{"id":336183,"date":"2014-11-18T07:07:34","date_gmt":"2014-11-18T06:07:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=336183"},"modified":"2018-12-17T07:23:26","modified_gmt":"2018-12-17T06:23:26","slug":"mythos-new-deal-teil-4-john-maynard-keynes-und-die-reformen-des-new-deal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/mythos-new-deal-teil-4-john-maynard-keynes-und-die-reformen-des-new-deal\/","title":{"rendered":"Mythos New Deal &#8211; Teil 4: John Maynard Keynes und die Reformen des New Deal"},"content":{"rendered":"<p>Bereits in den 1920er Jahren hatte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Maynard_Keynes\" title=\"John Maynard Keynes \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">John Maynard Keynes<\/a> als Dozent des King&#8217;s College in Cambridge sowie als wirtschaftspolitischer Berater der englischen Regierung und Teilnehmer an den Friedensgespr\u00e4chen von Versailles einen enormen Bekanntheitsgrad erreicht. Seine Werke <a href=\"https:\/\/keynes-gesellschaft.de\/keynes-leben-und-werk\/keynes-14-monographien\/2-the-economic-consequences-of-the-peace\/\" title=\"Keynes-Gesellschaft - The Economic Consequences of the Peace\" target=\"_blank\">&#8222;Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages&#8220;<\/a> (1919), <a href=\"https:\/\/keynes-gesellschaft.de\/keynes-leben-und-werk\/keynes-14-monographien\/5-a-tract-on-monetary-reform\/\" title=\"Keynes-Gesellschaft - A Tract on Monetary Reform\" target=\"_blank\">&#8222;Ein Traktat \u00fcber W\u00e4hrungsreform&#8220;<\/a> (1923) und vor allem seine gro\u00dfe Abhandlung <a href=\"https:\/\/keynes-gesellschaft.de\/keynes-leben-und-werk\/keynes-14-monographien\/9-a-treatise-on-money\/\" title=\"Keynes-Gesellschaft - A Treatise on Money\" target=\"_blank\">&#8222;Vom Gelde&#8220;<\/a> (1930) wurden \u00f6ffentlich wahrgenommen und ausgiebig diskutiert.   <\/p>\n<p><Center><a title=\"John Maynard Keynes by IMF [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AJohn_Maynard_Keynes.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"John Maynard Keynes\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/6\/66\/John_Maynard_Keynes.jpg\"\/><\/a><br \/>\n<em>John Maynard Keynes (1946)<\/em><\/Center><\/p>\n<p>Beim Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 geh\u00f6rte Keynes zu den aufmerksamsten \u00f6konomischen Beobachtern der darauf folgenden politischen und wirtschaftlichen Irrungen und Wirrungen. So verfolgte er auch sehr intensiv den von dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten Franklin D. Roosevelt eingeschlagenen Weg des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/New_Deal\" title=\"New Deal \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">New Deal<\/a>, mit dem die &#8222;Gro\u00dfe Depression&#8220; in den USA \u00fcberwunden werden sollte. <\/p>\n<p>Als im Verlauf der Krise die Produktion weltweit massiv einbrach und die Arbeitslosenquoten immer weiter stiegen, erkannte auch Keynes, dass die damals vorherrschende klassische \u00f6konomische Theorie keine funktionierenden L\u00f6sungen anbieten konnte.  <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Diese Theorie lehrte n\u00e4mlich, dass jede Abweichung von der Vollbesch\u00e4ftigung entsprechende Gegenbewegungen ausl\u00f6sen w\u00fcrde, die rasch wieder zur\u00fcck zu einem stabilen Gleichgewicht bei voller Besch\u00e4ftigung f\u00fchren w\u00fcrden, wenn Preise und L\u00f6hne flexibel genug seien.<\/p>\n<p>In den Jahren bis 1932 aber sanken in den meisten Industriel\u00e4ndern die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter dramatisch um bis zu 30 %, und die Preise folgten dieser Entwicklung. Doch entgegen den Annahmen der Klassiker verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation weiter, und besonders in Deutschland und den USA fielen die L\u00f6hne am st\u00e4rksten. <\/p>\n<p>So kamen Keynes und einige andere prominente \u00d6konomen (selbst <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arthur_Cecil_Pigou\" title=\"Arthur Cecil Pigou \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Arthur Pigou<\/a> als erkl\u00e4rter Anh\u00e4nger der klassischen Theorie schloss sich ihnen an) zu der Ansicht, dass die L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge der orthodoxen Neoklassik unwirksam seien und sie forderten im Oktober 1932 in einem Brief an die &#8222;Times&#8220; Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahmen und weiteres staatliches Handeln gegen die unbew\u00e4ltigten Auswirkungen der Krise.  <\/p>\n<p>In diesen Jahren begann dann Keynes auch an den Arbeiten zu <a href=\"https:\/\/keynes-gesellschaft.de\/the-general-theory-1936\/zur-general-theory\/\" title=\"Keynes-Gesellschaft - The General Theory of Employment, Interest and Money\" target=\"_blank\">seinem gr\u00f6\u00dften Werk<\/a>, der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Allgemeine_Theorie_der_Besch%C3%A4ftigung,_des_Zinses_und_des_Geldes\" title=\"Allgemeine Theorie der Besch\u00e4ftigung, des Zinses und des Geldes \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">&#8222;Grand Theory&#8220;<\/a>, mit der er 1936 den klassischen \u00dcberzeugungen einen eigenst\u00e4ndigen wirtschaftspolitischen Ansatz entgegenstellte. Darin richtete er den Fokus seiner Untersuchungen erstmals auf die Gesamtnachfrage nach Waren und Dienstleistungen, w\u00e4hrend die Flexibilit\u00e4t von Preisrelationen und -anpassungen in den Hintergrund traten.<\/p>\n<p>Ferner negierte er die Aussage der klassischen Theorie, nach der das System der Marktwirtschaft automatisch zur Vollbesch\u00e4ftigung tendiere, so wie es <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/says-law-der-grosse-irrglaube-der-angebotstheoretiker\/\" title=\"Say\u2019s Law: Der gro\u00dfe Irrglaube der Angebotstheoretiker \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\">die falsche Auslegung des Sayschen Theorems immer wieder behauptete<\/a>. Stattdessen wies er auf die gro\u00dfe Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage haupts\u00e4chlich durch L\u00f6hne und Geh\u00e4lter hin, ohne deren Erh\u00f6hung (notfalls \u00fcber entsprechende staatliche Ma\u00dfnahmen) die Unterbesch\u00e4ftigung nicht abgebaut werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Da die von Roosevelt in seinem &#8222;New Deal&#8220; verfolgte Programmatik der Krisenbek\u00e4mpfung auffallend viele auch von Keynes favorisierte Elemente enthielt, ist es nicht verwunderlich, dass der britische \u00d6konom die wirtschafts- politischen Vorg\u00e4nge jenseits des Atlantiks aufmerksam beobachtete.<\/p>\n<p><b>Keynes&#8216; Ablehnung der ersten Schritte<\/b><br \/>\nSo kritisierte er einige Ma\u00dfnahmen des <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/mythos-new-deal-teil-2-das-scheitern-des-ersten-versuchs\/\" title=\"Mythos New Deal \u2013 Teil 2: Das Scheitern des ersten Versuchs \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\">ersten Versuchs<\/a>, weil sie seiner Ansicht nach die Gesch\u00e4ftsleute und die Unternehmer bevorzugten, w\u00e4hrend die Verbraucher unter Arbeitslosigkeit, sinkenden L\u00f6hnen und steigenden Preisen litten und sich nicht in freien Gewerkschaften organisieren durften.   <\/p>\n<p>Vor allem den <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/National_Industrial_Recovery_Act\" title=\"National Industrial Recovery Act - Wikipedia, the free encyclopedia\" target=\"_blank\">National Industrial Recovery Act (NIRA)<\/a> hielt Keynes f\u00fcr viel zu einseitig auf die Bed\u00fcrfnisse der Industrie ausgerichtet, w\u00e4hrend er gleichzeitig das Ziel der wirtschaftlichen Erholung durch eine Wiederbelebung der darbenden Produktion und die Steigerung des Arbeitsplatzangebotes behindere.<\/p>\n<p>Anstatt den Unternehmern mit einem Stopp des Preisverfalls und einer Begrenzung der Erzeugung zu helfen, waren nach Keynes vor allem drei Wege zur St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Gesundung notwendig:<\/p>\n<p>1. Die Konsumenten sollten mehr aus ihren laufenden Einkommen ausgeben,<br \/>\n2. die Unternehmer m\u00fcssten ihren Arbeitnehmern mehr Geld geben, was ihnen durch niedrigere Zinsen oder durch bessere Gesch\u00e4ftsaussichten erm\u00f6glicht werden sollte,<br \/>\n3. die \u00f6ffentliche Hand sollte mehr Einkommen schaffen entweder durch Kredite oder Gelddrucken. <\/p>\n<p>Aufgrund der politischen und \u00f6konomischen Situation in den USA sah der britische Wirtschaftswissenschaftler die beiden erstgenannten M\u00f6glichkeiten als blockiert an, sodass nur der Faktor Verschuldung des Staates noch als Initiator f\u00fcr einen Aufschwung \u00fcbrig blieb. <\/p>\n<p>Dagegen w\u00fcrden die Ma\u00dfnahmen der Regierung in dieser ersten Phase nicht entsprechend wirken, da sie auf falschen Annahmen fu\u00dften. So war man davon ausgegangen, dass steigende Preise immer ein Hinweis auf eine wachsende Produktion und die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen seien.<\/p>\n<p>Keynes aber hatte in seinen Werken ausgearbeitet, dass diese Auswirkungen nur dann eintr\u00e4fen, wenn auch die allgemeine Kaufkraft zulegen w\u00fcrde. Die ersten Schritte der Regierung Roosevelt sorgten allerdings \u00fcber die Verknappung des Warenangebots f\u00fcr steigende Preise.<\/p>\n<p>Die praktischen Auswirkungen dieser Politik, die im Fr\u00fchjahr 1934 zu einer R\u00fcckkehr der Krise f\u00fchrten, best\u00e4tigten Keynes darin, dass nur die Ausweitung der Produktion durch eine steigende Nachfrage aufgrund h\u00f6herer L\u00f6hne und Geh\u00e4lter zum Ziel einer nachhaltigen Wirtschaftserholung f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Diese Ausweitung der Nachfrage d\u00fcrfe auch durch Steuererh\u00f6hungen nicht wieder zunichte gemacht werden, so dass dem Staat nur der Weg der Verschuldung offen st\u00fcnde, wenn die Einkommen der Steigerung der Ausgaben nicht folgen k\u00f6nnten.  <\/p>\n<p><b>St\u00e4rkerer Einfluss auf den zweiten New Deal<\/b><br \/>\nSehr viel n\u00e4her an den Ansichten Keynes richtete sich dann der <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/mythos-new-deal-teil-3-erfolg-durch-mehr-soziale-gerechtigkeit\/\" title=\"Mythos New Deal \u2013 Teil 3: Erfolg durch mehr soziale Gerechtigkeit \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\">Second New Deal<\/a> aus, mit dem Roosevelt auf die entt\u00e4uschenden Ergebnisse der ersten Phase seiner Politik reagierte.<\/p>\n<p>Die Zulassung von freien Gewerkschaften, der Mittel des Arbeitskampfes und kollektiver Tarifvertr\u00e4ge durch den <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/National_Labor_Relations_Act\" title=\"National Labor Relations Act - Wikipedia, the free encyclopedia\" target=\"_blank\">Wagner Act<\/a> st\u00e4rkten die Rechte der Arbeitnehmer und trugen so ihren Teil zu einer Festigung der allgemeinen Kaufkraft bei. In die gleiche Richtung gingen die Reformen der Regierung im Bereich der Sozialversicherungen, und auch das Holding-Verbot zielte durch die Schw\u00e4chung der Monopole und Konzerne vorrangig auf den Ausbau des privaten Konsums.  <\/p>\n<p>Nur bei der Ausgabenpolitik hielten sich Roosevelt und seine Berater zur\u00fcck. Da zun\u00e4chst haupts\u00e4chlich die Preise gest\u00fctzt werden sollten, fanden zwar Besch\u00e4ftigungsma\u00dfnahmen statt, allerdings ohne eine besondere Belastung f\u00fcr das Budget der Vereinigten Staaten darzustellen. Erst allm\u00e4hlich wandelten sich die Meinungen innerhalb der demokratischen Administration zu der \u00dcberzeugung, dass ein ausgeglichener Haushalt hinter den Notwendigkeiten einer Konjunkturbelebung durch h\u00f6here staatliche Ausgaben zur\u00fccktreten m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Gerade John Maynard Keynes hat hier seinen Einfluss geltend gemacht und auf verschiedene Vertreter der Regierung eingewirkt, dass in der Krise die M\u00f6glichkeiten der Unternehmer f\u00fcr Investitionen nicht ausreichen w\u00fcrden und der Staat hier in die L\u00fccke springen m\u00fcsse. Es sei notwendig, von einer restriktiven Fiskalpolitik abzusehen und durch \u00f6ffentliche Besch\u00e4ftigungsma\u00dfnahmen den R\u00fcckgang der privaten Nachfrage zu &#8222;kompensieren&#8220;.  <\/p>\n<p>Bis heute ist es jedoch umstritten, ob es eine systematische Ausgabenpolitik der Art, wie man sie sp\u00e4ter unter dem Begriff <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keynesianismus\" title=\"Keynesianismus \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">&#8222;keynesianische Wirtschaftspolitik&#8220;<\/a> verstand, \u00fcberhaupt gegeben habe. <\/p>\n<p>Zwar hatte die Beschaffung von Arbeitspl\u00e4tzen durch \u00f6ffentliche Aufgaben die oberste Priorit\u00e4t erhalten, und beispielsweise durch den Bau von Staud\u00e4mmen und die Elektrifizierung des gesamten Landes auch enorme Erfolge get\u00e4tigt, doch gleichzeitig wurden solche Effekte durch Steuererh\u00f6hungen, Pensionsk\u00fcrzungen und Entlassungen beim Personal des Bundes teilweise wieder zunichte gemacht.<\/p>\n<p>Erst durch die sozialstaatlichen Ma\u00dfnahmen des zweiten New Deal steigerte sich allm\u00e4hlich die Verschuldung der \u00f6ffentlichen Hand, w\u00e4hrend die privaten Schulden zur\u00fcckgingen.<\/p>\n<p>In der Geldpolitik allerdings war man weit eher bereit, den Ansichten Keynes zu folgen. Mit der Losl\u00f6sung des Dollars vom Goldstandard und den staatlichen Programmen zur verbilligten Abzahlung der Farmer-Hypotheken sowie dem Bem\u00fchen um niedrige Zinsen tat die Regierung sehr viel, um f\u00fcr g\u00fcnstigere Kredite zu sorgen. <\/p>\n<p>Auch die Abwertung des Dollars nach der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Londoner_Konferenz_(1933)\" title=\"Londoner Konferenz (1933) \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Londoner Konferenz<\/a> sorgte durch eine Erh\u00f6hung der amerikanischen Exporte f\u00fcr die erleichterte wirtschaftliche Erholung der US-Wirtschaft, allerdings vor allem auf Kosten der vorerst noch im &#8222;Goldblock&#8220; verbliebenen Staaten wie Gro\u00dfbritannien, Frankreich und Italien. <\/p>\n<p>Problematisch war dieser Leistungsbilanz\u00fcberschuss der Vereinigten Staaten auch f\u00fcr das Deutsche Reich, da es mit <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/von-der-ruhrbesetzung-zur-eurokrise-das-oekonomische-transferproblem-teil-1\/\" title=\"Von der Ruhrbesetzung zur Eurokrise: das \u00f6konomische Transferproblem \u2013 Teil 1 \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\">einem Defizit in der Handelsbilanz und der damit verbundenen Verschuldung nicht in der Lage sein w\u00fcrde, die Reparationszahlungen nach dem Versailler Vertrag weiter zu leisten<\/a>. Keynes Kritik an dieser &#8222;\u00f6konomisch unverantwortlichen&#8220; Haltung der alliierten Siegerm\u00e4chte wurde auch von Roosevelt nicht erh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ebensowenig sollte sich Keynes bahnbrechende Idee einer gemeinsamen l\u00e4ngerfristigen W\u00e4hrungsparit\u00e4t der gr\u00f6\u00dften Industriestaaten erf\u00fcllen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Gedanke mit dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bretton-Woods-System\" title=\"Bretton-Woods-System \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Bretton-Woods-System<\/a> wieder aufgegriffen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><br \/>\nBei der Betrachtung der Ma\u00dfnahmen und Wirkungen von Roosevelts New-Deal-Politik kann man den Einfluss von J. M. Keynes in mehrfacher Hinsicht erkennen. <\/p>\n<p>In der ersten Phase richteten die Demokraten ihre Aktionen stark an den Forderungen der Unternehmer und ihren Verb\u00e4nden aus. Damit versuchte die Regierung, ihr Vertrauen zur\u00fcckzugewinnen und sie so zu mehr Investitionen anzuregen, so wie es die Vertreter der neoklassischen wie auch der &#8222;\u00f6sterreichischen&#8220; Theorie immer wieder anmahnten. Wie Keynes allerdings vermutet hatte, blieb der Erfolg aus.<\/p>\n<p>Seine richtige Diagnose einer schwachen Kaufkraft als gr\u00f6\u00dftes Hindernis wirtschaftlicher Erholung, die von ihm f\u00fcr n\u00f6tig gehaltenen staatlichen Eingriffe in die Marktprozesse, eine aktive Geld- und W\u00e4hrungspolitik wie z. B. bei der Aufgabe des Goldstandards, die Durchf\u00fchrung von Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahmen und Investitionsprogrammen f\u00fcr die Infrastruktur, Naturschutz und Energiebewirtschaftung dagegen erwiesen sich als durchschlagend, sie sind zudem bis heute eindeutige Bestandteile seiner \u00f6konomischen Theorie. <\/p>\n<p>Doch Keynes konnte nicht verhindern, dass der Pr\u00e4sident, bedr\u00e4ngt durch die Budget-Falken in seinem Kabinett, 1937 zu der Ansicht gelang, nachdem sich der industrielle Output und die Unternehmensgewinne wieder dem Vorkrisenniveau angen\u00e4hert hatten und die Arbeitslosenquote stark gesunken war, den Staatshaushalt zu konsolidieren.<\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser Drosselung der staatlichen Ausgaben war ein erneuter R\u00fcckgang des privaten Verbrauchs und ein Einbruch der Firmen-Investitionen. Die Erwerbslosenzahlen stiegen wieder und die Depression kehrte wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Erst mit der gewaltigen Verschuldung der \u00f6ffentlichen Hand zum Zwecke der Kriegsf\u00fchrung ab etwa 1940 kehrte die amerikanische Wirtschaft auf den Pfad zur Vollbesch\u00e4ftigung und der endg\u00fcltigen \u00dcberwindung der Krise zur\u00fcck. Es war die gigantische Bedrohung eines weltumspannenden Konfliktes notwendig, um die erforderliche Akzeptanz der Krisenbew\u00e4ltigung durch staatliche Defizitpolitik allgemein anzuerkennen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits in den 1920er Jahren hatte John Maynard Keynes als Dozent des King&#8217;s College in Cambridge sowie als wirtschaftspolitischer Berater der englischen Regierung und Teilnehmer an den Friedensgespr\u00e4chen von Versailles einen enormen Bekanntheitsgrad erreicht. 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