{"id":350564,"date":"2014-11-04T07:00:36","date_gmt":"2014-11-04T06:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=350564"},"modified":"2014-11-04T07:00:36","modified_gmt":"2014-11-04T06:00:36","slug":"s04-auch-schmutzige-siege-bringen-drei-punkte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/s04-auch-schmutzige-siege-bringen-drei-punkte\/","title":{"rendered":"S04: Auch &#8222;schmutzige&#8220; Siege bringen drei Punkte"},"content":{"rendered":"<p>Um es vorweg zu nehmen: Nein, das war kein sch\u00f6nes Spiel gegen den FC Augsburg. Doch die Punkte blieben bei uns, und im Moment ist das wohl alles, was wirklich z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Schalke 04 Fans in der Nordkurve von Orchi (FC Schalke 04 : 1. FC N\u00fcrnberg) [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ASchalke_04_Fans_677.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Schalke 04 Fans in der Nordkurve\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/c\/c3\/Schalke_04_Fans_677.jpg\/512px-Schalke_04_Fans_677.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Die Kritik nach der Niederlage in Leverkusen war berechtigt und teilweise auch ziemlich heftig. Keine Torchance, kaum vern\u00fcnftiges Angriffsspiel nach vorn, stures Hoffen auf ein 0:0 \u00fcber die gesamten 90 Minuten.<\/p>\n<p>So hatten sich viele Fans das Wirken des neuen Trainers Roberto Di Matteo offenbar nicht vorgestellt. Sicher, dass es vor ihm erhebliche Defizite bei der Abwehrarbeit gegeben hatte, lie\u00df sich nicht leugnen. So wurde auch Di Matteos Versprechen, die Defensive stabiler zu gestalten, zumeist positiv aufgenommen.  <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Doch so ganz ohne eigene Angriffsbem\u00fchungen nur noch italienischen Beton anzur\u00fchren, stie\u00df dann doch vielen sauer auf. Wortgewaltig versprach der Schweizer Coach Abhilfe, in den n\u00e4chsten Spielen w\u00fcrde dann mehr Wert auf die Offensive und den Spielaufbau gelegt werden.<\/p>\n<p>Gegen Augsburg war davon anfangs allerdings nicht viel zu merken. Sicherlich, der Ausfall von Julian Draxler nach nur wenigen Sekunden war nicht nur f\u00fcr die Zuschauer in der Veltins-Arena ein echter Schock. Mit einer Muskelverletzung reihte sich der Jung-Nationalspieler ein in die lange Verletztenliste des S04, die bereits jede Menge prominenter Namen tr\u00e4gt: Jefferson Farfan, Leon Goretzka, Sead Kolazinac, Felipe Santana, Sidney Sam, Joel Matip, Kevin-Prince Boateng und Fabian Giefer.<\/p>\n<p>Auch Draxlers Vertreter Chinedu Obasi schien von diesem erneuten R\u00fcckschlag paralysiert zu sein, brauchte er doch fast die gesamte erste Halbzeit, um \u00fcberhaupt ins Spiel zu finden. Da sein Gegen\u00fcber Eric-Maxim Choupo-Moting ebenfalls nicht wirklich pr\u00e4sent war, hingen Klaas-Jan Huntelaar und auch Max Meyer fast st\u00e4ndig in der Luft.<\/p>\n<p>Wie schon Hertha BSC Berlin nahm auch Augsburg die Schalker Spielweise an und eroberte sich unter dem Raunen der blau-wei\u00dfen Anh\u00e4ngerschaft immer mehr Spielanteile. W\u00e4hrend die Schalker sich weitestgehend zur\u00fcckzogen und den Schwaben den Ball \u00fcberlie\u00dfen, vermochten diese aus ihrer optischen \u00dcberlegenheit kein Kapital zu schlagen.<\/p>\n<p>Keeper Ralf F\u00e4hrmann erlebte daher einen eher ungewohnt ruhigen Abend, und auch die gr\u00f6\u00dfte Chance der Augsburger, als der geb\u00fcrtige Gelsenkirchener Halil Altintop einmal zwischen den Innenverteidigern frei zum Abschluss kam, landete direkt in seinen Armen.<\/p>\n<p>So war es den Augsburgern auch nicht zu ver\u00fcbeln, dass sie nach Spielschluss damit haderten, aus ihrem \u00dcbergewicht keine wirklichen Torgelegenheiten kreiert zu haben. Schalke dagegen machte es besser.<\/p>\n<p>Der beste Spieler auf dem Platz, Atsuto Uchida, nach erfolgreicher Vertragsverl\u00e4ngerung offenbar besonders motiviert, bereitete mit einem bestechenden Offensivkraftakt nach einem Fehlpass der Schwaben den einzigen Treffer des Abends von Torj\u00e4ger Huntelaar vor. Genau genommen stellte er damit den Spielverlauf auf den Kopf.<\/p>\n<p>20 Torsch\u00fcsse von Augsburg, nur 13 von Schalke, 55 % Ballbesitz f\u00fcr den FCA: doch am Ende blieben die Punkte in Gelsenkirchen, weil die Augsburger aus ihrer \u00dcberlegenheit kein Kapital schlagen konnten.   <\/p>\n<p>Die Mannschaft von Roberto Di Matteo vermochte allerdings zumindest in der Defensive zu \u00fcberzeugen: F\u00e4hrmann spielte wie gewohnt sicher, ohne jedoch besonders gefordert zu werden, die beiden Innenverteidiger H\u00f6wedes und Neust\u00e4dter agierten ebenso souver\u00e4n und fehlerfrei wie Uchida und Aogo auf den Au\u00dfenbahnen, w\u00e4hrend H\u00f6ger und Kirchhoff auf der &#8222;Sechs&#8220; viele Angriffe der Bayern schon im Ansatz unterbanden.   <\/p>\n<p>Nichts Neues also in Gelsenkirchen? Weiterhin wird der M\u00f6rtel anger\u00fchrt, um vor allem und vorrangig das eigene Tor vor den Bem\u00fchungen des Gegners abzusichern. Und doch, wenn man genau hinsah, gab es ein paar kleine Verbesserungen: nicht nur, dass der &#8222;Hunter&#8220; spielentscheidend ins Netz traf, sondern auch, dass einige Konter nun etwas \u00fcberlegter gesetzt wurden als in Leverkusen.<\/p>\n<p>Gut, wirklich sch\u00f6n war das jetzt nicht anzuschauen. Wo man mit attraktivem Fu\u00dfball ohne Erfolge allerdings so landen kann, zeigt momentan recht eindrucksvoll der Reviernachbar aus Dortmund. Was nutzt da ein allgemeines Lob von allen Seiten f\u00fcr eine engagierte Leistung bei den Bayern, wenn am Ende doch die Punkte in M\u00fcnchen bleiben? <\/p>\n<p>Nun denn, morgen geht es in der Champions League nach Lissabon und Samstag in der Bundesliga zum SC Freiburg. Zwei Ausw\u00e4rtsspiele also, die dem momentanen System von Roberto Di Matteo entgegenkommen k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Wollen die Portugiesen mehr als nur den dritten Platz in der CL erreichen, so sind sie gezwungen, gegen den FC Schalke als direkten Konkurrenten um Rang zwei auf eigenem Platz mehr zu machen als nur auf die Fehler des Gegners zu warten. Das k\u00e4me den Blauen zur Zeit sehr gelegen, k\u00f6nnte man sich doch wieder aufs Verteidigen mit gelegentlichen Kontern konzentrieren. Bei der zuletzt gezeigten Effektivit\u00e4t in dieser Disziplin w\u00e4re m\u00f6glicherweise sogar mehr als ein Unentschieden drin.<\/p>\n<p>Ebenso bei den Freiburgern: mit nur acht Punkten sind sie nach wie vor in akuter Abstiegsgefahr, trotz des Sieges zuletzt beim 1. FC K\u00f6ln. Also kann man wohl davon ausgehen, dass die Breisgauer zuhause punkten wollen. Wahrscheinlich werden wir auch am Samstag wieder eine Schalker Mannschaft sehen, die \u00fcber eine defensive Grundeinstellung mit schnellen Gegenst\u00f6\u00dfen Erfolge einfahren will. <\/p>\n<p>Machen wie uns nichts vor: wirklich attraktiver Fu\u00dfball geht anders, und die jetzige Spielweise vermag so richtig niemanden vom Hocker zu hauen. Doch offensichtlich ist momentan nicht viel mehr drin. Wenn sogar Manager Horst Heldt nun schon leise Kritik an Ex-Trainer Keller \u00e4u\u00dfert und \u00fcber den Fitnesszustand der Spieler nachsinnt, so l\u00e4sst das zumindest ahnen, wo noch so einiges im Argen liegt. <\/p>\n<p>2:0 gegen Hertha, 0:1 in Leverkusen, 1:0 gegen die Schwaben, das 4:3 \u00fcber Sporting Lissabon offenbar als die gro\u00dfe Ausnahme. Diese Ergebnisse zeigen recht deutlich an, wo es in n\u00e4chster Zeit hingehen soll mit Di Matteo. Das mag nicht jedem gefallen, aber effektiv ist es trotzdem. <\/p>\n<p>Und zumindest im defensiven Bereich sind auch erste Verbesserungen festzustellen. Schalke l\u00e4sst sich nicht mehr so einfach auskontern, die Raumaufteilung wirkt verbessert, die Abwehr insgesamt sattelfester. Und auch zaghafte Versuche in Richtung Spielaufbau hat es gegeben, aufgrund des wechselnden Personals (Max Meyer erstmals zentral, Draxler und Sam als Au\u00dfen verletzt, Obasi spielt mal, dann wieder nicht, Choupo-Moting hat offensiv inzwischen jede Position mal ausprobieren m\u00fcssen) allerdings noch wenig geordnet und ungenau.<\/p>\n<p>Bleibt also die Hoffnung auf eine langsame, aber stetige Besserung, mit der auch der offensive Charakter der Mannschaft wieder ins rechte Licht r\u00fccken kann. Die notwendigen Spieler daf\u00fcr hat Di Matteo eigentlich. Mal sehen, wie es in den n\u00e4chsten Begegnungen weitergeht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um es vorweg zu nehmen: Nein, das war kein sch\u00f6nes Spiel gegen den FC Augsburg. Doch die Punkte blieben bei uns, und im Moment ist das wohl alles, was wirklich z\u00e4hlt. 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