Rolltreppe abwärts: der Weg in die nächste Knappen-Krise?

Eigentlich konnte ich es nicht fassen, was sich da letzten Samstag auf meinem TV-Bildschirm abspielte: eine chancenlose, uninspirierte und lustlos wirkende Schalker Mannschaft ließ sich ausgerechnet im Ruhrgebiets- derby gnadenlos vorführen.

Signal Iduna Park 2013 by-RaBoe 02

0:3 Tore (es hätten aber auch locker 0:6 oder noch mehr sein können, und kein Gelsenkirchener hätte sich darüber beschweren dürfen), 3:31 Torschüsse, wieder nur 35 % Ballbesitz, ein Klassenunterschied wie zwischen Bezirks- und Bundesliga.

Ich glaube nicht, dass es überhaupt schon mal ein solch einseitiges Derby zwischen diesen beiden Vereinen gegeben hat. Von Anfang an zeigten die Schalker einen erschreckenden Mangel an Willen und Möglichkeiten, außer einem 0:0 überhaupt etwas Zählbares aus dem Signal Iduna Park mitnehmen zu wollen.

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Keine Erholung ohne Strukturreformen? Beispiel Japan der 1990er Jahre – Teil 3: Mangel an Produktionsfaktoren?

In den Teilen Eins und Zwei wurde versucht zu belegen, dass nachlassende Produktivität gemäß der neoklassischen Wachstumstheorie nicht als Grund für tiefschürfende Strukturreformen zur Bekämpfung der Krise in Japan nach den 1990er Jahren herangezogen werden kann.

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Allgemein gibt es aber noch ein weiteres Argument, um die wachstumstheoretische Basis der Strukturreformtheorie zu unterlegen: neben mangelnder Produktivität könnte auch eine Knappheit bei den Produktionsfaktoren für ein zu niedriges Wirtschaftswachstum verantwortlich sein.

Teil 3: Angebotsengpässe aufgrund der Knappheit der Produktionsfaktoren?
Um diese Behauptung zu überprüfen, ist es notwendig festzustellen, ob in den 1990er Jahren die japanischen Produktionsfaktoren Boden, Arbeit, Kapital und Technologie weniger wurden oder ihr Wachstum sank.

Da Japan in dieser Zeit weder Land gewann noch verlor, kann eine Verringerung des Faktors Boden von vornherein ausgeschlossen werden. Ähnlich sieht es mit der Bevölkerungsentwicklung aus: die Anzahl der Bewohner nahm während der 1990er Jahre nicht ab. Obwohl das Wachstum geringer wurde, gab es in den zwei Jahrzehnten zuvor viel größere Einschnitte bei der Zunahme der Bevölkerung, ohne das diese Entwicklung sich auf das Wirtschaftswachstum auswirkte.

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arte: Macht ohne Kontrolle – Die Troika

Absolut sehenswert, eines der rar gewordenen Highlights echter investigativer Medienarbeit. Ein kleiner Lichtblick im dunklen Tunnel der Ignoranz und Einseitigkeit…

Um ihre Notkredite zu erhalten, mussten sich die Krisenstaaten der Eurozone den Vorgaben Beamter beugen, die keinerlei parlamentarischer Kontrolle unterliegen: der Troika.

Rekrutiert aus den Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission forderten sie Einsparungen in verheerendem Ausmaß. Doch die positiven Auswirkungen der Sparpolitik blieben für die meisten aus.

Macht ohne Kontrolle – Die Troika | ARTE

Schalke 04: Stürmertore braucht das Land

Aufgrund privater Verpflichtungen nur ein kurzer Beitrag über die letzten Begegnungen der Gelsenkirchener:

Es war keine wirklich erfolgreiche Woche für den FC Schalke 04, 0:1 in Frankfurt, 0:2 in der Champions League gegen Real Madrid und nur ein 1:1 zuhause gegen Werder Bremen. Eigentlich zu wenig, wenn man denn in der nächsten Saison wieder in der Königsklasse mitspielen will?

Schalke 04 Fans 664

61. Minute im Spiel gegen die Bremer: Mittelfelddribbler Max Meyer suchte den Abschluss von der Strafraumkante aus, traf den Ball aber nicht richtig und brachte damit eher nur ein „Schüsschen“ zustande, das nur mit tatkräftiger Hilfe des Bremer Keepers Raphael Wolf im Netz landete. Bezeichnend, dass erst ein Fehler der Hanseaten die Torflaute der Schalker seit dem 1:0 gegen Gladbach beenden konnte.

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L. A. Dodgers: Einige Schlüsselfragen zur neuen Saison

Die Pitcher und Catcher sind traditionell die Ersten, die (zusammen mit einem neuen Front-Office) am Donnerstag das Springtraining auf der Camelback Ranch in Glendale aufgenommen und mit dem ersten Workout am Freitag die neue Baseball-Saison 2015 eröffnet haben. Höchste Zeit, die letzten noch offenen Fragen rund um den fast völlig erneuerten Kader der Los Angeles Dodgers zu klären.

Camelback Ranch view from right field

Obwohl Closer Kenley Jansen nach einer Operation am Fuß letzten Dienstag, die ihn wohl für zwei bis drei Monate außer Gefecht wird, nur auf Krücken erschienen ist, bleiben die Dodgers optimistisch, dass ihre neu aufgestellte Mannschaft nicht nur einen beispiellosen dritten aufeinanderfolgenden Divisions-Titel, sondern auch den ersten Auftritt in einer World Series seit 1988 erreichen kann.

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Der Kredit, das unbekannte Wesen

Angesichts der offenbar unendlichen Euro-Krise kann man nicht oft genug auf eine der leider nur wenig bekannten makroökonomischen Grundregeln hinweisen:

Salaping papel Euro

Niemand muss sparen, damit andere einen Kredit erhalten; aber jemand muss einen Kredit aufnehmen, damit andere sparen können.

Will jemand Unternehmer werden, hat aber selbst kein Geld, muss er es sich von der Bank leihen, die es ihm per Mausklick neu schafft.
Erst wenn er Löhne zahlt und seine Arbeiter nicht alles ausgeben, entsteht Ersparnis.

Das alles heißt freilich nicht, dass die Zentralbank nur ordentlich Geld drucken muss und niemand sparen darf, damit alle im wirtschaftlichen Paradies leben.

Die eigentliche Beschränkung für den Wohlstand der Menschen ist immer noch die Verfügbarkeit tatsächlicher Arbeitskraft und tatsächlicher Maschinen.

Solange aber Menschen keine Arbeit finden und Maschinen brach liegen, muss irgendjemand mehr ausgeben und dazu auch die Mittel – notfalls direkt von der Zentralbank – bekommen.

aus flassbeck-economics: Der Kredit, das unbekannte Wesen

Michal Kalecki und das „Vertrauen der Wirtschaft“

Zeiten der wirtschaftlichen Krisen sind auch immer Zeiten der Demaskierung ökonomischer Mythen. Heute wissen wir beispielsweise, dass geldpolitische Expansion nicht zu Hyperinflation führt und scharfe Ausgabeneinschnitte auch keine neuen Arbeitsplätze schaffen.

Michal Kalecki

Doch noch immer geistert der Mythos des „Vertrauens“ durch die wirtschaftspolitischen Debatten der Gegenwart. Wie oft wird vor dem Nachlassen der „Reformen“ gewarnt, da sonst angeblich das „Vertrauen der Wirtschaft“ sinken würde und ökonomische Unsicherheit gar schreckliche Folgen für das Gedeihen der Volkswirtschaften mit sich ziehen werde.

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Schalke 04: Ein Sieg der besseren Taktik

Es gibt spannende und dramatische Spiele einerseits und von Taktik geprägte Begegnungen andererseits. Je nach Standpunkt war das Gastspiel von Borussia Mönchengladbach am letzten Freitag in Gelsenkirchen beides.

Chess board with chess set in opening position

Es werden nicht gerade wenige Gladbach-Fans gewesen sein, die wahrscheinlich auch recht laut ihrem Frust freien Lauf ließen: unattraktiver Rasenschach, Betonfussball, typisch italienischer Catenaccio, so oder so ähnlich dürften sich die Beschwerden über die Schalker Defensivtaktik angehört haben.

Nun gut, wenn man sich das 1:4 aus dem Hinspiel noch einmal ins Gedächtnis ruft, kann man sogar Verständnis für solche Ansichten haben. Schließlich hatten die Schalker damals noch unter Cheftrainer Jens Keller alles nur Mögliche getan, um den Gastgebern ein attraktives Fußballspiel zu ermöglichen:

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Keine Erholung ohne Strukturreformen? Beispiel Japan der 1990er Jahre – Teil 2: Die neoliberale Wachstumstheorie

Wie in Teil 1 bereits erörtert, ist der Ruf nach „Strukturreformen“ eine der zentralen Forderungen neoliberaler Wirtschaftspolitik. Anhand der „verlorenen Dekade“ im Japan der 1990er Jahre soll hier versucht werden, die Gültigkeit dieser These zu überprüfen.

Japan real GDP growth rate
Durchschnittliches reales Wachstum des japanischen Bruttoinlandsproduktes je Dekade,
Daten aus: Edward C. Prescott (2002), „The 1990s in Japan: A Lost Decade“

Teil 2: Das Argument der neoklassischen Wachstumstheorie
Gemäß dieser Theorie wird das ökonomische Wachstum auf zwei Variablen zurückgeführt: die Quantität der Produktionsfaktoren (Land, Arbeit, Kapital, Technologie) und die Gesamtproduktivität dieser Faktoren. Dabei muss berücksichtigt werden, dass für die Gültigkeit dieser These eine ganze Reihe von Annahmen vorausgesetzt werden.

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S04: Erfreulicher Erfolg mit kleinem Wermutstropfen…

Ok, ich geb’s ja gerne zu: auch ich gehörte zu den Skeptikern, die sich vor der Reaktion der Bayern nach der 1:4-Niederlage in Wolfsburg etwas gefürchtet und daher mit einiger Besorgnis dem Gastspiel der Schalker in München entgegengesehen hatten.

Nichts wäre schlimmer gewesen, als im Angriffswirbel einer bis in die Haarspitzen auf Wiedergutmachung sinnenden Bajuwaren-Elf sang- und klanglos unterzugehen und möglicherweise mit einer richtigen Packung wieder nach Hause geschickt zu werden.

Allianz Arena München

Und nach den letzten Ergebnissen der Blau-Weißen in der Allianz Arena (1:5, 0:4, 0:2 und 1:4) schien das nun wirklich nicht unwahrscheinlich sein zu können. Hoffnung gab mir dabei allerdings die Vita unseres Trainers Roberto Di Matteo: Stichwort „Finale dahoam“!

Wenn also einer weiß, wie man die Bayern vor eigener Kulisse so richtig in Verlegenheit stürzen kann, dann wohl unser neuer Übungsleiter. So hegte ich doch ein wenig Hoffnung, als Schiri Dankert aus Rostock am Dienstag Abend beide Mannschaften zum Tanz bat.

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