{"id":1135087,"date":"2015-05-27T07:45:18","date_gmt":"2015-05-27T05:45:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=1135087"},"modified":"2025-05-07T08:27:59","modified_gmt":"2025-05-07T06:27:59","slug":"seht-ihr-profis-so-wird-das-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/seht-ihr-profis-so-wird-das-gemacht\/","title":{"rendered":"&#8222;Seht ihr Profis, so wird das gemacht!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Ruf aus dem Rund des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lohrheidestadion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lohrheidestadions<\/a> beim Finale um die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Fu%C3%9Fballmeisterschaft_der_A-Junioren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">U-19-Meisterschaft<\/a> zwischen Hoffenheim und Schalke 04 sollte den Gelsenkirchener Erstligaakteuren eigentlich den ganzen Sommer in den Ohren klingeln.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid von Thorsten Bachner (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ALohrheidestadion_Wattenscheid.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Lohrheidestadion Wattenscheid\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/da\/Lohrheidestadion_Wattenscheid.jpg\/512px-Lohrheidestadion_Wattenscheid.jpg\"\/><\/a><br \/>\n<em><\/em>Das Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid<\/Center><\/p>\n<p>Denn die jungen Burschen in Wei\u00df beeindruckten genau mit jenen Eigenschaften, die bei den Profis in dieser Saison so oft schmerzlich vermisst wurden: Ehrgeiz, Willen, Durchsetzungskraft, Kombinationsst\u00e4rke und Zielstrebigkeit. Kurz: die U-19 von Trainer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norbert_Elgert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Norbert Elgert<\/a> spielte Fu\u00dfball, und das wirklich in nahezu vollendeter Form.<\/p>\n<p>Einen gr\u00f6\u00dferen Kontrast innerhalb von zwei Tagen konnte es eigentlich nicht geben. W\u00e4hrend die Schalker Profis sich am Samstag ein weiteres Mal (und Gott sei Dank zum letzten Mal in dieser uns\u00e4glichen Spielzeit) blamierten und bei der 0:2-Schlappe in Hamburg wieder einmal alles vermissen lie\u00dfen, zelebrierten die A-Junioren am Pfingstmontag eine echte Lehrstunde. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Trotz eines fr\u00fchen R\u00fcckstandes gegen eine anfangs \u00fcberlegene Hoffenheimer Mannschaft k\u00e4mpften sich die jungen Schalker mit der Unterst\u00fctzung von 12.000 Fans eindrucksvoll wieder ins Spiel zur\u00fcck und siegten am Ende durchaus verdient mit 3:1. Trainer Elgert gab seinem Team mit der Einwechselung von Leroy Sane nach einer guten halben Stunde den entscheidenden Impuls zur Aufholjagd. <\/p>\n<p>Die Blau-Wei\u00dfen ben\u00f6tigten nach dem 0:1 schon nach f\u00fcnf Minuten zwar einige Zeit, um sich gegen die erstaunlich starke Hopp-Truppe wieder zu sammeln, doch noch vor der Pause gelang der psychologisch wichtige Ausgleich und nach der Unterbrechung gab es dann kein Halten mehr. Minute f\u00fcr Minute verschob sich das Spiel immer mehr zugunsten der Gelsenkirchener, und die beiden Treffer der Schalker waren dann die logische Folge dieses ver\u00e4nderten Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses.  <\/p>\n<p>Am Ende bedeutete dieser Beweis des Willens die deutsche Meisterschaft f\u00fcr die Schalker U-19 und den Magier aus der Knappenschmiede Norbert Elgert, und niemand konnte ihnen diesen verdienten Sieg schlechtreden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Schalker Fans war das Balsam auf die verletzten Seelen, und auch der letzte Beweis daf\u00fcr, dass die vom Verein angek\u00fcndigte Trennung von Profi-Trainer Roberto Di Matteo letztlich der einzig richtige Weg und daher unvermeidbar gewesen ist.<\/p>\n<p>Denn offensichtlich konnte der Schweizer \u00dcbungsleiter seine Mannschaft nicht mehr erreichen und auch ihre Spielweise nicht mehr in entscheidender Weise beeinflussen. Ganz im Gegenteil musste man annehmen, dass sich ihre seelenlosen und blutleeren Vorstellungen gezielt gegen den Trainer richteten. <\/p>\n<p>Dieser wirkte immer \u00f6fter hilf- und konzeptionslos, seine Aufstellungen konnten ebenso wie seine Einwechselungen nicht mehr nachvollzogen werden. Hatte anfangs das System der F\u00fcnferkette zumindest f\u00fcr eine gewisse Stabilit\u00e4t im Defensivverhalten gesorgt, so verschwand diese mit der Umstellung auf das klassische 4-4-2 in zunehmendem Ma\u00dfe. <\/p>\n<p>Geradezu erschreckend schwach entwickelte sich zudem das Offensivspiel. Eine Mannschaft, die unter Jens Keller immerhin zu den torgef\u00e4hrlichsten der Liga geh\u00f6rte, schaffte es letztendlich nicht einmal mehr, \u00f6fter als drei- oder viermal pro Spiel \u00fcberhaupt vor dem gegnerischen Geh\u00e4use aufzutauchen. Von einem Aufb\u00e4umen bei einem R\u00fcckstand (vom Heimspiel gegen Stuttgart einmal ausgenommen) gar nicht zu reden.<\/p>\n<p>Die Truppe spielte stattdessen immer wieder uninspiriert ihren Stiefel herunter, um dann meist beim ersten Gegentor auseinanderzubrechen. Es musste zu denken geben, dass Schalke in den letzten f\u00fcnf Saisonspielen gegen Mannschaften, die allesamt noch um den Klassenerhalt k\u00e4mpften, jeweils das schw\u00e4chere Team war, und das als Champions-League-Teilnehmer!  <\/p>\n<p>Und genau daher sollte auch mit der Trennung vom Trainerteam nicht Schluss sein. Ebenso muss Manager Horst Heldt, der f\u00fcr die \u00dcbungsleiter und einen Gro\u00dfteil des Kaders die Verantwortung tr\u00e4gt, in Frage gestellt werden. Von seinen Verdiensten, immerhin musste er den von Felix Magath hinterlassenen Tr\u00fcmmerhaufen entsorgen und sich bei seiner Transfert\u00e4tigkeit an den engen Budgetvorgaben orientieren, ist inzwischen allerdings kaum etwas \u00fcbrig geblieben. <\/p>\n<p>Nimmt man die Eigengew\u00e4chse und jene Spieler, die vor seiner Amtszeit schon da waren (wie Huntelaar, H\u00f6wedes, Matip oder Farfan) aus dem Team heraus, so wird es schon sehr schwierig, echte gelungene Transfercoups zu finden. Selbst Eric-Maxim Choupo-Moting, in der Hinrunde noch als ein solcher gefeiert, ist inzwischen nicht mehr unumstritten, von Sidney Sam, Kevin-Prince Boateng, Dennis Aogo, Roman Neust\u00e4dter, Jan Kirchhoff, Chinedu Obasi oder Tranquillo Barnetta gar nicht zu reden.   <\/p>\n<p>Ist also ein solcher an der gegenw\u00e4rtigen Situation erheblich mitschuldiger Manager \u00fcberhaupt noch in der Lage, einen echten Umbruch herbeizuf\u00fchren? Und hat ihn der allm\u00e4chtige Clemens T\u00f6nnies nicht schon l\u00e4ngst in seinen Befugnissen klar beschnitten? Immerhin muss wohl der Hauptimpuls f\u00fcr die Suspendierungen von Boateng und Sam laut eigener Aussage von T\u00f6nnies selbst erfolgt sein.<\/p>\n<p>W\u00e4re es da nicht tats\u00e4chlich besser, einen wirklichen Schnitt zu machen und mit einer neuen sportlichen Ausrichtung in die n\u00e4chste Saison zu starten? Ohne Di Matteo <b>und<\/b> Heldt?<\/p>\n<p>Meiner Ansicht nach m\u00fcsste auch Horst Heldt den Weg f\u00fcr einen Neuanfang frei machen. Da es in solchen Sachverhalten selten einen &#8222;richtigen&#8220; Moment gibt, sollte man die Sommerpause dazu nutzen, eine neue sportliche F\u00fchrung zu etablieren.<\/p>\n<p>Doch die gestrige Pressekonferenz deutete ganz klar darauf hin, dass Heldt zwar angeschlagen, aber wohl nicht angez\u00e4hlt ist. Obwohl er Fehler zugab und Besserung gelobte, sitzt der Manager auch weiterhin noch fest im Sattel. Und er will weitermachen wie bisher. Dem von ihm noch auszusuchenden Trainer soll dann eine fertige Mannschaft hingestellt werden.<\/p>\n<p>Also alles weiter nach dem Managersystem. Welches erfolgreiche Vereine wie Bayern, Dortmund und Gladbach den Systemwechsel l\u00e4ngst vollzogen haben und einen Stil mit ger\u00e4uschlos im Hintergrund und <b>im Einvernehmen mit den jeweiligen Trainern<\/b> arbeitenden Managern bevorzugen, ist offenbar in Gelsenkirchen noch nicht angekommen.<\/p>\n<p>Doch Heldts Konzept kann eigentlich mit dieser Saison als gescheitert betrachtet werden. Der Abgang von Roberto Di Matteo legt auch gnadenlos die M\u00e4ngel der von Horst Heldt bunt zusammengew\u00fcrfelten Mannschaft frei. Und wenn es stimmt, dass die verschiedenen Ansichten zur zuk\u00fcnftigen Kaderplanung ein Hauptgrund f\u00fcr die Trennung waren, best\u00e4tigt das nur meine Ansicht. <\/p>\n<p>Es w\u00e4re also Zeit f\u00fcr ein Ankommen der Schalker in der fu\u00dfballerischen Moderne. Doch es sieht nicht so aus, als ob das schon in diesem Sommer passiert&#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Ruf aus dem Rund des Lohrheidestadions beim Finale um die U-19-Meisterschaft zwischen Hoffenheim und Schalke 04 sollte den Gelsenkirchener Erstligaakteuren eigentlich den ganzen Sommer in den Ohren klingeln. 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