{"id":19837,"date":"2014-05-25T10:04:30","date_gmt":"2014-05-25T08:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=19837"},"modified":"2026-04-24T12:05:03","modified_gmt":"2026-04-24T10:05:03","slug":"direkte-champions-league-teilnahme-erreicht-eine-kleine-nachlese-zum-letzten-spieltag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/direkte-champions-league-teilnahme-erreicht-eine-kleine-nachlese-zum-letzten-spieltag\/","title":{"rendered":"Direkte Champions-League-Teilnahme erreicht: eine kleine Nachlese zum letzten Spieltag"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem souver\u00e4nen Sieg \u00fcber den Absteiger 1. FC N\u00fcrnberg hat sich Schalke endg\u00fcltig das Saisonziel gesichert: die Teilnahme an der Champions League. Bemerkenswert dabei ist auch, dass es zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gelang, sich in drei aufeinander folgenden Jahren f\u00fcr diesen europ\u00e4ischen Pokal-Wettbewerb zu qualifizieren.<br \/>\n<b>Respekt!!<\/b><br \/>\n<center><a title=\"FC Schalke 04 Fans von Orchi (FC Schalke 04 : 1. FC N\u00fcrnberg) [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3ASchalke_04_Fans_677.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"312\" alt=\"FC Schalke 04 Fans\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/c\/c3\/Schalke_04_Fans_677.jpg\"\/><\/a><\/center><\/p>\n<p>Um diesen Erfolg richtig bewerten zu k\u00f6nnen, muss man sich vor Augen f\u00fchren, wo die Mannschaft zum Auftakt der R\u00fcckrunde herkam. In die Winterpause ging der S04 als Siebter der Bundesliga, und es gab damals eine Menge Kritik am Team und vor allem am Trainer.  <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Zudem litt man unter einer ganzen Welle von Verletzungen, bis zu elf Spieler hatten sich zeitweilig mit diversen &#8222;Wehwehchen&#8220; vom Trainings- und Spielbetrieb abgemeldet.<br \/>\nAuch der Fu\u00dfball, den die Mannschaft von Coach Jens Keller in der Hinrunde kickte, war weder besonders attraktiv noch \u00fcber die Ma\u00dfen erfolgreich. Den Anspruch, dritte Kraft der Liga hinter Bayern und Dortmund zu sein, konnte man nicht best\u00e4tigen, Teams wie Leverkusen, Wolfsburg und Gladbach schienen st\u00e4rker zu sein. <\/p>\n<p>Und dann kam die R\u00fcckrunde&#8230;<\/p>\n<p>Was soll ich hier noch gro\u00df dazu schreiben, fest steht wohl, dass nur die gr\u00f6\u00dften Optimisten mit einem solchen Verlauf gerechnet hatten. So aber erreichten die Schalker mehr als erwartet und verdr\u00e4ngten Leverkusen sogar noch von Platz 3 und lie\u00dfen den Rest der Bundesliga hinter sich.<br \/>\nMission accomblished!!<\/p>\n<p>Durchaus zu Recht bekam Trainer Jens Keller von Manager Horst Heldt danach die Garantie zur Weiterbesch\u00e4ftigung auch in der neuen Spielzeit. Schlie\u00dflich hatte er auch einen geh\u00f6rigen Anteil an diesem Erfolg. Dass Horst Heldt zwischenzeitlich allerdings Zweifel hegte und vorsorglich versuchte, sich die Dienste des Mainzer Coaches Thomas Tuchel zu sichern, kann man ihm trotzdem nicht ver\u00fcbeln.<\/p>\n<p>Es h\u00e4tte auch alles etwas anders ablaufen k\u00f6nnen. Und schlie\u00dflich geh\u00f6rt es zu den Aufgaben eines Managers, auch den &#8222;Worst Case&#8220; in seine \u00dcberlegungen mit einzuplanen. Sicherlich kann man der Ansicht sein, aufgrund der erfolgreichen R\u00fcckrunde habe sich Keller die Jobgarantie f\u00fcr die neue Saison verdient, und man solle ihn dann auch erst einmal in Ruhe arbeiten lassen. Also ist die Trainerdiskussion damit endg\u00fcltig beendet?<\/p>\n<p>Ich glaube kaum. Denn an dem grunds\u00e4tzlichen Credo der immer wieder (auch von mir) ge\u00e4u\u00dferten Kritik, Keller habe kein modernes Spielsystem, hat sich ja nicht viel ge\u00e4ndert. Wenn man sich die letzten Spiele ab der Begegnung gegen Frankfurt so anschaut, kann man die Probleme im Spielaufbau sehr gut analysieren. Es bleibt festzuhalten, dass es zumeist das individuelle K\u00f6nnen der Spieler war, das letztlich f\u00fcr die erzielten Treffer ausschlaggebend war. Das reicht dann zwar durchaus aus, um den gr\u00f6\u00dften Teil der Bundesliga in die Schranken zu weisen, doch f\u00fcr mehr offensichtlich nicht.<\/p>\n<p>Und das ist f\u00fcr mich denn auch der Kernpunkt der Kritik:<br \/>\nMit Keller ist auch in den n\u00e4chsten Jahren Rang 3 oder 4 durchaus m\u00f6glich, doch zu den Spitzenteams in Europa wird vermutlich immer ein gewisser Abstand bleiben. Denn gegen Mannschaften wie M\u00fcnchen, Dortmund, Real Madrid,  aber auch Chelsea und Co. reicht es nicht aus, nur auf die Qualit\u00e4ten der Spieler zu setzen. Um gegen diese Vereine erfolgreich sein zu k\u00f6nnen, muss man ein eigenes taktisches System haben, mit dem man sie aussichtsreich daran hindern kann, ihre jeweilige Philosophie auf den Platz  zu bringen. <\/p>\n<p>Bestes Beispiel daf\u00fcr war das R\u00fcckspiel bei den Bayern, wo die Schalker in der ersten Halbzeit mit einer extrem defensiven Ausrichtung vergeblich versuchten, die M\u00fcnchener am Toreschiessen zu hindern. Vorteilhafter w\u00e4re es da gewesen, offensiver gegen das Ballbesitz-Spiel der Bayern vorzugehen, wie es einige andere Teams ja in dieser Saison schon (zumindest teiweise) recht erfolgreich vorgemacht hatten.<\/p>\n<p>Offensichtlich ist aber eine solche Spielweise mit Jens Keller als Trainer nicht m\u00f6glich. Will man also Auf Schalke in den n\u00e4chsten Jahren mehr erreichen als &#8222;nur&#8220; die Champions-League-Teilnahme, so sollte man in der Vereinspitze sich doch noch einige Gedanken bez\u00fcglich eines &#8222;modernen \u00dcbungsleiters mit System&#8220; machen. Einfach gesagt: jede herausragende Mannschaft ben\u00f6tigt auch eine herausragende Trainer-Pers\u00f6nlichkeit, um wirklich erfolgreich zu sein. Da mag sich nun jeder Leser seine eigenen Gedanken machen, ob Jens Keller dieses Anforderungsprofil ausf\u00fcllen kann.<\/p>\n<p>Bei aller Kritik muss ich Keller aber auch mal ausdr\u00fccklich loben: die Integration junger Spieler in den Bundesliga-Kader funktioniert zur Zeit bestens. Kaan Ayhan, Max Meyer, Leon Goretzka und Sead Kolasinac k\u00f6nnen da als leuchtende Beispiele dienen. Die Arbeit mit Nachwuchs-Akteuren scheint Keller offenbar sehr zu liegen. Eigentlich kein Wunder, wenn man seine vorherige Besch\u00e4ftigung in der Schalker &#8222;Knappen&#8220;-Schule ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Deren herausragende Leistungen seien hier auch einmal besonders gew\u00fcrdigt: Die U-19 z. B. scheiterte im Pokalfinale erst im Elfmeterschie\u00dfen, w\u00e4hrend sie kurz darauf den Titel im Westfalenpokal erfolgreich verteidigte. Eine Anerkennung der Schalker Nachwuchs-arbeit war auch die Aufstellung der Nationalmannschaft beim ansonsten bedeutungslosen Freundschaftsspiel gegen Polen. Mit Julian Draxler, Max Meyer und Leon Goretzka bestand das offensive Mittelfeld komplett aus S04-Akteuren. Damit w\u00fcrdigte Nationaltrainer Joachim L\u00f6w besonders die starken Auftritte dieser Akteure in der R\u00fcckrunde.<\/p>\n<p>Schade zwar, dass Meyer und Goretzka nicht mehr auf den WM-Zug nach Brasilien aufspringen konnten, doch ihre Zeit wird auch im Adlerdress sicherlich noch kommen. Um die Ver\u00e4nderungen im Schalker Kader und deren m\u00f6gliche Auswirkungen auf die kommende Saison geht es im n\u00e4chsten Beitrag. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem souver\u00e4nen Sieg \u00fcber den Absteiger 1. FC N\u00fcrnberg hat sich Schalke endg\u00fcltig das Saisonziel gesichert: die Teilnahme an der Champions League. 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