{"id":19541272,"date":"2022-03-10T07:00:17","date_gmt":"2022-03-10T06:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=19541272"},"modified":"2026-04-01T08:46:14","modified_gmt":"2026-04-01T06:46:14","slug":"learnmmt-teil-5-unter-den-bedingungen-eines-modernen-fiat-waehrungssystems","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/learnmmt-teil-5-unter-den-bedingungen-eines-modernen-fiat-waehrungssystems\/","title":{"rendered":"#LearnMMT \u2013 Teil 5: Unter den Bedingungen eines modernen Fiat-W\u00e4hrungssystems"},"content":{"rendered":"<p>1) Der Gesamtbetrag des Geldes wird nicht durch eine feste Menge an Gold eingeschr\u00e4nkt. Stattdessen wird es durch die Gesamtproduktion der Volkswirtschaft festgelegt. <\/p>\n<p><center><a title=\"Chianti, CC BY-SA 3.0 &lt;https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0&gt;, via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:41018_Schiefe_Ebene_Nov_5_2016.png\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"41018 Schiefe Ebene Nov 5 2016\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/e\/e7\/41018_Schiefe_Ebene_Nov_5_2016.png\"><\/a><br \/>\n<em>Eine Dampflok unter Volldampf<\/em><\/center><\/p>\n<p>Es sollte genug Geld im Umlauf sein, um die Wirtschaft mit Volldampf zu betreiben und jedes verf\u00fcgbare Produkt und jede verf\u00fcgbare Dienstleistung aufzukaufen. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Eine Fiat-W\u00e4hrung verschiebt die theoretische Grenze der \u00f6konomischen Aktivit\u00e4t \u00fcber eine willk\u00fcrliche Schwelle hinaus, die von Edelmetallklumpen diktiert wird bis &#8222;dahin, was das System tragen kann&#8220;, basierend auf der tats\u00e4chlichen physischen Kapazit\u00e4t.<\/p>\n<p>2) Ausgaben, die \u00fcber die gesamte Produktionskapazit\u00e4t der Wirtschaft hinausgehen f\u00fchren zu Inflation. Dieses zus\u00e4tzliche Geld kann keine neuen Produkte oder Dienstleistungen kaufen (es gibt bei voller Auslastung auch keine M\u00f6glichkeit weitere herzustellen), so dass es nur dazu f\u00fchrt, auf bestehende Produkte und Dienstleistungen mehr zu bieten und daher deren Preise zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>3) Steuern finanzieren keine Ausgaben der Bundesregierung. Steuern sind stattdessen eine Form der Reduzierung der Nachfrage im privaten Sektor. Denken Sie daran, dass die Wirtschaft nur eine bestimmte Menge an Geld halten kann, die von ihrer maximalen Produktionskapazit\u00e4t diktiert wird. <\/p>\n<p>Wenn die Regierung mehr Geld ausgeben will, um Waren und Dienstleistungen zu kaufen, sollte sie mehr Steuern erheben, um den Geldbetrag im privaten Sektor zu reduzieren. Wenn sie nicht mehr besteuert, riskiert sie Inflation, weil zu viel Geld im Umlauf ist.<\/p>\n<p>Ebenso sollte sie, wenn sie weniger ausgeben will, weniger Steuern erheben und den privaten Sektor mehr Ausgaben t\u00e4tigen lassen. Wenn sie dann mehr Steuern einnimmt, dann ist die Menge des im Umlauf befindlichen Geldes zu niedrig und die Produktionskapazit\u00e4t ist ungenutzt. <\/p>\n<p>Die Idee hierbei ist, die Gesamtmenge an Geld, mit der man Waren und Dienstleistungen kaufen kann, in der N\u00e4he eines optimalen maximalen Niveaus zu halten. Auch hier reduzieren Steuern die Nachfrage im privaten Sektor, um Platz f\u00fcr Staatsausgaben zu schaffen.<\/p>\n<p>Beachten Sie, dass dies unsere normale Argumentation auf den Kopf stellt. Die Bundesregierung besteuert Sie nicht, damit sie dann Ihr Geld f\u00fcr den Kauf oder die Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen ausgeben kann. Sie besteuert Sie, so dass Sie nicht so viel von Ihrem Geld f\u00fcr Waren und Dienstleistungen ausgeben k\u00f6nnen, was dann dazu f\u00fchrt, dass sie an ihrer Stelle Geld ausgibt.<\/p>\n<p>4) Souver\u00e4ne Regierungen, die ihre eigene W\u00e4hrung ausgeben, sind niemals insolvent. Anders ausgedr\u00fcckt, es gibt keine Schulden, die auf Bundesebene zur\u00fcckgezahlt werden m\u00fcssen. Warum sollte daher eine Regierung Schulden aufnehmen (wie unter dem Goldw\u00e4hrungsregime), wenn sie das Geld \u00fcberhaupt nicht braucht? Sie generiert Geld, so dass weder Steuern noch als Schulden vergebene Kredite in die Staatskassen einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Es gibt andere Auswirkungen eines Fiat-W\u00e4hrungsregimes, aber diese sind die interessantesten. Darum geht es letztlich in der Modern Monetary Theory &#8211; die tats\u00e4chlichen Implikationen einer souver\u00e4nen Regierung, die ihre eigene Fiat-W\u00e4hrung ausgibt.<\/p>\n<p><em>(Eigene \u00dcbersetzung eines <a href=\"https:\/\/modernmoney.wordpress.com\/2010\/07\/26\/fiat-monetary-system\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Blogbeitrages<\/a> aus der <a href=\"https:\/\/modernmoney.wordpress.com\/index\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">#LearnMMT<\/a>-Reihe des <a href=\"https:\/\/modernmoney.wordpress.com\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Modern Money &#8211; Macroeconomics<\/a>-Blogs)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1) Der Gesamtbetrag des Geldes wird nicht durch eine feste Menge an Gold eingeschr\u00e4nkt. Stattdessen wird es durch die Gesamtproduktion der Volkswirtschaft festgelegt. 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