert.

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Wilhelm Lautenbach: Kapitalbildung und Sparen – Teil 1

Kaum eine andere Frage der Nationalökonomie ist so verwickelt und zugleich so umstritten wie das Problem der Kapitalbildung und des Sparens.

Bundesarchiv Bild 183-1982-0114-501, Berlin, Jägerstraße, Reichsbank
Die Reichsbank in der Werderstraße, Berlin 1933

Eine richtige und plastische Anschauung von dem Sachverhalt gewinnt man nur, wenn man sich den ganzen Wirtschaftskreislauf vorstellt, und so würde eine erschöpfende Behandlung des Problems eine Darlegung der gesamten ökonomischen Theorie, besonders der Geld- und Kredittheorie, erfordern.

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Fed St. Louis: Tragen steigende Aktienkurse zur Ungleichheit der Einkommen bei?

Die Einkommensungleichheit in den USA begann in den 1970er Jahren zu steigen und Gewinne am Aktienmarkt haben diese Entwicklung begleitet, so das Ergebnis eines aktuellen Essays der Economic Synopses der Fed St. Louis.


Langfristiger Vergleich des Gini-Koeffizienten der USA und des S&P 500 Index

Deren Assistant Vice President und Ökonom Michael Owyang sowie Senior Research Associate Hannah Shell haben festgestellt, dass die Reichen von dem Anstieg der Aktienkurse und Kapitalerträge mehr als andere profitieren konnten, da sie einen besseren Zugang zu den Märkten haben.

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Richard Koo: das Sparparadoxon war bis zur industriellen Revolution die eigentliche Regel

Wenn man in der Geschichte weiter (als allgemein üblich) zurückblickt, kann man feststellen, dass die wirtschaftliche Stagnation aufgrund eines Mangels an Kreditnehmern für Tausende von Jahren vor der industriellen Revolution in den 1760er Jahren als die Norm angesehen werden kann.


Bild 1: Das Wirtschaftswachstum wurde erst nach der industriellen Revolution zu einer allgemeinen Regel

Wie in Bild 1 gezeigt, fiel das Wirtschaftswachstum in den Jahrhunderten davor verschwindend gering aus. Wahrscheinlich gab es trotzdem viele Individuen, die in dieser Zeit des Nullwachstums versuchten zu sparen, da die Menschen sich schon immer Sorgen über eine ungewisse Zukunft gemacht haben.

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