{"id":397420,"date":"2014-11-21T07:51:51","date_gmt":"2014-11-21T06:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=397420"},"modified":"2026-04-14T07:53:23","modified_gmt":"2026-04-14T05:53:23","slug":"abenomics-ohne-lohnsteigerungen-auf-dauer-erfolglos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/abenomics-ohne-lohnsteigerungen-auf-dauer-erfolglos\/","title":{"rendered":"Abenomics: Ohne Lohnsteigerungen auf Dauer erfolglos"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keynesianismus\" title=\"Keynesianismus \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Keynesianer<\/a> st\u00f6hnten erschrocken auf, w\u00e4hrend <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Monetarismus\" title=\"Monetarismus \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Monetaristen<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neoliberalismus\" title=\"Neoliberalismus \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neoliberale<\/a> eine gewisse Genugtuung offenbar nicht verhehlen konnten, denn die FAZ meldete dieser Tage: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/fruehaufsteher\/konjunktur-japans-wirtschaft-steckt-in-der-rezession-13269949.html\" title=\"Konjunktur: Japans Wirtschaft steckt in der Rezession - Fr\u00fchaufsteher - FAZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Japans Wirtschaft steckt in der Rezession<\/a>. <\/p>\n<p><Center><a title=\"Shinzo Abe, Premierminister von Japan by Chatham House [CC-BY-2.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AShinzo_Abe%2C_Prime_Minister_of_Japan_(9092387608).jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Shinzo Abe, Prime Minister of Japan (9092387608)\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/3\/33\/Shinzo_Abe%2C_Prime_Minister_of_Japan_%289092387608%29.jpg\"\/><\/a><br \/>\n<em>Shinzo Abe, Premierminister von Japan<\/em><\/Center><\/p>\n<p>Handel, Dienstleistungen und Industrie im Land der aufgehenden Sonne sind im 3. Quartal 2014 \u00fcberraschend geschrumpft, die umstrittene Reform-Strategie von Premierminister Shinzo Abe, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abenomics\" title=\"Abenomics \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Abenomics<\/a> genannt, stehe angeblich vor dem Scheitern.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Wie urspr\u00fcnglich geplant hatte Abe seit Anfang 2013 seine Reformpolitik begonnen, um Japan aus dem Sumpf der \u00f6konomischen Krise zu f\u00fchren, in die das Land seit dem Platzen einer Aktien- und Immobilienblase in den 1990ern geraten war. Sinkende Verm\u00f6gens-werte und hohe Sparraten verst\u00e4rkten die darauf folgende <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konjunktur\" title=\"Konjunktur \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rezession<\/a> und f\u00fchrten mit Konsumzur\u00fcckhaltung zu \u00dcberkapazit\u00e4ten in der Produktion und somit die Wirtschaft in eine  anhaltende <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deflationsspirale\" title=\"Deflationsspirale \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deflationsspirale<\/a>.<\/p>\n<p>Mit den beiden ersten &#8222;Pfeilen&#8220; von Abenomics, einer weiter expansiven Geldpolitik der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bank_of_Japan\" title=\"Bank of Japan \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">japanischen Zentralbank<\/a> und kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen, zeigte das umstrittene Konzept bereits im Laufe des letzten Jahres erste Erfolge. Die Abwertung des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yen\" title=\"Yen \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yen<\/a> befeuerte den Export, das Wirtschaftswachstum nahm zu und auch der Aktienmarkt boomte zwischenzeitlich.<\/p>\n<p>Progressive \u00d6konomen wie der Nobelpreistr\u00e4ger Paul Krugman zeigten sich erfreut \u00fcber diese Entwicklung, hofften sie doch durch Abenomics den Beweis f\u00fcr die stimulierende Wirkung schuldenfinanzierter Konjunktur- programme zu finden. <\/p>\n<p>Eher konservative Wirtschaftswissenschaftler bef\u00fcrchteten dagegen einen weiteren Anstieg der ohnehin schon gewaltigen Staatsschulden Japans (ca. 250 % des BIPs) und kritisierten die angeblich fehlende langfristige Wirkung des Aufschwungs.<\/p>\n<p>Doch diese ersten Erfolge von Abes Politik lie\u00dfen viele Skeptiker vorl\u00e4ufig verstummen. Konnten tats\u00e4chlich solch massive \u00f6ffentliche Investitionsprogramme die japanische Wirtschaft aus ihrer jahrzehntelangen Agonie befreien? <\/p>\n<p>Die Situation \u00e4nderte sich allerdings, als die japanische Regierung ab April 2014 die Mehrwertsteuer von 5 auf 8 Prozent erh\u00f6hte. Zwei Quartale mit negativem Wirtschaftswachstum waren die Folge, offiziell st\u00fcrzte Japan damit erneut in eine Rezession. Vor allem das Ergebnis f\u00fcr den 3. Abschnitt kam einigerma\u00dfen \u00fcberraschend, hatte man doch gehofft, dass die Japanische Wirtschaft aufgrund der exzessiven staatlichen Geld- und Kreditausgaben die Steuererh\u00f6hungen schneller \u00fcberwinden w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Die Heraufsetzung der Steuern gilt als Teil der dritten S\u00e4ule der Abenomics, mit der sowohl durch &#8222;Struktur- reformen&#8220; der bisher als sehr reguliert geltende Arbeitsmarkt ge\u00f6ffnet und gleichzeitig mit der Erh\u00f6hung der Konsumabgaben das laufende Staatsdefizit und der Schuldenstand verringert werden sollen. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Oktober war eigentlich eine zweite Runde von Verbrauchssteuererh\u00f6hungen geplant, u. a. sollte die Mehrwertsteuer auf 10 % heraufgesetzt werden. Nach den R\u00fcckschl\u00e4gen beim Wirtschaftswachstum allerdings verschob Premier Abe diese Ma\u00dfnahme erst einmal und k\u00fcndigte stattdessen Neuwahlen an, um die Zustimmung des Volkes zu seiner Politik zu festigen.<\/p>\n<p>Exzessives &#8222;Gelddrucken&#8220; durch die Zentralbank und staatliche Konjunkturprogramme einerseits, Konsumsteuererh\u00f6hungen zur Sanierung des Haushaltes auf der anderen Seite. Woran erinnert eine solche Strategie des sowohl-als-auch? Richtig, das ist nichts anderes als das altbew\u00e4hrte Spiel &#8222;Rechte Tasche, linke Tasche&#8220;, welches sich anscheinend auch in der internationalen Politik noch immer einer erstaunlichen Beliebtheit erfreut.<\/p>\n<p>Warum aber ist dieses Kalk\u00fcl des angeblich rationalen Ausgleichs der widerstreitenden Interessen im Falle des japanischen Kampfes gegen die Deflation genau das falsche Rezept?    <\/p>\n<p>Nun, einerseits l\u00e4sst sich der anf\u00e4ngliche Erfolg sicher durch eine Steigerung der Exporte aufgrund der Abwertung des Yen erkl\u00e4ren. Dies ist f\u00fcr gew\u00f6hnlich eine Folge einer expansiven &#8222;Geldschwemme&#8220; durch die Zentralbank. Ebenso d\u00fcrften die Konjunktur-programme die Produktion genau da angekurbelt haben, wo sich eine solche Steigerung f\u00fcr die Unternehmen besonders lohnt. Und das werden nun mal vor allem die am Export orientierten Firmen sein, die vom g\u00fcnstigeren Wechselkurs der japanischen W\u00e4hrung besonders profitieren.<\/p>\n<p>Doch man sollte dabei nicht vergessen, dass die Ausfuhrquote der japanischen Wirtschaft nur noch bei etwa 15 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt, und der private Konsum dagegen fast zwei Drittel des BIPs beisteuert. Der Hauptantrieb f\u00fcr den privaten Verbrauch aber ist auch in Japan wie fast \u00fcberall auf der Welt der Arbeitsmarkt und damit vor allem die dort bezahlten realen L\u00f6hne. <\/p>\n<p>Und mit der Betrachtung der L\u00f6hne und Geh\u00e4lter n\u00e4hert man sich schon dem eigentlich gr\u00f6\u00dften Problem der Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne. Wie das folgende Schaubild zeigt, sind die realen L\u00f6hne der Industrie in Japan seit dem Beginn der Abenomics eher gesunken denn gestiegen, obwohl Shinzo Abe die Unternehmen immer wieder zu Lohnerh\u00f6hungen aufgefordert hatte.<br \/>\n<center><a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/bilder\/realloehne japan.jpg\" title=\"Entwicklung der Reall\u00f6hne der japanischen Industrie von April 2013 bis September 2014\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/bilder\/realloehne japan.jpg\" width=\"600\" alt=\"Entwicklung der Reall\u00f6hne der japanischen Industrie von April 2013 bis September 2014\" \/><\/a><br \/>\n<em>Offizielle Angaben des Ministry of Health, Labour and Welfare: Labour Statistics<\/em><\/center><br \/>\n\u00dcbrigens sind die Zahlen f\u00fcr Handel und Dienstleistungen etwas besser, doch an der grunds\u00e4tzlichen Ausrichtung \u00e4ndern sie nicht wirklich etwas. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Deflation und damit auch der wirtschaftlichen Rezession ist aber eine Steigerung der L\u00f6hne und Geh\u00e4lter zwingend erforderlich. Denn wie bereits <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/zusammenhang-lohne-produktivitat-lohnstuckkosten-und-inflation\/\" title=\"Zusammenhang L\u00f6hne, Produktivit\u00e4t, Lohnst\u00fcckkosten und Inflation \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in diesem Beitrag<\/a> ausgef\u00fchrt, gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Lohnst\u00fcckkosten (= H\u00f6he der L\u00f6hne im Verh\u00e4ltnis zur Produktivit\u00e4t) und der Inflation. Langfristig folgt n\u00e4mlich die Preisentwicklung auf G\u00fcterm\u00e4rkten im Wettbewerb aufgrund der Weitergabe der Kostenersparnisse (und nat\u00fcrlich auch der Steigerungen) an die Kunden den Lohnst\u00fcckkosten. Auf diesen empirisch engen Zusammenhang hat auch schon <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/japan-why-paul-krugman-doesnt-get-it-right-and-martin-wolf-has-to-move-on\/\" title=\"Japan: Why Paul Krugman doesn\u2019t get it right and Martin Wolf has to move on | flassbeck-economics\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heiner Flassbeck<\/a> <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/loehne-erhoehen-aber-bitte-nur-in-japan\/\" title=\"L\u00f6hne erh\u00f6hen \u2013 aber bitte nur in Japan | flassbeck-economics\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vermehrt<\/a> seit Jahren hingewiesen.  <\/p>\n<p>Betrachtet man nun aber die Entwicklung der Lohnst\u00fcckkosten in Japan seit 1998, so wird zunehmend klarer, warum das Land in der ganzen Zeit nicht aus der Deflation heraus-gekommen ist. \u00c4hnlich wie die Europ\u00e4ische Zentralbank hat auch die japanische Notenbank eigentlich eine Inflationszielmarke von ann\u00e4hernd <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/inflationsziel-von-2-prozent-japans-notenbank-dreht-geldhahn-weit-auf-12034122.html\" title=\"Japans Notenbank dreht Geldhahn weit auf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2 Prozent angesetzt (bis Anfang 2013 noch 1 Prozent)<\/a>. Die folgende Grafik zeigt dagegen eindeutig, dass weder das eine noch das andere Ziel zumeist nicht nur ann\u00e4hernd erreicht wurde, sondern eigentlich fast immer massiv unterschritten wurde.<br \/>\n<center><a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/bilder\/lohnstueckkosten japan.jpg\" title=\"Entwicklung der japanischen Lohnst\u00fcckkosten von 1998 bis 2014\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/bilder\/lohnstueckkosten japan.jpg\" width=\"600\" alt=\"Entwicklung der japanischen Lohnst\u00fcckkosten von 1998 bis 2014\" \/><\/a><br \/>\n<em>Daten nach eigenen Ermittlungen<\/em><\/center><br \/>\nNun kann man sich aber leicht vorstellen, was passiert, wenn eine solche Lohnentwicklung auf steigende Preise sowie eine pl\u00f6tzliche Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuern trifft. Sp\u00e4testens die Heraufsetzung der Konsumabgaben wird wie ein Schock auf die Planungen der Verbraucher wirken. Die ohnehin schon schwache Nachfrage wird einen weiteren starken D\u00e4mpfer erhalten, der sofort mit der n\u00e4chsten Lohnabrechnung sp\u00fcrbar wird und die Ausgaben abrupt senkt.<\/p>\n<p>So ist dann auch die zweimalige Schrumpfung der Wirtschaftst\u00e4tigkeit erkl\u00e4rbar. Der geringe Anteil der Exporte an der gesamten Entwicklung hat das nicht verhindern k\u00f6nnen, da die Masse der Arbeitnehmer davon nicht profitierten konnte. Ebenso ist davon auszugehen, dass die fiskalischen Stimulierungen des Staates weitestgehend wirkungslos bleiben werden. Schr\u00e4nken n\u00e4mlich die Verbraucher bei ohnehin schon nicht ausgelasteten Produktions-kapazit\u00e4ten ihre Ausgaben pl\u00f6tzlich ein, so sinken letztlich auch mehrheitlich die Unternehmensgewinne der binnenwirtschaftlich orientierten Betriebe, da sich ihre Absatzerwartungen nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Damit aber schwindet dann auch die Kreditnachfrage dieser Unternehmen f\u00fcr neue Investitionen, und die Konjunkturprogramme der Regierung verpuffen tats\u00e4chlich wie Strohfeuer. Der sinkende Yen-Kurs macht zudem die Importe teurer, was zu weiterer Konsumzur\u00fcckhaltung der Verbraucher f\u00fchrt. <\/p>\n<p>Die ehrgeizigen Ziele der Abenomics drohen demnach also vor allem am gro\u00dfen Anteil der Binnennachfrage zu scheitern. Weder Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr den Export noch weitere Konjunkturprogramme k\u00f6nnen anhaltende Lohnsenkungen und steigende Massensteuern ausgleichen, die massiv auf dem Konsumverhalten der meisten Japaner lasten. Und nat\u00fcrlich werden sie auch nicht f\u00fcr eine Verringerung der Staatsverschuldung sorgen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Nur mit der Durchsetzung von massiven (und langanhaltenden) Lohnsteigerungen kann eigentlich Abes Reformversuch \u00fcberhaupt noch gerettet werden. Die Wirkung der angek\u00fcndigten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23608\" title=\"  Strukturreformen als Mittel zur L\u00f6sung der Eurokrise?\u00a0|\u00a0NachDenkSeiten \u2013 Die kritische Website\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Strukturreformen<\/a> wie Rentensenkungen, eine h\u00f6here Frauenerwerbsquote oder eine Lockerung des K\u00fcndigungsschutzes dagegen kann getrost bezweifelt werden. Und anstelle weiterer Erh\u00f6hungen der Mehrwertsteuern, die vor allem den Konsum der gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungsmasse noch weiter beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrden, w\u00e4ren beispielsweise Anhebungen von verm\u00f6gensbezogenen Steuern notwendig, die genau diesen Effekt vermeiden w\u00fcrden. <\/p>\n<p>H\u00f6here L\u00f6hne und damit eine steigende Binnennachfrage k\u00f6nnten auch endlich die seit langem im Sinkflug befindliche Investitionsquote der Unternehmen befl\u00fcgeln, denn nur in diesem Fall w\u00fcrde die Erwartung h\u00f6herer Gewinne durch steigende Preise und eine wachsende Kapazit\u00e4tsauslastung diese zu mehr Engagement verleiten. Ein wachsender, aber immer noch kleiner Exportanteil am Wirtschaftsaufkommen, expansive Geldpolitik und Konjunkturprogramme allein sind daf\u00fcr zu wenig.<\/p>\n<p>Die Dramatik der Abenomics ist stattdessen ein hervorragendes Beispiel daf\u00fcr, wie eine wirksame Wirtschaftspolitik eigentlich funktionieren sollte: nur im gezielten Zusammen-spiel von Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik erscheint es m\u00f6glich, zufriedenstellende Ergebnisse f\u00fcr Arbeitnehmer, Unternehmer und alle anderen Akteure einer Volkswirtschaft zu erreichen.  <\/p>\n<p>Doch \u00fcberall auf der Welt haben sich die Politiker mit der &#8222;Unabh\u00e4ngigkeit&#8220; der Zentral-banken, &#8222;Schuldenbremsen&#8220; gegen ausufernde Staatsdefizite und der kompletten  \u00dcberlassung der Lohnverhandlungen an Gewerkschaften und Unternehmer selbst Fesseln angelegt, die eine Koordinierung effektiv verhindern. Stattdessen bestimmen ideologische Dogmen wie beispielsweise die &#8222;Schwarze Null&#8220; das Handeln der Verantwortlichen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keynesianer st\u00f6hnten erschrocken auf, w\u00e4hrend Monetaristen und Neoliberale eine gewisse Genugtuung offenbar nicht verhehlen konnten, denn die FAZ meldete dieser Tage: Japans Wirtschaft steckt in der Rezession. 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