{"id":2995340,"date":"2016-04-13T10:32:55","date_gmt":"2016-04-13T08:32:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=2995340"},"modified":"2026-03-31T13:23:14","modified_gmt":"2026-03-31T11:23:14","slug":"s04-bvb-das-revierderby-als-spiegelbild-dieser-saison","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/s04-bvb-das-revierderby-als-spiegelbild-dieser-saison\/","title":{"rendered":"S04 &#8211; BVB: Das Revierderby als Spiegelbild dieser Saison"},"content":{"rendered":"<p>Eine erste Halbzeit zum Vergessen, dann aber zwei Mal einen R\u00fcckstand aufgeholt. Der FC Schalke 04 zeigte <a href=\"http:\/\/www.kicker.de\/news\/fussball\/bundesliga\/spieltag\/1-bundesliga\/2015-16\/29\/2855429\/spielbericht_fc-schalke-04-2_borussia-dortmund-17.html\" target=\"_blank\">beim Derby gegen L\u00fcdenscheid<\/a> eher wenig guten Fu\u00dfball, daf\u00fcr aber umso mehr Moral und Einstellung, als es darauf ankam.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Schalke 04-Fans von Orchi [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ASchalke_04_Fans_664.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"312\" alt=\"Schalke 04 Fans\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/b\/b2\/Schalke_04_Fans_664.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Symptomatische Szene f\u00fcr das Spiel der Blauen: in der 71. Minute schiebt der eingewechselte Max Meyer einen an sich einfachen Querpass an der Mittellinie so schlampig in Richtung Pierre-Emile Hojbjerg, dass dieser sich in einem unn\u00f6tigen Zweikampf gegen Henrikh Mkhitaryan eine v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssige Gelbe Karte abholen muss, um ein Durchbrechen des Dortmunder Spielmachers noch zu verhindern.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Eine Szene zum Haareraufen, aber eben auch typisch f\u00fcr die Schalker Probleme. Solche Unzul\u00e4nglichkeiten sah man am Samstag wieder einmal recht h\u00e4ufig, vorzugsweise immer dann, wenn man gegen eine Mannschaft antreten muss, die ein sehr hohes und fr\u00fchzeitiges Pressing pflegt. <\/p>\n<p>Schon in Ingolstadt konnte man bewundern, mit wie vielen Schwierigkeiten die Blau-Wei\u00dfen zu k\u00e4mpfen haben, wenn sie im Spielaufbau fr\u00fch behindert werden. Fahrig und ungenau nehmen dann die Fehlp\u00e4sse zu, selbst einfache Zuspiele landen oft beim Gegner.<br \/>\nAuch die Dortmunder nutzten diese Schalker Schw\u00e4che, um das Angriffsspiel der Gelsenkirchener in Durchgang Eins nahezu vollst\u00e4ndig zu neutralisieren.  <\/p>\n<p>Schalke reagierte hilflos, die Vorw\u00e4rtsbewegung brach fast v\u00f6llig zusammen und es wurde wieder einmal das Heil in R\u00fcckp\u00e4ssen zum Torwart gesucht. Schon erstaunlich, wie viele Missverst\u00e4ndnisse es in dieser Phase gab, als wenn die Mannschaft erst seit einigen Tagen zusammenspielen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Inwieweit hier das von Andr\u00e8 Breitenreiter diesmal bevorzugte 3-4-3-System mit insgesamt sieben(!) eher defensiv ausgerichteten Akteuren zus\u00e4tzlich Probleme bereitete, l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich nur schwer absch\u00e4tzen, doch das Fehlen eines zentralen Mittelfeld- regisseurs erschwerte den Spielaufbau erheblich. Erst mit der Hereinnahme von Max Meyer als &#8222;10er&#8220; verbesserte sich dieses Manko sichtbar. <\/p>\n<p>Immerhin reichte es noch zu Einzelaktionen, so traf Leroy San\u00e8 nach einer guten halben Stunde nur den Au\u00dfenpfosten und Junior Caicaras Schuss strich f\u00fcnf Minuten vor der Pause knapp am BVB-Geh\u00e4use vorbei.<\/p>\n<p>Erst nach der Unterbrechung wurde das Derby wirklich zum Derby. San\u00e8 und Klaas-Jan Huntelaar glichen die jeweiligen F\u00fchrungen durch Kagawa und Ginter aus und Meyer hatte in der Nachspielzeit die Riesenchance auf den sp\u00e4ten Siegtreffer. Nun stimmten Einsatz, Willen und Kampfgeist pl\u00f6tzlich wieder und man konnte rennen, passen, Druck machen; alles das, was vorher nicht funktionierte.<\/p>\n<p>Und da kann man dann die Parallelen zwischen Derby und bisherigem Verlauf der Saison sehr gut erkennen: Viel zu viele Spiele, in denen es von Schalker Seite nur so \u201edahin- pl\u00e4tscherte\u201c, wo der unbedingte Wille zum Erfolg fehlte oder schnell dahinschwand. Ein stetes Hin und Her zwischen ordentlichen und unterirdischen Auftritten. Schwachen Leistungen folgten starke Spiele und umgekehrt. Das einzige, was regelm\u00e4\u00dfig auftrat, war die mangelnde Konstanz.<\/p>\n<p>Interessant auch zu sehen, wie wenig die Mannschaft unter Druck in der Lage ist, die Anweisungen des Trainerteams umzusetzen. Wie bereits weiter oben angemerkt, gibt es sofort Probleme, wenn es dem Gegner gelingt, sein eigenes hohes Pressing durchzusetzen. Da Breitenreiter in der Regel eine \u00e4hnliche Praxis bevorzugt, sind vor allem die Spieler gefordert, dieses System dann auch den Kontrahenten aufzuzwingen.<\/p>\n<p>Klappt das nicht, wird es wie so oft gesehen mit dem Spielaufbau schwierig. Dann n\u00e4mlich neigen die Schalker St\u00fcrmer und Mittelfeldakteure dazu, in alte Muster zu verfallen und sich gern hinter ihren Gegnern zu verstecken. Und sofort bricht das sch\u00f6ne Arrangement in sich zusammen und es geht wieder hinten rum \u00fcber den Keeper. <\/p>\n<p>Man kann nun nat\u00fcrlich dar\u00fcber streiten, inwieweit da auch der Trainer eine Mitschuld tr\u00e4gt. Meines Erachtens ist das aber eher eine Qualit\u00e4tsfrage des Kaders, zumal uns dieses Problem ja schon seit l\u00e4ngerem besch\u00e4ftigt. Insofern halte ich die momentan mal wieder aufkochende Diskussion um die Zukunft von Andr\u00e8 Breitenreiter und m\u00f6gliche Nachfolger (Weinzierl, Favre) f\u00fcr \u00fcbereilt und wenig hilfreich. Lassen wir doch am Ende lieber den neuen Sportdirektor Christian Heidel entscheiden, ob er mit diesem Trainer weitermachen will&#8230; <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine erste Halbzeit zum Vergessen, dann aber zwei Mal einen R\u00fcckstand aufgeholt. Der FC Schalke 04 zeigte beim Derby gegen L\u00fcdenscheid eher wenig guten Fu\u00dfball, daf\u00fcr aber umso mehr Moral und Einstellung, als es darauf ankam. 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