{"id":2235988,"date":"2015-11-18T11:35:17","date_gmt":"2015-11-18T10:35:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=2235988"},"modified":"2015-11-18T19:11:24","modified_gmt":"2015-11-18T18:11:24","slug":"erschreckend-das-sterbehaus-der-deutschen-bank","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/erschreckend-das-sterbehaus-der-deutschen-bank\/","title":{"rendered":"Erschreckend &#8211; das &#8222;Sterbehaus&#8220; der Deutschen Bank"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal gibt es Artikel, die mich extrem ins Gr\u00fcbeln bringen. Einen solchen fand ich vor einiger Zeit durch den <a href=\"https:\/\/rwer.wordpress.com\/2015\/11\/07\/links-labour-flows-short-termism-retired-bankers-and-the-proposed-eu-fiscal-board\/\" target=\"_blank\">Real-World Economics Review Blog<\/a>, einen <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/43\/deutsche-bank-frankfurt-westend-manager-aufsichtsrat\/komplettansicht?utm_content=buffera18a2&#038;utm_medium=social&#038;utm_source=facebook.com&#038;utm_campaign=buffer\" target=\"_blank\">best\u00fcrzenden Beitrag auf Zeit-Online<\/a> \u00fcber den &#8222;Unruhestand&#8220; ehemaliger Vorst\u00e4nde der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Bank\" target=\"_blank\">Deutschen Bank<\/a>.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Deutsche Bank Twin Towers in Frankfurt von Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ADeutsche_Bank_neue_Fassade.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Deutsche Bank neue Fassade\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/7\/79\/Deutsche_Bank_neue_Fassade.jpg\/512px-Deutsche_Bank_neue_Fassade.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Der niederl\u00e4ndische \u00d6konom <a href=\"http:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Merijn_Knibbe\" target=\"_blank\">Merijn Knibbe<\/a> fand daf\u00fcr folgende Worte:<\/p>\n<blockquote><p><B>Ein schockierendes Portr\u00e4t \u00fcber den Ruhestand ehemaliger Deutsche Bank-Manager, die gemeinsam nutzlos in &#8222;Schein&#8220;-B\u00fcros langsam &#8222;verblassen&#8220;, in einer Nebenstra\u00dfe hinter dem offiziellen Geb\u00e4ude der Deutschen Bank. Am auff\u00e4lligsten: der Mangel an unabh\u00e4ngigem Denken.<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p>Was in aller Welt mag diese Leute dazu veranlassen, ein solches Trugbild weiterzuleben, sich dabei noch erniedrigen zu lassen und trotzdem nicht aufh\u00f6ren zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Warum k\u00f6nnen sie ihren Ruhestand nicht einfach irgendwie und irgendwo anders genie\u00dfen, an Geldmangel wird das ja wohl eher nicht liegen? Warum k\u00f6nnen sie nicht loslassen?<\/p>\n<p>Was sind das eigentlich f\u00fcr Menschen, die fr\u00fcher als Wirtschaftsbosse besonders m\u00e4chtig erschienen und nun den Eindruck psychisch Kranker vermitteln?<\/p>\n<p>F\u00fchrt der st\u00e4ndige Kampf zum Erreichen solcher Positionen zur Vereinsamung, weil man offenbar nur Konkurrenten, aber keine Freunde mehr hat? Keine Hobbys aus\u00fcbt und nur die Arbeit kennt?<\/p>\n<p>Und wenn man annimmt, dass diese ehemaligen Vorst\u00e4nde der Deutschen Bank keine Ausnahmen darstellen, und F\u00fchrungskr\u00e4fte im Finanzwesen und anderen Bereichen der Wirtschaft, die einem \u00e4hnlich brutalen Ausleseverfahren ausgesetzt wurden, dementsprechend gleichartig sozialisiert sind: Von was f\u00fcr einer schr\u00e4gen Art Mensch wird unser Wirtschaftssystem eigentlich beherrscht?<\/p>\n<p>Kennen solche Leute \u00fcberhaupt noch Mitleid oder Mitgef\u00fchl und Solidarit\u00e4t f\u00fcr andere? Oder sind sie tats\u00e4chlich die &#8222;einsamen W\u00f6lfe&#8220;, die r\u00fccksichtslos nur ihre eigene Karriere im Sinn haben, misstrauisch gegen\u00fcber alles und jedem?<\/p>\n<p>Sind solche Menschen wirklich nicht in der Lage, unabh\u00e4ngig zu denken, wie es Knibbe in seinem Beitrag darstellt? Es liegt nahe, dass &#8222;Gegen den Strom schwimmen&#8220; in solchen Positionen nicht unbedingt der eigenen Laufbahn zu Gute kommt, sondern im Gegenteil extrem sch\u00e4digend sein kann. Stattdessen geh\u00f6rt man einem verschworenen Zirkel halbseidener Gesellen an, \u00fcber deren Handeln und Entscheidungen eigentlich niemand sprechen will. Selbst nach Jahren nicht.<\/p>\n<p>Ein verheerendes gesellschaftliches Portr\u00e4t einer Kaste, die f\u00fcr die Entstehung der Finanzkrise mitverantwortlich zeichnet und gefangen ist in einem Strudel aus Missgunst, Gier, Machtstreben und Angst, dem sie offenbar erst durch den Tod wirklich entkommen k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Aufschlussreich erscheint mir dazu noch folgendes Interview mit dem Psychologen Jens Hoffmann, ebenfalls auf Zeit-Online erschienen: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/karriere\/beruf\/2014-05\/psychopathen-interview-psychologe-jens-hoffmann\" target=\"_blank\">Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung &#8222;Auff\u00e4llig viele Psychopathen werden Chef&#8220;<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal gibt es Artikel, die mich extrem ins Gr\u00fcbeln bringen. 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