{"id":7762044,"date":"2018-02-28T07:54:14","date_gmt":"2018-02-28T06:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=7762044"},"modified":"2026-03-18T09:09:53","modified_gmt":"2026-03-18T08:09:53","slug":"die-schalker-erfolge-gegen-die-werksmannschaften-als-zeichen-gnadenloser-effizienz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/die-schalker-erfolge-gegen-die-werksmannschaften-als-zeichen-gnadenloser-effizienz\/","title":{"rendered":"Die Schalker Erfolge gegen die Werksmannschaften als Zeichen gnadenloser Effizienz?"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem <a href=\"http:\/\/www.kicker.de\/news\/fussball\/bundesliga\/spieltag\/1-bundesliga\/2017-18\/23\/3827790\/spielanalyse_fc-schalke-04-2_1899-hoffenheim-3209.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">2:1 \u00fcber SAP-Hoffenheim<\/a> nun das <a href=\"http:\/\/www.kicker.de\/news\/fussball\/bundesliga\/spieltag\/1-bundesliga\/2017-18\/24\/3827800\/spielbericht_bayer-leverkusen-9_fc-schalke-04-2.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">2:0 in Leverkusen<\/a>: der S04 zeigte sich brutal ergebnisorientiert in den Sechs-Punkte-Spielen. Und \u00fcberzeugte trotzdem durch gute Leistungen.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Max Meyer von Daniel Kraski [CC BY 2.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AMeyer_Schalke_2015.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"206\" alt=\"Meyer Schalke 2015\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/e\/e6\/Meyer_Schalke_2015.jpg\"\/><\/a><br \/>\n<em>Gegen die Bayer-Elf wieder einer der Besten: Max Meyer<\/em><\/Center><\/p>\n<p>Bereits nach der <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/s04-erfolg-in-stuttgart-lehrbeispiel-der-tedescoschen-taktikschule\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Ausw\u00e4rtsbegegnung in Stuttgart<\/a> hatte ich ja schon einmal die Hohe Taktikschule a la Tedesco hervorgehoben, die meiner Ansicht nach ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Sieg im Schwabenl\u00e4ndle verantwortlich zeichnete.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Und nun lieferten die Blau-Wei\u00dfen an zwei Wochenenden \u00e4hnlich brillante und beein-druckende Leistungen gegen die beiden Werkteams in direkten Zusammentreffen um die Europapokal-Pl\u00e4tze ab. Da kann man als Schalke-Fan sicherlich auch mal geh\u00f6rig ins Schw\u00e4rmen geraten.<\/p>\n<p>Schon gegen die Sinsheimer waren die Blauen \u00fcber weite Strecken klar \u00fcberlegen und verurteilten die hochgelobte Nagelsmann-Offensive um Nadiem Amiri, Andrej Kramaric, den Demn\u00e4chst-Schalker Mark Uth sowie den ehemaligen Knappen Adam Szalai \u00fcber 70 Minuten nahezu zur Bedeutungslosigkeit.<\/p>\n<p>Erstmals h\u00e4tten die Gelsenkirchener zudem eine fr\u00fche F\u00fchrung per kurz darauf erfolgtem zweiten Treffer ausgebaut, doch Breel Embolo (der mir in diesem Spiel wirklich gut gefiel) befand sich dabei nach Ansicht von Schiedsrichter und Videoassistenten mit der Hacke im Abseits. Schade!! Doch nach einer halben Stunde stand wiederum Embolo goldrichtig, um einen verungl\u00fcckten Querpass des 1899er Kapit\u00e4ns Kevin Vogt abzufangen und einzunetzen.<\/p>\n<p>Nach dem Pausentee verpassten die Mannen von Domenico Tedesco allerdings mehrmals die endg\u00fcltige Entscheidung, und daher kam es dann auch fast wieder so wie so oft in dieser Spielzeit: in der Schluss-Viertelstunde kamen die Hoffenheimer pl\u00f6tzlich immer st\u00e4rker auf und holten sich jetzt die Torchancen, an denen es ihnen zuvor so klar gemangelt hatte.<\/p>\n<p>So war denn in den letzten Minuten nach dem Anschlusstreffer doch tats\u00e4chlich noch einmal Zittern angesagt, v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich nach der souver\u00e4nen Vorstellung, die die Schalker \u00fcber weite Strecken der Begegnung demonstriert hatten. Stattdessen baute man einen eigentlich schon am Boden liegenden Gegner wieder auf, und ungute Erinnerungen an das <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/s04-ueber-die-welten-zwischen-zwei-sehr-unterschiedlichen-12-niederlagen\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Debakel gegen Werder Bremen<\/a> sorgten f\u00fcr eine gewisse Ungem\u00fctlichkeit unter den Zuschauern. <\/p>\n<p>Diesmal jedoch hielt die Defensive um den Torsch\u00fctzen Thilo Kehrer, den wiederum \u00fcberragenden Abwehrchef Naldo sowie Matija Nastasic, dieses Wunder an Best\u00e4ndigkeit bis zum Schlusspfiff durch. Knapp aber doch souver\u00e4n sicherten sich die Blaue drei dringend ben\u00f6tigte Z\u00e4hler gegen einen direkten Konkurrenten um die Pl\u00e4tze an der europ\u00e4ischen Sonne.  <\/p>\n<p>Darum ging es letztlich auch beim Gastspiel bei den Pillendrehern, mehr noch als die SAP-Truppe unumwundener Kontrahent beim Bem\u00fchen um die Champions League. Rund um ihre geballte Offensivpower, vor allem den starken Jamaikaner Leon Bailey, aber auch Megatalent Julian Brandt, Kevin Volland, den neuen Argentinier Lucas Alario sowie Nationalspieler Karim Bellarabi und Altstar Stefan Kie\u00dfling hatten sich die Leverkusener zuletzt immer mehr in die Tabellenspitze gespielt, ein echter Pr\u00fcfstein also f\u00fcr das System Tedesco. <\/p>\n<p>Erstaunlicherweise zeigte dieses Gef\u00fcge aber eine sehr ausgereifte Stabilit\u00e4t, mit dem Kurzpass-&#8222;Monster&#8220; Max Meyer nach seiner Sperre wegen der 5. Gelben wieder zur\u00fcck auf der &#8222;Sechs&#8220; und Franco Di Santo als &#8222;falscher Zehner&#8220; direkt hinter den beiden hoch pressenden St\u00fcrmern Guido Burgstaller und Breel Embolo.  <\/p>\n<p>Bayer 04 hatte von Anfang an erhebliche Probleme mit der drastischen Vorneweg-Vertei-digung der Blau-Wei\u00dfen, die die gegnerischen Verteidiger schon sehr fr\u00fch anliefen und so den Spielaufbau der Leverkusener fast komplett unterbanden. Die Tedesco-Truppe arbeitete dabei sehr kompakt und fand auch nach dem \u00dcberspielen ihrer ersten Pressing-Reihe schnell wieder in ihre Grundformation zur\u00fcck. So blieben die R\u00e4ume eng und die Schalker Akteure trotzdem immer nah am Gegner.<\/p>\n<p>Das 1:0 der Knappen entstand denn auch genau aus einer solchen Situation heraus, als Leverkusen nahezu komplett in der Schalker H\u00e4lfte weilte, jedoch mit dem Ball nicht viel anzufangen wusste. Daniel Caligiuri \u00fcberwand nach der Eroberung des Leders fast den halben Platz mit einem einzigen genial getimten langen Pass, den Burgstaller sehenswert zur fr\u00fchen F\u00fchrung verarbeitete.  <\/p>\n<p>Danach lief fast alles zu Gunsten des S04. Mit viel Ballbesitz wurden die Rheinl\u00e4nder klar beherrscht, nach der Gelb-Roten Karte f\u00fcr Dominik Kohr spielte man die erste Halbzeit fast schon routiniert herunter. Erst nach dem Pausentee kam die Werkself zu zehnt wieder besser ins Spiel, ohne allerdings wirkliche Torgefahr vor dem Kasten von Ralf F\u00e4hrmann hervorrufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach einigen Umstellungen (Amine Harit und Benjamin Stambouli f\u00fcr die mit Gelb verwarnten Burgstaller und Meyer) verlegten sich die Schalker noch mehr aufs Kontern, doch gerade der Schweizer Embolo verpasste hier fr\u00fch eine endg\u00fcltige Entscheidung und fand zudem in der 83. Minute in Bayer-Goalie Bernd Leno mit einer starken Parade seinen Meister.<\/p>\n<p>Und so mussten die zahlreichen mitgereisten S04-Fans bis in die Nachspielzeit warten, ehe der sp\u00e4t eingewechselte Nabil Bentaleb nach Foul an Embolo per Strafsto\u00df diesen \u00e4u\u00dferst wichtigen Sieg endg\u00fcltig festnageln konnte. Verdient war er aber in jedem Fall, erreichten die Leverkusener doch nur ein &#8222;expected Goal&#8220;-Ratio von sage und schreibe 0.42, womit ihre Chancenarmut recht plastisch dargestellt wurde.<\/p>\n<p>Was aber bedeuten nun diese Erfolge f\u00fcr die Lage der Schalker in der Bundesliga ins-gesamt? Nun, die Minikrise zu Beginn der R\u00fcckrunde (Niederlage in Leipzig, nur ein Punkt gegen Hannover sowie die Schlappe gegen Bremen) scheint jetzt endg\u00fcltig \u00fcberwunden zu sein. Trainer und Mannschaft haben offenbar diese Misserfolge gr\u00fcndlich analysiert, verarbeitet und wieder zur\u00fcck in die richtige Spur gefunden. Zudem betr\u00e4gt der Abstand zu Rang 7 bereits sechs, zu Platz 8 sogar schon acht Punkte, so dass die Wahrscheinlichkeit auf eine Teilnahme an den internationalen Wettbewerben zugenommen hat. <\/p>\n<p>Ansonsten bleibt abzuwarten, wie die Blauen gegen eher schw\u00e4chere Kontrahenten bei mehr eigenem Ballbesitz diese Effizienz beibehalten wollen. Das kann am kommenden Wochenende beim Gastauftritt von Hertha BSC Berlin in der Veltins-Arena schon einmal intensiv ge\u00fcbt werden. Denn man kann wohl nicht davon ausgehen, dass Taktik-Fuchs Pal Dardai Tedesco den Gefallen tun und seine Mannschaft in die Rolle des Spielgestalters dr\u00e4ngen lassen wird. Stattdessen werden die Hauptst\u00e4dter ihrerseits versuchen, m\u00f6glichst wenig selbst \u00fcber das runde Leder zu verf\u00fcgen und auf Konter lauern. Doch ich bin inzwischen recht zuversichtlich, dass unser \u00dcbungsleiter seine Jungs auch auf diese Aufgabe optimal einstellen kann.<\/p>\n<p>Einen leichten Schatten wirft zur Zeit noch das Transfertheater um Max Meyer auf die derzeitigen Erfolge. Doch auch da scheint der Verein recht entschlossen agieren zu wollen. Mal schauen, wie diese Verhandlungen zwischen Christian Heidel und Spielerberater <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roger_Wittmann\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Roger Wittmann<\/a> am Ende ausgehen werden. Es ist nat\u00fcrlich nie gut f\u00fcr den Verein und immer ein finanzieller Verlust, wenn ein Akteur aus der Knappenschmiede abl\u00f6sefrei den Club verl\u00e4sst. Doch zuletzt z\u00e4hlt auch hier immer: Reisende kann und sollte man nicht aufhalten.      <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem 2:1 \u00fcber SAP-Hoffenheim nun das 2:0 in Leverkusen: der S04 zeigte sich brutal ergebnisorientiert in den Sechs-Punkte-Spielen. Und \u00fcberzeugte trotzdem durch gute Leistungen. 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