{"id":9474843,"date":"2018-10-25T07:10:59","date_gmt":"2018-10-25T05:10:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=9474843"},"modified":"2022-11-02T10:47:32","modified_gmt":"2022-11-02T09:47:32","slug":"oekonomische-gesetze-neu-hinterfragen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/oekonomische-gesetze-neu-hinterfragen\/","title":{"rendered":"\u00d6konomische Gesetze neu hinterfragen"},"content":{"rendered":"<p>In der Mainstream-\u00d6konomie wird viel \u00fcber &#8222;\u00f6konomische Gesetze&#8220; gesprochen. Das Problem mit diesen Gesetzen, die angeblich in der Wirtschaft existieren ist aber, dass sie nur <a href=\"https:\/\/www.onpulson.de\/lexikon\/ceteris-paribus\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">ceteris paribus<\/a> (=unter sonst gleichen Bedingungen) gelten. <\/p>\n<p><Center><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/larspsyll.files.wordpress.com\/2018\/09\/julian.jpg\" width=\"250\" alt=\"\" title=\"\"\/><br \/>\n<\/Center><\/p>\n<p>Das bedeutet grunds\u00e4tzlich, dass diese Gesetze nur dann Bestand haben k\u00f6nnen, wenn die richtigen Bedingungen daf\u00fcr vorliegen, dass sie \u00fcberhaupt entstehen. Leider sind diese Bedingungen aus empirischer Sicht nur in k\u00fcnstlich geschlossenen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nomologie\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">nomologischen<\/a> Modellen vorhanden, die absichtlich so angelegt sind, dass sie genau die Art von regel-m\u00e4\u00dfigen Assoziationen hervorbringen, die \u00d6konomen erkl\u00e4ren wollen. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Da aber diese Gesetze nicht au\u00dferhalb dieser sozio\u00f6konomischen Automatismen bestehen, was ist dann der Sinn darin, experimentelle Modelle zu konstruieren, die genau diese nicht existierenden Gesetze zeigen? Wenn die fast endlose Liste der engen und spezifischen Annahmen, die notwendig sind um diese &#8222;rigorosen&#8220; Schlussfolgerungen zu erm\u00f6glichen, bekanntlich mit der Realit\u00e4t im Widerspruch stehen, was n\u00fctzen dann diese Modelle?<\/p>\n<p>Die Ableitung von Gesetzen in theoretischen Modellen n\u00fctzt nichts, wenn man nicht zeigen kann, dass die Modelle &#8211; und die Annahmen, auf denen sie basieren &#8211; realistische Darstellungen dessen sind, was im wirklichen Leben passiert.<\/p>\n<p>Fazit? Anstatt unsere methodischen Bem\u00fchungen darauf zu beschr\u00e4nken, immer strengere und pr\u00e4zisere Modelle zu entwickeln, sollten wir viel mehr Zeit damit verbringen, unsere Methoden zur Auswahl von Modellen zu verbessern!<\/p>\n<blockquote><p>\nEs besteht ein Unterschied darin, Beweise f\u00fcr eine beliebige Hypothese zu haben oder Beweise f\u00fcr genau die Hypothese zu haben, die f\u00fcr einen bestimmten Zweck relevant ist. Der Unterschied bleibt wichtig, weil wissenschaftliche Methoden dazu tendieren, nur Hypothesen einer bestimmten Art und andere gerade nicht zu thematisieren: wissen-schaftliche Methoden kommen eben immer mit bestimmten in ihnen eingebetteten Applikationen&#8230; <\/p>\n<p>Der Vorteil der mathematischen Modellierung ist, dass deren Methode zur Ableitung eines Ergebnisses gleichzeitig den mathematischen Beweis darstellt: Die Schlussfolgerung ist angesichts der Annahmen garantiert g\u00fcltig. Die auf diese Weise erzeugten Beweise sind jedoch nur in abstrakten Modellwelten wahr, w\u00e4hrend wir Hypothesen dar\u00fcber auswerten wollen, was in der realen Welt mit der Wirtschaft passiert&#8230; <\/p>\n<p>Das Ergebnis ist, dass solcherart g\u00fcltige Beweise nicht ausreichend zu sein scheinen. Was wir zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigen, ist die Bewertung der Relevanz der Beweise im Kontext eines bestimmten Zwecks.<\/p>\n<p><em>aus <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Error-Economics-Evidence-Based-Methodology-Routledge\/dp\/0415391415\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Error in Economics: Towards a More Evidence\u2013Based Methodology <\/a> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julian_Reiss\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Julian Reiss<\/a><\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>(eigene \u00dcbersetzung eines <a href=\"https:\/\/rwer.wordpress.com\/2018\/09\/24\/re-examining-economic-laws\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blogbeitrages<\/a> des schwedischen \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Lars_P%C3%A5lsson_Syll\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lars Syll<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Mainstream-\u00d6konomie wird viel \u00fcber &#8222;\u00f6konomische Gesetze&#8220; gesprochen. 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