{"id":3069855,"date":"2017-06-02T07:45:39","date_gmt":"2017-06-02T05:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=3069855"},"modified":"2017-06-27T07:23:09","modified_gmt":"2017-06-27T05:23:09","slug":"john-maynard-keynes-und-die-wirtschaftlichen-moeglichkeiten-fuer-unsere-enkelkinder-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/john-maynard-keynes-und-die-wirtschaftlichen-moeglichkeiten-fuer-unsere-enkelkinder-teil-1\/","title":{"rendered":"John Maynard Keynes und die wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr unsere Enkelkinder &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><em>Dieser Essay wurde erstmalig 1928 von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Maynard_Keynes\" target=\"_blank\">J.M. Keynes<\/a> als Rede vor einigen kleineren Gesellschaften, darunter die \u201eEssay Society\u201c des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Winchester_College\" target=\"_blank\">Winchester College<\/a> und der \u201ePolitical Economy Club\u201c in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/University_of_Cambridge\" target=\"_blank\">Cambridge<\/a>, gehalten. Im Juni 1930 erweiterte Keynes seine Notizen zu einer Vorlesung \u00fcber \u201e\u00d6konomische M\u00f6glichkeiten f\u00fcr unsere Enkelkinder\u201c, die er in Madrid hielt. Sie erschien in gedruckter Form in zwei Folgen der Zeitschrift <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Nation_and_Athenaeum\" target=\"_blank\">\u201eThe Nation &#038; The Athenaeum\u201c<\/a> am 11. und 18. Oktober 1930, also inmitten der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltwirtschaftskrise\" target=\"_blank\">Wirtschaftskrise<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><Center><a title=\"John Maynard Keynes, see page for author [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AKeynes_1933.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"Keynes 1933\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/0\/04\/Keynes_1933.jpg\"\/><\/a><br \/>\n<em>John Maynard Keynes 1933<\/em><\/center><\/p>\n<p><Center><b>I.<\/b><\/Center><br \/>\nWir leiden gerade unter einem schweren Anfall von wirtschaftlichem Pessimismus. Sehr h\u00e4ufig h\u00f6rt man Leute sagen, dass die Epoche des enormen wirtschaftlichen Fortschritts, die das neunzehnte Jahrhundert kennzeichnete, vor\u00fcber sei; dass die schnelle Verbesserung des Lebensstandards sich nun verlangsamen w\u00fcrde \u2212 wenigstens in Gro\u00dfbritannien; dass ein R\u00fcckgang des Wohlstands in dem vor uns liegenden Jahrzehnt wahrscheinlicher sei als eine Steigerung.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Ich glaube, dies ist eine weitverbreitete Fehlinterpretation dessen, was uns geschieht. Wir leiden nicht unter Altersrheumatismus, sondern unter den wachsenden Schmerzen \u00fcberschneller Ver\u00e4nderungen, unter der Schmerzhaftigkeit von Korrekturen beim \u00dcbergang von einer Wirtschaftsperiode in eine andere. Der Anstieg der technischen Leistungsf\u00e4higkeit war schneller als unser Verm\u00f6gen, Arbeit zu schaffen; die Verbesserung des Lebensstandards war ein wenig zu rasch; das Banken- und Geldsystem der Welt hat verhindert, dass die Zinsrate so schnell fiel, wie es das Gleichgewicht erfordert h\u00e4tte. <\/p>\n<p>Aber trotzdem machten die sich hieraus ergebende Verschwendung und Unordnung nicht mehr als 7\u00bd Prozent des Volkseinkommens aus; wir vergeuden eineinhalb <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schilling#Gro.C3.9Fbritannien\" target=\"_blank\">Schilling<\/a> von einem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pfund_Sterling\" target=\"_blank\">Pfund Sterling (\u00a3)<\/a> und haben nur 18 Schilling, 6 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Penny_(M%C3%BCnze)\" target=\"_blank\">Pence<\/a>, obwohl wir mit etwas mehr Verstand \u00a31 haben k\u00f6nnten; trotzdem entsprechen die 18 Schilling, 6 Pence dem, was \u00a31 vor f\u00fcnf bis sechs Jahren wert war. <\/p>\n<p>Wir vergessen, dass 1929 die Industrieproduktion Gro\u00dfbritanniens h\u00f6her als je zuvor war, und dass der f\u00fcr Auslandsinvestitionen verf\u00fcgbare Netto\u00fcberschuss unserer Zahlungs-bilanz nach Bezahlung unserer gesamter Einfuhren im letzten Jahr gr\u00f6\u00dfer war als der irgendeines anderen Landes, in der Tat sogar 50 Prozent h\u00f6her als der entsprechende \u00dcberschuss der Vereinigten Staaten. <\/p>\n<p>Oder nochmals \u2212 wenn schon verglichen werden soll \u2212, angenommen, wir w\u00fcrden unsere L\u00f6hne um die H\u00e4lfte reduzieren, vier F\u00fcnftel unserer Staatsschulden nicht anerkennen und unseren \u00fcbersch\u00fcssigen Reichtum in Goldbarren horten statt ihn f\u00fcr 6 Prozent oder mehr auszuleihen, so w\u00fcrden wir dem jetzt viel beneideten Frankreich gleichen. Aber w\u00e4re das eine Verbesserung?<\/p>\n<p>Die herrschende weltweite Depression, die ungeheure Anomalie von Arbeitslosigkeit in einer Welt voller Bed\u00fcrfnisse, die verheerenden, von uns begangenen Fehler haben uns blind f\u00fcr das werden lassen, was unter der Oberfl\u00e4che vor sich geht \u2212 was eine zutreffende  Interpretation der Entwicklungstendenz w\u00e4re. <\/p>\n<p>Denn ich sage voraus, dass die beiden entgegengesetzten Irrt\u00fcmer des Pessimismus, die jetzt in der Welt so viel L\u00e4rm machen, sich noch in unserer eigenen Zeit als falsch herausstellen werden \u2212 der Pessimismus der Revolution\u00e4re, die glauben, die Dinge seien so schlecht, dass nichts als ein gewaltsamer Umsturz uns retten kann, und der Pessimismus der Reaktion\u00e4re, die das Gleichgewicht unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens f\u00fcr so gef\u00e4hrdet halten, dass wir keine Experimente riskieren d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Meine Absicht in diesem Aufsatz ist es jedoch nicht, die Gegenwart oder die nahe Zukunft zu untersuchen, sondern mich von der kurzen Sicht freizumachen und mich auf Schwingen in die Zukunft zu bewegen. Welchen Stand des wirtschaftlichen Lebens k\u00f6nnen wir  vern\u00fcnftigerweise von jetzt an in hundert Jahren erwarten? Was sind die wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr unsere Enkelkinder?<\/p>\n<p>Von den fr\u00fchesten Zeiten, \u00fcber die wir Aufzeichnungen haben \u2212 also zur\u00fcck, sagen wir, bis zweitausend Jahre vor Christus \u2212, bis zum Beginn des achtzehnten Jahrhunderts gab es keine gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen im Lebensstandard des durchschnittlichen, in der zivilisierten Welt lebenden Menschen. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gab es ein Auf und Ab. Heimsuchungen durch Seuchen, Hungersn\u00f6te und Krieg. Goldene Zwischenzeiten. Aber keine fortschreitenden heftigen Ver\u00e4nderungen. Einige Zeiten waren vielleicht 50 Prozent \u2212 allerh\u00f6chstens 100 Prozent \u2212 besser als andere in den viertausend Jahren, die (sagen wir) um 1700 n.Chr. endeten.<\/p>\n<p>Diese langsame Fortschrittsrate oder dieser Mangel an Fortschritt ist zwei Faktoren zuzuschreiben \u2212 dem bemerkenswerten Fehlen von bedeutenden technischen Verbesserungen und dem Vers\u00e4umnis, Kapital zu <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Akkumulation_(Wirtschaft)\" target=\"_blank\">akkumulieren<\/a>.<\/p>\n<p>Das Fehlen bedeutender technischer Erfindungen zwischen der vorgeschichtlichen und der vergleichsweise modernen Zeit ist tats\u00e4chlich bemerkenswert. Fast alles, worauf es wirklich ankommt und was die Welt zu Beginn der Neuzeit besa\u00df, war dem Menschen schon seit dem Beginn der Geschichte bekannt. <\/p>\n<p>Sprache, Feuer, die gleichen Haustiere, die wir heute haben, Weizen, Gerste, der Wein und die Olive, der Pflug, das Rad, das Ruder, das Segel, Leder, Leinen und Tuch, Ziegel und T\u00f6pfe, Gold und Silber, Kupfer, Zinn und Blei \u2212 und Eisen wurde dieser Liste fr\u00fcher als 1000 v.Chr. hinzugef\u00fcgt \u2212, Bankwesen, Staatskunst, Mathematik, Astronomie und Religion. Es gibt keine Aufzeichnungen dar\u00fcber, wann wir diese Dinge zuerst besa\u00dfen.<\/p>\n<p>Zu irgendeiner Zeit vor dem Beginn der Geschichte \u2212 vielleicht sogar in einer jener angenehmen Zwischenr\u00e4ume vor der letzten Eiszeit \u2212 muss es eine Zeit des Fortschritts und der Erfindung gegeben haben, die mit der, in der wir heute leben, vergleichbar ist. Aber w\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teils der aufgezeichneten Geschichte gab es nichts derartiges.<\/p>\n<p>Die moderne Zeit begann, so denke ich, mit der Kapitalakkumulation im sechzehnten Jahrhundert. Ich glaube \u2212 aus Gr\u00fcnden mit denen ich die vorliegende Gedankenf\u00fchrung nicht belasten muss \u2212, dies ist urspr\u00fcnglich auf Preissteigerungen und daraus resultierenden Profiten zur\u00fcckzuf\u00fchren, die durch die Gold- und Silbersch\u00e4tze erm\u00f6glicht wurden, die Spanien aus der Neuen Welt in die Alte brachte. <\/p>\n<p>Von dieser Zeit an bis heute wurde die Kraft der Akkumulation, die \u00fcber viele Generationen hinweg geschlafen zu haben scheint, mittels Zinseszins wiedergeboren und in ihrer St\u00e4rke erneuert. Und die Macht des Zinseszins \u00fcber zweihundert Jahre hinweg ist etwas, was die Vorstellungskraft ins Wanken bringt.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich ein Beispiel f\u00fcr die Summe geben, die ich ausgerechnet habe. Der Wert von Gro\u00dfbritanniens Auslandsinvestitionen wird heute auf etwa \u00a34.000.000.000 gesch\u00e4tzt. Das bringt uns ein Einkommen in H\u00f6he von etwa 6\u00bd Prozent. Die H\u00e4lfte bringen wir nach Hause und genie\u00dfen sie; die andere H\u00e4lfte, n\u00e4mlich 3\u00bc Prozent, belassen wir im Ausland zur Akkumulation mittels Zinseszins. Irgend etwas dieser Art ist jetzt seit ungef\u00e4hr 250 Jahren im Gange.<\/p>\n<p>Denn ich f\u00fchre die Anf\u00e4nge britischer Auslandsinvestitionen auf den Schatz zur\u00fcck, den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltumsegelung_des_Francis_Drake\" target=\"_blank\">Drake 1580 von Spanien stahl<\/a>. In diesem Jahr kehrte er nach England zur\u00fcck und brachte die gewaltige Beute auf der Golden Hind<Sup><a href=\"#eins\"><b>*<\/b><\/a><\/Sup> mit. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elisabeth_I.\" target=\"_blank\">K\u00f6nigin Elisabeth<\/a> war ein betr\u00e4chtlicher Anteilseigner des  Konsortiums, das die Expedition finanziert hatte. Mit ihrem Anteil bezahlte sie die gesamte Auslandsschuld Englands, glich ihren Haushalt aus und behielt f\u00fcr sich ungef\u00e4hr \u00a340.000 \u00fcbrig. Diese investierte sie in die Levante Gesellschaft \u2212 welche prosperierte. Mit den Gewinnen der Levante Gesellschaft wurde die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Britische_Ostindien-Kompanie\" target=\"_blank\">Ost-Indische Gesellschaft<\/a> gegr\u00fcndet; und die Gewinne dieses gro\u00dfen Unternehmens waren die Grundlage f\u00fcr Englands nachfolgende Auslandsinvestitionen.<\/p>\n<p>Nun ist es so, dass \u00a340.000, zu 3\u00bc Prozent Zins und Zinseszins angelegt, ungef\u00e4hr dem tats\u00e4chlichen Umfang der britischen Auslandsinvestitionen zu verschiedenen Zeitpunkten entsprechen und sich heute tats\u00e4chlich zu den \u00a34.000.000.000 summieren w\u00fcrden, die ich bereits als die Summe unserer heutigen Auslandsinvestitionen genannt habe. Somit sind aus jedem \u00a3, das Drake 1580 nach Hause brachte, \u00a3100.000 geworden. Das ist die Kraft des Zinseszins!<\/p>\n<p>Vom sechzehnten Jahrhundert an, und besonders nach dem achtzehnten, begann das gro\u00dfe Zeitalter wissenschaftlicher und technischer Erfindungen, das seit den Anf\u00e4ngen des neunzehnten Jahrhunderts in vollem Fluss ist \u2212 Kohle, Dampf, Elektrizit\u00e4t, Erd\u00f6l, Stahl, Gummi, Baumwolle, die chemischen Industrien, automatische Maschinerie und die Verfahren der Massenproduktion, Rundfunk, Buchdruck, Newton, Darwin und Einstein, und tausend andere Dinge und Menschen, die zu bekannt und vertraut sind, als dass sie alle aufgez\u00e4hlt werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Was ist das Ergebnis? Trotz eines ungeheuren Wachstums der Weltbev\u00f6lkerung, die notwendigerweise mit H\u00e4usern und Maschinen ausger\u00fcstet werden musste, ist der durchschnittliche Lebensstandard in Europa und den Vereinigten Staaten, wie ich annehme, um etwa das Vierfache gestiegen. Das Kapital ist mit einer Geschwindigkeit gewachsen, die \u00fcber dem Hundertfachen dessen liegt, was jedes fr\u00fchere Zeitalter gekannt hat. Und von jetzt ab brauchen wir keinen so gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungszuwachs mehr zu erwarten.<\/p>\n<p>Wenn das Kapital um, sagen wir, 2 Prozent pro Jahr w\u00e4chst, wird sich die Kapital-ausstattung der Welt in 20 Jahren um die H\u00e4lfte vergr\u00f6\u00dfert haben, und siebeneinhalbmal in 100 Jahren. Stellen Sie sich das einmal in Form stofflicher Dinge vor \u2212 H\u00e4user, Transportmittel und \u00e4hnliches.<\/p>\n<p>Gleichzeitig haben technische Verbesserungen in der Fertigung und im Transportwesen in den letzten zehn Jahren einen gr\u00f6\u00dferen Fortschritt gemacht als je zuvor in der Geschichte. In den Vereinigten Staaten war der industrielle Output pro Kopf 1925 um 40 Prozent h\u00f6her als 1919. In Europa sind wir durch zeitweilige Hindernisse aufgehalten worden, aber trotzdem kann man mit Sicherheit sagen, dass sich die technische Effizienz allj\u00e4hrlich um ein Prozent vermehrt. <\/p>\n<p>Es gibt Anzeichen daf\u00fcr, dass der umw\u00e4lzende technische Wandel, der bisher haupts\u00e4chlich das Gewerbe und die Industrie betroffen hat, sich bald auch \u00fcber die Landwirtschaft hermachen wird. Wir stehen vielleicht am Vorabend von Verbesserungen in der Leistungsf\u00e4higkeit der Nahrungsmittelerzeugung, die so gro\u00df sein werden wie die, die bereits im Bergbau, im Produzierenden Gewerbe und im Transportwesen<br \/>\nstattgefunden haben. <\/p>\n<p>In wenigen Jahren \u2212 damit meine ich, noch zu unseren Lebzeiten \u2212 werden wir in der Lage sein, alle T\u00e4tigkeiten in der Landwirtschaft, im Bergbau und im Produzierenden Gewerbe mit einem Viertel der menschlichen Anstrengungen durchzuf\u00fchren, an die wir gew\u00f6hnt waren.<\/p>\n<p>Im Augenblick schmerzt uns die hohe Geschwindigkeit dieser Ver\u00e4nderungen und bringt schwer zu l\u00f6sende Probleme mit sich. Solche L\u00e4nder leiden verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig weniger, die nicht an der Spitze des Fortschritts marschieren. Wir sind von einer neuen Krankheit befallen, deren Namen einige Leser m\u00f6glicherweise noch nicht geh\u00f6rt haben, von der sie aber in den n\u00e4chsten Jahren noch viel h\u00f6ren werden \u2212 n\u00e4mlich technologische Arbeitslosigkeit. Hiermit ist die Arbeitslosigkeit gemeint, die entsteht, weil unsere Entdeckung von Mitteln zur Einsparung von Arbeit schneller voranschreitet als unsere F\u00e4higkeit, neue Verwendungen f\u00fcr Arbeit zu finden.<\/p>\n<p>Dies ist aber nur eine vor\u00fcbergehende Phase einer mangelhaften Anpassung. Auf lange Sicht bedeutet all dieses, dass die Menschheit dabei ist, ihr wirtschaftliches Problem zu l\u00f6sen. Ich m\u00f6chte voraussagen, dass der Lebensstandard in den fortschrittlichen L\u00e4ndern in hundert Jahren vier- bis achtmal so hoch sein wird wie heute. Selbst im Lichte unseres heutigen Wissens h\u00e4tte dies nichts \u00dcberraschendes. Es w\u00e4re aber auch nicht unsinnig, mit der M\u00f6glichkeit eines noch viel rascheren Fortschritts zu rechnen.<\/p>\n<p><b>Anmerkung:<\/b><br \/>\n<Sup><a name=\"#eins\"><b>*<\/b><\/a><\/Sup> <em>Die \u201eGolden Hind\u201c (zun\u00e4chst \u201ePelican\u201c getauft) war das Flaggschiff der f\u00fcnf Schiffe, mit denen Francis Drake 1577 von England aus in Richtung Pazifischer Ozean in See stach.<\/em><\/p>\n<p><em><b>Weiter demn\u00e4chst mit <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/john-maynard-keynes-und-die-wirtschaftlichen-moeglichkeiten-fuer-unsere-enkelkinder-teil-2\/\" target=\"_blank\">Teil II<\/a><\/b><\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Essay wurde erstmalig 1928 von J.M. Keynes als Rede vor einigen kleineren Gesellschaften, darunter die \u201eEssay Society\u201c des Winchester College und der \u201ePolitical Economy Club\u201c in Cambridge, gehalten. 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