Wollen sich die Kapitalisten Wirtschaftswachstum überhaupt noch leisten?

Trotz der globalen Dominanz des Kapitalismus sind die Wachstumsraten weiterhin rückläufig. Die Mainstream-Ökonomen machen verschiedene „Verzerrungen“ für die Verlangsamung verantwortlich, doch wie die obige Animation von Elvire Thouvenot zeigt, sieht die Realität ganz anders aus.

Die Besitzenden streben nicht nach mehr Einkommen an sich, sondern nach größerer Macht durch Umverteilung, die sie erreichen indem sie das Wachstum strategisch hemmen.

Aus Blickpunkt WiSo: Wie unfreiwillige Teilzeitarbeit die Reservearmee der Arbeitslosen ersetzt

Notenbanken haben das ungewohnte Problem, dass die Inflation zu niedrig bleibt. Ökonomen weisen mit einem Unterbeschäftigungsindex nach, dass das in beträchtlichem Maß auf unfreiwillige Teilzeitarbeit zurückgeht. Dank ihr können die Arbeitgeber die Löhne und damit die Inflation drücken.

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Paul Krugman: „Die Welt hat ein deutsches Problem“

…Das Problem ist vielmehr, dass die Europäer und insbesondere die Deutschen mit ihrer ruinösen Besessenheit gegen die Staatsverschuldung sich selbst schlecht behandeln. Und die Kosten dieser Besessenheit hat die Welt als Ganzes zu tragen.

Angela Merkel, Donald Trump and Theresa May at the G-20 Hamburg summit, July 7, 2017
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Hamburger G20-Treffen 2017,
mit Donald Trump und Theresa May

…Obwohl zugleich hier [in den USA] als auch in Europa der Verschuldungs-alarmismus herrschte wurde schließlich klar, dass es einen entscheidenden Unterschied in der zugrunde liegenden Motivation gab. Unsere Defizit-Falken waren in der Tat Heuchler, die plötzlich jedes Interesse an der Verschuldung verloren, sobald ein Republikaner im Weißen Haus saß. Die Deutschen aber meinten es tatsächlich ernst.

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Die „sichtbare Hand“, die wir heute benötigen würden

Nach der (in Amerika) lange gefeierten Theorie der „unsichtbaren Hand“ sollte der private Handel nun damit beschäftigt sein, unsere Anstrengungen und Ressourcen auf die Dinge auszurichten, die wir wirklich benötigen, um als kollektive Gesellschaft erfolgreich zu sein.

Kirkcaldy High Street Adam Smith Plaque
Gedenktafel zur Erinnerung an das Haus,
in dem Adam Smith The Wealth Of Nations schrieb.

Stattdessen scheint uns die „unsichtbare Hand“ absichtlich genau in die entgegengesetzte Richtung zu führen. Wie kann das sein? Hat sich etwas grundlegendes geändert, wodurch der Mechanismus der amerikanischen Wirtschaft nicht nur blind, sondern auch rück-sichtslos gesteuert wird?

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Über die Irrelevanz der ökonomischen Wissenschaft

„Ich glaube, dass ich als Wirtschaftstheoretiker sehr wenig über die reale Welt zu sagen habe und dass es nur sehr wenige Modelle in der Wirtschaftstheorie gibt, die für ernsthafte Ratschläge verwendet werden können. Die ökonomische Theorie hat jedoch sehr reale Auswirkungen.

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Schule für Wirtschaftswissenschaften der Universität Tel Aviv

Ich kann die Tatsache nicht ignorieren, dass unsere Arbeit als Lehrer und Forscher die Gedanken der Schüler beeinflusst und dies auf eine Weise, mit der ich mich nicht wohl fühle. Können wir einen Weg finden, relevant zu sein, ohne Scharlatane zu sein?

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Die Ursprünge anhaltender Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz nach Bretton Woods

Warum weisen einige Länder anhaltende Leistungsbilanzüberschüsse auf? Warum haben andere oft über Jahrzehnte hinweg Defizite, die zu dauerhaften globalen Ungleichgewichten führen?

Cumulative Current Account Balance
Kumulierte Leistungsbilanzsalden von 1980 bis 2008:
grün = positiv, rot = negativ, grau = keine Daten

Solche anhaltenden Ungleichgewichte sind die Wurzel vieler Finanzkrisen und eine Hauptursache für internationale Wirtschaftskonflikte. Wir fanden heraus, dass Unterschiede in den Lohnverhandlungs-institutionen einen großen Teil der Ungleichgewichte durch ihre Auswirkungen auf die Handelsbilanz erklären.

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Jörg Buschbeck: Im Neandertal wohnt der alte Geldgott

Nur das Korn, was man sich vom Munde abgespart hat, kann man auf dem Feld investieren, damit die Gemeinschaft nicht verhungert. Ein Geld, was ein Derivat solcher Art von Ersparnis ist, ist einfach göttlich. Sparen, was derart sinnvoll ist, ist einfach göttlich.

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Standbild des Neandertalers von 1928

Wie schrecklich ist dagegen die Rolle des Geldsparens im Kapitalismus. Seine beste Zeit hat es nach zerstörerischen Kriegen. Dann kann man bei der hohen Nettoinvestition den Unternehmern einen Teil ihres Gewinns abschneiden (zwingend logische Unternehmer-Gewinnformel von Keynes).

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Das Modellversagen der „Volkswirtschaftsleere“ für Normalos

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Veränderung des Nettogeldvermögens, weil Ausgabenüberschüsse = Einnahmenüberschüsse der Komplementärgruppe

Der von mir hoch geschätzte Jörg Buschbeck schrieb auf seinem Blog „Synergiewende“:


Kauft ihr mehr ein, als ihr Einkommen habt, baut sich Euer Geldbestand ab. Und umgekehrt habt ihr natürlich immer mehr Geld, wenn ihr mehr verdient als ihr ausgebt. Ob ihr im Geld schwimmt, oder immer mehr Schulden habt, ist also eine Frage der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben.

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Schadet die wachsende Ungleichheit unserer Wirtschaft?

Die Debatte über die Legitimität der mächtigen Eliten, die Jahr für Jahr einen immer größeren Anteil des Volkseinkommens und des Vermögenskuchens für sich erobern, gewinnt in der öffentlichen Diskussion weiter an Bedeutung.

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Karikatur des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg

Zuckerberg – selbst einer der reichsten Männer der Welt – merkte unlängst während einer Rede an der Harvard University nach einer Ehrendoktor-Verleihung an, dass „wir heute eine Ebene der Vermögensungleichheit erreicht haben, die eigentlich jedem wehtut“.

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Israel als ein ökonomischer Triumph des Neoliberalismus?

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Einkaufsstraße in Jerusalem

In der letzten Hälfte des Jahrhunderts hat sich Israel von einem relativ armen Land zu einem der 25 reichsten der Welt entwickelt, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen.

Israel hat dies größtenteils getan, indem es den Handel, die Integration in die Weltwirtschaft, die Liberalisierung seiner Wirtschaft und hohe Investitionen in den Technologiesektor und in Start-ups, oft mit staatlicher Unterstützung, vorangetrieben hat.

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