Meine Bücher-Empfehlungen



Als ausgemachte Leseratte (mit zuletzt leider eher weniger Zeit dazu) möchte ich an dieser Stelle künftig auf das eine oder andere gute Buch hinweisen.


Michael Moore: Stupid White Men

Zum Anfang ein hoch aktuelles Buch, dass die erschreckenden Zustände in den USA unter der Bush-Regierung schonungslos offenlegt. Eine unbedingte Empfehlung für jeden, der sich ein bißchen für Amerika und seine Politik interessiert.
Vom umstrittenen Ausgang der Präsidentschaftswahlen über die Auswirkungen des sog. "Wirtschaftsbooms" Ende der 90er und die desaströse Bildungssituation in den USA lässt Moore nichts links liegen und zeichnet ein bitterböses Bild von "Gods Own Country" als von einer Verbrecher-Clique beherrschte Bananen-Republik.


Mark Bowden: Blackhawk Down

Somalia, Anfang der 90er: Das Land versinkt nach langen Jahren Bürgerkrieg im Chaos, Hungersnöte wüten, Warlords bekämpfen sich mit ihren Milizen.
In dieser Situation schickt die UNO Truppen, um noch Schlimmeres zu verhindern.
Doch die Lage eskaliert, als pakistanische Soldaten von Anhängern des Warlords Mohammed Aidid umgebracht werden. Also schickt die USA Elitetruppen, die Delta-Force und Army-Rangers, um Aidid zu fangen.
Ein Kommandounternehmen in die Höhle des Löwen, Somalia's Hauptstadt Mogadischu, gerät zum Desaster, als einer der beteiligten Blackhawk-Hubschrauber abgeschossen wird.

Minutiös und sehr detailliert beschreibt Bowden, wie eine Militäraktion den Beteiligten, angefangen vom Kommandeur bis zum einfachen Soldaten, völlig aus dem Ruder läuft.
Dieses Buch ist auch im Kontext zur aktuellen Weltpolitik sehr interessant und es zeigt sehr drastisch, zu welchen Folgen Fehleinschätzungen von Politikern und Militärs führen können.


Rolf Gölz: Mythos Klassiker

Ein Buch, richtig passend zum Radsport-Frühling.
Mit vielen eigenen Erfahrungen angereichert erklärt Rolf Gölz sehr informativ die Legenden um die klassischen Eintagesrennen im Radsport.
Es macht richtig Spass, über die ersten Jahre von Mailand-San Remo zu lesen, immer wieder unterbrochen von Gölz' plakativen Jammern, wie er damals in den 80ern knapp den Sieg verpasste.

Endlich begreift man auch, warum nur absolute Ortskenntnis des winkeligen Kurses der Flandern- Rundfahrt letztendlich zum Erfolg führen kann.
Gut nachvollziebar ist auch seine Schilderung von der Meisterschaft von Zürich, die er offenbar zur eigenen Überraschung im strömenden Regen am Ende seiner Kräfte gewann.

Also: ein "Muss" für alle Fans der Eintages-Klassiker.


Greg Moody: Tödliche Tour

Dann ein Buch aus dem Bereich "Absolutes Muss" zumindest für alle Radsport-Fans. Der Erstling von Greg Moody ist eine Mischung aus Krimi und Rennrad-Erzählung, den man erst wieder aus der Hand legt, wenn man die letzte Seite verschlungen hat.
Es geht um die teilweise skurilen Erlebnisse des alternden Radsport-Profis Will Ross, der überraschenderweise noch einmal einen Vertrag beim französischen Team Haven bekommt, weil deren Kapitän und Tour de France-Favorit das Opfer eines Anschlags wird.
Mit viel Sarkasmus, Ironie und Humor beschreibt Moody den ersten Saisonabschnitt von den ersten Trainingsfahrten bis zum berüchtigten Ein-Tages-Klassiker Paris-Robauix, wo die Geschichte für Will Ross eine ungeahnte Wendung nimmt.


Greg Moody: Mörderische Saison

Auch in dem Fortsetzungsroman zu "Tödliche Tour" hält Greg Moody an seinem unterhaltsamen Stil fest.
Wieder geht es recht dramatisch zu, als Will Ross mit seinem Haven-Team dem absoluten Saison-Höhepunkt, der Tour de France, entgegenstrebt.
Hin und her gerissen zwischen zwei schönen Frauen, gefordert als Leutnant für seinen Mannschaftskapitän, angefeindet nicht nur im eigenen Team, fährt Ross ein letztes großes Rennen.
Nicht ganz so stark wie der Erstling, ist dieses Buch aber doch eine absolute Empfehlung für alle Radsportfans.


Mart Smeets: Die Spitzengruppe

Nach dem Lesen dieses Buches war ich etwas hin- und hergerissen. Einerseits ein spannender Roman über eine fiktive Tour de France mit einem überraschenden Ende, andererseits ein Autor mit einem etwas seltsamen Stil.
Nach einem Massensturz zu Beginn einer Bergetappe arbeitet sich eine Gruppe von Aussenseitern einen uneinholbaren Vorsprung auf die Tour-Favoriten heraus.
Als diesen Fahrern bewusst wird, dass der Sieger der Tour nur aus ihren Reihen kommen kann, beginnt ein gnadenloses Taktieren...
Fazit: für beinharte Radsportfans durchaus empfehlenswert.

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© by Jörg Lipinski