{"id":211150,"date":"2014-09-17T07:19:10","date_gmt":"2014-09-17T05:19:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=211150"},"modified":"2014-09-23T08:29:26","modified_gmt":"2014-09-23T06:29:26","slug":"ein-eindeutiger-sieg-des-favre-systems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/ein-eindeutiger-sieg-des-favre-systems\/","title":{"rendered":"Ein eindeutiger Sieg des Favre-Systems"},"content":{"rendered":"<p>Eins vorweg: nat\u00fcrlich bin ich mir dar\u00fcber im klaren, dass so gut wie keine Mannschaft eine solche Anzahl an verletzten und erkrankten Spielern einfach so wegstecken kann. Auch die Tatsache, dass Christian Clemens noch nie Rechtsverteidiger gespielt hat und sowohl Dennis Aogo als auch Marco H\u00f6ger Rekonvaleszenten nach sehr langen Pausen sind, soll hier nicht vergessen werden. <\/p>\n<p><Center><a title=\"Gladbachs Trainer Lucien Favre von Borusse86 at de.wikipedia (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AFavrebmg.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"Gladbachs Trainer Lucien Favre\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/f\/f4\/Favrebmg.jpg\/256px-Favrebmg.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Und trotzdem, kann das als Entschuldigung f\u00fcr eine 1:4-Niederlage in M\u00f6nchengladbach ausreichen? Auch Bayern M\u00fcnchen und dem ungeliebten Nachbarn aus L\u00fcdenscheid fehlen seit Wochen einige wichtige Spieler.<\/p>\n<p>Joel Matip, Jan Kirchhoff, Sead Kolasinac, Jefferson Farfan, Leon Goretzka, Atsuto Uchida, Felipe Santana und Fabian Giefer gar nicht dabei, Julian Draxler, Max Meyer und Klaas-Jan Huntelaar krankheitsbedingt nur auf der Bank.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das schon heftig, wenn eine komplette Elf am Spieltag ausf\u00e4llt. Und doch, oh Wunder, standen am Samstag elf Akteure auf dem Platz, darunter sogar ein frisch gebackener Weltmeister, ein Jung-Nationalspieler (Sidney Sam), ein kamerunischer Internationaler (Eric-Maxim Choupo-Moting), der aktuelle Kapit\u00e4n der \u00f6sterreichischen Auswahl sowie ein ghanaischer Nationalspieler, der immerhin \u00fcber 70 Spiele f\u00fcr den AC Mailand absolviert hat.  <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Also alles Spieler, die nicht erst seit gestern auch international aktiv sind und eigentlich wissen m\u00fcssten, was sie da auf dem Rasen machen sollen. Im Gegenteil: mit Kaan Ayhan und ausgerechnet Keeper Ralf F\u00e4hrmann (der in Gladbach noch der Beste war und sein Team vor einer noch h\u00f6heren Schlappe bewahrte) hatten nur zwei Mann bisher weniger als 50 Bundesligaspiele absolviert. <\/p>\n<p>Wie aber kann sich eine solche Mannschaft zweimal geradezu klassisch auskontern lassen, noch dazu ausw\u00e4rts? Und nicht, dass das jetzt vielleicht \u00fcberraschend gewesen w\u00e4re. Nein, die Art und Weise, wie die Niederlage in Gladbach zustande kam, war ein geradezu klassisches Deja-Vu-Erlebnis. Auch in Dresden und Hannover war nahezu das Gleiche passiert. <\/p>\n<p>Dabei hatte alles eigentlich recht gut begonnen: in den ersten 20 Minuten beherrschte Schalke Ball und Gegner, doch eine echte Torchance sprang dabei allerdings nicht heraus.<br \/>\nAuf der anderen Seite machten es die Gladbacher wesentlich besser. Gleich die erste Konterchance sa\u00df, als die Blauen die gesamte linke Seite entbl\u00f6\u00dften und Andre Hahn nur noch Keeper Ralf F\u00e4hrmann \u00fcberwinden musste.\u00c4hnlich anf\u00e4llig pr\u00e4sentierten sich die Schalker beim dritten Treffer der Fohlen, der schon praktisch das KO bedeutete, nachdem zwischenzeitlich Choupo-Moting mit dem Anschlu\u00dftor noch f\u00fcr Hoffnung gesorgt hatte. <\/p>\n<p>Eine kleine statistische Einblendung von sky sorgte zudem f\u00fcr Erstaunen: w\u00e4hrend der letzte Gladbacher durchschnittlich  nur 33 Meter vom Tor entfernt stand, betrug der gleiche Wert f\u00fcr Schalke immerhin \u00fcber 40 Meter! Im Klartext: die gesamte taktische Aufstellung der Gelsenkirchener war wesentlich offensiver ausgerichtet! <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Blau-Wei\u00dfen also sehr hoch standen und \u00fcber viel Ballbesitz die Kontrolle \u00fcber das Spiel zu gewinnen suchten, hatte Gladbachs Trainer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lucien_Favre\" title=\"Lucien Favre \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Lucien Favre<\/a> seiner Mannschaft eine komplett andere Taktik verordnet: abwarten, dem Gegner das Spielger\u00e4t \u00fcberlassen und auf Konter lauern. Nun, selbst f\u00fcr Laien d\u00fcrfte nach dem Spiel klar gewesen sein, wer hier wen ausman\u00f6vriert hatte. <\/p>\n<p>Favre hatte offenbar bei den bisherigen Ausw\u00e4rtsspielen der Schalker besonders gut hingesehen. Denn auch in Dresden und Hannover waren die Schw\u00e4chen der Mannschaft von Trainer Jens Keller, insbesondere bei Ballverlusten in der Vorw\u00e4rtsbewegung, mehrfach deutlich zutage getreten.  <\/p>\n<p>Umso erstaunlicher musste es dem Schweizer vorgekommen sein, dass Keller genauso weiter spielen lie\u00df. Trotz erheblicher Probleme auf den Au\u00dfenverteidiger-Positionen \u00e4nderte er nichts an der offensiven Ausrichtung, sowohl Dennis Aogo als auch Christian Clemens interpretierten ihre Rollen sehr angriffsfreudig. Und da auch Christian Fuchs und (mit Abstrichen) Sidney Sam sich nicht viel mit l\u00e4stigen Abwehraufgaben belasten wollten, musste sich Favre fast wie bei &#8222;W\u00fcnsch Dir was&#8220; vorgekommen sein. Denn eine andere Spielweise der Schalker h\u00e4tte er sich wirklich nicht w\u00fcnschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Anh\u00e4ngerschaft des S04 aber bringt diese Handlungsweise eine ganz andere Fragestellung hervor. Warum um Himmels willen denn schon wieder so? Reicht es nicht aus, dass man sich beim Drittligisten Dynamo Dresden mit dieser Spielweise schon genug blamiert hatte?<br \/>\nOder in Hannover eine Begegnung, die man eigentlich h\u00e4tte gewinnen m\u00fcssen, durch eben genau diese Schw\u00e4chen dann doch noch verloren hat? <\/p>\n<p>Gibt es \u00fcberhaupt so etwas wie eine Lernwirkung aus den vergangenen Niederlagen? Und so sehr man dann auch die Probleme mit der langen Verletzten- und Krankenliste vorschieben mag, so muss man doch feststellen, dass das mit der falschen Taktik letztlich recht wenig zu tun hat.<\/p>\n<p>Und daf\u00fcr ist nun mal am Ende doch wieder der Trainer zust\u00e4ndig, ganz egal, welche elf Spieler da nun auf dem Rasen stehen. Sicherlich gibt es unter den Ausf\u00e4llen den einen oder anderen, der (unter normalen Umst\u00e4nden) bestimmt st\u00e4rker w\u00e4re als sein nun spielender Ersatz. Doch das \u00e4ndert an der gew\u00e4hlten Taktik gleichwohl nur wenig. <\/p>\n<p>So bleibt dann auch meine haupts\u00e4chliche Kritik am Trainer weiterhin bestehen: Jens Keller l\u00e4sst keinen modernen Fu\u00dfball mit System spielen. Was braucht man denn noch, um dies festzustellen, als eine so klare Niederlage gegen das &#8222;System Favre&#8220;? Und das nun zum wiederholten Mal&#8230; <\/p>\n<p>Dieses Problem haben wir nun seit fast zwei Jahren, und es wird mal mehr oder weniger kaschiert durch die individuellen F\u00e4higkeiten der Spieler. Sicher, man kann auch die Profis da nicht ganz aus der Schusslinie nehmen. <\/p>\n<p>Wie sich z. B. Neust\u00e4dter und H\u00f6ger am Samstag da im defensiven Mittelfeld pr\u00e4sentiert haben, war alles andere als bundesligatauglich. Oder der &#8222;Prinz&#8220; auf seiner angeblichen Lieblingsposition: wie man so etwas mit Leben ausf\u00fcllt, hat ihm sein Gegen\u00fcber, der Brasilianer Raffael, in Gladbach mehr als einmal vorgemacht.<\/p>\n<p>Doch das Ganze steht und f\u00e4llt vor allem mit den Leistungen des Trainerteams. Wenn ich beispielsweise sehe, dass meine Mannschaft Schwierigkeiten damit hat, nach einem Ballverlust in die Defensive umzuschalten, so muss ich versuchen, dass zu \u00e4ndern. <\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Vorw\u00e4rtsbewegung. Seien wir doch mal ehrlich: Wann haben wir zuletzt eine Schalker Mannschaft gesehen, die nach einem Fehlpass komplett und sofort vollst\u00e4ndig nach hinten gearbeitet hat? Und wer hat sich noch nicht \u00fcber das fehlende schnelle Umschaltspiel bei einer Balleroberung ge\u00e4rgert?<\/p>\n<p>Es wird Zeit, m\u00f6glichst bald etwas zu \u00e4ndern. Doch wie soll das gehen, bei dem engen Spielplan in den n\u00e4chsten Wochen? Chelsea, Frankfurt, Bremen, der BVB, Maribor und Hoffenheim: bis Anfang Oktober sind wichtige Weichenstellungen f\u00fcr den weiteren Verlauf der Saison m\u00f6glich.<\/p>\n<p>So wie ich es sehe, geht Schalke eher schlecht ger\u00fcstet in diese vorentscheidende Phase, und das liegt nicht nur allein an den vielen Verletzten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eins vorweg: nat\u00fcrlich bin ich mir dar\u00fcber im klaren, dass so gut wie keine Mannschaft eine solche Anzahl an verletzten und erkrankten Spielern einfach so wegstecken kann. 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