{"id":9086270,"date":"2018-09-26T07:00:35","date_gmt":"2018-09-26T05:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=9086270"},"modified":"2026-03-24T14:45:17","modified_gmt":"2026-03-24T13:45:17","slug":"ueber-das-versagen-der-konfoederierten-geldpolitik-im-us-amerikanischen-buergerkrieg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/ueber-das-versagen-der-konfoederierten-geldpolitik-im-us-amerikanischen-buergerkrieg\/","title":{"rendered":"\u00dcber das Versagen der konf\u00f6derierten Geldpolitik im US-Amerikanischen B\u00fcrgerkrieg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><b>Der ultimative Zusammenbruch der Politik der [konf\u00f6derierten] Regierung bestand darin, dass sie nicht erkannte, dass die W\u00e4hrungs<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Emission_(Wirtschaft)\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">emission<\/a> ihre zweckm\u00e4\u00dfigste Methode gewesen w\u00e4re, Ressourcen richtig einzusetzen.<\/b> <\/p><\/blockquote>\n<p><center><a title=\"National Numismatic Collection,National Museum of American History [Public domain or CC BY-SA 4.0 \n (https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\n)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:CSA-T55-$1-1862.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"CSA-T55-$1-1862\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/d\/de\/CSA-T55-%241-1862.jpg\"><\/a><br \/>\n1-Dollar-Banknote der Konf\u00f6derierten Staaten aus dem Jahr 1862<\/center><\/p>\n<blockquote><p><b><br \/>\nObwohl eine schwere Inflation die Folge war und eine weit verbreitete Unzufriedenheit entstand, nahm die Regierung keine alternative Politik an. Am Ende l\u00e4hmte sie damit den  effektivsten Weg sich neue Ressourcen zu beschaffen, und ihre Finanzen kollabierten, als sie ihre Gl\u00e4ubiger nicht mehr f\u00fcr Waren und Dienstleistungen bezahlen konnte.<\/b><\/p>\n<p><em>\u2013 <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books\/about\/Monetary_Expansion_in_the_Confederacy.html?id=AkoVcAAACAAJ&#038;redir_esc=y\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Godfrey (1978)<\/a>, S. 37<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Geschichte der \u00f6ffentlichen Finanzen der Konf\u00f6deration ist eine der gro\u00dfen und anhaltenden Haushaltsdefizite, der sich ausweitenden Schulden, explodierender Inflation und einer entwerteten W\u00e4hrung. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Angesichts dieser desastr\u00f6sen Situation scheint es eher widersinnig zu sein anzunehmen, dass die monet\u00e4re Expansion im S\u00fcden durchweg zu konservativ ausgefallen war. Doch k\u00f6nnte es wirklich der Fall gewesen sein, dass das finanzielle Versagen der Konf\u00f6deration und damit am Ende auch die milit\u00e4rische Niederlage durch eine zu geringe Ausdehnung der Geldmenge verursacht wurde?<\/p>\n<p>Zwischen Januar 1861 und Januar 1865 explodierten die Preise in den US-S\u00fcdstaaten. Sch\u00e4tzungen des Preisniveaus im S\u00fcden deuten darauf hin, dass die Preise in dieser Phase um etwa 5.000 Prozent oder ca. 9 Prozent pro Monat gestiegen sind. Es \u00fcberrascht nicht, dass dieser drastische Preisanstieg dazu gef\u00fchrt hatte, dass einige Personen bei ihren Transaktionen alternative Zahlungsmittel verwendeten. <\/p>\n<p>So wurden bereits im Jahr 1862 einige Transaktionen im S\u00fcden nicht mehr nur mit Banknoten der Konf\u00f6derierten Staaten durchgef\u00fchrt, sondern mit einer Kombination aus Schatzbriefen, oft Grayback genannt, und anderer Wirtschaftsg\u00fcter, deren Wert weniger volatil ausfiel (<a href=\"https:\/\/www.journals.uchicago.edu\/doi\/10.1086\/257626\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Lerner, 1955<\/a>, S. 24).<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Grund f\u00fcr diese Inflation war die Abh\u00e4ngigkeit des S\u00fcdens von der Druckmaschine, um die Differenz zwischen den Einnahmen aus Steuern und Anleihen und den Ausgaben zu decken (<a href=\"https:\/\/econpapers.repec.org\/article\/eeeexehis\/v_3a30_3ay_3a1993_3ai_3a3_3ap_3a352-376.htm\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Burdekin &#038; Langdana, 1993<\/a>). W\u00e4hrend der gleichen Periode erh\u00f6hte sich die Menge der im Umlauf befindlichen Schatzanweisungen um 780 Prozent, w\u00e4hrend das Gesamtangebot an Geld in der Konf\u00f6deration um ungef\u00e4hr 1.700 Prozent zunahm (Godfrey, 1978, S. 118-119). <\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser monet\u00e4ren Expansion war eine Inflationsperiode, die im Kontext der Geschichte der Vereinigten Staaten lediglich von der Inflation w\u00e4hrend des Unabh\u00e4ngig-keitskrieges \u00fcbertroffen wurde.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Tatsachen mag es seltsam erscheinen sich zu fragen, ob die Konf\u00f6deration ihren Sezessionsbestrebungen besser gedient h\u00e4tte, wenn sie noch mehr Geld gedruckt h\u00e4tte als sie es eh schon getan hatte. K\u00f6nnte es wirklich der Fall sein, wie das Zitat von Godfrey oben andeutet, dass das finanzielle Scheitern der Regierung des S\u00fcdens durch zu wenig und nicht durch zu viel monet\u00e4re Expansion verursacht wurde? <\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3141272\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">diesem Paper<\/a> geben die beiden amerikanischen \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/cf_dev\/AbsByAuth.cfm?per_id=2662485\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Bryan Cutsinger<\/a> und <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/cf_dev\/AbsByAuth.cfm?per_id=2938572\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Joshua Ingber<\/a> eine Antwort auf diese Frage, indem sie ein Modell eines inflation\u00e4ren Finanzwesens auf die Geldpolitik des S\u00fcdens anwenden, um zu bestimmen, ob die Konf\u00f6deration die Einnahmen aus der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Seigniorage\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Seigniorage<\/a> ausreichend maximierte &#8211; Einnahmen, die die Regierung durch die Verwendung von neu gedruckten Banknoten zum Kauf von G\u00fctern und Dienstleistungen erzeugen kann. <\/p>\n<p>Die prim\u00e4re theoretische Erkenntnis aus der Literatur zur Inflationsfinanzierung ist die, dass die die Seigniorage maximierende Inflationsrate nicht unbegrenzt ansteigen kann (<a href=\"https:\/\/www.journals.uchicago.edu\/doi\/abs\/10.1086\/257766?journalCode=jpe\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Bailey, 1956<\/a>; <a href=\"https:\/\/dash.harvard.edu\/handle\/1\/3451393\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Barro, 1972<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/4690826\/Cagan_The_monetary_dynamics_of_hyperinflation\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Cagan, 1956<\/a>; <a href=\"https:\/\/econpapers.repec.org\/article\/ucpjpolec\/v_3a79_3ay_3a1971_3ai_3a4_3ap_3a846-56.htm\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Friedman, 1971<\/a>). Das hei\u00dft, jenseits einer bestimmten Inflationsrate werden die Grenzeinnahmen aus der Ausgabe zus\u00e4tzlicher Zahlungsmittel negativ.<\/p>\n<p>Die monet\u00e4re Erfahrung im S\u00fcden des B\u00fcrgerkriegs bietet eine einmalige Gelegenheit, den Inflationsfinanzrahmen aus zwei miteinander verbundenen Gr\u00fcnden anzuwenden. Erstens k\u00f6nnen Kriege \u00fcber relativ kurze Zeitr\u00e4ume dramatische Auswirkungen auf wichtige makro\u00f6konomische Variablen haben, und dies war sicherlich in der Konf\u00f6deration der Fall (Friedman, 1952). <\/p>\n<p>Die schnellen und drastischen Ver\u00e4nderungen sowohl des Geldes als auch der Preise im S\u00fcden stehen einem nat\u00fcrlichen Experiment so nahe, wie wir es wahrscheinlich in einer Situation bekommen werden, in der die inflation\u00e4re Finanzierung die Haupteinnahmequelle der Regierung ist. <\/p>\n<p>Zweitens f\u00fchrte die Konf\u00f6deration im Laufe des Krieges drei W\u00e4hrungsreformen durch, die die Wachstumsrate der Geldmenge reduzierten. Diese Reformen bieten die Gelegenheit, die Auswirkungen einer strafferen Geldpolitik auf den Seigniorage-Trend zu untersuchen und damit zu schlie\u00dfen, ob die Konf\u00f6deration von einer zus\u00e4tzlichen Inflation profitiert haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die monet\u00e4re und fiskalische Situation der Konf\u00f6deration war f\u00fcr die Geld- und Wirtschaftshistoriker eine fruchtbare Quelle der Wissenschaft. Der Umfang dieser Literatur reichte von der Sammlung monet\u00e4rer und fiskalischer Daten f\u00fcr die Konf\u00f6deration bis zur fortgeschrittenen \u00f6konometrischen Analyse von Geld und Preisen in der s\u00fcdlichen Wirtschaft. Zu den Beitr\u00e4gen des ersten Typs geh\u00f6ren Godfrey (1978), Lerner (<a href=\"https:\/\/ideas.repec.org\/a\/ucp\/jpolec\/v62y1954p506.html\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">1954<\/a>, 1955), Schwab (1901), Smith (1901) und <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books\/about\/Confederate_Finance.html?id=MVc1DTf4zsEC&#038;source=kp_cover&#038;redir_esc=y\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Todd (1954)<\/a>. <\/p>\n<p>Godfreys Beitrag ist aus zwei Gr\u00fcnden f\u00fcr diese Forschung besonders relevant. Erstens hat Godfrey die bisher genauesten Sch\u00e4tzungen der Geldmenge der Konf\u00f6derierten vorgelegt &#8211; Sch\u00e4tzungen, die f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung des von der Konf\u00f6deration gesammelten Stroms von Seigniorage entscheidend waren. <\/p>\n<p>Zweitens f\u00fchrte seine Analyse zu der Schlussfolgerung, dass das Vers\u00e4umnis des S\u00fcdens, die potenziellen Einnahmen aus der Seigniorage voll auszusch\u00f6pfen, letztlich zu einem finanziellen Scheitern der Konf\u00f6deration f\u00fchrte &#8211; eine Behauptung, f\u00fcr die er allerdings keine \u00f6konometrischen Beweise vorlegte.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p>Die Hinweise, die mit diesem Paper vorgelegt wurden, deuten jedoch darauf hin, dass die Regierung des S\u00fcdens die Einnahmen aus Seigniorage h\u00e4tte erh\u00f6hen k\u00f6nnen, wenn sie die Menge der im Umlauf befindlichen Staatsanleihen erweitert h\u00e4tte. Dar\u00fcber hinaus liefern die Ergebnisse eine empirische St\u00fctze f\u00fcr Godfreys Behauptung, das finanzielle Versagen der Konf\u00f6deration sei zumindest teilweise darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass der S\u00fcden die potenziellen Einnahmen aus der Seigniorage nicht ausgesch\u00f6pft hat.<\/p>\n<p>Trotz dieser Ergebnisse zeigt diese Analyse einige Einschr\u00e4nkungen. Erstens schr\u00e4nkt der Mangel an monet\u00e4ren Daten, die aus diesem Zeitraum zur Verf\u00fcgung stehen die F\u00e4higkeit ein, die Auswirkungen, welche die W\u00e4hrungsreformen und die Kriegsberichterstattung auf die Seigniorage hatten, viel genauer zu bestimmen und zu messen. Da beispielsweise die Daten zur Geldmenge nur viertelj\u00e4hrlich zur Verf\u00fcgung standen, konnte die unmittelbare Auswirkung dieser Ver\u00e4nderungen auf die Einnahmen, die die Konf\u00f6deration durch die Ausgabe von W\u00e4hrungen erhielten, nicht ermittelt werden. <\/p>\n<p>Weiterhin wird diese Analyse, da der Greyback eher eine Kredit- als ein Fiat-W\u00e4hrung war, durch die Erwartungen der Menschen an die Wahrscheinlichkeit eines Sieges der Konf\u00f6deration extrem verzerrt, obwohl die Richtung der Missdeutungen durch diese besondere Eigenschaft der S\u00fcdw\u00e4hrung angesichts der verf\u00fcgbaren Beweise schwer abzusch\u00e4tzen war. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Analyse darauf hindeutet, dass der S\u00fcden nicht in der Lage war, seine Einnahmen aus der Seigniorage zu maximieren, wurden allerdings keine expliziten Beweise vorgelegt, die erkl\u00e4ren w\u00fcrden warum dies der Fall war. Daher l\u00e4sst diese Arbeit diese potenziell interessantere Frage leider unbeantwortet.<\/p>\n<p>Diese Untersuchung hat trotzdem zwei wichtige Implikationen. Erstens ist es unm\u00f6glich zu pr\u00fcfen, ob das Ergebnis des Konflikts anders ausgefallen w\u00e4re, wenn die Konf\u00f6deration die Einnahmen aus der Seigniorage h\u00e4tte erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Es erscheint aber nicht unvern\u00fcnftig anzunehmen, dass der Krieg verl\u00e4ngert worden w\u00e4re, wenn der S\u00fcden Zugang zu zus\u00e4tzlichen Einnahmen gehabt h\u00e4tte. <\/p>\n<p>Zweitens, unter der Annahme, dass der Wert des Graybacks zum Teil durch die Erwartungen der Menschen \u00fcber die Wahrscheinlichkeit eines Sieges der Konf\u00f6deration bestimmt wurde, und davon ausgegangen werden kann, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Erfolges des S\u00fcdens zumindest teilweise eine Funktion aus der H\u00f6he der Einnahmen durch die Seigniorage darstellte, k\u00f6nnte tats\u00e4chlich um eine inverse Beziehung zwischen der durch die Erwartungen bedingten Abwertung der Konf\u00f6derationsw\u00e4hrung und der Wachstumsrate der Bundesschatzanweisungen bestanden haben.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Autoren sollte sich die Zukunftsforschung in zwei Richtungen weiter entwickeln. Erstens sollte die Wissenschaft versuchen, m\u00f6glichst monatliche Sch\u00e4tzungen sowohl der monet\u00e4ren Aggregate der Konf\u00f6deration als auch der Sch\u00e4tzungen des Bruttoinlandsprodukts des S\u00fcdens zu erstellen. Solche Sch\u00e4tzungen w\u00fcrden eine strengere und genauere Analyse der Geldnachfrage im S\u00fcden erm\u00f6glichen und es k\u00fcnftigen Forschungen erm\u00f6glichen, die Auswirkungen der Erwartungen auf den Seigniorage-Effekt genauer zu untersuchen. <\/p>\n<p>Der zweite Bereich f\u00fcr zuk\u00fcnftige Forschung betrifft die oben genannten Implikationen. Es sollte versucht werden festzustellen, wie lange der Krieg weitergegangen w\u00e4re, wenn der S\u00fcden Zugang zu zus\u00e4tzlichen Einnahmen gehabt h\u00e4tte, und wie hoch die m\u00f6glichen Kosten ausgefallen w\u00e4ren, die mit einem solchen Ereignis verbunden w\u00e4ren. Dar\u00fcber hinaus sollte die Beziehung zwischen den damaligen Erwartungen und der Wachstumsrate der Staatsanleihen weiter untersucht werden.<\/p>\n<p><em>(eigene \u00dcbersetzung aus dem oben verlinkten Paper) <\/p>\n<p>PS: Eine meiner Ansicht nach aus geldtheoretischer Sicht sehr interessante Arbeit, die sich mit meinen Schlussfolgerungen aus dem <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/update-grundlage-der-eurokrise-der-reale-innere-wert-einer-waehrung-und-seine-konsequenzen-fuer-die-eu\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Beitrag \u00fcber den realen inneren Wert einer W\u00e4hrung<\/a> zumindest teilweise deckt:<\/p>\n<blockquote><p><b>Volkswirtschaftlich gesehen repr\u00e4sentiert damit die Geldmenge (die Gesamtheit aller W\u00e4hrungseinheiten) nichts anderes als das Bruttosozial-(bzw. inlands-)Produkt eines Staates. Das aber impliziert enorme wirtschaftspolitische Konsequenzen: ein steigendes BIP muss demnach immer mit einer steigenden Geldmenge (bzw. Schulden! da ja Geldverm\u00f6gen = Schulden) einhergehen. Umgekehrt verh\u00e4lt es sich genauso: eine schrumpfende Geldmenge bedeutet nichts anderes als ein zur\u00fcckgehendes BIP!<\/b> <\/p>\n<p>Das richtige politische Verhalten bei anhaltender Massenarbeitslosigkeit w\u00e4re dann also genau das Gegenteil dessen, was uns t\u00e4glich immer wieder gepredigt wird: wenn nur ein anwachsendes BIP Erwerbst\u00e4tigkeit generiert, m\u00fcsste man also umgangssprachlich solange Geld drucken (und auch ausgeben!!), bis tats\u00e4chlich Vollbesch\u00e4ftigung herrscht und die komplette Auslastung aller Kapazit\u00e4ten erreicht ist, ohne dabei Angst vor ansteigender Inflation haben zu m\u00fcssen!!\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Schade nur, dass den Autoren offenbar nur unzureichende Daten \u00fcber die Produktionskapazit\u00e4ten der Konf\u00f6deration und deren Auslastung vorlagen. Die galoppierende Inflation w\u00e4hrend des Krieges l\u00e4sst n\u00e4mlich darauf schlie\u00dfen, dass diese  wahrscheinlich schlicht aus Mangel an Arbeitskr\u00e4ften, aber auch wegen der oben erw\u00e4hnten Knappheit an Geld durchgehend \u00fcberbeansprucht wurden. <\/p>\n<p>Ein weiterer Grund f\u00fcr die Inflation d\u00fcrfte auch in der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Union_blockade\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Seeblockade des Nordens<\/a> zu finden sein, die f\u00fcr eine enorme G\u00fcterknappheit w\u00e4hrend des gesamten Krieges sorgte, da die wenigen Blockadebrecher h\u00e4ufig nur teure Luxusartikel an Bord hatten.<\/p>\n<p>In der heutigen Zeit sollte in den Industriestaaten mit Massenarbeitslosigkeit und nahezu grenzenlosem Produktangebot eine solche gravierende Inflation eigentlich die geringste aller Sorgen sein. Erstaunlich, wie leicht Politik und Medien trotzdem immer wieder auf diese \u00c4ngste anspringen.<br \/>\n <\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ultimative Zusammenbruch der Politik der [konf\u00f6derierten] Regierung bestand darin, dass sie nicht erkannte, dass die W\u00e4hrungsemission ihre zweckm\u00e4\u00dfigste Methode gewesen w\u00e4re, Ressourcen richtig einzusetzen. 1-Dollar-Banknote der Konf\u00f6derierten Staaten aus dem Jahr 1862 Obwohl eine schwere Inflation die Folge war<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[48,34,32,44,18],"class_list":["post-9086270","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oekonomie","tag-geldtheorie","tag-inflation","tag-schulden","tag-volkswirtschaftslehre","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9086270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9086270"}],"version-history":[{"count":40,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9086270\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9468423,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9086270\/revisions\/9468423"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9086270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9086270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9086270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}