{"id":24355734,"date":"2025-07-29T07:00:50","date_gmt":"2025-07-29T05:00:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=24355734"},"modified":"2025-07-25T11:30:28","modified_gmt":"2025-07-25T09:30:28","slug":"vwl-alternative-wirtschaftstheorie-teil-9-die-freie-zinsbildung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/vwl-alternative-wirtschaftstheorie-teil-9-die-freie-zinsbildung\/","title":{"rendered":"VWL: Alternative Wirtschaftstheorie &#8211; Teil 9: Die freie Zinsbildung"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag soll es nun um die Bildung des Zinssatzes ohne Manipulationen gehen, also darum wie das Steigen oder Sinken des Zinses entsteht. Dazu wenden wir uns den Bankzinsen zu, und da besonders dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kontokorrentkredit\" title=\"Kontokorrentkredit \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Kontokorrentkredit<\/a> als Beispiel f\u00fcr die Art und Weise, wie der Zins in der praktischen Wirtschaft ermittelt und berechnet wird.<\/p>\n<p><center><a title=\"Leitzinsen der EZB (rot) und des Federal Reserve Systems der USA (blau) by Kopiersperre, original author is Thomas Steiner [CC-BY-SA-2.5 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.5)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ALeitzinsenDE.svg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"LeitzinsenDE\" src=\"\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/2\/21\/LeitzinsenDE.svg\/512px-LeitzinsenDE.svg.png\"\/><\/a><br \/>\n<em>Leitzinsen der EZB (rot) und des Federal Reserve Systems der USA (blau)<\/em><\/center><\/p>\n<p>Die naheliegende Antwort, dass er von dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Diskontsatz\" title=\"Diskontsatz \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Diskontsatz<\/a> der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zentralbank\" title=\"Zentralbank \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Zentralbank<\/a> abh\u00e4ngig sei, ist zwar grund-s\u00e4tzlich richtig, soll uns aber hier nicht ausreichen. Es geht mehr um das allgemeine Prinzip, mit dem die Zinsen der Bank vom Diskontsatz der Notenbank abh\u00e4ngen und wie wiederum der Diskontsatz selbst bestimmt wird. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Oder wie es <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Lautenbach\" title=\"Wilhelm Lautenbach \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Wilhelm Lautenbach<\/a> recht treffend formulierte:<\/p>\n<blockquote><p><b>Und irgendein solches regulierendes Prinzip mu\u00df es ja geben, weil sonst die Willk\u00fcr herrschte, die das Chaos gebiert.<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p><em>Lautenbach: Zins, Kredit und Produktion (1952), S. 59<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Ansicht der klassischen Theorie, dass es sich beim Zins um einen Knappheitspreis handelt, der in irgendeiner Form aufgrund von Angebot und Nachfrage nach verf\u00fcgbarem Kapital gebildet werde, haben wir ja bereits durch <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/alternative-wirtschaftstheorie-teil-8-lautenbachs-kritik-an-der-klassischen-zinstheorie\/\" title=\"Alternative Wirtschaftstheorie \u2013 Teil 8: Lautenbachs Kritik an der klassischen Zinstheorie \u203a \u00d6konomie und Sport\">die Feststellung widerlegt, dass es einen als Angebot bereitstehenden &#8222;Sparfonds&#8220; in der geschlossenen Wirtschaft nicht gibt<\/a>.<\/p>\n<p>Im Gegenteil haben wir bei der Darstellung der <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/alternative-wirtschaftstheorie-die-elemente-der-kreditmechanik-teil-7\/\" title=\"Alternative Wirtschaftstheorie \u2013 Teil 7: Die Elemente der Kreditmechanik \u203a \u00d6konomie und Sport\">Kreditmechanik<\/a> bereits gesehen, dass die Banken den Kredit eben nicht wie ein H\u00e4ndler ihre Ware anbieten und daher auch nicht auf L\u00e4ger oder Lieferantenlieferungen angewiesen sind. Auch die Vorstellung, die Bankiers w\u00fcrden die ihnen zuflie\u00dfenden Mittel wiederanlegen und dabei diese Anlagen weiterverleihen ist im Lichte dieser Argumentation so nicht richtig.  <\/p>\n<p>Stattdessen haben wir gesehen, wie der Bankkredit tats\u00e4chlich zustande kommt, wodurch das gesamte Kreditvolumen letzlich bestimmt wird und was tats\u00e4chlich Sinn und Zweck des Bankkredits in wirtschaftlicher Hinsicht ist. Es wurde dabei gezeigt, dass das Kreditvolumen sich zwar wie das Sparen der Nichtunternehmer entwickelt, es aber zwischen diesem Sparen und den Investitionen keinen direkten Zusammenhang gibt. <\/p>\n<p>Es wurde auch deutlich, dass eben das Volumen an Investitionskredit in keinster Weise abh\u00e4ngig ist von der H\u00f6he der bei den Banken auflaufenden Spareinlagen. Ebenso wurde gezeigt, dass der Kreditbedarf f\u00fcr Investitionen nicht in einer einfachen Beziehung zur gesamten Menge der Investitionen steht, sondern dass er umso geringer ist, je gleichm\u00e4\u00dfiger die Unternehmer investieren und je weniger die Nichtunternehmer sparen.<\/p>\n<p>Bestimmt wird das Volumen der Ausleihungen einer Bank nicht durch die Aktiv- und Passivgesch\u00e4fte, da sich Einlagen und Kredite zwar notwendigerweise einander entsprechen, die Banken aber gerade nicht die Bankguthaben, also ihre Schulden, verleihen. Stattdessen richten sich die Banken bei der Kreditgew\u00e4hrung allein nach ihrer Liquidit\u00e4t, also ihrer <a href=\"http:\/\/wirtschaftslexikon.gabler.de\/Definition\/liquiditaet.html\" title=\"Definition \u00bb Liquidit\u00e4t \u00ab | Gabler Wirtschaftslexikon\" target=\"_blank\">Ausstattung mit Zahlungsmitteln f\u00fcr Investitionen\/Kredite einerseits und zur Erf\u00fcllung von Zahlungsverpflichtungen andererseits<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p><b>Oder auch, wenn man genau sein will: sie lassen sich leiten, wie alle Unternehmer, von ihrem Ertragsstreben, sie wollen Gesch\u00e4fte machen und verdienen, und der Rahmen f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit, ihre Bewegungsfreiheit wird bestimmt durch ihre Liquidit\u00e4t; und der Zins ist das Mittel der Bank, die an sie herantretenden Anspr\u00fcche in den Grenzen zu halten, die ihr durch die Liquidit\u00e4tsr\u00fccksichten gezogen sind.<br \/>\nBessert sich die Liquidit\u00e4t, so hat der Bankzins die Tendenz zu sinken, verschlechtert sie sich, so steigt er.<\/b><\/p>\n<p><em>Lautenbach: Zins, Kredit und Produktion (1952), S. 60<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>So ist nach Lautenbach die Entwicklung der Liquidit\u00e4t die &#8222;einzige Richtschnur f\u00fcr die Kreditpolitik der Banken&#8220;.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist auch eine Beantwortung der Frage, ob und wie die Liquidit\u00e4t auf das Sparen reagiert, also ob die klassische Theorie des Zusammenhangs zwischen verf\u00fcgbarem Kapital und Kapitalbedarf auch etwas mit der Entwicklung der Liquidit\u00e4t zu tun hat, m\u00f6glich.<\/p>\n<p><b>Aktuelle und m\u00f6gliche (potentielle)Liquidit\u00e4t<\/b><br \/>\nUm die Zinsbildung erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen, muss also zuerst gekl\u00e4rt werden, wodurch die Liquidit\u00e4t der Banken festgelegt wird, durch die der Bewegungsspielraum der Banken bez\u00fcglich ihrer Kreditgesch\u00e4fte in erster Linie bestimmt wird. Die einfachste Erkl\u00e4rung lautet, dass eine Bank immer solange liquide ist, wie sich ihre Einzahlungen und Auszahlungen im Gleichgewicht befinden.<\/p>\n<p>Dieses Verh\u00e4ltnis der laufenden Einzahlungen und Auszahlungen bezeichnet man als die <em><b>aktuelle Liquidit\u00e4t<\/b><\/em>. Jede Bank wird ein Interesse daran haben, ihr Gesch\u00e4ft so auszurichten, dass die aktuelle Liquidit\u00e4t im Schnitt und m\u00f6glichst auf Dauer gleich Eins ist. W\u00e4re sie kleiner als Eins, so w\u00fcrde sich mit der Zeit die Kasse der Bank ausr\u00e4umen und sie w\u00fcrde gezwungen, irgendwann ihre Reserven einzusetzen, um sich Zahlungsmittel zu beschaffen.<\/p>\n<p>Die Vorbereitung einer Bank f\u00fcr einen solchen Fall, wenn also die aktuelle Liquidit\u00e4t kleiner als Eins w\u00e4re, nennt man die <em><b>potentielle Liquidit\u00e4t<\/b><\/em>. W\u00e4hrend die aktuelle Liquidit\u00e4t das Verh\u00e4ltnis der laufenden Aus- und Einzahlungen darstellt, so beschreibt die potentielle Liquidit\u00e4t die Relation der liquiden Zahlungsmittel der Bank zu den Anspr\u00fcchen, die sie maximal bew\u00e4ltigen muss.  <\/p>\n<p><b>Individuelle Liquidit\u00e4tsver\u00e4nderungen haben keinen Einfluss auf die Zinsbildung<\/b><br \/>\nBei der makro\u00f6konomischen Betrachtung der Liquidit\u00e4tsver\u00e4nderungen im Bankensystem k\u00f6nnen individuelle Variierungen unber\u00fccksichtigt bleiben, das sie ja nur Ausdruck daf\u00fcr sind, inwieweit einzelne Banken in ihren t\u00e4glichen Abrechnungen quasi &#8222;aus der Reihe getanzt sind&#8220;. <\/p>\n<p>Diese betriebswirtschaftlichen Zuspitzungen der individuellen Liquidit\u00e4t von Bank zu Bank sind nicht weiter interessant, da sie durch den t\u00e4glichen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geldmarkt\" title=\"Geldmarkt \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Geldmarkt<\/a> weitestgehend ausgeglichen werden. F\u00fcr den Zins bleiben nur die generellen Ver\u00e4nderungen der Liquidit\u00e4t bedeutsam, wenn also in ihrer Gesamtheit alle Banken zur gleichen Zeit eine Verbesserung oder Verschlechterung ihrer Liquidit\u00e4t erfahren.<\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bankguthaben\" title=\"Bankguthaben \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Depositen<\/a>sparen und die Ver\u00e4nderung der Bankenliquidit\u00e4t<\/b><br \/>\nWilhelm Lautenbach hatte sich bereits vor \u00fcber 60 Jahren in diesem Zusammenhang die Frage gestellt, inwieweit eine Ver\u00e4nderung der Verbrauchsquote in einer Volkswirtschaft unmittelbar auch eine Anpassung der aktuellen oder potentiellen Liquidit\u00e4t der Banken zu Folge haben k\u00f6nnte. Dabei w\u00e4hlte er schon damals zum besseren Verst\u00e4ndnis ein Beispiel, dessen Parallelen mit der heutigen Situation in der Bundesrepublik Deutschland erschreckend aktuell anmuten.<\/p>\n<p>Daher halte ich es auch f\u00fcr sehr sinnvoll, ihn hier wortw\u00f6rtlich zu zitieren:<\/p>\n<blockquote><p>Wir wollen einmal unterstellen, eine Wirtschaft bef\u00e4nde sich auf m\u00e4\u00dfigem Besch\u00e4ftigungsniveau im Gleichgewicht und nunmehr veranlasste irgendein \u00e4u\u00dferer Umstand die Angeh\u00f6rigen dieser Wirtschaft, sich im Verbrauch mehr zu beschr\u00e4nken, ohne dass sich im Warenangebot oder im Einkommen bis dahin schon etwas ge\u00e4ndert habe. <\/p>\n<p><b>Unterstellen wir, die Einkommensbezieher w\u00fcrden durch eine wirkungsvolle Propaganda veranlasst, weniger auszugeben und mehr zu sparen! <em>So etwas w\u00e4re zwar ein Schildb\u00fcrgerstreich, aber durchaus nicht au\u00dfer dem Bereich der M\u00f6glichkeit.<\/em><\/b><\/p>\n<p>Denn schon oft hat man f\u00fcr eine depressive Lage Kapitalmangel verantwortlich gemacht und -ein fatales quid pro quo -verst\u00e4rktes Sparen als Rezept zur Heilung dieses Mangels empfohlen. <\/p>\n<p><b><em>W\u00fcrde nun wirklich mehr gespart, so k\u00f6nnte auch der Besch\u00e4ftigungsstand nur aufrechterhalten werden, wenn die Investition ausgedehnt w\u00fcrde; denn die Senkung der Verbrauchsquote bedingt eine h\u00f6here Investitionsquote und somit eine absolut h\u00f6here Investition, damit Produktion und Einkommen auf dem gleichen Stand erhalten bleiben.<\/b><\/em> <\/p>\n<p>Was wir hier so etwas umst\u00e4ndlich ausdr\u00fccken, wird einfacher, und durchaus klar in diesem Falle, durch die altbekannte Formel zum Ausdruck gebracht, \u00abwenn mehr gespart wird, kann mehr investiert werden und wird mehr investiert\u00bb; aber in dieser Form gilt sie nicht. Die Formel dr\u00fcckt nur ein &#8222;Sollen&#8220; aus, es m\u00fcsste so sein, damit nicht ein h\u00f6chst unerw\u00fcnschter Erfolg, n\u00e4mlich ein R\u00fcckgang der Produktion und der Besch\u00e4ftigung eintritt.<\/p>\n<p>Ob dies automatisch eintritt, h\u00e4ngt gerade davon ab, ob das Banksystem zweckentsprechend reagiert, billiger und mehr Kredit anbietet und zwar sehr prompt und sehr gro\u00dfz\u00fcgig. Denn wenn die Investition nicht alsbald von der Kreditseite her etwas angeregt w\u00fcrde, w\u00fcrde sie statt zuzunehmen sogar zur\u00fcckgehen: <\/p>\n<p><b>Eine Verschlechterung der Gesch\u00e4ftslage der Verbrauchsg\u00fcterindustrie, die ja die erste Folge der freiwilligen Verbrauchsbeschr\u00e4nkung und des freiwilligen Sparens w\u00e4re, veranlasst die Unternehmer a tempo selbst auf ihre Liquidit\u00e4t bedacht zu sein;<\/b> das \u00e4u\u00dfert sich darin, dass sie sich selbst bei allen nicht unbedingt technisch notwendigen Betriebsausgaben Reserve auferlegen, d. h. Neuinvestitionen nicht vornehmen und Ersatzinvestitionen m\u00f6glichst verschieben, unter Umst\u00e4nden sogar die laufende Produktion einschr\u00e4nken. <\/p>\n<p><b>Verbessert sich nun, ehe diese fatale und h\u00f6chst widersinnige Folge eintritt, die Liquidit\u00e4t der Banken unter dem Einfluss des Sparens? Die Frage ist zu verneinen.<\/b><\/p>\n<p><em>Lautenbach: Zins, Kredit und Produktion (1952), S. 61\/62<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Lautenbach kam sogar zu der Ansicht, dass sich die Liquidit\u00e4t der Banken unter ansonsten gleichen Bedingungen eher <em>verschlechtert<\/em>, wenn die ersparten Betr\u00e4ge als Einlagen bei den Banken angelegt werden. <\/p>\n<p>Dies gilt wohlgemerkt nur f\u00fcr \u00aballe Banken\u00bb; f\u00fcr eine einzelne Bank k\u00f6nnte es durchaus sein, dass ihr durch die Einzahlungen der Depositensparer mehr <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geldbasis\" title=\"Geldbasis \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\">Zentralbankgeld<\/a> zustr\u00f6mt, als sie erhalten h\u00e4tte, wenn ihre Kunden nicht gespart h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Insgesamt aber w\u00e4chst bei unver\u00e4nderter Kassenhaltung dabei das Kreditvolumen, so dass sich dadurch das Gesamtverh\u00e4ltnis der Depositen zur Kasse verschlechtert. <\/p>\n<p>Die Begr\u00fcndung daf\u00fcr mutet etwas paradox an:<br \/>\nH\u00e4tten die Sparer, statt zu sparen, ihre Einkommen verausgabt, w\u00e4ren die Geldbetr\u00e4ge zwar genauso wieder durch den Einzelhandel an die Banken weitergereicht worden, doch das Kreditvolumen w\u00e4re geringer, da die f\u00fcr den Konsum ausgegebenen Betr\u00e4ge von Unternehmern eingenommen w\u00e4ren mit der Folge, dass ihre Gewinne h\u00f6her und damit ihr Kreditbedarf entsprechend niedriger ausgefallen w\u00e4ren. <\/p>\n<p><b>Dies bedeutet daher, dass der Verdienst, die Liquidit\u00e4t allgemein und dadurch die Tendenz zum Investieren h\u00f6her sind, je weniger Lohn- und Gehaltsempf\u00e4nger sparen.<\/b>  <\/p>\n<p>Durch den verringerten Umsatz als Folge des Sparens wird erst der zus\u00e4tzliche Kreditbedarf erzeugt, im Umkehrschluss wird, wenn Sparer ihre fr\u00fcheren Ersparnisse aufl\u00f6sen, die Liquidit\u00e4t der Banken und der Unternehmen und damit auch das Unternehmereinkommen gesteigert.<\/p>\n<p>\u00abSt\u00e4rkeres\u00bb Sparen dagegen bei nicht ebenso steigender, d. h. also relativ \u00abschw\u00e4cherer\u00bb Investition vermindert demnach die Liquidit\u00e4t. Folglich hat der freie Geldmarktzins nach Lautenbach unter diesen Umst\u00e4nden die Tendenz zu steigen.<\/p>\n<p>Dies aber bedeutet, dass die wirkliche Funktion des Zinses der ihm zugedachten Rolle gem\u00e4\u00df der klassischen Theorie strikt entgegenl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Beitrag wollen wir dann untersuchen, inwieweit eine Ver\u00e4nderung des Bargeldbedarfes einer Volkswirtschaft sich auf die Inanspruchnahme des Bankensystems und damit auch der zentralen Notenbank auswirkt. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag soll es nun um die Bildung des Zinssatzes ohne Manipulationen gehen, also darum wie das Steigen oder Sinken des Zinses entsteht. 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