{"id":5818027,"date":"2019-06-22T07:00:59","date_gmt":"2019-06-22T05:00:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=5818027"},"modified":"2024-03-22T10:45:24","modified_gmt":"2024-03-22T09:45:24","slug":"schadet-die-wachsende-ungleichheit-unserer-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/schadet-die-wachsende-ungleichheit-unserer-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Schadet die wachsende Ungleichheit unserer Wirtschaft?"},"content":{"rendered":"<p>Die Debatte \u00fcber die Legitimit\u00e4t der m\u00e4chtigen Eliten, die Jahr f\u00fcr Jahr einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil des Volkseinkommens und des Verm\u00f6genskuchens f\u00fcr sich erobern, gewinnt in der \u00f6ffentlichen Diskussion weiter an Bedeutung.<\/p>\n<p><center><a title=\"Mark Zuckerberg von DonkeyHotey (Mark Zuckerberg - Caricature) [CC BY 2.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AMark_Zuckerberg_-_Caricature_(31129313071).jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"312\" alt=\"Mark Zuckerberg - Caricature (31129313071)\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/b\/bf\/Mark_Zuckerberg_-_Caricature_%2831129313071%29.jpg\"><\/a><br \/>\n<em>Karikatur des Facebook-Gr\u00fcnders <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mark_Zuckerberg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mark Zuckerberg<\/a><\/em><\/center><\/p>\n<p>Zuckerberg &#8211; selbst einer der reichsten M\u00e4nner der Welt &#8211; merkte unl\u00e4ngst w\u00e4hrend einer Rede an der Harvard University nach einer Ehrendoktor-Verleihung an, dass &#8222;wir heute eine Ebene der Verm\u00f6gensungleichheit erreicht haben, die eigentlich jedem wehtut&#8220;.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Forscher und Wissenschaftler haben zudem auch damit begonnen, den immer wiederkehrenden klassischen Gegensatz von Gerechtigkeit und Effizienz, der die konventionelle \u00f6konomische Theorie durchdringt und somit seit vielen Jahrzehnten zur Vernachl\u00e4ssigung von Verteilungsfragen gef\u00fchrt hatte, nun endlich eindeutig aufzubrechen.<\/p>\n<p>Die Idee, dass das Verst\u00e4ndnis der \u00f6konomischen Ungleichheit &#8222;unser Verst\u00e4ndnis f\u00fcr verschiedene Bereiche der \u00d6konomie&#8220; unterst\u00fctzt, steht nunmehr im Vordergrund. Ein klares Beispiel f\u00fcr diesen Paradigmenwechsel ist die Erkenntnis, dass die Trans-missionsmechanismen der Geldpolitik durch Verteilungsfragen wesentlich beeinflusst werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngste Zusammenbruch des globalen Finanzsystems 2007-2008 fungierte nat\u00fcrlich als Katalysator f\u00fcr wachsende Bedenken um die zunehmende Verteilung der wirtschaftlichen Ressourcen in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Anschlie\u00dfend unterstrich Thomas Piketty mit seiner bahnbrechenden Ver\u00f6ffentlichung &#8222;Das Kapital im 21. Jahrhundert&#8220; sehr deutlich das Risiko der zunehmenden Bedeutung der ererbten intergenerationellen Vorteile bei der Umwandlung unserer Gesellschaften in patrimoniale kapitalistische Volkswirtschaften, die von reichen Dynastien dominiert wurden.<\/p>\n<p>Das Hauptargument seines Buches beruht jedoch darauf, wie die Ungleichheit der Verm\u00f6gensentwicklung im Laufe der Zeit von makro\u00f6konomischen Umst\u00e4nden beeinflusst sein k\u00f6nnte &#8211; haupts\u00e4chlich durch den Unterschied zwischen der durchschnittlichen Kapitalrendite und der Wachstumsrate der Gesamtwirtschaft. Die umgekehrte Richtung der Untersuchung &#8211; wie die makro\u00f6konomische Performance durch das Ausma\u00df der Ungleichheit betroffen sein mag &#8211; bleibt allerdings au\u00dferhalb des Umfangs der Analyse und Modellierung von Piketty.<\/p>\n<p><b>Eine \u00dcberpr\u00fcfung des Nexus von Ungleichheit und Makro\u00f6konomie<\/b><br \/>\nDie Idee, dass Ungleichheit einer der Faktoren sein kann, die die makro\u00f6konomische Performance und die finanzielle Stabilit\u00e4t beeinflussen, ist das Untersuchungsobjekt eines Kapitels, das ich in dem k\u00fcrzlich erschienenen Buch <a href=\"https:\/\/www.econbiz.de\/Record\/after-piketty-the-agenda-for-economics-and-inequality-boushey-heather\/10011584505\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Nach Piketty: Eine Agenda f\u00fcr Wirtschaft und Ungleichheit&#8220;<\/a> geschrieben habe.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist die Erforschung der (recht komplexen) Beziehung zwischen Ungleichheit und Wirtschaftswachstum in der bisherigen empirischen Literatur mit unterschiedlichen Befunden und Hypothesen, die in verschiedene Richtungen weisen, hervorgehoben worden. <\/p>\n<p>Theoretisch war dies zu erwarten, da einerseits Einkommens- und Verm\u00f6gens-verteilungen, die sich aus Unterschieden in Leistungen, Produktivit\u00e4t und Risiko-bewertung ergeben, eine Grundvoraussetzung f\u00fcr Investitions- und Innovationsanreize sind. Auf der anderen Seite kann ein hohes Ma\u00df an wirtschaftlicher Ungleichheit \u00fcber eine Vielzahl von Kan\u00e4len &#8211; Konsum, Investitionen in physisches und Humankapital oder die Suche nach Gewinnen &#8211; das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen.<\/p>\n<p>Da immer mehr zuverl\u00e4ssige Daten f\u00fcr Forscher zur Verf\u00fcgung stehen, ist das Thema wieder st\u00e4rker in den Fokus der aktiven empirischen Untersuchung geraten. Und in der Tat deutet eine wachsende Anzahl empirischer Befunde und Beweise darauf hin, dass die Idee, dass eine gerechtere Verteilung der wirtschaftlichen Ressourcen das Wirtschaftswachstum sch\u00e4digt, eindeutig von diesen Daten nicht best\u00e4tigt werden kann.<\/p>\n<p><b>Warum w\u00fcrde das Wirtschaftswachstum von einer gerechteren Verteilung der Ressourcen profitieren?<\/b><br \/>\nDie \u00f6konomische Theorie bietet unterschiedliche Ans\u00e4tze, warum der sogenannte <a href=\"https:\/\/www.investopedia.com\/terms\/e\/equityefficiencytradeoff.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Equity-Effizienz-Kompromiss<\/a> auseinanderfallen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Erstens, wenn der gr\u00f6\u00dfte Anteil der Verteilung der \u00f6konomischen Ergebnisse von Einzelpersonen aus der Ungleichheit von Chancen resultieren &#8211; also aus Umst\u00e4nden au\u00dferhalb ihrer eigenen Kontrolle wie Familienhintergrund, Rasse und Geschlecht &#8211; k\u00f6nnte das Potenzial und die Ziele der Einzelnen eingeschr\u00e4nkt werden, die Zuteilung der Ressourcen k\u00f6nnte verzerrt werden, da \u00f6konomische Chancen nicht unbedingt den Talentiertesten, sondern eher nach den gegebenen individuellen Verh\u00e4ltnissen zuteil werden und das Wirtschaftswachstum dadurch wiederum geschw\u00e4cht werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zweitens kann eine hohe Einkommens- und Verm\u00f6gensungleichheit in Verbindung mit der Unvollkommenheit sowohl der Kapital- als auch der Versicherungsm\u00e4rkte f\u00fcr die Wirtschaftst\u00e4tigkeit nachteilig sein, da nur diejenigen, die ausreichend hohe Verm\u00f6gen erben die Fixkosten der unternehmerischen T\u00e4tigkeit oder Ausbildung bezahlen k\u00f6nnen und so immer produktivere und besser bezahlte Fachkr\u00e4fte werden. Dies ist nachteilig, da somit die Bildung f\u00fcr Menschen mit dem h\u00f6chstm\u00f6glichen marginalen Grenzgewinn aus dieser Entwicklung ausgeschlossen werden kann und wir dar\u00fcber hinaus \u00fcberzeugt sind, dass unternehmerische F\u00e4higkeiten eher zuf\u00e4llig verteilt und nicht dynastisch in der Familie oder Firma \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p>Drittens k\u00f6nnen Investitionen in produktives Kapital und risikoreiche Aktivit\u00e4ten selbst durch eine sehr ungleiche Verteilung der Ressourcen infolge zunehmender leistungsloser Privilegierung oder anderer Enteignungsma\u00dfnahmen, die von der Regierung oder relativ armen\/reichen Menschen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnten, verhindert werden (je nachdem welches spezifische politische Wirtschaftsmodell wir gerade im Sinn haben). Insbesondere k\u00f6nnte die Enteignung auch in unseren modernen fortgeschrittenen Volkswirtschaften durch reiche Eliten veranlasst werden, indem sie juristische, politische und regulatorische Institutionen dazu veranlassen, zu ihren Gunsten zu arbeiten und so ihr Wohlstandsniveau weiter zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Doch f\u00f6rdert die Verm\u00f6gensungleichheit tats\u00e4chlich die Maximierung der politischen Einflussnahme reicher Eliten? Eine neuere Arbeit von Bonica und Rosenthal dokumentierte die US-Wahlkampagnenbeitr\u00e4ge der nach Forbes 400 reichsten Personen zwischen 1982 und 2012. Ihre Zahlen implizieren eine durchschnittliche individuelle Spende von $ 10.000 f\u00fcr jede $ 1 Million Zunahme des Verm\u00f6gens &#8211; vermutlich eine relativ einfache Leistung f\u00fcr einen Milliard\u00e4r. Der hohe Grad des politischen Aktivismus der wohlhabenden Amerikaner zeigte sich auch in der Forschung von Page, Bartels und Seawright, demnach fast die H\u00e4lfte der sehr wohlhabenden Befragten einer Umfrage in der Metropolregion von Chicago zufolge mindestens einen Kontakt mit einem Kongressb\u00fcro innerhalb der letzten sechs Monate hatten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcberhinaus lie\u00dfen etwa die H\u00e4lfte der erfassten und entschl\u00fcsselten Kontakte &#8222;einen Fokus auf ein recht engstirniges \u00f6konomisches Eigeninteresse&#8220; erkennen. Nicht \u00fcberraschend stimmte dieses nicht immer mit dem allgemeinen generellen Interesse \u00fcberein. Im Einklang mit diesem Rahmen dokumentierte eine aktuelle Arbeit von Bagchi und Svejnar eine negative Beziehung zwischen Verm\u00f6gensungleichheit und dem Wirtschaftswachstum in den L\u00e4ndern, in denen das Ausma\u00df dieser Verm\u00f6gens-ungleichheit vor allem auf &#8222;politische Verbindungen&#8220; zur\u00fcckzuf\u00fchren sei.<\/p>\n<p><b>\u00dcber das Wirtschaftswachstum hinausgehen<\/b><br \/>\nDas \u00f6konomische Wachstum ist sicherlich ein wichtiger Aspekt der makro\u00f6konomischen Leistung. Allerdings k\u00f6nnten auch andere Merkmale des Wachstumsprozesses und der makro\u00f6konomischen Performance ebenso relevant ausfallen. Zum Beispiel w\u00e4ren die Volatilit\u00e4t des Wachstumspfads, die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung, die Schock-Widerstandsf\u00e4higkeit einer \u00d6konomie, die Dauer wirtschaftlicher Rezessionen sowie die H\u00e4ufigkeit finanzieller Ungleichgewichte und Instabilit\u00e4ten allesamt sehr bedeutende Merkmale des makro\u00f6konomischen Erfolgs, die es zu erkunden lohnt. Diese Themen werden weiter unten behandelt.<\/p>\n<p><b>F\u00fchrt die Ungleichheit zu einer volatilen Gesamtleistung und einem kurzlebigen Wachstum?<\/b><br \/>\nDie Forschung des IWF lehnt diese Hypothesen sicherlich nicht rundweg ab. Auf der einen Seite scheinen L\u00e4nder mit einer h\u00f6heren Einkommensungleichheit nicht in der Lage zu sein, das BIP-Wachstum lange zu stoppen, sobald es einmal gestartet ist. Auf der anderen Seite wurden 70 Prozent der Ver\u00e4nderungen des US-Konsums w\u00e4hrend des Jahrzehnts von 2003 bis 2013 auf das Verhalten der Einzelpersonen im oberen Dezil der Einkommensverteilung zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In der Tat deuten diese Zahlen, wie von Robert Frank bemerkt, darauf hin dass &#8222;Amerikas Abh\u00e4ngigkeit von den Reichen und der gro\u00dfen Volatilit\u00e4t unter den Reichen ein volatileres Amerika ausgleicht.&#8220; Die einflussreiche Arbeit von Mian und Sufi stellte stattdessen fest, dass \u00e4rmere US-Haushalte (hochverschuldet und mit einer hohen Neigung zum Konsum) den gr\u00f6\u00dften R\u00fcckschlag aus dem Absturz der US-Immobilienpreise nach 2007 erlitten und daher auch f\u00fcr den starken R\u00fcckgang des Gesamtkonsums und des anschlie\u00dfenden Verlustes an Arbeitspl\u00e4tzen verantwortlich waren. Auf den ersten Blick m\u00fcssten diese beiden Ideen eigentlich im Widerspruch zueinander stehen, doch sie k\u00f6nnen vielleicht vereint als verschiedene Seiten derselben Ungleichheitsm\u00fcnze gesehen werden.<\/p>\n<p><b>Sind Rezessionen in ungleicheren L\u00e4ndern tiefgreifender und langanhaltender?<\/b><br \/>\nUnterst\u00fctzung f\u00fcr die Idee, dass Einkommensungleichheit die volle wirtschaftliche Erholung nach Rezessionen verz\u00f6gern kann, findet sich in Studien f\u00fcr den Fall der Vereinigten Staaten, sowohl auf der aggregierten Ebene als auch auf einem einzelstaatlichen Level. <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat eine fr\u00fchere l\u00e4nder\u00fcbergreifende Studie von Rodrik hervorgehoben, wie Staaten mit gr\u00f6\u00dferen sozialen Spaltungen und schw\u00e4cheren Institutionen die sch\u00e4rfsten R\u00fcckg\u00e4nge des BIP-Wachstums von 1975 bis zum Ende der 80er Jahre erlebt haben (eine sehr turbulente Periode aus makro\u00f6konomischer Sicht) &#8211; die Idee, dass die Politik, die in Reaktion auf einen externen Schock umgesetzt wird, in der Regel erhebliche verteilungspolitische Implikationen mit sich bringt, w\u00e4hrend der latente soziale Konflikt und die hohe soziale Teilung (&#8222;nach Reichtum, der ethnischen Identit\u00e4t, der geographischen Region oder anderen Einteilungen&#8220;), welche die Wirtschaft durchdringen, ihre Umsetzung verz\u00f6gern und zu &#8222;makro\u00f6konomischem Missmanagement&#8220; f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Es ist anzunehmen, dass jede unabh\u00e4ngige Gruppe versuchen w\u00fcrde eine geringere Belastung durch einen negativen Schock zu verhandeln und der Anteil der Ressourcen, die f\u00fcr kontraproduktive Aktivit\u00e4ten zur politischen Einflussnahme aufgewendet werden, steigen w\u00fcrde. Infolgedessen kann die Gr\u00f6\u00dfe des Kollaps des Wachstums durch \u00e4u\u00dfere Schocks h\u00f6her sein und die Widerstandsf\u00e4higkeit der Wirtschaft gegen\u00fcber externen Schocks kann wesentlich besch\u00e4digt werden.<\/p>\n<p><b>F\u00fchrt Ungleichheit zur finanziellen Instabilit\u00e4t oder zur Anh\u00e4ufung von finanziellen Ungleichgewichten?<\/b><br \/>\nEs wurde eine Reihe von theoretischen Erw\u00e4gungen vorgebracht, die darauf hindeuten, dass der Grad der Ungleichheit einen direkten Einfluss auf die gesamtwirtschaftlichen Einsparungen und den Konsum sowie auf die Nachfrage und die Kreditvergabe haben kann. Relative Einkommens- und Ausgabenvergleiche k\u00f6nnen zum Beispiel einen bedeutenden Einfluss darauf haben, wof\u00fcr die Leute ihr Geld ausgeben, wie viel sie sparen und wie viel Schulden sie ansammeln.<\/p>\n<p>Empirische Befunde sind bislang umstritten: Die Forschung auf der Grundlage von aggregierten Daten und Cross-Country-Analysen unterstreicht positive Korrelationen zwischen Ungleichheit, \u00fcberh\u00f6htem Konsum der Haushalte und der Verschuldung, w\u00e4hrend die auf Mikrodaten basierenden Beweise weniger konsistent erscheinen und diese Hypothese entsprechend weniger unterst\u00fctzen. <\/p>\n<p>Ebenso wurden wenig Beweise f\u00fcr die Idee gefunden, dass die steigende Ungleichheit die Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer finanziellen Krise erh\u00f6ht. Weitere Untersuchungen des vermeintlichen Zusammenhangs von Ungleichheit und Privatschulden w\u00e4ren besonders relevant, da die j\u00fcngste Krise weitgehend das Ergebnis des Ausbruchs einer schuldenfinanzierten Immobilien- und Konsumblase war, die vor allem den privaten Sektor der Wirtschaft betraf.<\/p>\n<p><b>Die wachsende Ungleichheit n\u00fctzt allerdings nicht der Makro\u00f6konomie<\/b><br \/>\nAus der Untersuchung einer wachsenden Zahl neuer und alter Beweise \u00fcber die Ungleichheit und die Makro\u00f6konomie k\u00f6nnte man leicht darauf schlie\u00dfen, dass die zunehmende Einkommens- und Verm\u00f6gensungleichheit die R\u00e4der des Wirtschafts-wachstums zu schleifen scheint, die Fahrt insgesamt holpriger macht mit H\u00f6hen und Tiefen und potenziell das Risiko eines fatalen Crashs erh\u00f6ht. <\/p>\n<p>Dies kann eine instrumentelle Rechtfertigung f\u00fcr effektive koordinierte Ma\u00dfnahmen der Regierungen zur Verringerung der Einkommens-und Verm\u00f6gensungleichheit schaffen, die \u00fcber die klassischen Bedenken hinsichtlich des Verteilungsgerechtigkeit und der Fairness hinausgehen.<\/p>\n<p>Am wichtigsten erscheint daher, dass das Verst\u00e4ndnis der Determinanten der \u00f6konomischen Ungleichheit von grundlegender Bedeutung ist, um von Fall zu Fall die unvermeidliche ungewisse Natur des Verh\u00e4ltnisses zwischen aggregierter Performance und Ungleichheit zu begr\u00fcnden. Dies w\u00fcrde jeden vor der Verabschiedung eines neuen generischen Konsenses \u00fcber die nachteiligen Auswirkungen der Ungleichheit auf die wirtschaftliche Stabilit\u00e4t warnen, der &#8222;\u00e4hnlich in die Irre f\u00fchren w\u00fcrde, wie es der alte getan hatte&#8220;.<\/p>\n<p>Wenn \u00fcberhaupt k\u00f6nnen wir jetzt endlich aufh\u00f6ren, die zunehmenden Ungleichheiten bei Einkommen und Verm\u00f6gen aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden als unvermeidlich zu recht-fertigen.<\/p>\n<p>Die Verringerung der Ungleichheit, die Einschr\u00e4nkungen der substantiellen Freiheit und der Chancen jedes Einzelnen wird eher nicht frustrieren, sondern m\u00f6glicherweise den Weg der \u00f6konomischen Prosperit\u00e4t und Stabilit\u00e4t verst\u00e4rken; sie stellt einen Gewinn dar, den jede demokratische Gesellschaft anstreben muss.<\/p>\n<p><em>(Eigene \u00dcbersetzung eines <a href=\"http:\/\/equitablegrowth.org\/research-analysis\/is-growing-inequality-hurting-our-economies\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrages<\/a> des italienischen \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/www.ineteconomics.org\/research\/experts\/smorelli\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Salvatore Morelli<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Debatte \u00fcber die Legitimit\u00e4t der m\u00e4chtigen Eliten, die Jahr f\u00fcr Jahr einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil des Volkseinkommens und des Verm\u00f6genskuchens f\u00fcr sich erobern, gewinnt in der \u00f6ffentlichen Diskussion weiter an Bedeutung. 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