Ansichten zum Profi-Radsport 2001


Tour de France 2001

Wie ich bereits auf einer anderen Seite beschrieben habe, (siehe Schmerzhafter Einstieg ) hat die Tour 2001 eine besondere Bedeutung für mich.
Doch neben der entfachten Begeisterung bot diese Veranstaltung vor allem eins: hervorragenden Sport.
Das Duell zwischen Lance Armstrong und seinem starken Widersacher Jan Ullrich war einfach faszinierend.

Aber nicht nur dieser Zweikampf, der natürlich die Tour bestimmte, sorgte für positive Schlagzeilen.
Auch der bis zuletzt dauernde Kampf um das grüne Trikot zwischen Stuart O`Grady und Erik Zabel gehörte in die Kategorie Extraklasse. Wobei ich ehrlich sagen muss, daß Zabel dieses Trikot nicht nur wegen seiner Etappensiege aus meiner Sicht durchaus verdient gewonnen hat.

Ebenso im Gedächtnis blieb natürlich der Husarenritt des neuen französischen Nationalhelden Laurent Jalabert ins Trikot des besten Bergfahrers.

Vuelta in Spanien 2001

Sportlich von eher geringerer Bedeutung war dann die Vuelta in Spanien. Da fast nur einheimische Mannschaften die Szene dominierten, hielt sich auch das öffentliche Interesse in Deutschland in Grenzen.
Umso erfreulicher fand ich die täglichen Übertragungen bei Eurosport, die den radsportgeneigten Fan sehr gut auf dem Laufenden hielten.
Erwähnenswert waren sicherlich auch die drei Etappensiege von Erik Zabel hintereinander, ansonsten hatten die deutschen Teams Telekom und Coast nicht allzuviel zu bieten.

Weltmeisterschaft 2001

Von ganz anderem Kaliber war dann die Weltmeisterschaft in Lissabon im Oktober.
Ziemlich überraschend kam es trotz der angeblich so schweren Strecke zu einem Massensprint, den der Spanier Oscar Freire für sich entscheiden konnte.
Erik Zabel hatte zwischendurch leider etwas Pech, als er sich nach einer Panne erst wieder nach vorn kämpfen musste. Daher fehlte ihm im Finale offensichtlich ein bißchen die Kraft und Spritzigkeit zum Sieg.

Ansonsten kam mir diese Weltmeisterschaft etwas bizar vor. Die Rennfahrer, die über die Saison ständig die Trikots ihrer Teams tragen, sollten auf einmal ihre Rivalitäten hinten anstellen und für ihre Länder fahren.
Der Doppelsieg des Mapei-Teams mit Freire und Bettini bestätigte mir denn auch diese Vermutung und ließ natürlich Raum für schädliche Spekulationen.

Vielleicht sollte der internationale Radsportverband das Konzept dieser ansonsten recht gelungenen Veranstaltung in dieser Hinsicht noch einmal überdenken.

Weiter zur Saison 2002

© by Jörg Lipinski