{"id":5120357,"date":"2017-03-02T07:00:21","date_gmt":"2017-03-02T06:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=5120357"},"modified":"2022-08-23T13:35:36","modified_gmt":"2022-08-23T11:35:36","slug":"obama-hat-die-eine-oekonomische-krise-geloest-es-war-dann-die-andere-die-die-demokraten-die-praesidentschaft-kostete","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/obama-hat-die-eine-oekonomische-krise-geloest-es-war-dann-die-andere-die-die-demokraten-die-praesidentschaft-kostete\/","title":{"rendered":"Obama hat die eine \u00f6konomische Krise gel\u00f6st. Es war dann die andere, die die Demokraten die Pr\u00e4sidentschaft kostete."},"content":{"rendered":"<p>Wie der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr%C3%A4sident_der_Vereinigten_Staaten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">amerikanische Pr\u00e4sident<\/a> die Wirtschaft rettete, aber nicht die US-Mittelschicht.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Barack Obama von The White House (https:\/\/obamawhitehouse.archives.gov\/farewell) [Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ABarackObamaFarewellAddresstotheAmericanPeople13m51s.png\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"BarackObamaFarewellAddresstotheAmericanPeople13m51s\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/a\/a4\/BarackObamaFarewellAddresstotheAmericanPeople13m51s.png\/512px-BarackObamaFarewellAddresstotheAmericanPeople13m51s.png\"\/><\/a><br \/>\n<em>Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barack_Obama\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Barack Obama<\/a> w\u00e4hrend seiner <a href=\"https:\/\/obamawhitehouse.archives.gov\/farewell\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Abschiedsrede<\/a> an die Nation<br \/>\nvor gro\u00dfen Publikum im <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/McCormick_Place\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">McCormick Place<\/a> in Chicago<\/em><\/Center><\/p>\n<p>Wenn Sie im Januar 2009 in einer Fabrik in Michigan gearbeitet hatten, als Barack Obama das Amt der Pr\u00e4sidentschaft \u00fcbernahm, k\u00e4mpften Sie mit zwei verschiedenen Arten der Wirtschaftskrise. Eine war die unmittelbare Bedrohung f\u00fcr Ihren Job. Wenn der verloren ging, waren Sie in Gefahr, das Auto zu verlieren, und das Haus nat\u00fcrlich auch. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Die andere bewegte sich langsamer als die Fluten der Finanzkrise. Es handelte sich um die sich \u00fcber Jahre hinweg entwickelnde Erkenntnis, dass die wirtschaftliche Zukunft, die man Ihnen einst versprochen hatte, die Idee des amerikanischen Traums, langsam abhanden kam.<\/p>\n<p>Die erste drohende Krise ist l\u00e4ngst vorbei gegangen. Die Geschichte wird zeigen, dass Pr\u00e4sident Obama und sein Wirtschaftsteam ein historisch schnelles Ende einer massiven Rezession erreicht haben, zusammen mit einer besseren Erholung als sie je ein anderes Industrieland genossen hat. Obama r\u00fchmte sich ob dieses Erbes in seiner <a href=\"http:\/\/www.vox.com\/policy-and-politics\/2017\/1\/10\/14229878\/full-transcript-president-barack-obama-farewell-speech\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Abschiedsrede<\/a> am 10. Januar in Chicago.<\/p>\n<p>&#8222;Heute&#8220;, so der scheidende Pr\u00e4sident, &#8222;w\u00e4chst die Wirtschaft wieder; L\u00f6hne, Einkommen, der Wert der H\u00e4user und die Pensionen steigen wieder; die Armut geht wieder zur\u00fcck. Die Reichen zahlen einen gerechteren Anteil an den Steuern, auch wenn der Aktienmarkt dieser Entwicklung zu widersprechen scheint. Die Arbeitslosenquote liegt in der N\u00e4he eines 10-j\u00e4hrigen Tiefstandes.&#8220;<\/p>\n<p>Wenige Augenblicke sp\u00e4ter aber erkannte Obama, dass diese Zahlen komplizierter sind, als sie erscheinen &#8211; dass die Entwicklung, die er als Pr\u00e4sident \u00fcbersah, viele Arbeiter und Regionen hinter sich zur\u00fcck lie\u00df, dass die Ungleichheit weiterhin hoch bleibt und dass vor allem seine Pr\u00e4sidentschaft dabei versagt hat, den \u00e4rmeren und b\u00fcrgerlichen Amerikanern zu vermitteln, dass harte Arbeit ausreichen wird, um sie voran zu bringen.<\/p>\n<p>&#8222;Zu viele Familien in den Innenst\u00e4dten und den l\u00e4ndlichen Gebieten sind zur\u00fcckgelassen worden&#8220;, sagte er, &#8222;der entlassene Fabrikarbeiter; die Kellnerin und der Besch\u00e4ftigte im Gesundheitswesen, die darum k\u00e4mpfen m\u00fcssen, ihre Rechnungen zu bezahlen, sind davon \u00fcberzeugt, dass dieses Spiel gegen sie gerichtet ist, dass ihre Regierung nur den Interessen der M\u00e4chtigen dient &#8211; ein Rezept f\u00fcr mehr Zynismus und Polarisierung in unserer Politik.&#8220;<\/p>\n<p>Das sind die Worte eines Pr\u00e4sidenten, der im Begriff war, sein Verm\u00e4chtnis an Donald Trump zu \u00fcbergeben, einem Populisten, der zum Teil auch wegen seiner Appelle an das reale und begr\u00fcndete Gef\u00fchl der wirtschaftlichen Stagnation in gro\u00dfen Teilen von Amerika gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Es sind die Worte eines Pr\u00e4sidenten, der zu verstehen scheint &#8211; und verinnerlicht hat -, dass er nicht in der Lage war, das l\u00e4ngerfristige Gef\u00fchl der Wirtschaftskrise in der amerikanischen Arbeiterklasse zu lindern, als die Rezession selbst schon vorbei war.<\/p>\n<p>Ja, die Einkommensgewinne f\u00fcr die Mittelschicht kamen schlie\u00dflich in den letzten Jahren der Obama-Pr\u00e4sidentschaft an. Mehr Amerikaner fanden Arbeit. Der anziehende Arbeitsmarkt lieferte ihnen h\u00f6here L\u00f6hne f\u00fcr diese T\u00e4tigkeiten. Die Median-Einkommen stiegen inflationsbereinigt <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/news\/wonk\/wp\/2016\/09\/13\/the-middle-class-and-the-poor-just-had-the-best-year-since-the-end-of-the-great-recession\/?utm_term=.b6550ac3563e\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">schneller an<\/a>, als es jemals zuvor aufgezeichnet worden war.<\/p>\n<p>Dennoch waren sie noch nicht ann\u00e4hernd hoch genug, um den amerikanischen Traum f\u00fcr den Automobilarbeiter in Akron, Ohio, oder den mobilen <a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/news\/wonk\/wp\/2016\/11\/03\/the-workers-who-have-the-most-at-stake-in-this-election-arent-white-men\/?utm_term=.f0aa1c0f47d0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pflegedienstleistenden<\/a> in Richmond, Virginia, erfahrbar zu machen. Es gibt heute immer noch weniger Fabrikjobs in Amerika als bei Obamas Amts\u00fcbernahme. Das reale mittlere Einkommen erreicht erst jetzt wieder den Stand aus dem Jahre 2000. M\u00e4nner und Frauen in ihren wichtigsten Arbeitsjahren nehmen immer noch weniger an der Erwerbsbev\u00f6lkerung teil als vor der Rezession.<\/p>\n<p>Bei allen detaillierten Einsch\u00e4tzungen der Ma\u00dfnahmen der Obama-Administration bleibt dies als die einfachste Erkenntnis: Er l\u00f6ste eine Krise, aber nicht beide.<\/p>\n<p>Es spielt dabei keine Rolle, dass er die l\u00e4ngerfristige Krise, die f\u00fcr einige Arbeiter in den 1980er Jahren begann, f\u00fcr andere in den 1990er Jahren und f\u00fcr die breite Mittelschicht in den fr\u00fchen 2000er Jahren nicht selbst verschuldet hatte. Es spielt auch keine Rolle, dass sein Ergebnisse anders aussehen k\u00f6nnten, wenn ein Demokrat eine &#8222;dritte Amtszeit&#8220; f\u00fcr ihn im Wei\u00dfen Haus gewonnen h\u00e4tte und es vielleicht schaffen w\u00fcrde, die Wirtschaft f\u00fcr vier Jahre mit einem Lohnwachstum wie in den sp\u00e4ten 90er Jahren in Vollbesch\u00e4ftigung zu halten.<\/p>\n<p>Was z\u00e4hlt ist, dass die Amerikaner sich an eine \u00d6konomie gew\u00f6hnt hatten, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ein breites Lohnwachstum und eine starke Besch\u00e4ftigungszunahme lieferte, die den Lebensstandard der Arbeiter \u00fcber Rasse, Geschlecht und Klassenlinien hinweg anhob, wenn auch nicht f\u00fcr alle in gleichem Ma\u00dfe. Als dieses aufh\u00f6rte zu liefern, wuchs der Alarm. Obama hat es selbst miterlebt.<\/p>\n<p>Vor neun Jahren, an einem eiskalten Tag in Springfield, Illinois, bevor die finanzielle Krise die Wirtschaft umkrempelte, k\u00fcndigte Obama seine Pr\u00e4sidentschaftskandidatur mit einem Versprechen des gemeinsamen Wohlstands an. Er setzte sich dabei eine sehr hohe Messlatte.<\/p>\n<p>&#8222;Lasst uns die Generation sein, die die Armut in Amerika beendet&#8220;, sagte er. &#8222;Jeder einzelne, der bereit ist zu arbeiten, sollte in der Lage sein, eine Berufsausbildung zu bekommen, die zu einem Job f\u00fchrt, und einen entsprechenden ausk\u00f6mmlichen Lohn verdienen, mit dem er seine Rechnungen bezahlen und sich eine Kinderbetreuung leisten kann, damit die Kinder einen sicheren Platz haben, wenn er arbeiten geht. Lasst uns das jetzt machen.&#8220;<\/p>\n<p>Er hat es allerdings nicht getan. Was er gemacht hat, die Geschichte wird es zeigen, war schon entscheidend. Doch ebenso entscheidend war, was er und der Kongress unterlie\u00dfen. Die Arbeit bleibt unvollendet, und jetzt ist es an Trump zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><em>(eigene \u00dcbersetzung eines <a href=\"http:\/\/www.vox.com\/2017\/1\/11\/14233248\/obama-solved-economic-crisis-middle-class-haunts-him\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beitrages<\/a> des amerikanischen Wirtschaftsjournalisten <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/agenda\/authors\/jim-tankersley\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jim Tankersley<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie der amerikanische Pr\u00e4sident die Wirtschaft rettete, aber nicht die US-Mittelschicht. Pr\u00e4sident Barack Obama w\u00e4hrend seiner Abschiedsrede an die Nation vor gro\u00dfen Publikum im McCormick Place in Chicago Wenn Sie im Januar 2009 in einer Fabrik in Michigan gearbeitet hatten,<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[24,14,29,18],"class_list":["post-5120357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oekonomie","tag-globalisierung","tag-lohn","tag-sparen","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5120357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5120357"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5120357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15481564,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5120357\/revisions\/15481564"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5120357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5120357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5120357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}