{"id":2356441,"date":"2016-04-04T09:39:51","date_gmt":"2016-04-04T07:39:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=2356441"},"modified":"2026-04-30T14:11:25","modified_gmt":"2026-04-30T12:11:25","slug":"fatale-irrtuemer-des-finanziellen-fundamentalismus-anhaltende-staatsdefizite-ueberfordern-den-schuldendienst-des-fiskus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/fatale-irrtuemer-des-finanziellen-fundamentalismus-anhaltende-staatsdefizite-ueberfordern-den-schuldendienst-des-fiskus\/","title":{"rendered":"Fatale Irrt\u00fcmer des finanziellen Fundamentalismus \u2013 anhaltende Staatsdefizite \u00fcberfordern den Schuldendienst des Fiskus"},"content":{"rendered":"<p><Center><a title=\"Dollar-Symbol von Svilen.milev (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0) oder GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ADollar_symbol.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"312\" alt=\"Dollar symbol\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/b\/be\/Dollar_symbol.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p><Center><b>Eine Abhandlung \u00fcber die \u00d6konomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage<\/b><\/Center><\/p>\n<p><b>Irrtum Nr. 8: Ein andauerndes Staatsdefizit \u00fcberfordert irgendwann den Schuldendienst des Fiskus<\/b><\/p>\n<p>Anhaltende Defizite des Staates w\u00fcrden letztlich daf\u00fcr sorgen, dass die notwendigen Schuldenzah-lungen auf Dauer einfach den Fiskus \u00fcberschwemmen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Die reale Perspektive: W\u00e4hrend die alarmierten Zuschauer fasziniert den Projektionen von Horrorgeschichten folgen, in denen die Pro-Kopf-Verschuldung als unertr\u00e4glich belastend dargestellt wird, der Schuldendienst die gesamte Einkommensteuer absorbieren werde oder das Vertrauen in die F\u00e4higkeit und Bereitschaft der Regierung zur Erhebung der erforderlichen Steuern verloren gehe, so dass Staatsanleihen nicht mehr zu angemessenen Bedingungen in Verkehr gebracht werden k\u00f6nnten, beschreiben vern\u00fcnftige Szenarien eher einen vernachl\u00e4ssigbaren oder sogar g\u00fcnstigen Einfluss auf den Fiskus. <\/p>\n<p>Wenn die Vollbesch\u00e4ftigung aufrechterhalten werden k\u00f6nnte und so  das nominale BIP wie fr\u00fcher mit sagen wir etwa 6% wachsen w\u00fcrde, bestehend aus etwa 3% Inflation und 3% realem Wachstum, w\u00e4re es absolut kein Problem, wenn die Schulden gleichzeitig um 6% oder vielleicht einer etwas h\u00f6heren Rate steigen; denn wenn der Nominalzins um 8% l\u00e4ge, k\u00f6nnte dann der gr\u00f6\u00dfte Teil dieses Wachstums aus den ebenfalls expandierenden Schulden finanziert werden, so dass nur 2% aus dem laufenden Haushalt gedeckt werden m\u00fcssten <em>(Anmerkung: sicherlich erscheinen solche Zahlen heute in Zeiten von Nullzinsen und niedrigster Inflation nahezu utopisch, doch am dahinterstehenden Prinzip hat sich dagegen nichts ge\u00e4ndert)<\/em>.<\/p>\n<p>Durch die Einkommensteuer auf die gestiegenen Zinszahlungen k\u00f6nnte ein gro\u00dfer Teil davon ausgeglichen werden, und Einsparungen durch geringere Arbeitslosigkeit, sinkende Versicherungsleistungen und andere Sozialstaatskosten w\u00fcrden mehr als den verbleibenden Rest abdecken, auch ohne einen erheblichen Anstieg der Steuereinnahmen aus den wohlhabenderen Haushalten. Obwohl ein Gro\u00dfteil dieser Zuw\u00e4chse eher den L\u00e4ndern und Gemeinden und nicht dem Bund zuflie\u00dfen w\u00fcrden, k\u00f6nnte dies durch \u00c4nderungen des Finanzausgleichs korrigiert werden. <\/p>\n<p>So w\u00e4re es beispielsweise eher m\u00f6glich, mit einer Verschuldung von 15 Billionen bei Vollbesch\u00e4ftigung und einem stark reduzierten Bedarf an Arbeitslosengeld und Sozialhilfe viel einfacher umzugehen als mit f\u00fcnf Billionen Schulden und einem Wirtschaftssystem in der Krise mit verfallender Infrastruktur und explodierenden Sozialkosten. Es w\u00e4re schlicht und einfach gar kein Problem.<\/p>\n<p><em>(Grundlage dieser Reihe ist der Artikel <a href=\"\/\/www.pnas.org\/doi\/full\/10.1073\/pnas.95.3.1340\" title=\"Vickrey, William. 1996. 15 Fatal Fallacies of Financial Fundamentalism\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">15 Fatal Fallacies of Financial Fundamentalism<\/a> von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/William_Vickrey\" title=\"William Vickrey - Wikipedia, the free encyclopedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">William Vickrey<\/a>)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Abhandlung \u00fcber die \u00d6konomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage Irrtum Nr. 8: Ein andauerndes Staatsdefizit \u00fcberfordert irgendwann den Schuldendienst des Fiskus Anhaltende Defizite des Staates w\u00fcrden letztlich daf\u00fcr sorgen, dass die notwendigen Schuldenzah-lungen auf Dauer einfach den Fiskus \u00fcberschwemmen w\u00fcrden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[32,29,18],"class_list":["post-2356441","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oekonomie","tag-schulden","tag-sparen","tag-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2356441","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2356441"}],"version-history":[{"count":20,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2356441\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24310030,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2356441\/revisions\/24310030"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2356441"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2356441"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2356441"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}