{"id":6837782,"date":"2018-01-13T07:07:47","date_gmt":"2018-01-13T06:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=6837782"},"modified":"2018-01-12T08:08:23","modified_gmt":"2018-01-12T07:08:23","slug":"keynes-hatte-recht-was-das-quantitative-easing-qe-angeht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/keynes-hatte-recht-was-das-quantitative-easing-qe-angeht\/","title":{"rendered":"Keynes hatte recht, was das  Quantitative Easing (QE) angeht"},"content":{"rendered":"<p>Hat das durch <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Quantitative_Lockerung\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">QE<\/a> verursachte Geldmengenwachstum in der Eurozone (siehe Grafik) die Konjunktur angekurbelt? Nicht genug. Nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Maynard_Keynes\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">John Maynard Keynes<\/a> in seiner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allgemeine_Theorie_der_Besch%C3%A4ftigung,_des_Zinses_und_des_Geldes\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Allgemeinen Theorie&#8220;<\/a> (1936),<\/p>\n<blockquote><p><b>h\u00e4ngt die Beziehung der Ver\u00e4nderungen von M (Geldmenge) zu Y (Einkommen) und r (dem Zinssatz) in erster Linie davon ab, wie die Ver\u00e4nderungen in M zustande kommen.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p><Center><a href=\"https:\/\/rwer.files.wordpress.com\/2017\/11\/teunis.png\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" style=\"border:0;\" width=\"500\" src=\"https:\/\/rwer.files.wordpress.com\/2017\/11\/teunis.png\" alt=\"\" \/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: nur der (wirtschaftlich sinnvolle) Kredit und nicht das Geld allein l\u00e4sst die Welt auf Touren kommen. Geld, welches als Kredit Haushalten den Kauf bereits bestehender H\u00e4user erm\u00f6glicht, hat einen ganz anderen Effekt auf die Konjunktur als das Geld, das per Kredit neuen Firmen zur Verf\u00fcgung gestellt wird, die damit viele Arbeits-kr\u00e4fte f\u00fcr die Herstellung von z. B. medizinischen Ger\u00e4ten einstellen. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Die Quantitative Lockerung durch die Zentralbanken ist ein sch\u00f6nes, wenn auch recht  trostloses empirisches Beispiel daf\u00fcr, dass die Geldmenge dank QE zwar gewachsen ist &#8211; aber dass die falschen Sektoren das Geld erhielten. QE besteht aus einer Zentralbank, die Anleihen von beispielsweise Banken, Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften aufkauft. <\/p>\n<p>Die obige Grafik zeigt, dass damit nur wenig zum ermittelten Geldmengenwachstum beigetragen wurde. Das von Banken durch den Anleihenverkauf eingenommene Geld (die hellgr\u00fcnen Balken) wird dabei nicht als Teil des &#8222;sozialen Geldes&#8220; (d. h. Geld, welches in der Wirtschaft zirkuliert oder zur M-3-Geldmenge geh\u00f6rt) angesehen. <\/p>\n<p>Das QE-Geld, das an Rentenfonds und Versicherungsgesellschaften und dergleichen (die hellblauen Balken minus den hellgr\u00fcnen Balken) gezahlt wird, wird jedoch als Teil von M-3 angenommen. Doch Pensionskassen geben es nicht in einer n\u00fctzlichen Weise aus. Sie kaufen mit dem Geld nur andere Anleihen und finanzielle Verm\u00f6genswerte. <\/p>\n<p>Es w\u00e4re sch\u00f6n gewesen, wenn die Rentenfonds in einer konzertierten Anstrengung zusammen mit den Regierungen das QE-Geld dazu verwendet h\u00e4tten, um etwa in neue H\u00e4user zu investieren, zum Beispiel in Amsterdam oder London. Aber genau das taten sie im Allgemeinen nicht. Keynes hatte somit recht &#8211; nur die Geldmenge M zu betrachten, reicht nicht aus. <\/p>\n<p>Und QE war falsch &#8211; zumindest in der Art, wie wir QE bis heute erlebt haben. QE, wie wir es kennen kann als der einzigartige Weg definiert werden, die Geldmenge auf eine Weise zu erweitern, die die Einkommen (Y) am wenigsten beeinflusst. Sogar faule Schulden von Banken zu kaufen (und abzuschreiben) w\u00e4re eine bessere Idee gewesen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Grafik:<\/p>\n<p>Die d\u00fcnne blaue Linie zeigt das Wachstum der M-3 Geldmenge an. Die hellblauen Balken stehen f\u00fcr die Menge an QE-Geldern, die an Pensionskassen und Versicherungen und dergleichen gehen, um bestehende Anleihen zu bezahlen. Die hellgr\u00fcnen Balken sind Anleihen, die von Banken verkauft werden (Geld, das in Banken flie\u00dft, wird nicht als Teil von M-3 betrachtet). <\/p>\n<p>Der Nettobeitrag des MFI-Sektors (monet\u00e4re Finanzinstitute, d. H. Banken plus EZB) zum Geldwachstum der Eurozone sind die hellblauen Balken minus den hellgr\u00fcnen Balken und den violetten Balken. Interessanterweise war der Nettobeitrag der EZB bis zum Einsetzen von QE negativ! &#8222;Nettoauslandsverm\u00f6gen&#8220; kann als Geld verstanden werden, das in die Schweiz und in vergleichbare L\u00e4nder abflie\u00dft.<\/p>\n<p><em>(\u00dcbersetzung eines <a href=\"https:\/\/rwer.wordpress.com\/2017\/11\/13\/keynes-was-right-about-quantitative-easing-qe\/\" target=\"_blank\">Blogbeitrages<\/a> des niederl\u00e4ndischen \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Merijn_Knibbe\" target=\"_blank\">Merijn Knibbe<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat das durch QE verursachte Geldmengenwachstum in der Eurozone (siehe Grafik) die Konjunktur angekurbelt? Nicht genug. 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