{"id":8733895,"date":"2018-06-20T07:15:52","date_gmt":"2018-06-20T05:15:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=8733895"},"modified":"2023-08-18T08:03:16","modified_gmt":"2023-08-18T06:03:16","slug":"die-bedeutung-der-institutionen-hier-nord-und-suedkorea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/die-bedeutung-der-institutionen-hier-nord-und-suedkorea\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung der Institutionen &#8211; hier: Nord- und S\u00fcdkorea"},"content":{"rendered":"<p><center><iframe loading=\"lazy\" width=\"440\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wdKBfXRpNsk\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/center><\/p>\n<p>In diesem Video diskutieren wir ein f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Wirtschaftswachstums entscheidendes Thema: die Macht der Institutionen.<\/p>\n<p>Um das besser zu verstehen, schauen wir uns ein tragisches und extremes Beispiel an: im Jahr 1945 wurden Nord- und S\u00fcdkorea geteilt, womit 35 Jahre japanischer Kolonial-herrschaft \u00fcber die koreanische Halbinsel beendet wurden. Von da an gingen die beiden Koreas ganz andere Wege. Nordkorea beschritt den Pfad des Kommunismus, und S\u00fcdkorea w\u00e4hlte eine relativ kapitalistische, freie Marktwirtschaft.<\/p>\n<p>Nun &#8211; was waren die Ergebnisse dieser Entscheidungen?<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>In den folgenden Jahrzehnten nach 1945 wurde S\u00fcdkorea zu einem bedeutenden Auto-produzenten und -exporteur. Das Land entwickelte sich zudem auch zu einem Zentrum der Musik (alle K-Pop-Fans da drau\u00dfen?), des Films und allgemein f\u00fcr Konsumg\u00fcter. Im krassen Gegensatz dazu f\u00fchrte der totalit\u00e4re Weg Nordkoreas zu Knappheit und Hungersn\u00f6ten f\u00fcr seine Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Am Ende wurde S\u00fcdkorea zu einer florierenden Marktwirtschaft mit dem Lebensstandard eines weiter entwickelten Landes. Nordkorea dagegen geriet im Wesentlichen zu einem militarisierten Staat, in dem die Menschen in Angst lebten.<\/p>\n<p>Warum so eine extreme Divergenz? Es kommt halt vor allem auf die Institutionen an.<\/p>\n<p>Wenn \u00d6konomen \u00fcber Institutionen sprechen, meinen sie Gesetze und Vorschriften wie Eigentumsrechte, verl\u00e4ssliche Gerichte und politische Stabilit\u00e4t. Zu den Institutionen geh\u00f6ren auch kulturelle Normen wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Kooperation.<\/p>\n<p>Um es anders auszudr\u00fccken: Die Institutionen lenken die Entscheidungen eines Landes &#8211; welche Wege sollen verfolgt werden, welche Ma\u00dfnahmen sind zu ergreifen, welche zu h\u00f6ren und welche zu ignorieren. Noch wichtiger ist aber, dass Institutionen die Anreize definieren, die unser gesamtes Leben betreffen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu unserem Beispiel, in den Jahren nach 1945 schlugen Nord- und S\u00fcdkorea dramatisch unterschiedliche institutionelle Wege ein.<\/p>\n<p>In S\u00fcdkorea f\u00f6rderten die Institutionen des Kapitalismus und der Demokratie Kooperation und ehrlichen Handel. Die Menschen wurden angeregt, Waren und Dienstleistungen zu produzieren, um die Nachfrage des Marktes zu befriedigen. Unternehmen, die die Nachfrage nicht erf\u00fcllten, durften bankrott gehen, was eine Umschichtung von Kapital in wertvollere Nutzungen erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund haben die nordkoreanischen Institutionen sehr unterschiedliche Anreize gesetzt. Das totalit\u00e4re Regime bedeutete, dass die Wirtschaft zentral geplant und geleitet wurde. Die meisten Unternehmer hatten nicht die Freiheit, ihre eigenen Gewinne zu behalten, was zu geringeren Anreizen f\u00fchrte, selbst Gesch\u00e4fte zu machen. Die Landwirte erhielten auch nicht ausreichende Anreize, um gen\u00fcgend Nahrung zu erzeugen, um damit die gesamte Bev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren. Dies lie\u00df sich teilweise auf Preiskontrollen und einen Mangel an Eigentumsrechten zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Was das Kapital betrifft, wurde es vom Staat haupts\u00e4chlich f\u00fcr politische und milit\u00e4rische Zwecke zugewiesen. Anstatt sich in Richtung Wissenschaft, Bildung oder industriellen Aufstieg zu entwickeln, bevorzugte Nordkoreas Kapital haupts\u00e4chlich die Aufr\u00fcstung seiner Armee und sorgte somit daf\u00fcr, dass die Regierungspartei ohne echte Opposition blieb.<\/p>\n<p>Und heute, schauen Sie sich an, wie unterschiedlich die beiden L\u00e4nder durch diese andersartigen Institutionen geworden sind. Wenn es um wirtschaftliches Wachstum geht, bleiben Institutionen daher von entscheidender Bedeutung. Die Institutionen eines Landes k\u00f6nnen enorme Auswirkungen auf langfristigen Fortschritt und Wohlstand haben. Gute Institutionen k\u00f6nnen dazu beitragen, ein Land zu einem Wirtschaftswunder zu machen. Schlechte Institutionen k\u00f6nnen ein Land zum \u00f6konomischen Desaster verurteilen.<\/p>\n<p>Der entscheidende Punkt bleibt: Institutionen sind eminent wichtig.<\/p>\n<p>Sie repr\u00e4sentieren die Entscheidungen, die ein Land trifft, und wie die koreanische Halbinsel Ihnen zeigt, k\u00f6nnen Entscheidungen in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung erstaunliche Auswirkungen auf die Gegenwart und Zukunft einer Nation haben.<\/p>\n<p><em>(Eigene \u00dcbersetzung eines Lehrbeitrages des amerikanischen \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tyler_Cowen\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Tyler Cowen<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Video diskutieren wir ein f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Wirtschaftswachstums entscheidendes Thema: die Macht der Institutionen. 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