{"id":3124197,"date":"2016-05-10T07:44:11","date_gmt":"2016-05-10T05:44:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=3124197"},"modified":"2026-04-14T08:01:29","modified_gmt":"2026-04-14T06:01:29","slug":"hans-werner-sinn-ueber-mindestloehne-die-eurokrise-says-law-und-die-absurde-logik-der-neoklassischen-theorie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/hans-werner-sinn-ueber-mindestloehne-die-eurokrise-says-law-und-die-absurde-logik-der-neoklassischen-theorie\/","title":{"rendered":"Hans-Werner Sinn \u00fcber Mindestl\u00f6hne, die Eurokrise,  Say&#8217;s Law und die absurde Logik der neoklassischen Theorie"},"content":{"rendered":"<p>Man ist ja eigentlich von den neoliberalen Apologeten gewohnt, dass sie gerne bei ihren Aussagen im Ungef\u00e4hren bleiben, daf\u00fcr Schlagworte heraushauen (wie etwa der neue <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/der-neue-ifo-praesident-alle-vorurteile-dieser-welt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ifo-Chef Clemens Fuest in einem Interview<\/a>: \u201eMehr Mindestlohn, mehr Arbeitslosigkeit\u201c oder \u201eH\u00f6here Unternehmensteuern oder Netto-Verm\u00f6gensteuern kosten Arbeitspl\u00e4tze\u201c), ohne aber wirklich bei den Begr\u00fcndungen in die Tiefe gehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Romy Vinogradova, CC BY 4.0 &lt;https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0&gt;, via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Prof._Hans-Werner_Sinn.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"400\" alt=\"Prof. Hans-Werner Sinn\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/0\/03\/Prof._Hans-Werner_Sinn.jpg\/960px-Prof._Hans-Werner_Sinn.jpg\"><\/a><br \/>\n<em>Der ehemalige Pr\u00e4sident des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ifo_Institut_f%C3%BCr_Wirtschaftsforschung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ifo-Institutes<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans-Werner_Sinn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hans-Werner Sinn<\/a><\/em> <\/center><\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich an sich schon oft problematisch, weil in solchen Zwiegespr\u00e4chen meist die Zeit knapp bemessen wird, viele Themen auf einmal abgehandelt werden sollen oder aber, was ebenso h\u00e4ufig vorkommt, die Interviewer mangels fundiertem Wissen nicht nachhaken k\u00f6nnen oder wollen.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Umso interessanter wird es dann, wenn ein solcher Vertreter dieser Linie mal an ein paar Journalisten ger\u00e4t, die ihr Handwerk noch verstehen und einfache Antworten nicht so ohne weiteres akzeptieren wollen.<\/p>\n<p>So brachten neulich die beiden Taz-Wirtschaftsredakteure Ulrike Herrmann und Malte Kreutzfeldt den ausgeschiedenen Vorg\u00e4nger von Fuest, den \u00d6konomen im Ruhestand Hans-Werner Sinn in einem <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5296958\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Interview<\/a> offenbar ordentlich ins Schwitzen. Es ging unter anderem um Hartz IV, Mindestl\u00f6hne, die Eurokrise sowie die Bezahlung der Arbeit in Deutschland.<\/p>\n<p>Wer genau liest und ein wenig logisch zu denken vermag, dem offenbaren sich recht schnell die absurden Widerspr\u00fcche der neoklassischen Lehre, in die sich Sinn bei den Nachfragen auch prompt z\u00fcgig und eindeutig verwickelt. <\/p>\n<p>Schon beim Thema Mindestlohn wird es peinlich, wenn Sinn die zentrale These der meisten Studien dazu, n\u00e4mlich dass er (in jedem Fall!) Arbeitspl\u00e4tze kosten werde, verteidigt, obwohl diese Vorhersagen nun mal \u00fcberhaupt nicht eingetroffen sind. Denn ob es nun die gute Konjunktur allein war, die ein Wegfallen der Jobs verhinderte, dar\u00fcber l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich trefflich streiten, ohne das Sinn \u00fcberhaupt einen einzigen Beleg f\u00fcr diese krude Mutma\u00dfung vorlegen muss.<\/p>\n<p>Unter anderem geht es dann weiter mit den Ursachen der Eurokrise. Sinn hatte da seit Jahren <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/professor-seltsam-oder-wie-ich-lernte-die-krise-zu-lieben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">immer wieder vorrangig die S\u00fcdl\u00e4nder Spanien, Portugal, Griechenland und auch Frankreich als &#8222;Schuldige&#8220; ausgemacht<\/a>, weil sie ihre L\u00f6hne zu sehr \u00fcber die gemeinsam festgelegte Inflationsquote hinaus nach oben hatten steigen lassen und so &#8222;\u00fcber ihre Verh\u00e4ltnisse gelebt&#8220; und ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit verloren h\u00e4tten.  <\/p>\n<p>Deutschland dagegen habe alles richtig gemacht, und k\u00f6nne trotz seines nach der Agenda 2010 betriebenen Lohndumpings nicht f\u00fcr die Krise verantwortbar gemacht werden, da man ja im internationalen Wettbewerb stehe. Doch die beiden Redakteure geben sich mit dieser These nicht zufrieden: <\/p>\n<blockquote><p>&#8230;<br \/>\nWeniger freundlich ausgedr\u00fcckt: Deutschland hat die L\u00f6hne gedr\u00fcckt und dann gigantische Export\u00fcbersch\u00fcsse aufgeh\u00e4uft. Aber es k\u00f6nnen nicht alle L\u00e4nder exportieren, es muss auch jemand importieren. <\/p>\n<p><strong>Was immer die \u00dcbersch\u00fcsse erkl\u00e4rt: Deutschland ist heute in Relation zu S\u00fcdeuropa zu billig. Volkswirte der Investmentbank Goldman Sachs haben gesch\u00e4tzt, dass Deutschland im Vergleich zur restlichen Eurozone um 31 Prozent teurer werden m\u00fcsste, um Italien &#038; Co. wieder wettbewerbsf\u00e4hig zu machen.<\/strong> <\/p>\n<p>Wir sind \u00fcberrascht. Pl\u00e4dieren Sie jetzt daf\u00fcr, dass die deutschen L\u00f6hne um 31 Prozent steigen sollen? Eben waren Sie noch gegen den Mindestlohn. <\/p>\n<p><strong>Zitieren und pl\u00e4doyieren ist nicht dasselbe. <u>Wer sich anpasst, S\u00fcdeuropa oder wir, ist noch offen.<\/u> Man darf jedenfalls nicht damit anfangen, die L\u00f6hne anzuheben. Zun\u00e4chst m\u00fcssen die Firmen mehr investieren. Wenn die Betriebe ihre Kapazit\u00e4ten ausweiten, nimmt die Besch\u00e4ftigung zu \u2013 und dies f\u00fchrt dann nachfrageseitig zu h\u00f6heren L\u00f6hnen.<br \/>\n&#8230;<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Man muss sich das vorstellen: Mehr als sechs Jahre nach dem Ausbruch der Krise ist sich der \u00d6konom Sinn auf einmal nicht mehr so sicher, wer denn nun bisher der &#8222;\u00dcbelt\u00e4ter&#8220; war. Denn nun hei\u00dft es, Deutschland m\u00fcsse sich anpassen, also im Vergleich zu den Krisenl\u00e4ndern teurer werden! Dabei waren es bisher immer nur die anderen, die billiger werden sollten. <\/p>\n<p>Will man nun Sinn nicht unterstellen, dass er Unsinn redet, kann daraus nur eine Folgerung richtig sein: Sowohl Deutschland als auch die Krisenl\u00e4nder m\u00fcssen sich anpassen, sich also bei den <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/das-groesste-geheimnis-der-oekonomie-der-zusammenhang-zwischen-lohnstueckkosten-und-inflation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lohnst\u00fcckkosten<\/a> quasi in der Mitte treffen, damit die Eurozone insgesamt wieder wettbewerbsf\u00e4hig werden kann. Und diese Mitte w\u00e4re dann folgerichtig die gemeinsame Inflationsrate der EZB bei leicht unter zwei Prozent.<\/p>\n<p>Damit aber w\u00e4ren wir dann genau bei der These, die andere, nicht neoliberale \u00d6konomen wie etwa Heiner Flassbeck schon seit Jahren vertreten: dass es n\u00e4mlich vor allem die deutsche Lohndumpingpolitik war, die <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/die-eurokrise-vorlaeufiger-hoehepunkt-des-transferproblems-teil-3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Eurokrise verantwortlich zu machen sei<\/a> und die S\u00fcdl\u00e4nder schon gar nicht allein schuld daran w\u00e4ren. <\/p>\n<p>Ebenso interessant wie Sinns urpl\u00f6tzlich differenzierte Ansichten zur Eurokrise ist aber auch der zweite Teil seiner Antwort, in der er zun\u00e4chst das wichtigste Anpassungs- instrument f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit, n\u00e4mlich die L\u00f6hne (sie machen immerhin bis zu 70 % sowohl der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage als auch der Kosten aus) nat\u00fcrlich in Deutschland auf keinen Fall erh\u00f6ht haben will. Was eigentlich sofort die Frage nach sich ziehen m\u00fcsste, wie sich der Herr Sinn denn bittesch\u00f6n eine solche Ann\u00e4herung vorstellen w\u00fcrde.  <\/p>\n<p>Stattdessen liefert er die \u00fcbliche neoliberale Standardargumentation, nach der zun\u00e4chst die Unternehmen investieren m\u00fcssten, damit \u00fcber die Kapazit\u00e4tsausweitungen der Firmen neue Jobs entstehen k\u00f6nnen. Richtigerweise lassen ihn die Interviewer aber damit nicht so einfach davon kommen und haken noch einmal nach: <\/p>\n<blockquote><p>\n&#8230;<br \/>\nAber warum sollten Unternehmen st\u00e4rker investieren, wenn die L\u00f6hne stagnieren? Dann fehlt die Nachfrage, die zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten rentabel macht. <\/p>\n<p><strong>Zur Rentabilit\u00e4t brauchen Firmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, keinen h\u00f6heren Konsum in Deutschland, sondern niedrige deutsche L\u00f6hne. Auch im Inneren eines Landes h\u00e4ngt nicht alles an der Konsumnachfrage. Wenn Firmen Maschinen kaufen, steigt f\u00fcr die Lieferanten die Nachfrage.<br \/>\n&#8230;<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Und hier wird es dann ganz abenteuerlich: immerhin gibt Sinn hier nun endlich zu, dass ihm eine Anpassung der L\u00f6hne in Europa eigentlich leidlich egal ist, weil ja &#8222;die Rentabilit\u00e4t&#8220; der deutschen Firmen im internationalen Wettbewerb weiterhin &#8222;niedrige deutsche L\u00f6hne&#8220; ben\u00f6tige. Er predigt also weiterhin Lohndumping, w\u00e4hrend er weiter oben eine Ann\u00e4herung der deutschen L\u00f6hne an die h\u00f6heren Geh\u00e4lter ihrer Kollegen in Italien, Frankreich, Griechenland oder Spanien fordert. Au weia&#8230;<\/p>\n<p>Pech nat\u00fcrlich auch f\u00fcr alle diese L\u00e4nder, die so leichtsinnig waren und mit uns eine W\u00e4hrungsunion eingegangen sind, w\u00e4hrend die deutsche Wirtschaft und offenbar die Mehrheit der \u00d6konomen lediglich nach einer effektiveren Methode zur Fortsetzung des deutschen Exportwahns gesucht haben.<\/p>\n<p>Und selbstverst\u00e4ndlich folgt auch wieder das Argument, dass die Firmen keine Nachfrage ben\u00f6tigten, um zu investieren, denn findige Neoklassiker wissen ja, dass erst Maschinen gekauft werden m\u00fcssen, die dann f\u00fcr die Nachfrage sorgen. Kein Wunder, dass die beiden Redakteure da langsam entnervt aussteigen, aber immer noch an Sinns Logik erheblich zweifeln.<\/p>\n<p>Diese Zweifel sind auch berechtigt, denn hier geht es um eine der zentralen Irrlehren der Neoklassiker, n\u00e4mlich das sogenannte <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/says-law-der-grosse-irrglaube-der-angebotstheoretiker\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Say&#8217;s Law<\/a>, demnach sich eben das Angebot die Nachfrage selber schaffe. Sehr praktisch f\u00fcr jeden Verweigerer von Lohnerh\u00f6hungen, denn deren Nachfragewirkung wird dann einfach nicht mehr gebraucht, um die Wirtschaft auf Trab zu halten. <\/p>\n<p>Stattdessen verringere man die Kosten f\u00fcr die Angebotsseite, die dann nat\u00fcrlich von ganz allein prosperiere und eben die entsprechende Nachfrage erzeuge, die dann auch irgendwann f\u00fcr steigende L\u00f6hne sorge.  <\/p>\n<p>Denn man stelle sich vor, eine Volkswirtschaft w\u00fcrde sich tats\u00e4chlich so verhalten, wie es Sinn hier fordert: man produziert fr\u00f6hlich drauf los und stelle dann die erzeugten G\u00fcter ins Schaufenster, gefestigt durch die \u00dcberzeugung, dass die Verbraucher diese schon v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von dem F\u00fcllstand ihres Geldbeutels kaufen werden.<\/p>\n<p>Und zwar alle, denn nach der neoklassischen \u00dcberzeugung sei das Saysche Theorem \u201eJedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst\u201c ja immer richtig. Sch\u00f6ne neue Wirtschaftswelt, in der es aufgrund dieser Anschauung \u00fcberhaupt keine Unterauslastung der Produktionskapazit\u00e4ten und damit auch keine unfreiwillige Arbeitslosigkeit geben kann. <\/p>\n<blockquote><p>\n&#8230;<br \/>\nAlso setzen Sie weiter auf Lohndumping und Export\u00fcbersch\u00fcsse, obwohl Sie selbst zugeben, dass Deutschland schon zu billig ist. <\/p>\n<p><strong>Nein. Nachfrageseitig d\u00fcrfen die L\u00f6hne hochgezogen werden, aber man darf sie nicht hochzwingen.<\/strong><\/p>\n<p>Um ehrlich zu sein, verstehen wir Ihre Logik nicht. <\/p>\n<p><strong>Manche wollen die Logik internationaler Wettbewerbsm\u00e4rkte nicht verstehen und begreifen auch nicht, dass man Nachfrage entfalten kann, wenn man die G\u00fcter nicht aufisst, sondern sie auf einen gro\u00dfen Kapitalhaufen legt.<\/strong><br \/>\n&#8230;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Und Hans-Werner Sinn w\u00e4re nicht Hans-Werner Sinn, wenn er nicht zum Ende des Interviews noch ein weiteres Dogma der Neoklassik in den Ring werfen w\u00fcrde, n\u00e4mlich die ansonsten auch weit verbreitete Fabel vom &#8222;notwendigen Sparen, um investieren zu k\u00f6nnen&#8220;.<\/p>\n<p>Hier bringt er sie in Form der irrigen Annahme, dass es schon ausreiche, gesamt-wirtschaftlich gesehen G\u00fcter nicht zu verzehren um damit Kapitalbildung zu erreichen, die als Voraussetzung f\u00fcr Investitionen angesehen wird und so quasi angebotsseitig Nachfrage schafft.<\/p>\n<p>Auch das ist eine Fiktion, die vor allem darauf beruht, dass die \u00d6konomen Volkswirtschaften immer noch als eine Art \u00fcberdimensionierte Tauschhandels-gesellschaften betrachten. <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/sparen-und-investieren-versuch-einer-richtigstellung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">In einer anonymen Geld- und Kreditwirtschaft<\/a> aber ist eher das Gegenteil richtig. <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/fatale-irrtuemer-des-finanziellen-fundamentalismus-sparen-als-voraussetzung-fuer-investition-und-wachstum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hier<\/a> bedeutet der Versuch zu &#8222;sparen&#8220; weniger Konsum und daher auch gleichzeitig weniger Einkommen f\u00fcr die anderen Marktteilnehmer, die daraufhin ebenfalls ihre Ausgaben verringern und so daf\u00fcr sorgen, dass sich die &#8222;nationalen Ersparnisse&#8220; insgesamt reduzieren.<\/p>\n<p>Weniger Konsum insgesamt hei\u00dft aber auch f\u00fcr die Unternehmen, dass sich bei sinkender Kapazit\u00e4tsauslastung gerade jetzt Investitionen in neues Produktionskapital \u00fcberhaupt nicht lohnen, da die Aussichten auf damit zu erzielende Gewinne \u00e4u\u00dferst gering erscheinen. So ist demnach auch eher das Gegenteil dessen richtig, was Neoklassiker wie Hans-Werner Sinn uns immer wieder erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Anstatt also auf Teufel komm raus zu sparen, um mit einer solchen Enthaltsamkeit die Unternehmen zum Investieren zu verleiten, betr\u00fcgt uns die Logik nicht, die bei unter Arbeitslosigkeit und \u00dcberproduktion leidenden Gesellschaften einen steten Verbrauch der G\u00fcter und damit eine m\u00f6glichst gute Kapazit\u00e4tsauslastung als Voraussetzungen f\u00fcr die Schaffung neuer Anlagen voraussetzt.   <\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man zum Abschluss noch auf die anderen allgemeinen Schw\u00e4chen der neoklassischen Volkswirtschaftslehre eingehen, wie ich das vor etwa einem Jahr am <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/strukturreformen-in-griechenland-ohne-vollbeschaeftigung-das-falsche-mittel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beispiel Griechenland<\/a> ausf\u00fchrlich getan habe. Doch das w\u00fcrde ehrlich gesagt zu weit f\u00fchren. Wer nach diesen Zeilen noch immer keine Zweifel an diesem irrationalen Theoriegeb\u00e4ude hegt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man ist ja eigentlich von den neoliberalen Apologeten gewohnt, dass sie gerne bei ihren Aussagen im Ungef\u00e4hren bleiben, daf\u00fcr Schlagworte heraushauen (wie etwa der neue Ifo-Chef Clemens Fuest in einem Interview: \u201eMehr Mindestlohn, mehr Arbeitslosigkeit\u201c oder \u201eH\u00f6here Unternehmensteuern oder Netto-Verm\u00f6gensteuern<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[34,27,14,16,40,15,46,32,29,44,18],"class_list":["post-3124197","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oekonomie","tag-inflation","tag-investition","tag-lohn","tag-lohnstueckkosten","tag-mindestlohn","tag-produktivitaet","tag-says-law","tag-schulden","tag-sparen","tag-volkswirtschaftslehre","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3124197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3124197"}],"version-history":[{"count":48,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3124197\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21026081,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3124197\/revisions\/21026081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3124197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3124197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3124197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}