{"id":6260554,"date":"2017-08-22T07:47:40","date_gmt":"2017-08-22T05:47:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=6260554"},"modified":"2026-03-13T07:59:27","modified_gmt":"2026-03-13T06:59:27","slug":"die-gelungene-dressur-der-roten-bullen-domenico-tedesco-und-sein-viel-versprechender-einstand-auf-schalke","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/die-gelungene-dressur-der-roten-bullen-domenico-tedesco-und-sein-viel-versprechender-einstand-auf-schalke\/","title":{"rendered":"Die gelungene Dressur der Roten Bullen: Domenico Tedesco und sein viel versprechender Einstand Auf Schalke"},"content":{"rendered":"<p>So etwas nennt man wohl einen Start nach Ma\u00df: in seinem ersten Bundesligaspiel \u00fcberhaupt dirigierte Schalkes neuer \u00dcbungsleiter seine Mannschaft zu einem <a href=\"http:\/\/www.kicker.de\/news\/fussball\/bundesliga\/spieltag\/1-bundesliga\/2017-18\/1\/3827251\/spielbericht_fc-schalke-04-2_rasenballsport-leipzig-15778.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erstaunlich klaren 2:0-Erfolg<\/a> \u00fcber den letztj\u00e4hrigen Vizemeister.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Yussuf Poulsen von Werner100359 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ARB_Leipzig_vs._FC_Liefering_(Testspiel_9._August_2016)_23.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"RB Leipzig vs. FC Liefering (Testspiel 9. August 2016) 23\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/3\/3c\/RB_Leipzig_vs._FC_Liefering_%28Testspiel_9._August_2016%29_23.jpg\"\/><\/a><br \/>\n<em>Blieb gegen den S04 blass und ohne Torchance:<br \/>\nLeipzigs St\u00fcrmer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Yussuf_Poulsen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yussuf Poulsen<\/a><\/em><\/Center><\/p>\n<p>Ein wenig unsicher war man sich schon an diesem Samstag Nachmittag im weiten Rund der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Ausgerechnet gegen RB Leipzig, den so b\u00e4renstarken und brandgef\u00e4hrlichen Aufsteiger aus der Vorsaison sollte Domenico Tedesco, der noch immer weitestgehend unbekannte neue Trainer sein Bundesliga-Deb\u00fct geben.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Wenn das nur gut gehen w\u00fcrde, so der h\u00e4ufig geh\u00f6rte Tenor, der Rucksack von f\u00fcnf Niederlagen zum Einstand von Vorg\u00e4nger Markus Weinzierl beherrschte schon noch das Unterbewusstsein der versammelten Schalker Fan-Gemeinde. Trotz der durchaus gelungenen Vorbereitung ohne Niederlage war daher eine gewisse Grundskepsis in allen Gespr\u00e4chen \u00fcber den S04 immer mit dabei, von gro\u00dfer Euphorie wie beim Start des Duos Heidel\/Weinzierl konnte \u00fcberhaupt nicht die Rede sein.<\/p>\n<p>Umso mehr z\u00fcndete daher der Funken, den elf engagierte und aufopferungsvoll k\u00e4mpfende Schalker da auf dem Rasen nach und nach entfachten auch beim staunenden Publikum, welches mit zunehmendem Gefallen die wirkungslosen Angriffsversuche der ostdeutschen Brausetruppe zur Kenntnis nahm. Leipzig hatte erhebliche Probleme, die ungewohnte Rolle als Mannschaft mit mehr Ballbesitz anzunehmen und daraus dann auch noch was Sinnvolles zu gestalten.<\/p>\n<p>Die Blau-Wei\u00dfen dagegen zogen mehrere clevere Abwehrriegel auf, mit denen sie die immer harmloser werdenden Sachsen effektiv von Ralf F\u00e4hrmanns Kasten weghielten. Diese Taktik ging so gut auf, dass am Ende ganze zwei Torchancen f\u00fcr die Truppe des Erfolgstrainers <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ralph_Hasenh%C3%BCttl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ralph Hasenh\u00fcttl<\/a> zu verzeichnen blieben. Zudem kam Leipzig \u00fcberhaupt in keiner Phase dazu, jenes so gef\u00fcrchtete \u00fcberfallartige Konterspiel nach Umschalt-situationen durchzudr\u00fccken, mit dem man in der letzten Saison fast die gesamte Liga in Angst und Schrecken versetzt hatte.  <\/p>\n<p>\u00dcber das Spiel und die taktische Disziplin der eigenen Mannschaft jedoch rieben sich die Schalker Fans und viele neutrale Beobachter verwundert die Augen. Nichts mehr war zu sehen von der am Ende der Weinzierl-\u00c4ra immer wieder fast greifbaren Angst der Akteure vor Ball und Gegner, stattdessen fiel sofort die Systemtreue auf, mit der \u00fcber 90 Minuten den Bullen schlicht der Schneid abgekauft wurde.<\/p>\n<p>Wenn auch noch nicht alles klappte und in der Offensive manchmal der Wunsch Vater des Gedanken war, so beeindruckte Tedescos Truppe doch mit Willen, Kampfkraft und taktischem Geschick. Da Leipzigs Abwehr die Qualit\u00e4t der Angriffsreihen des \u00d6fteren nicht ganz erreichen konnte, f\u00fchrte schlie\u00dflich einer der z\u00fcgig mit langen B\u00e4llen vorgetragenen Schalker Konter zur zwar \u00fcberraschenden, aber auch nicht unverdienten F\u00fchrung. <\/p>\n<p>Nach dem Elfmeter-Treffer durch Nabil Bentaleb machten die Ostdeutschen sp\u00e4testens in Halbzeit Zwei ihre Defensive noch weiter offen und verst\u00e4rkten ihre Angriffsbem\u00fchungen durch die Einwechselung des schwedischen Nationalspielers Emil Forsberg, in der letzten Saison mit 22 Assists der offensive Motor des Leipziger Spiels. Der S04 aber verteidigte geschickt und verlegte sich weiterhin auf brandgef\u00e4hrliche Gegenst\u00f6\u00dfe, die schlie\u00dflich in der 73. Minute \u00fcber den sehr gut aufgelegten Neuzugang Amine Harit und den Ukrainer Yevhen Konoplyanka zum 2:0 f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Damit war die Begegnung dann so gut wie gegessen, bissen sich die RB-Spieler doch immer mehr die Z\u00e4hne an der perfekt gestaffelten Schalker Abwehrreihe aus. Sp\u00e4testens der Aluminium-Treffer von Daniel Caligiuri in der Nachspielzeit lie\u00df auch keinen Zweifel mehr an der Verdientheit des Gelsenkirchener Erfolges aufkommen. So entlie\u00dfen Domenico Tedesco und seine Jungs viele begeisterte und nahezu euphorisierte S04-Fans in die laue Nacht dieses Samstagabends, hatten sie doch in einem Spiel fast perfekt jenes Umschaltverhalten &#8222;zelebriert&#8220;, an dem Markus Weinzierl letztlich noch gescheitert war. <\/p>\n<p>Aber auch die Medien beteiligten sich flugs an den Lobhudeleien und bef\u00f6rderten den Schalker \u00dcbungsleiter zum &#8222;Giganten&#8220; oder gar zum Erfinder eines neuen Gelsen-kirchener &#8222;Kampf-Kreisels&#8220;. Doch gemach, gemach, nach dem eher durchwachsenen Pokalspiel beim ehemaligen &#8222;Stasi&#8220;-Klub Dynamo Berlin war das nur der erste Schritt auf einem sehr langen Weg zur\u00fcck an die internationalen Futtertr\u00f6ge in der Bundesliga. <\/p>\n<p>Trotzdem macht es ein solch \u00fcberzeugender Erfolg nat\u00fcrlich leichter, und auch unpopul\u00e4re Entscheidungen wie die Degradierung des langj\u00e4hrigen Kapit\u00e4ns Benni H\u00f6wedes oder die Nichtber\u00fccksichtigung des Spaniers Coke werfen nicht mehr solch hohe Wellen auf wie fr\u00fcher. Stattdessen stellt der Spielplan mit den Begegnungen gegen die beiden Aufsteiger Hannover 96 und dem VfB Stuttgart M\u00f6glichkeiten bereit, den leichten Aufw\u00e4rtstrend zu verfestigen.<\/p>\n<p>Man muss sie nur nutzen und nicht wie so oft in der Vergangenheit den positiven Kurs gleich wieder verlassen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So etwas nennt man wohl einen Start nach Ma\u00df: in seinem ersten Bundesligaspiel \u00fcberhaupt dirigierte Schalkes neuer \u00dcbungsleiter seine Mannschaft zu einem erstaunlich klaren 2:0-Erfolg \u00fcber den letztj\u00e4hrigen Vizemeister. 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