Anfänger mit Delphi


Schwieriger Einstieg

Nach den ersten Programmiererfahrungen mit QBasic sattelte ich recht zügig auf die Windows-Entwicklung um.

Die Entscheidung zum Einsatz von Delphi fiel mir nicht schwer.
siehe Faszinierende Windows-Programmierung

Wesentlich problematischer war dagegen der Umstieg von der codebasierten Arbeitweise im DOS-Bereich auf die objektorientierte Entwicklung mit Delphi.

Mit einem 30-Tage-Demo von Delphi 2 und einigen Einstiegsbüchern ging es damals los. Zuerst erschlug mich dieses Programm mit seinen vielen Optionen förmlich.
Erst langsam arbeitete ich mich durch den Wust an Begriffsbestimmungen wie 'Projekte, Formulare, Units' usw. und entdeckte irgendwann die Einfachheit der Delphi-Programmierung.
Endlich keine unendlichen Code-Tippereien mehr, einfach ein paar Komponenten auf das Formular und fertig (na ja, fast).

Durch bittere Erfahrungen klüger geworden (habe ich nun diese Unit gespeichert oder nicht, und wenn ja, wo?), kann ich jedem Einsteiger nur raten, sich nicht entmutigen zu lassen und sich erst einmal sehr gründlich mit der Entwicklungsumgebung zu beschäftigen.

Online-Hilfe nutzen

Bei allen Problemen kann die Online-Hilfe von Delphi durchaus eine große Hilfe darstellen, auch wenn sie manchmal ziemlich übersichtlich erscheint.
Themen, die nicht sofort mit der Kontext-Hilfe über die F1-Taste erreichbar sind, lassen sich meist über das Hilfe-Menü (Hilfethemen) per Index-Suche finden. Hier kann es auch sinnvoll sein, verschiedene Begriffe auszuprobieren, um zum Ziel zu kommen.

Ich habe mir angewöhnt, zu einem neuen Themenkreis möglichst alle Hilfe-Seiten auszudrucken. Diese etwas altmodische Methode kann meines Erachtens sehr dazu beitragen, die Übersicht zu behalten.

Strukturierung des Quell-Codes

Schon frühzeitig bin ich dazu übergegangen, beim Schreiben des Quelltextes verstärkt auf eine übersichtliche Struktur zu achten. Es gibt z. B. nichts ärgerlicheres als in einem langen, verschachtelten Code nach einem fehlenden end; zu suchen.

Deshalb hier auch ein so banaler Tip wie dieser:
Bei verschachtelten Routinen einfach den nächsten begin-Aufruf etwas einrücken:

begin

begin
__Hier folgt der Quelltext...
end;
end;

Selbst in vielen Fachpublikationen wird (ich denke mal aus Platzmangel) auf eine übersichtliche Gestaltung der Beispieltexte verzichtet, was vor allem für Anfänger die ganze Sache unnötig schwierig macht.

Wo wir gerade bei einfachen Sachen sind, die oft vergessen werden:
Auch auf die Gefahr hin, daß erfahrene Programmierer mich hier auslachen, kann man nicht genug darauf hinweisen, die eigenen Quelltexte mit ausführlichen Kommentaren zu versehen.
Zugegeben, mir passiert es selbst auch immer wieder und immer öfter, meist aus reiner Bequemlichkeit.
Trotzdem, gerade wenn man länger nicht mehr an einem Projekt gearbeitet hat, ist der Wiedereinstieg ohne ausreichende Kommentierung deutlich schwieriger.

Sollten mehrere Personen an einem Projekt beteiligt sein, oder will man seinen Source-Code an jemand anderen weitergeben, kann eine Kommentierung gar nicht ausführlich genug sein.

Was will ich eigentlich programmieren?

Zum Abschluß dieser eher banalen Tips-Sammlung möchte ich noch auf ein ganz besonderes Problem eingehen:
Da hat man nun als Einsteiger die richtige Freude an Delphi gefunden, alle irgenwie erreichbaren Beispiele zig-mal durchprobiert und will nun richtig loslegen. Und dann stellt sich die Frage:
Was nun?

Auf diese Frage gibt es natürlich keine allgemeingültige Antwort. Es ist schon recht schwierig, in dem heutigen Wust an Free-, Shareware- und sonstigen Programmen noch eine Lücke zu finden, die man mit einer eigenen Anwendung füllen könnte.
Helfen kann es da, sich irgendwann auf eine grobe Richtung in der Programmierung festzulegen (z.B. Datenbanken) und sich dann auf diesem Feld fortgeschrittenes Wissen anzueignen.

Am einfachsten ist eigentlich der Weg, den ich selber auch immer wieder einschlage:
Zu welchem Themenbereich fehlen mir Programme, bzw. reichen mir bereits vorhandene Anwendungen nicht aus oder sind mir zu kompliziert?
Nach Klärung dieser Frage finden sich meist Möglichkeiten, auch neben existierenden Programmen eigene Projekte zu erstellen.

Und warum sollte ein Tool, das ich selber als praktisch und einfach empfinde, nicht auch anderen Leuten zusagen?

© by Jörg Lipinski