{"id":303907,"date":"2014-10-23T07:02:43","date_gmt":"2014-10-23T05:02:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=303907"},"modified":"2022-10-18T09:50:41","modified_gmt":"2022-10-18T07:50:41","slug":"schalke-04-nach-der-trainerentlassung-die-null-muss-wieder-stehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/schalke-04-nach-der-trainerentlassung-die-null-muss-wieder-stehen\/","title":{"rendered":"Schalke 04 nach der Trainerentlassung: die Null muss wieder stehen?"},"content":{"rendered":"<p>Das war ja klar, dass das so kommen musste: Kaum hatte ich mich dazu entschlossen, mir in den Oktober-Ferien eine Auszeit von meinem Blog zu nehmen, feuerte Schalke 04 nach der Niederlage in Hoffenheim (endlich) Trainer Jens Keller.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Roberto Di Matteo, Stamford Bridge, Chelsea September 2012 by Brian Minkoff-London Pixels (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ADimatteo2.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"312\" alt=\"Roberto Di Matteo, Stamford Bridge, Chelsea September 2012\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e5\/Dimatteo2.jpg\/512px-Dimatteo2.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Da hoffte ich also vergebens darauf, dass es in Hoffenheim schon irgendwie laufen w\u00fcrde und man aufgrund der gr\u00f6\u00dferen individuellen F\u00e4higkeiten die Punkte mitnehmen k\u00f6nnte, und ich damit tats\u00e4chlich nicht allzu viel verpassen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Und dann das: Wie in den Ausw\u00e4rtsspielen seit Saisonbeginn zeigte die Mannschaft keinerlei Lerneffekt und leistete sich die alten Fehler, w\u00e4hrend Markus Gisdol und die TSG durch geschickte Spielweise gerade davon profitieren konnten. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Schalkes Trainer Jens Keller dagegen wirkte ein weiteres Mal v\u00f6llig hilflos und \u00fcberfordert, w\u00e4hrend seine Mannen dank der schlechten Hoffenheimer Chancenauswertung (und einem wie gewohnt hervorragenden Keeper Ralf F\u00e4hrmann) mit dem 1:2 noch gut davon kamen.<\/p>\n<p>Danach war eigentlich klar, dass etwas passieren musste. Der Nimbus des Derby-Sieges in k\u00fcrzester Zeit verspielt, nach der L\u00e4nderspielpause die englischen Wochen mit den beiden Champions-League-Duellen gegen Sporting Lissabon vor der Brust: Konnte das mit Keller noch gut gehen?<\/p>\n<p>Der Vorstand um Clemens T\u00f6nnies und Manager Horst Heldt entschied sich schlie\u00dflich gegen den bisherigen Coach. Das Vertrauen darauf, dass Keller sich auch jetzt wieder irgendwie aus der sich immer enger zuziehenden Schlinge w\u00fcrde befreien k\u00f6nnen, war wohl endg\u00fcltig aufgebraucht. <\/p>\n<p>Heldt zauberte den Italo-Schweizer Roberto Di Matteo aus dem Hut, immerhin schon K\u00f6nigsklassen-Gewinner mit Chelsea. Wirklich \u00fcberraschend war daran allerdings nur, dass nicht der Name Thomas Tuchel fiel, w\u00e4hrend Di Matteo bereits vor zwei Jahren schon einmal kurzfristig als neuer Schalker Trainer im Gespr\u00e4ch war.<\/p>\n<p>Warum und weshalb nun Tuchel nicht in Schalke anheuern wollte, konnte oder durfte, soll hier nicht weiter Thema sein. Jetzt also Di Matteo, der personifizierte Bayern-Schreck, der ihnen 2012 das <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/sport\/fussball\/Chelsea-gewinnt-die-Champions-League-article6302401.html\" title=\"&quot;Finale dahoam&quot; wird zum Endspieltrauma: Chelsea gewinnt die Champions League - n-tv.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finale &#8222;Dahoam&#8220;<\/a> geh\u00f6rig vermieste.   <\/p>\n<p>Der Schweizer versprach nach der ersten Video-Analyse denn auch eine Verst\u00e4rkung der Defensive, bevor er sich weiter um das kultivierte Spiel nach vorn k\u00fcmmern k\u00f6nne. Die erste Woche auf Schalke zeigte dann auch einen engagierten Coach, der im Gegensatz zu seinem Vorg\u00e4nger bei den Trainingseinheiten stets im Mittelpunkt des Geschehens stand.   <\/p>\n<p>Ob und was er allerdings nun wirklich besser oder anders macht als Jens Keller, dar\u00fcber sollte man aber erst in ein paar Wochen urteilen. Sicherlich ist ein solcher Trainerwechsel meist eine Art Initialz\u00fcndung f\u00fcr den entsprechenden Verein, alte eingefahrene Seilschaften in der Kabine l\u00f6sen sich m\u00f6glicherweise auf, l\u00e4ngst abgeschriebene Spieler wittern wieder Morgenluft, ja selbst der Busfahrer muss beim Training mit ran.<\/p>\n<p>Der frische Wind sorgte denn auch gleich f\u00fcr den ersten Erfolg in der Nach-Keller-\u00c4ra, wenn er auch noch etwas muffelig daherkam. Mit einer seinem Ruf entsprechenden Defensivausrichtung \u00fcberlie\u00df Di Matteos S04 der Berliner Hertha weitestgehend die Initiative und suchte in eigenem Stadion nach Konterchancen.<\/p>\n<p>Und da beide Viererketten der Blauen (Uchida-Ayhan-H\u00f6wedes-Fuchs und Choupo-Moting-Aogo-Neust\u00e4dter-Draxler) sehr tief standen, entwickelte sich ein eher unspektakul\u00e4res Fu\u00dfballspiel, weil auch die Hauptstadt-Mannschaft von Trainer Jos Luhukay mit ihrem Ballbesitz nur bis zum gegnerischen Strafraum etwas Sinnvolles anfangen konnte. <\/p>\n<p>Dass die Schalker dann letztlich doch noch als Sieger vom Platz gehen konnten, hatten sie einer alten St\u00e4rke zu verdanken, die auch schon Jens Keller des \u00d6fteren vor gr\u00f6\u00dferem Ungemach bewahrt hatte: den individuellen F\u00e4higkeiten ihrer Offensivspieler. Diesmal waren es Torj\u00e4ger Klaas-Jan Huntelaar und Nationalspieler Julian Draxler, die sich durchsetzen konnten und so den ersten Erfolg des neuen Trainers sicherstellten.  <\/p>\n<p>Angesichts von nur knapp 10 Tagen Einarbeitungszeit f\u00fcr den neuen Trainer sollte man aber nicht voreilig den Stab \u00fcber Di Matteo brechen. Der Schweizer hat immerhin die gr\u00f6\u00dfte Schalker Schw\u00e4che (Ballbesitzfu\u00dfball mit starkem Offensivdrang ohne die n\u00f6tige Absicherung) schon kurzfristig erkannt und entsprechend reagiert.<\/p>\n<p>Durch das Zur\u00fccknehmen der beiden Viererketten wurde die Konteranf\u00e4lligkeit wesentlich verringert, das Zentrum massiert und insgesamt mehr Sicherheit in den Abwehraktionen erreicht. Was gegen Hertha noch fehlte war eine entsprechende Absicherung auf den Au\u00dfenbahnen, durch die L\u00e4nderspielreisen von Uchida und Fuchs lie\u00df sich dies aber auch nicht kurzfristig einstudieren.<\/p>\n<p>Drei Tage sp\u00e4ter tr\u00fcbte sich das Bild gegen Sporting Lissabon in der Champions League allerdings gewaltig ein, zumindest was die defensive Ausrichtung anging. Anders als in der Finanzpolitik geriet die &#8222;schwarze Null&#8220; nicht nur geh\u00f6rig ins Wanken, sondern sie krachte ziemlich ger\u00e4uschvoll vom Sockel.<\/p>\n<p>Eine Unachtsamkeit von Huntelaar und F\u00e4hrmann, dem der Mittelst\u00fcrmer die Sicht auf den von Nani eher verstolperten denn geschossenen Ball nahm, sorgte nach einer Viertelstunde bereits f\u00fcr die etwas \u00fcberraschende F\u00fchrung der Portugiesen.<\/p>\n<p>Und auch der beim Stande von 3:1 von Kaan Ayhan verursachte Elfmeter fiel in die Kategorie v\u00f6llig unn\u00f6tig, beendete er doch eine beeindruckende Aufholjagd, mit der die Schalker erstmals in dieser Saison einen R\u00fcckstand drehen konnten und eigentlich auf dem besten Weg zu einem ungef\u00e4hrdeten Erfolg schienen.<\/p>\n<p>Wenig zu meckern gab es dagegen bei der offensiven Ausrichtung. Die Mannschaft zeigte eine eindeutige Reaktion auf das fr\u00fche Tor der Lissabonner und belegte damit, dass ein Trainerwechsel in der Regel tats\u00e4chlich positive Auswirkungen auf ein verunsichertes Team haben kann.<\/p>\n<p>Das es dann doch hier und da mal nicht zusammenpasste, einige Spieler nicht ganz auf der H\u00f6he waren und man zeitweilig meinte, es s\u00e4\u00dfe doch noch Jens Keller auf der Trainerbank, kann man wohl getrost als \u00dcbergangseffekte abhaken. Es wird wohl noch ein wenig dauern, bis die Mannschaft das Konzept des Italo-Schweizers ganz verinnerlicht haben wird.<\/p>\n<p>Zudem bewies Roberto Di Matteo ein gl\u00fcckliches H\u00e4ndchen, als er Chinedu Obasi \u00fcberraschend von Anfang an f\u00fcr Choupo-Moting brachte, und ihm dieser das gew\u00e4hrte Vertrauen mit einem Tor und einer gl\u00e4nzenden Vorarbeit beim Huntelaar-Treffer zur\u00fcckzahlte. Zudem holte der Nigerianer auch noch den Freisto\u00df heraus, durch den Benedikt H\u00f6wedes zum dritten Schalker Torerfolg einnetzte. <\/p>\n<p>Am Ende half dann Fortuna noch einmal kr\u00e4ftig mit, die Strafsto\u00df-Entscheidung des russischen Schiedsrichters wegen angeblichen Handspiels war dann doch ziemlich fragw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>Aber was soll&#8217;s, mit zwei Siegen kann Di Matteo einen durchaus gelungenen Einstand auf Schalke feiern, ohne allerdings dabei nicht zu vergessen, auf die diversen Schw\u00e4chen der Blau-Wei\u00dfen hinzuweisen. Doch wer von einem neuen Trainer verlangt, innerhalb von zwei Wochen alle Unzul\u00e4nglichkeiten abzustellen, was seinem Vorg\u00e4nger in fast zwei Jahren nicht gelungen war, dem ist eh nicht mehr zu helfen.  <\/p>\n<p>Geben wir Roberto Di Matteo also die n\u00f6tige Zeit, um seine Handschrift gegen\u00fcber der Mannschaft zu entwickeln und sein System aufzubauen. In Leverkusen k\u00f6nnen die Schalker dann zeigen, ob auch kurzfristig schon Verbesserungen m\u00f6glich sind.   <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war ja klar, dass das so kommen musste: Kaum hatte ich mich dazu entschlossen, mir in den Oktober-Ferien eine Auszeit von meinem Blog zu nehmen, feuerte Schalke 04 nach der Niederlage in Hoffenheim (endlich) Trainer Jens Keller. 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