{"id":1858409,"date":"2016-02-28T00:09:52","date_gmt":"2016-02-27T23:09:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=1858409"},"modified":"2026-05-04T12:22:51","modified_gmt":"2026-05-04T10:22:51","slug":"solange-menschen-sparen-sind-wirtschaftswachstum-und-verschuldung-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/solange-menschen-sparen-sind-wirtschaftswachstum-und-verschuldung-notwendig\/","title":{"rendered":"Solange Menschen sparen, sind Wirtschaftswachstum und Verschuldung notwendig"},"content":{"rendered":"<p>Eine Marktwirtschaft ist ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirtschaftskreislauf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wirtschaftskreislauf<\/a>, in dem Geld und G\u00fcter als &#8222;Str\u00f6me&#8220; zirkulieren. Entnimmt man diesem Kreislauf nun Geld, indem man etwa f\u00fcr die Altersvorsorge &#8222;spart&#8220;, so wird dadurch das Einkommen anderer Marktteilnehmer vermindert, da das entnommene Geld nicht mehr f\u00fcr den Erwerb von G\u00fctern\/Dienstleistungen zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Einfacher Wirtschaftskreislauf von den Usern RobbyBer, RobbyBer on de.wikipedia [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AEinfacher_Wirtschaftskreislauf.png\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"Einfacher Wirtschaftskreislauf\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/c\/c8\/Einfacher_Wirtschaftskreislauf.png?utm_source=commons.wikimedia.org&#038;utm_campaign=index&#038;utm_content=original\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/alternative-wirtschaftstheorie-unternehmergewinn-und-beschaeftigungsvolumen-teil-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Es sind daher Investitionen der Unternehmer auf Kredit in neues Sachkapital notwendig<\/a>, um den durch das Sparen fehlenden Geldbetrag auszugleichen. Da es aber erforderlich ist, den Unternehmen einen Gewinn in Aussicht zu stellen, um sie \u00fcberhaupt zu einer Investition zu bewegen, m\u00fcssen die Ertr\u00e4ge der erfolgreichen Investitionen h\u00f6her ausfallen als der durch die Ersparnisse hervorgerufene Nachfrageausfall, die Wirtschaft muss also wachsen. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/alternative-wirtschaftstheorie-unternehmergewinn-und-beschaeftigungsvolumen-teil-3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deshalb<\/a> muss auch die Menge an produzierten Investitionsg\u00fctern entsprechend gr\u00f6\u00dfer sein als die fehlende Nachfrage nach Verbrauchsg\u00fctern. W\u00fcrde weniger investiert, w\u00e4re das dabei erzeugte Verbrauchseinkommen nicht ausreichend, um diese Nachfragel\u00fccke zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Dies w\u00fcrde zu sinkenden Preisen bei den Verbrauchsg\u00fctern f\u00fchren und die Produktion m\u00fcsste gedrosselt werden, was mit Entlassungen und einem schrumpfendem Besch\u00e4ftigungsvolumen einhergehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Oder anders herum:<br \/>\nDie Auswirkungen des Sparens der Nichtunternehmer ohne erfolgreiche Investitionen und Verschuldung sind eine sinkende Nachfrage und entsprechende Kapazit\u00e4tsverringerungen der Unternehmen, die in der Folge zu Arbeitslosigkeit und damit zu weiterer Schw\u00e4chung der Nachfrage f\u00fchren. <\/p>\n<p>In einer Marktwirtschaft muss demnach Geldsparen mittels Ausgabe\u00fcbersch\u00fcssen, also mit gesamtsektoraler <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nettokreditaufnahme\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nettokreditaufnahme<\/a> kompensiert werden: gibt es keine ausreichend neue Kreditnachfrage, stehen dem Wirtschaftskreislauf eben nicht mehr ausreichend Geldmittel (= sinkende Nachfrage) zu Verf\u00fcgung, da das Geld f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geldsch%C3%B6pfung#Geldsch.C3.B6pfung_und_Geldvernichtung_.28.E2.80.9EAktiv-Passiv-Mehrung.E2.80.9C_und_.E2.80.9E-Minderung.E2.80.9C.29\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kredittilgung<\/a> nicht wieder zur\u00fcck in diesen Kreislauf flie\u00dft.<\/p>\n<p>Damit wird auch klar, warum eine Volkswirtschaft \u00fcber die get\u00e4tigten Investitionen auf Pump wachsen muss, um das vorhandene Besch\u00e4ftigungsvolumen zumindest halten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Will man aber eine bereits vorhandene Erwerbslosigkeit bek\u00e4mpfen, kommt man damit an Wirtschaftswachstum und entsprechender Verschuldungsbereitschaft \u00fcberhaupt nicht mehr vorbei. Offen und eine dr\u00e4ngende Frage politischer Entscheidungen ist dann nur noch die Art und Weise, wie dieses Wachstum erreicht werden soll (z. B. als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Qualitatives_Wachstum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">qualitatives<\/a> oder <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/wohlstand-ohne-wachstum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00f6kologisches Wachstum<\/a>).<\/p>\n<p>Daher m\u00fcssen sich alle Wachstumskritiker auch fragen lassen, ob sie bereit sind, weniger oder gar nicht mehr zu sparen, um Wirtschaftswachstum unn\u00f6tig zu machen.<\/p>\n<p>Die Art des Geldes (Giral- oder Bargeld) \u00e4ndert dabei \u00fcbrigens nichts am grundlegenden Problem, die m\u00f6gliche Abschaffung des Bargeldes w\u00e4re also lediglich die Er\u00f6ffnung eines weiteren (\u00fcberfl\u00fcssigen) Nebenkriegsschauplatzes.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Marktwirtschaft ist ein Wirtschaftskreislauf, in dem Geld und G\u00fcter als &#8222;Str\u00f6me&#8220; zirkulieren. 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