{"id":24365875,"date":"2025-09-14T07:00:07","date_gmt":"2025-09-14T05:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=24365875"},"modified":"2025-09-16T14:21:58","modified_gmt":"2025-09-16T12:21:58","slug":"die-langfristigen-schaeden-der-austeritaet-in-suedeuropa","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/die-langfristigen-schaeden-der-austeritaet-in-suedeuropa\/","title":{"rendered":"Die langfristigen Sch\u00e4den der Austerit\u00e4t in S\u00fcdeuropa"},"content":{"rendered":"<p>Hat die Sparpolitik nach der Gro\u00dfen Finanzkrise zu dauerhaften Sch\u00e4den gef\u00fchrt? Ja, das hat sie, vor allem in S\u00fcdeuropa. Die Arbeitsmarktreihen f\u00fcr Spanien, Italien und Griechenland zeigen gro\u00dfe negative Diskontinuit\u00e4ten, die bis heute andauern.<\/p>\n<p><Center><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/rwer.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/image-2.png\" width=\"500\" alt=\"\" \/><br \/>\n<em>Langzeitarbeitslosigkeit in % der gesamten Erwerbslosigkeit in einzelnen EU-Staaten<\/em><\/center><\/p>\n<p>Griechenland: Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist im historischen Vergleich derzeit relativ niedrig. Sie ist auch im Vergleich zu den skandinavischen L\u00e4ndern und Spanien niedrig. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Aber die Gesamtzahl der Arbeitspl\u00e4tze ist immer noch geringer als vor der gro\u00dfen Finanzkrise. Vor allem aufgrund der Nettoabwanderung schrumpfte die Bev\u00f6lkerung zwischen 15 und 74 Jahren. Auch die Erwerbsbev\u00f6lkerung ist zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p>Spanien: Die Arbeitslosigkeit in Spanien liegt bei \u00fcber 10 % und ist damit immer noch sehr hoch. Und das, obwohl sie direkt nach der Gro\u00dfen Finanzkrise von rund 20 % gesunken ist. Auch die &#8222;Erwerbs-quote&#8220;, die bis 2009 spektakul\u00e4r gestiegen ist, hat aufgeh\u00f6rt zu wachsen. <\/p>\n<p>Seit 2009 ist sie sogar r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Quote ist relativ niedrig, verglichen mit beispielsweise den Nieder-landen, Deutschland und den skandinavischen L\u00e4ndern. Das bedeutet, dass der R\u00fcckgang der Arbeits-losigkeit zum Teil darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass Menschen im erwerbsf\u00e4higen Alter aus dem Berufs-leben ausgeschieden sind. <\/p>\n<p>Es bedeutet auch, dass Spanien auf dem Arbeitsmarkt \u00fcber ausreichend Spielraum verf\u00fcgt, um n\u00fctz-liche Aktivit\u00e4ten im Gesundheitswesen und was auch immer auszubauen. Die Arbeitslosigkeit kann um weitere 7 Prozentpunkte sinken, w\u00e4hrend die Erwerbsquote leicht um 10 Prozentpunkte steigen kann.<\/p>\n<p>Nach der Gro\u00dfen Finanzkrise wuchs die ohnehin schon hohe Langzeitarbeitslosigkeit in Griechenland auf beispiellose 70 % der rapide steigenden Gesamtarbeitslosigkeit. Ich glaube, man nennt das eine &#8222;verlo-rene Generation&#8220;. In allen L\u00e4ndern in der Grafik war und ist die Langzeitarbeitslosigkeit (als Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit) hoch. <\/p>\n<p>In L\u00e4ndern wie Deutschland war sie dagegen lange leicht r\u00fcckl\u00e4ufig. In Kombination mit der niedrigen Gesamtarbeitslosigkeit in Deutschland bedeutet dies, dass es sich um ein einigerma\u00dfen beherrsch-bares Problem handelt. In Spanien, Griechenland und Italien ist sie dagegen immer noch etwa so hoch wie vor der Krise.<\/p>\n<p>Lange Rede, kurzer Sinn: (1) Die EU muss es besser machen, und (2) wir brauchen diese Arbeitsmarkt-statistiken, um genau dies zu zeigen.<\/p>\n<p><em>(Eigene \u00dcbersetzung eines <a href=\"https:\/\/rwer.wordpress.com\/2025\/08\/14\/the-long-term-damage-of-austerity-in-southern-europe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blogbeitrages<\/a> des niederl\u00e4ndischen \u00d6konomen <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Merijn_Knibbe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Merijn Knibbe<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat die Sparpolitik nach der Gro\u00dfen Finanzkrise zu dauerhaften Sch\u00e4den gef\u00fchrt? Ja, das hat sie, vor allem in S\u00fcdeuropa. Die Arbeitsmarktreihen f\u00fcr Spanien, Italien und Griechenland zeigen gro\u00dfe negative Diskontinuit\u00e4ten, die bis heute andauern. 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