Ansichten zur Tour de France 2003 Teil 2
Mannschaftszeitfahren
Erstmals überhaupt konnte die amerikanische US-Postal-Mannschaft das Zeitfahren der Teams für sich entscheiden. Für die spanische ONCE-Truppe, ansonsten auf Siege in dieser Disziplin abonniert, bedeutete dies natürlich einen herben Imageverlust.
Überraschend gut hielt sich dabei Jan Ullrichs Team Bianchi. Einen dritten Platz
auf dieser Etappe hatte kaum jemand erwartet. So konnte Ullrich seinen Rückstand
auf Lance Armstrong in Grenzen halten, was ihm in den Jahren zuvor meistens nicht
gelungen war.
Das gelbe Trikot wanderte in die Reihen der Sieger-Mannschaft, allerdings noch nicht
zum Chef selber, sondern zu Victor Hugo Pena, der es als erster Kolumbianer tragen
durfte.

Die Alpen - Mythos Alpe d' Huez
Auf der ersten schweren Alpen-Etappe mit dem Schlussanstieg hoch zur legendären Bergankunft L' Alpe d' Huez bekam Seriensieger Armstrong erstmals zu spüren, dass seine Konkurrenten diesmal nicht in Ehrfurcht erstarren wollten.
Angeführt von ONCE-Kapitän Joseba Beloki machten sie ihre Ankündigungen wahr, den
Champ aus Texas richtig zu attackieren. Konnte dieser die Antritte von Beloki,
Zubeldia und Hamilton noch kontern, so musste er den späteren Etappensieger Iban
Mayo ziehen lassen.
Trotzdem war Armstrong am Ende zufrieden, hatte er doch den krankheits-geschwächten
Jan Ullrich distanziert, auf Beloki keine Zeit verloren und war auch noch ins
Führungstrikot gefahren.
Richtig dramatisch wurde es dann aber auf der letzten Abfahrt vom Col de la Rochette
während der 9.Etappe nach Gap.
In der Verfolgung des Spitzenreiters Alexander Vinokourov stürzte Joseba Beloki schwer
und zwang Armstrong zu einer Cross-Einlage durchs Gelände. Der Spanier musste die
Tour mit gravierenden Verletzungen aufgeben und Vinokourov kam bis auf 21 Sekunden
an den Titelverteidiger heran.
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