{"id":1005863,"date":"2015-05-06T07:34:32","date_gmt":"2015-05-06T05:34:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=1005863"},"modified":"2015-05-06T07:34:32","modified_gmt":"2015-05-06T05:34:32","slug":"s04-totgesagte-leben-laenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/s04-totgesagte-leben-laenger\/","title":{"rendered":"S04: Totgesagte leben l\u00e4nger&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Tja, manchmal geschehen selbst Auf Schalke noch Zeichen und Wunder. Von jedem Spieler h\u00e4tte ich nach dem zwischenzeitlichen R\u00fcckstand gegen den VfB Stuttgart die Impulse f\u00fcr eine Wende erwartet, nur nicht von dem, der sie letztlich lieferte: Kevin-Prince Boateng&#8230;<\/p>\n<p><Center><a title=\"Kevin-Prince Boateng von goatling (Flickr: [1]) [CC BY-SA 2.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AK._P._Boateng.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"K. P. Boateng\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/f\/fd\/K._P._Boateng.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Er galt inzwischen bereits als das sprichw\u00f6rtlich gewordene Synonym f\u00fcr eine verkorkste Saison in Gelsenkirchen, ja sogar als der gr\u00f6\u00dfte anzunehmende GAU bei den Spielerverpflichtungen der letzte Jahre. Alles deutete darauf hin, dass Prince Boateng nicht mehr gebraucht w\u00fcrde, dass seine Zeit bei den Blauen endg\u00fcltig beendet w\u00e4re. Der Prinz als das dominierende Bild der Schalker Krise&#8230; <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Seit seinem uns\u00e4glichen Auftritt im Derby war Boateng bei Trainer Roberto Di Matteo offenbar (durchaus zu recht) unwiderruflich abgeschrieben, die Dissonanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit erschien einfach als viel zu gro\u00df. In den sieben Spielen seit Dortmund reichte es nur zu drei Kurzeins\u00e4tzen, f\u00fcr einen &#8222;F\u00fchrungsspieler&#8220; und Leader eindeutig zu wenig.<\/p>\n<p>Und nun brachte ausgerechnet dieser Boateng die Wende in der Begegnung gegen den Tabellenletzten, zu einer Zeit, als offenbar mal wieder alles gegen die Schalker laufen wollte. H\u00e4tte ein Autor ein solches Skript vorgelegt, es w\u00e4re h\u00f6chstwahrscheinlich als zu unrealistisch und zu absurd abgelehnt worden.<\/p>\n<p>Und es brodelte gewaltig in der Veltins-Arena. Nach der durchaus gl\u00fccklichen fr\u00fchen F\u00fchrung durch Klaas-Jan Huntelaar verloren die Schalker wieder einmal unerkl\u00e4rlicherweise den Faden und lie\u00dfen zu, dass die Schwaben die Partie kurz nach der Pause drehen konnten. Als die Stuttgarter danach immer mehr aufkamen, drohte die Stimmung zu kippen. Wie schon in Mainz wandten sich die treuesten Fans in der Nordkurve ab und feierten sogar Ex-Trainer Huub Stevens. <\/p>\n<p>Dessen aktueller Nachfolger zeigte sich allerdings in der zweiten Halbzeit lernf\u00e4hig. Erstmals in dieser Saison wechselte Di Matteo kompromisslos auf Angriff, l\u00f6ste damit die defensive &#8222;Handbremse&#8220;, die er bisher eigentlich immer auch bei R\u00fcckst\u00e4nden &#8222;angezogen&#8220; lie\u00df und tat so das einzig Richtige. Innerhalb von 15 Minuten brachte er mit Julian Draxler, Boateng und Max Meyer nahezu das gesamte ihm noch verbliebene Offensivpotential. <\/p>\n<p>Damit korrigierte er gleichzeitig seinen schon in Mainz gemachten Fehler, mit Eric-Maxim Choupo-Moting als &#8222;h\u00e4ngendem&#8220; St\u00fcrmer ohne richtigen Spielmacher angetreten zu sein. Auch diesmal vermochte Choupo in dieser ungewohnten Rolle keine Akzente zu setzen, mit ihm drohte stattdessen (wieder einmal) die gesamte Mannschaft unterzugehen. Es ist f\u00fcr mich einfach unverst\u00e4ndlich, warum Di Matteo auch gegen Stuttgart dieser Lapsus unterlief, der schon in Mainz keine positiven Effekte hervorrief.<\/p>\n<p>Erst mit Draxler und Boateng ging ein sp\u00fcrbarer Ruck durch die Mannschaft, die bis dahin wieder einmal wie ein angeschlagener Boxer durch die Arena taumelte. Trotz der fr\u00fchen F\u00fchrung gab es keine Sicherheit in den Aktionen, ein nicht gerade schwacher, aber auch nicht mehr als solide aufspielender VfB Stuttgart konnte sich davon erholen und seinerseits zum Halali blasen. <\/p>\n<p>Es war schon erschreckend, dass auch gegen den Tabellenletzten ein 1:0 nicht ausreichte, um das Spiel an sich zu rei\u00dfen und es souver\u00e4n weiter zu entwickeln und zu beherrschen. So bekamen die Schwaben ihrerseits rasch Oberwasser und bis kurz nach der Pause zu zwei nicht unbedingt unverdienten Toren.  <\/p>\n<p>Der schnelle Serbe Filip Kostic zeigte dem auf der rechten Au\u00dfenbahn v\u00f6llig indisponierten Benedikt H\u00f6wedes ein ums andere Mal seine eklatanten Schw\u00e4chen auf, das Sturmduo Martin Harnik und Daniel Ginczek st\u00fcrzten die zuletzt so sichere und hochgelobte Schalker Abwehr um Joel Matip von einer Verlegenheit in die n\u00e4chste. Nach der Stuttgarter F\u00fchrung war so die Mannschaft von Huub Stevens n\u00e4her an einem weiteren Treffer als die Blauen dem Ausgleich. <\/p>\n<p>Erst mit dem Systemwechsel von Trainer Di Matteo \u00e4nderte sich die Szenerie. Zum ersten Mal seit gef\u00fchlt mehreren Monaten konnten die Schalker ein regelrechtes &#8222;Powerplay&#8220; vor dem Stuttgarter Tor aufziehen, etwas was man fr\u00fcher oft gesehen und zuletzt schmerzlich vermisst hatte.  <\/p>\n<p>Am Ende war der Sieg dann nicht unverdient, aber auch etwas gl\u00fccklich. Und trotz aller Freude \u00fcber den Erfolg nach sechs sieglosen Spielen sollte man nicht vergessen, dass es nur der Tabellenletzte war, den man mit viel M\u00fche bezwingen konnte. Die Frage, ob damit die Krise der Schalker schon beendet ist, kann man daher getrost verneinen. <\/p>\n<p>Jetzt gilt es, in den noch verbleibenden Begegnungen in K\u00f6ln, gegen Paderborn und beim HSV nicht nur m\u00f6glichst viele Punkte mitzunehmen, sondern auch spielerisch noch eine Sch\u00fcppe draufzulegen, um den Eindruck einer an sich schon verkorksten Saison vielleicht doch noch etwas aufzupolieren. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tja, manchmal geschehen selbst Auf Schalke noch Zeichen und Wunder. Von jedem Spieler h\u00e4tte ich nach dem zwischenzeitlichen R\u00fcckstand gegen den VfB Stuttgart die Impulse f\u00fcr eine Wende erwartet, nur nicht von dem, der sie letztlich lieferte: Kevin-Prince Boateng&#8230; Er<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[12,21,13,25],"class_list":["post-1005863","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fc-schalke-04","tag-bundesliga","tag-fussball","tag-schalke","tag-sport"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005863","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1005863"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005863\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1017120,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1005863\/revisions\/1017120"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1005863"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1005863"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1005863"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}