{"id":726278,"date":"2015-03-03T08:53:30","date_gmt":"2015-03-03T07:53:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=726278"},"modified":"2015-03-03T08:53:30","modified_gmt":"2015-03-03T07:53:30","slug":"rolltreppe-abwaerts-der-weg-in-die-naechste-knappen-krise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/rolltreppe-abwaerts-der-weg-in-die-naechste-knappen-krise\/","title":{"rendered":"Rolltreppe abw\u00e4rts: der Weg in die n\u00e4chste Knappen-Krise?"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich konnte ich es nicht fassen, was sich da letzten Samstag auf meinem TV-Bildschirm abspielte: eine chancenlose, uninspirierte und lustlos wirkende Schalker Mannschaft lie\u00df sich ausgerechnet im Ruhrgebiets- derby gnadenlos vorf\u00fchren.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Signal Iduna Park Dortmund \u00a9 Foto: Ra Boe \/ Wikipedia \/ , via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ASignal_Iduna_Park_2013_by-RaBoe_02.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"512\" alt=\"Signal Iduna Park 2013 by-RaBoe 02\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/29\/Signal_Iduna_Park_2013_by-RaBoe_02.jpg\/512px-Signal_Iduna_Park_2013_by-RaBoe_02.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>0:3 Tore (es h\u00e4tten aber auch locker 0:6 oder noch mehr sein k\u00f6nnen, und kein Gelsenkirchener h\u00e4tte sich dar\u00fcber beschweren d\u00fcrfen), 3:31 Torsch\u00fcsse, wieder nur 35 % Ballbesitz, ein Klassenunterschied wie zwischen Bezirks- und Bundesliga. <\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass es \u00fcberhaupt schon mal ein solch einseitiges Derby zwischen diesen beiden Vereinen gegeben hat. Von Anfang an zeigten die Schalker einen erschreckenden Mangel an Willen und M\u00f6glichkeiten, au\u00dfer einem 0:0 \u00fcberhaupt etwas Z\u00e4hlbares aus dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Signal_Iduna_Park\" title=\"Signal Iduna Park \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Signal Iduna Park<\/a> mitnehmen zu wollen.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Die inzwischen schon \u00fcbliche Defensivtaktik mit dem 5-3-2 ging dabei f\u00fcrchterlich daneben, weil (fast) s\u00e4mtliche Akteure gef\u00fchlt meilenweit von ihren Gegenspielern entfernt blieben, dem BVB damit unglaublich viel Raum anboten und auch ansonsten nicht bereit waren, in den sonst gegen die Dortmunder notwendigen Derby-Modus zu schalten.<\/p>\n<p>Symptomatisch f\u00fcr das Schalker Spiel war das Auftreten von Kevin-Prince Boateng, an dem sowohl s\u00e4mtliche blau-wei\u00dfen wie auch schwarz-gelben Aktionen anscheinend viel zu schnell vorbeirauschten. F\u00fcr die Leistung, die er Samstag anbot, h\u00e4tte er eigentlich zwingend zur Halbzeit rausgemusst. So etwas kann man vielleicht in der italienischen &#8222;Operetten&#8220;-Liga bringen, f\u00fcr einen Top-Star und &#8222;F\u00fchrungsspieler&#8220; eines Bundesligisten war das absolut indiskutabel. <\/p>\n<p>Boateng trug meines Erachtens mit die Hauptschuld daran, dass aus dem Mittelfeld nahezu nichts f\u00fcr den eigenen Spielaufbau kam, er hat stattdessen wieder einmal bewiesen, dass er momentan auf der 10er-Position eine absolute Fehlbesetzung darstellt. Warum er anstelle von Max Meyer \u00fcberhaupt so lange auf dem Platz sein durfte, ist eines von vielen R\u00e4tseln, denen sich Schalkes Coach Roberto Di Matteo nach dieser Begegnung stellen muss.    <\/p>\n<p>Aber er ist nat\u00fcrlich nicht allein verantwortlich f\u00fcr das Trauerspiel, welches die Blauen in Dortmund ablieferten. Roman Neust\u00e4dter offenbart sich als Ersatzl\u00f6sung auf der zentralen Innenverteidigerposition immer mehr als echter Missgriff; Spieler wie die verletzten Matip und Kirchhof, die mehr k\u00f6nnen als jeden Ball auf die Trib\u00fcne zu dreschen, wurden Samstag schmerzlich vermisst.<\/p>\n<p>Halbwegs Normalform erreichten in der Defensive lediglich Benedikt H\u00f6wedes und mit Abstrichen Matija Nastasic, gegen den Angriffswirbel der Dortmunder um die \u00fcberragenden Kagawa und Reus waren sie allerdings alleine auch machtlos und gingen nach dem ersten Tor mit unter.<\/p>\n<p>Neben Boateng gingen auch Dennis Aogo und Marco H\u00f6ger im Mittelfeld nur selten auf Derby-Betriebstemperatur, w\u00e4hrend Christian Fuchs links unbarmherzig wechselseitig von Kirch, Mkhitaryan oder Aubameyang die immer enger werdenden Grenzen aufgezeigt wurden. Ebenso sah Atsuto Uchida auf der anderen Au\u00dfenbahn von Marco Reus des \u00f6fteren nur die Hacken, beim 2:0 durch den Armenier Mkhitaryan war er ebenfalls zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>V\u00f6llig in der Luft hingen die beiden St\u00fcrmer Huntelaar und Choupo-Moting, die bei den wenigen P\u00e4ssen aus dem Mittelfeld allerdings auch recht hilflos wirkten. Beide laufen zur Zeit eindeutig ihrer Form hinterher, Choupo scheint seit dem Afrikacup \u00fcberspielt und br\u00e4uchte dringend eine Pause, w\u00e4hrend der &#8222;Hunter&#8220; angesichts der immer rarer werdenden Zuspiele in die Spitze zunehmend frustriert und lustlos auftritt.  <\/p>\n<p>Pechvogel des Tages war dagegen Keeper Timon Wellenreuther, der zwar bei einigen hohen B\u00e4llen unsicher wirkte, aber ansonsten mit seinen Paraden \u00fcberhaupt erst daf\u00fcr sorgte, dass es bis zur 78. Minute noch 0:0 stand. Dass er sich den dritten Treffer des BVB quasi selber ins Netz legte, ist halt seiner Unerfahrenheit zuzuschreiben. Derartige B\u00f6cke sind auch schon sehr viel erfahreneren Schlussm\u00e4nnern unterlaufen.<\/p>\n<p>Auch die inzwischen geradezu beispielslose Verletztenmisere kann nur bedingt als Ausrede f\u00fcr dieses w\u00fcrdelose Auftreten der Schalker herhalten. Immerhin standen in Dortmund bis auf den Torh\u00fcter allesamt erfahrene Bundesliga- und teilweise sogar Nationalspieler auf dem Platz, deren Anspr\u00fcche eigentlich wesentlich h\u00f6her sein sollten.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich kann man auch Trainer Di Matteo nicht aus der Kritik nehmen. Sicherlich wird er seinen Profis nicht verboten haben, auf das Dortmunder Tor zu schie\u00dfen, doch seine Unt\u00e4tigkeit trotz der totalen Unterlegenheit in der ersten Halbzeit l\u00e4sst zumindest annehmen, dass das 0:0 bis dahin offenbar noch seinen Planungen entsprach.<\/p>\n<p>W\u00e4re er mit dem Auftreten seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen, so h\u00e4tte eigentlich zum Pausentee ein kr\u00e4ftiger Weckruf wie etwa ein Doppelwechsel Mayer-Barnetta f\u00fcr beispielsweise Boateng-Aogo erfolgen m\u00fcssen. So aber vermittelte er den Spielern und auch allen anderen Betrachtern den Anschein, dass sein Defensiv-Konzept bis dahin offenbar aufgegangen sei.<\/p>\n<p>Doch die letzten vier Spiele zeigen nun eine gef\u00e4hrliche Entwicklung auf: nur ein Punkt, 1:7 Tore, und die Anzahl der Torchancen ging geradezu dramatisch zur\u00fcck. Es scheint so, als w\u00fcrde Di Matteos Beton-Mischmaschine anfangen zu stottern und das Schalker Abwehr-Bollwerk erheblich br\u00f6ckeln. Offenbar stehen Mannschaft und Trainer nun an einem Scheideweg, nur mit bedingungsloser Defensive a la <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Catenaccio\" title=\"Catenaccio \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Catenaccio<\/a> allein d\u00fcrfte in der Bundesliga kein Blumentopf mehr zu gewinnen sein.<\/p>\n<p>Es wird Zeit, das System den modernen Bed\u00fcrfnissen erfolgreichen Fu\u00dfballs anzupassen, was bedeutet, wieder mehr Beachtung auf die Vorw\u00e4rtsbewegung zu richten. Der eigentlich schon etwas \u00fcberstrapaziert wirkende Begriff des &#8222;Umschaltspiels&#8220; weist da die Richtung. Von di Matteo ist damit ein Umdenken einzufordern, weg vom reinen Maurermeister zu einem \u00dcbungsleiter mit einem weitreichenderen taktischen Konzept. Sollte sich der Schweizer dieser Aufgabe allerdings verweigern, so d\u00fcrften schwierige Zeiten auf ihn zukommen.     <\/p>\n<p>Spinnt man diesen Gedanken aber noch weiter, so erscheint pl\u00f6tzlich auch die Tatsache, dass Di Matteo beim FC Chelsea nur ein halbes Jahr nach dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UEFA-Champions-League-Finale_2012\" title=\"UEFA-Champions-League-Finale 2012 \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Champions-League-Gewinn von 2012<\/a> schon wieder entlassen wurde, in einem anderen Licht. Offenbar war er damals noch nicht so weit, seine taktische Ausrichtung entscheidend zu \u00e4ndern. <\/p>\n<p>Es w\u00e4re ihm (und nat\u00fcrlich dem Verein und seinen Fans) zu w\u00fcnschen, dass dies nun bei den Knappen besser gelingt. Nur so kann offenbar noch verhindert werden, dass das deutlich vernehmbare Stottern im Antriebsmotor der Schalker zu einem brachialen Totalschaden und der Weg auf der Rolltreppe Bundesliga weiter abw\u00e4rts f\u00fchrt.  <\/p>\n<p>Krise, wir kommen (wieder einmal)? Noch haben Mannschaft und Trainer die Mittel in der Hand, um es nicht soweit kommen zu lassen. Sie m\u00fcssen sie nur richtig einsetzen&#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich konnte ich es nicht fassen, was sich da letzten Samstag auf meinem TV-Bildschirm abspielte: eine chancenlose, uninspirierte und lustlos wirkende Schalker Mannschaft lie\u00df sich ausgerechnet im Ruhrgebiets- derby gnadenlos vorf\u00fchren. 0:3 Tore (es h\u00e4tten aber auch locker 0:6 oder<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[12,35,21,13,25],"class_list":["post-726278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fc-schalke-04","tag-bundesliga","tag-champions-league","tag-fussball","tag-schalke","tag-sport"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/726278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=726278"}],"version-history":[{"count":29,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/726278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":733050,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/726278\/revisions\/733050"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=726278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=726278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=726278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}