{"id":6058413,"date":"2017-07-19T07:12:19","date_gmt":"2017-07-19T05:12:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=6058413"},"modified":"2026-03-12T07:30:17","modified_gmt":"2026-03-12T06:30:17","slug":"mehr-deutsche-als-jemals-zuvor-sind-ernsthaft-in-gefahr-arm-zu-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/mehr-deutsche-als-jemals-zuvor-sind-ernsthaft-in-gefahr-arm-zu-werden\/","title":{"rendered":"Mehr Deutsche als jemals zuvor sind ernsthaft in Gefahr arm zu werden"},"content":{"rendered":"<p>Wie schlecht es der Eurozone geht, wird in der Regel zuerst mit Bezug auf Griechenland, dann Spanien, dann Italien und Portugal illustriert, den schw\u00e4chsten Gliedern in der Kette der Mitgliedstaaten. Ganz zu schweigen von Zypern, Finnland und  einigen mehr. <\/p>\n<p><Center><a title=\"Logo des DIW von Deutsches Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ADiw_logo_2010.svg\"><img decoding=\"async\" width=\"512\" alt=\"Diw logo 2010\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/57\/Diw_logo_2010.svg\"\/><\/a><br \/>\n<em>Logo des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsches_Institut_f%C3%BCr_Wirtschaftsforschung\" target=\"_blank\">Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung<\/a> (DIW)<\/em><\/center><\/p>\n<p>Doch es gibt noch eine andere Art, die gleiche Fragestellung zu betrachten, indem man sich auf das vermeintlich st\u00e4rkste Land in der W\u00e4hrungsunion konzentriert &#8211; Deutschland. Ein neuer Bericht des DIW Berlin (freigegeben am 5. Juli 2017) &#8211; <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.560977.de\/17-27-1.pdf\" target=\"_blank\">&#8222;Einkommensschichten und Erwerbsformen seit 1995&#8220;<\/a>, der nur in deutscher Sprache verf\u00fcgbar ist, erz\u00e4hlt eine d\u00fcstere, wenn nicht gar trostlose Geschichte dar\u00fcber, was in dem angeblichen Powerhouse der Eurozone in den letzten 18 Jahren geschehen ist. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Es zeigt sich, dass das deutsche Modell nicht nur f\u00fcr den Rest der Mitgliedstaaten ungeeignet ist, sondern auch keine vern\u00fcnftigen Ergebnisse f\u00fcr seine eigenen B\u00fcrger erzeugt &#8211; genauer f\u00fcr diejenigen der Unter- und Mittelschicht.<\/p>\n<p>Einzelheiten und mehrere Begr\u00fcndungen, warum der deutsche Ansatz kein geeignetes Wirtschaftsmodell darstellt, gibt es hier:<\/p>\n<p>1. <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=18065\" target=\"_blank\">Das deutsche Modell ist f\u00fcr die Eurozone nicht brauchbar<\/a>.<\/p>\n<p>2. <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=30317\" target=\"_blank\">Deutschland ist kein Vorbild f\u00fcr Europa &#8211; es scheitert im Ausland und zu Hause<\/a>.<\/p>\n<p>3. <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=35846\" target=\"_blank\">Die deutschen Handelsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse zeigen das Versagen der Eurozone<\/a>.<\/p>\n<p>4. <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=31174\" target=\"_blank\">Deutschland sollte sich lieber selbst im Spiegel betrachten<\/a>.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Forschungen des DIW Berlin (wie oben zitiert) liefern noch mehr Beweise, die diese Position unterst\u00fctzen. Die DIW-Ergebnisse halten fest, dass:<\/p>\n<blockquote><p>\n<b>Die Verteilung der verf\u00fcgbaren Einkommen und die Arten der Besch\u00e4ftigung haben sich in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich ver\u00e4ndert.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p>Ihre Forschung versucht dabei, diese Entwicklung seit 1995 genauer zu durchleuchten. Die Studie verwendete das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sozio-oekonomisches_Panel\" target=\"_blank\">Sozio-oekonomische Panel (SOEP)<\/a>, einen repr\u00e4sentativen mikroanalytischen Datensatz f\u00fcr Deutschland, der j\u00e4hrlich seit 1984 (West) und seit 1990 f\u00fcr das vereinigte Deutschland aufgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um eine exzellente Zusammenstellung von Daten, die auch bei der Untersuchung der Auswirkungen der Hartz-Reformen in Deutschland eingesetzt wurde.<br \/>\nHauptaugenmerk der Studie lag auf der Einkommensverteilung in Bezug auf die Anzahl der Personen mit niedrigen, mittleren und hohen Einkommen. Dazu setzte das DIW diese Kategorien relativ zum Median der Bev\u00f6lkerung und definierte eine Armutsrisikoschwelle bei 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens der Gesamtbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Sie fanden dabei folgendes heraus:<\/p>\n<p>1. Der Anteil der Arbeitnehmer in der Bev\u00f6lkerung, die als &#8222;armutsbedroht&#8220; eingestuft wurden, ist gestiegen. Die Zahl der Menschen in schwerwiegender Armut (weniger als 46 Prozent des Medianeinkommens) ist seit Ende der 90er Jahre deutlich gestiegen.<\/p>\n<p>2. Der Anteil der Besch\u00e4ftigten mit hohem Einkommen ist gestiegen.<\/p>\n<p>3. Niedrig bezahlte Besch\u00e4ftigung liegt jetzt h\u00f6her als vor 20 Jahren. Der Anteil der Besch\u00e4ftigten mit niedrigem Einkommen ist von 24,4 Prozent auf 33,7 Prozent gestiegen und der Anteil der Niedriglohnarbeiter nahm von 16,7 Prozent auf 24,5 Prozent zu. Der Anteil der Niedriglohnarbeiter ist seit 2007 relativ stabil geblieben.<\/p>\n<p>Die Hartz-Reformen, die im Jahr 2003 begannen, beschleunigten die Aufspaltung des Arbeitsmarktes und der Anteil prek\u00e4rer Arbeit erh\u00f6hte sich. Hartz II hatte neue Besch\u00e4ftigungsformen eingef\u00fchrt, den &#8222;Mini-Job&#8220; und den &#8222;Midi-Job&#8220; und es gab als Folge einen starken R\u00fcckgang der regul\u00e4ren Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>Mini-Arbeitspl\u00e4tze bieten eine marginale Besch\u00e4ftigung ohne Sicherheit oder sonstige Anspr\u00fcche und erlauben es den Arbeitnehmern, bis zu 450 Euro pro Monat steuerfrei zu verdienen, w\u00e4hrend die Kosten f\u00fcr die Arbeitgeber deutlich niedriger sind. Die Steuerfreiheit bedeutet zudem auch, dass der Arbeitnehmer keinen Sozialversicherungs-schutz oder Rentenanspr\u00fcche hat.<\/p>\n<p>Die neoliberale Interpretation dieser Ver\u00e4nderungen stellt dies so dar, dass Deutschland ein wahres &#8222;Jobwunder&#8220; erlebt habe. Der rasche Besch\u00e4ftigungsanstieg kann aber auch weniger optimistisch betrachtet werden.<\/p>\n<p>Die unten folgende Grafik zeigt die Geschichte der Mini-Jobs seit 2003. Im Juni 2017 gab es 7,4 Millionen &#8222;Miniprogramme&#8220;, die rund 16 Prozent der Erwerbsbev\u00f6lkerung zwischen 15 und 64 Jahren ausmachten. Wie die DIW-Studie festgestellt hat, ist dieser Anteil seit Ende 2007 nach einem raschen Anstieg der fr\u00fcheren Jahre des Programms ziemlich stabil.<\/p>\n<p>Die rasche Zunahme der Mini-Jobs bedeutete f\u00fcr einen zunehmenden (und betr\u00e4chtlichen) Anteil der deutschen Belegschaft, dass sie dazu gezwungen wurden, in prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen mit extrem niedrigen L\u00f6hnen zu arbeiten, und gleichzeitig auch noch davon abgehalten wurden, die Vorteile des nationalen Einkommenswachstums und die Chance, Rentenanspr\u00fcche zu akkumulieren wahrzunehmen.<\/p>\n<p><Center><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Germany_Minijobs_2004_April_2017.jpg?resize=567%2C363\" alt=\"\" \/><\/Center><\/p>\n<p>4. Das DIW hat auch festgestellt, dass in den h\u00f6heren Einkommenskategorien mehr Menschen regul\u00e4re Vollzeit-Arbeitspl\u00e4tze haben.<\/p>\n<p>5. Trotz des Anstiegs der Besch\u00e4ftigung ist die Einkommensungleichheit h\u00f6her als vor 20 Jahren, wobei die Hauptverschiebungen zwischen 1995 und 2005 stattfanden.<\/p>\n<p>6. Der Anteil derjenigen mit mittleren Einkommen (gruppiert zwischen 77 Prozent und 130 Prozent des Medians) ist in den zwei Jahrzehnten um 6 Prozentpunkte gesunken (von 47,8 Prozent auf 41,4 Prozent).<\/p>\n<p>7. Es gibt jetzt mehr Menschen (29 Prozent) mit Einkommen unter 77 Prozent des Medians. 1995 betrug dieser Anteil 25%.<\/p>\n<p>8. Der Anteil derjenigen mit \u00fcber 169 Prozent des Medians ist von 12 auf 14 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>9. Die Erwerbsbeteiligung ist seit 1995 deutlich gewachsen, vor allem bei Frauen und \u00e4lteren Menschen.<\/p>\n<p>10. Die \u00fcblichen Arbeitsbedingungen haben zunehmend dem, was als atypische Besch\u00e4ftigung bezeichnet wird (Minijobs usw.) Platz gemacht.<\/p>\n<p>Diese Verschiebungen beinhalten eine Zunahme der Arbeitnehmer, die weniger als 15 Stunden pro Woche besch\u00e4ftigt sind, einen Anstieg der befristeten Arbeitspl\u00e4tze, eine Zunahme der Selbstst\u00e4ndigen und einen Anstieg aller sonstigen Formen der Nicht-Standard- (Niedriglohn-) Besch\u00e4ftigung. Zusammengenommen zeigen diese Trends eine abnehmende Qualit\u00e4t der Arbeit in Bezug auf die Sicherheit der Anstellung, der F\u00e4higkeit, h\u00f6here Lohn- und Schutzbedingungen zu erlangen, sowie der M\u00f6glichkeit, am Arbeitsplatz Diskretion und Vertraulichkeit zu bekommen.<\/p>\n<p>Das DIW folgert daraus:<\/p>\n<blockquote><p><b>Insgesamt machen diese Entwicklungen deutlich, dass der erfreuliche Besch\u00e4ftigungsanstieg der vergangenen Jahre nicht alle gleich erreicht hat und alleine nicht ausreichen d\u00fcrfte, um allen in der Gesellschaft Wohlstand und Teilhabe zu erm\u00f6glichen.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p>Bei der Ermittlung des Anstiegs der Einkommensungleichheit produzierten sie die unten folgende Tabelle 1.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gini-Koeffizient\" target=\"_blank\">Gini-Koeffizient<\/a> ist ein Ma\u00df f\u00fcr die Ungleichheit (h\u00f6here Werte zeigen aufsteigende Ungleichheit). Ein Gini von 1 bedeutet, dass eine Person alle Einkommen besitzt, w\u00e4hrend 0 eine gleichm\u00e4\u00dfige Einkommensverteilung anzeigt.<\/p>\n<p>Wir beobachten, dass der Gini-Koeffizient insgesamt von durchschnittlich 0,25 zwischen 1995 und 1999 auf 0,29 zwischen 2014-15 gestiegen ist. Das ist ein rechtgro\u00dfer Sprung. Wir sollten diese Figur in den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Einkommensverteilung\" target=\"_blank\">richtigen Kontext<\/a> stellen. Die USA haben einen Gini-Koeffizienten von 0,46. Gro\u00dfbritannien 0,33, Australien 0,35, Frankreich 0,33, Italien 0,35.<\/p>\n<p>Das andere Interessante an Tabelle 1 ist, dass die Umverteilungseffekte des Steuer- und Transfersystems in Deutschland eine wesentliche Rolle bei der Verringerung der Ungleichheit spielen, diese Effekte sich allerdings im Laufe der Zeit reduziert haben.<\/p>\n<p>Doch der Bericht stellt auch fest, dass die steigende Einkommensungleichheit nicht auf signifikante Ver\u00e4nderungen im Steuer- und Transfersystem zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sondern eher auf tiefgreifende Ver\u00e4nderungen am Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p><Center><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DIW_2017_Table_1.png?resize=600%2C528\" alt=\"\" \/><\/Center><\/p>\n<p>Diese tiefgreifenden Arbeitsmarktver\u00e4nderungen beinhalten:<\/p>\n<p>1. Die Besch\u00e4ftigungsquote (Besch\u00e4ftigung als Prozentsatz der Erwerbsbev\u00f6lkerung) der 25- bis 64-J\u00e4hrigen ist zwischen den Jahren 1995-99 und 2014-15 kontinuierlich von fast 70 Prozent auf etwa 80 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>2. Bei den M\u00e4nnern ist die Quote von 79 Prozent auf 84 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>3. F\u00fcr Frauen ist die Quote erheblich von 57 Prozent auf 73 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>4. Ein weiteres Merkmal ist die steigende Besch\u00e4ftigungsquote f\u00fcr \u00e4ltere Arbeitnehmer &#8211; f\u00fcr die Altersgruppe zwischen 55 und 64 Jahren ist sie zwischen 1995 und 2015 von 41 auf 64 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Ebenso interessant ist die Tabelle 4 im DIW-Bericht. Sie zeigt den Anteil der Menschen, die nach drei Jahren in ihrem derzeitigen Arbeitsform geblieben sind oder in andere gewechselt haben (in Prozent).<\/p>\n<p>So waren zum Beispiel im Zeitraum 1995-1999 80,5 Prozent der Arbeiter, die 1995 in regelm\u00e4\u00dfiger Besch\u00e4ftigung waren, auch 1999 noch in dieser Erwerbsform, w\u00e4hrend im letzten Zeitraum 2010-2013 dieser Anteil auf 83,9 Prozent gestiegen war.<\/p>\n<p>Der Anteil der Arbeitnehmer, die in aytpischen Arbeitsverh\u00e4ltnissen feststeckten, stieg dagegen w\u00e4hrend des gesamten Zeitraums dramatisch an. Im Jahr 1995 blieben 49,6 Prozent dieser Arbeitnehmer in dieser Kategorie bis 1999. Doch 2010 waren es schon 55,9 Prozent, die bis 2013 in dieser Erwerbsform verblieben. Im Laufe des gesamten Zeitraums fielen somit die Chancen eines aytpischen Arbeiters, wieder in eine regul\u00e4re Besch\u00e4ftigung \u00fcberzugehen, leicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Es gab auch eine gewisse Tr\u00e4gheit unter den Arbeitslosen. Fr\u00fcher verblieben 39,8 Prozent der erwerbslosen Arbeitnehmer drei Jahren in diesem Zustand. Bis 2010-13 war dieser Anteil auf 46,1 Prozent gestiegen und die Chancen, die Arbeitslosigkeit durch eine regul\u00e4re Besch\u00e4ftigung zu verlassen, waren insgesamt gesunken. Dagegen wurde es wahrscheinlicher, dass ein Arbeitsloser mit einem atypischen Job (wie z. B. einem Mini-Job) wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen konnte.<\/p>\n<p><Center><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/DIW_2017_Table_4.png?resize=600%2C656\" alt=\"\" \/><\/Center><\/p>\n<p><b>Schlussfolgerungen:<\/b><br \/>\nInsgesamt zeigt die DIW-Studie, dass Deutschland durchaus in der Lage war, seine Gesamtbesch\u00e4ftigungsquote zu erweitern (so dass die Besch\u00e4ftigung schneller gewachsen ist als die zugrunde liegende Bev\u00f6lkerung), dagegen aber die Arbeitsqualit\u00e4t gesunken und die Einkommensungleichheit gestiegen ist. Dar\u00fcber hinaus ist das Vorkommen von Armut und schwerwiegender Not stark angestiegen.<\/p>\n<p>Es gab zudem einen konzertierten Angriff auf die deutsche &#8222;Mittelschicht&#8220;, da die Verteilung der Arbeitspl\u00e4tze polarisiert wurde. Weniger Menschen genie\u00dfen jetzt die Vorteile und die Sicherheit einer regul\u00e4ren Besch\u00e4ftigung. Mehr Deutsche sind daf\u00fcr nun anf\u00e4lliger f\u00fcr prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung, Einkommens-unsicherheit und besonders Familien mit nur einem Einkommen sind einem viel h\u00f6heren Armutsrisiko ausgesetzt.<\/p>\n<p>Das sieht nicht wirklich wie eine richtige Erfolgsgeschichte aus. Und mittlerweile finden deutsche Kapitalisten zunehmend Wege, die osteurop\u00e4ischen Arbeitsm\u00e4rkte zu erobern, um damit den Angriff auf die Arbeits- und Lebensstandards in Deutschland noch zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Der skrupellose Herrscher hat seinen eigenen Leuten tats\u00e4chlich ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/House_of_Cards_(Fernsehserie)\" target=\"_blank\">House of Cards<\/a> gebaut. Echt verr\u00fcckt.<\/p>\n<p><em>(Eigene \u00dcbersetzung eines <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=36380\" target=\"_blank\">Blogbeitrages<\/a> des australischen \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bill_Mitchell_(%C3%96konom)\" target=\"_blank\">Bill Mitchell<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schlecht es der Eurozone geht, wird in der Regel zuerst mit Bezug auf Griechenland, dann Spanien, dann Italien und Portugal illustriert, den schw\u00e4chsten Gliedern in der Kette der Mitgliedstaaten. 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