{"id":19464,"date":"2014-05-16T09:49:53","date_gmt":"2014-05-16T07:49:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=19464"},"modified":"2026-04-24T11:59:00","modified_gmt":"2026-04-24T09:59:00","slug":"sinn-vs-piketty-neoklassische-theorie-trifft-auf-empirische-wirklichkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/sinn-vs-piketty-neoklassische-theorie-trifft-auf-empirische-wirklichkeit\/","title":{"rendered":"Sinn vs. Piketty: neoklassische Theorie trifft auf empirische Wirklichkeit"},"content":{"rendered":"<p>In einem <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/hans-werner-sinn-ungleichheit-ist-nicht-so-einfach-wie-thomas-piketty-denkt-12933579.html\" title=\"Hans-Werner Sinn: Ungleichheit ist nicht so einfach, wie Thomas Piketty denkt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gastbeitrag f\u00fcr die Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/a> kritisiert der \u00d6konom <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans-Werner_Sinn\" title=\"Hans-Werner Sinn \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hans-Werner Sinn<\/a> Anfang dieser Woche das neue Buch von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thomas_Piketty\" title=\"Thomas Piketty \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas Piketty<\/a>: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Capital_in_the_Twenty-First_Century\" title=\"Capital in the Twenty-First Century \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Capital in the Twenty-First Century<\/a>. <\/p>\n<p>Dabei geht es ihm vor allem um eine neue &#8222;Weltformel&#8220;, mit der Piketty die wachsende Einkommens- und Verm\u00f6gensungleichheit in den westlichen Staaten, insbesondere aber in den USA, darstellt.<\/p>\n<p><center><a title=\"Hans-Werner Sinn von Jan Roeder, Krailling (Photographer Jan Roeder) [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AHans-Werner_Sinn_17Jan2008.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"Hans-Werner Sinn 17Jan2008\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/28\/Hans-Werner_Sinn_17Jan2008.jpg\"\/><\/a><\/center><\/p>\n<p>Sinn schreibt zu dieser Formel in der FAZ, sie besage, dass der Zins als durchschnittliche Kapitalrendite <b>r<\/b> auf Dauer gr\u00f6\u00dfer sei als die Wachstumsrate <b>g<\/b> einer Volkswirtschaft. Nach Piketty sei dann die Folge, dass das Verm\u00f6gen fortlaufend schneller wachse als die Wirtschaftsleistung.<\/p>\n<p>Sinn aber bestreitet diese Entwicklung und zieht zur Erkl\u00e4rung seiner ablehnenden Haltung die neoklassische <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wachstumstheorie\" title=\"Wachstumstheorie \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wachstumstheorie<\/a> zu Rate. <\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Seine Kritik an Piketty gipfelt in folgender Schl\u00fcsselbehauptung:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Tats\u00e4chlich ist es ein zentrales Ergebnis der Wachstumstheorie, dass sich der Zins einer Volkswirtschaft in Abh\u00e4ngigkeit von der Sparquote langfristig gerade bei jenem Niveau einpegelt, bei dem die Wachstumsrate des Kapitals der Wachstumsrate der Einkommen entspricht. Die Konsequenz ist die langfristige Konstanz des Verh\u00e4ltnisses von Verm\u00f6gen und Wirtschaftsleistung.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nHinter der langfristigen Konstanz dieser Relation steht eine einfache mathematische Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit. Wenn eine Volkswirtschaft einen bestimmten Anteil ihres Volkseinkommens spart, w\u00e4chst das Verm\u00f6gen, das ja durch die Akkumulation dieser Ersparnis gebildet wird, langfristig ebenfalls mit derselben Rate, mit der das Volkseinkommen w\u00e4chst. Das Verh\u00e4ltnis von Verm\u00f6gen und Einkommen kann also gar nicht dauerhaft ansteigen.<br \/>\n<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Sinn bewegt sich mit diesen behaupteten Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten nat\u00fcrlich und wie selbstverst\u00e4ndlich auf dem Boden der von ihm wie \u00fcblich vertretenen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neoklassische_Theorie\" title=\"Neoklassik - Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neoklassischen Theorie<\/a>.<\/p>\n<p>Doch damit beginnen f\u00fcr aufmerksame Leser auch die Probleme:<br \/>\nDie Wachstumstheorie der Neoklassiker hat an sich mit Wachstum nichts zu tun, so absurd das auch klingen mag. Sie ist nur eine reine Aneinanderreihung von Faktoren, die in einem bestimmten Modell Wachstum eigentlich erkl\u00e4ren sollen. Da sie aber nur das Modell an sich erl\u00e4utern und ansonsten so gut wie keine weitergehende Aussagekraft haben, k\u00f6nnen sie gerade dies nicht.<\/p>\n<p>In diesen Modellen gibt es Arbeit und Kapital, die beide, wie k\u00f6nnte es nach der klassischen Theorie auch anders sein, entsprechend der relativen Preise von Arbeit und Kapital miteinander im Austausch stehen, in denen aber ansonsten der Fortschritt quasi ohne weitere Begr\u00fcndung einfach so &#8222;vom Himmel f\u00e4llt&#8220;.<\/p>\n<p>Oder es entsteht Wachstum, weil es Investitionen gibt. Investitionen aber gibt es, weil gespart wird. Warum Einkommen und Ersparnisse existieren und wie diese Ersparnisse zu Investitionen werden, k\u00f6nnen diese Modelle ebenfalls nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ebenso wird ein weiteres Kernst\u00fcck wirtschaftlicher Entwicklung in diesen Modellen vollkommen ignoriert:<br \/>\n<b><em>der Gewinn der Unternehmen<\/b><\/em>.<\/p>\n<p>Liegt die Rendite von Sachinvestitionen \u00fcber dem Zinssatz der Kapitalm\u00e4rkte, kann man mit diesen Investitionen mehr verdienen, als wenn man sein Einkommen auf die Bank bringt.<br \/>\nDieser Mehrverdienst ist der sogenannte <b>&#8222;Pioniergewinn&#8220;<\/b>. Dabei handelt es sich um einen der wichtigsten Faktoren f\u00fcr das Gelingen \u00f6konomischer Prozesse, ohne die eine Marktwirtschaft an sich gar nicht denkbar w\u00e4re. Diesen aber \u00fcber die Kapitalkosten hinausgehenden Gewinn gibt es f\u00fcr neoklassische \u00d6konomen wie Sinn gar nicht. <\/p>\n<p>Nach deren Ansicht richten sich die Unternehmer dank vollkommenen Wettbewerbs und den Ergebnissen neoklassischer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Produktionsfunktion\" title=\"Produktionsfunktion \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Produktionsfunktionen<\/a> stattdessen immer alle gleichzeitig auf die momentan rentabelste Technologie ein, so dass niemand aus der &#8222;Reihe prescht&#8220; und durch innovative neue Verfahren Gewinne oder Verluste machen kann, somit bleiben dann nat\u00fcrlich auch der Zinssatz und die Sachkapitalrendite zumindest langfristig identisch. <\/p>\n<p>In einer solchen Modellwelt gibt es also keine echten, mit Risiken versehenen Investitionsvorhaben und demnach auch keine darin fixierten Finanzierungsm\u00f6glichkeiten, die logischerweise bei entsprechenden Erfolgen den Zinssatz \u00fcbersteigende Renditen abwerfen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Die Neoklassik (und damit auch Sinn) erkl\u00e4ren nicht, wie aus Innovationen Investitionen und aus ihnen Wirtschaftswachstum wird. Sie nehmen stattdessen mit ihrer statischen Betrachtungsweise an, dass die Wirtschaft eine ganz bestimmte Menge an G\u00fctern herstellt und damit gleichm\u00e4\u00dfig w\u00e4chst. Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung wird dabei vorausgesetzt, obwohl sie gar nicht schl\u00fcssig begr\u00fcndet werden kann.<\/p>\n<p>In den Wachstumsmodellen treten dann an die Stelle von gleichgewichtigen Konstanten des statischen Modells ebenso ausgewogene Wachstumsraten wie z. B. ein festes Produktionswachstum und ein gleich bleibender Anstieg der Produktivit\u00e4t. Bewiesen wird damit aber lediglich, dass das alles irgendwie zueinander passt, wenn alle Wachstumsraten identisch sind und der Sparquote der privaten Haushalte entsprechen.<\/p>\n<p>Solche Modelle haben keinerlei Erkenntnisgewinn im Hinblick auf reale Prozesse im Wirtschaftsgeschehen, da es in diesen Modellen mangels Gewinnen keine Unternehmer gibt, die mittels Erh\u00f6hung der Kapitalintensit\u00e4t Risiken eingehen, um mit technischen Neuerungen Innovationen umzusetzen. Sie k\u00f6nnen damit auch nicht erkl\u00e4ren, wie sich der technische Fortschritt eigentlich bis zum Erreichen eines gleichgewichtigen Wachstums durchsetzt.    <\/p>\n<p>Ebenso unsinnig ist die neoklassische <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zins#Zinstheorien\" title=\"Zinstheorien \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zinstheorie<\/a>, auf die sich Sinn nat\u00fcrlich auch bezieht. Selbstverst\u00e4ndlich wird dabei unterstellt, dass der Zins aus Angebot und Nachfrage an einem Markt gebildet wird. Auf diesem Kapitalmarkt trifft sich das durch das Sparen der Volkswirtschaft gebildete Kapital mit der Nachfrage an Kapital.<\/p>\n<p>Auf diese Weise stellt dann die Ersparnis den entscheidenden Faktor f\u00fcr Investitionen dar. Nur das, was als Ersparnis der privaten Haushalte aufgebracht wird, kann als Investition Verwendung finden.<br \/>\nDa der Zins Angebot und Nachfrage ausgleicht, bedeutet eine Zunahme an Ersparnis nach dieser Theorie eine Zinssenkung und damit ein Ausweitung der Investitionen.<\/p>\n<p>Demnach w\u00e4re vor allem die Bereitschaft der Bev\u00f6lkerung zu kurzfristigem Konsumverzicht die wichtigste Voraussetzung, um der Volkswirtschaft insgesamt die M\u00f6glichkeit zu verschaffen, durch Investitionen den allgemeinen Wohlstand langfristig zu steigern.<\/p>\n<p>Bereits <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_Lautenbach\" title=\"Wilhelm Lautenbach \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wilhelm Lautenbach<\/a> widerlegte eindrucksvoll diese Theorie, siehe <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/alternative-wirtschaftstheorie-teil-8-lautenbachs-kritik-an-der-klassischen-zinstheorie\/\" title=\"Alternative Wirtschaftstheorie \u2013 Teil 8: Lautenbachs Kritik an der klassischen Zinstheorie \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Alternative Wirtschaftstheorie \u2013 Teil 8: Lautenbachs Kritik an der klassischen Zinstheorie<\/a>.<\/p>\n<p><center><a title=\"Der franz\u00f6sische \u00d6konom Thomas Piketty by Sue Gardner [CC-BY-SA-3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3APiketty_in_Cambridge_3_crop.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"256\" alt=\"Der franz\u00f6sische \u00d6konom Thomas Piketty in Cambridge\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/5\/52\/Piketty_in_Cambridge_3_crop.jpg\"\/><\/a><\/center><\/p>\n<p>Lautenbach f\u00fchrte schon im Gefolge der Wirtschaftskrise von 1929 aus, dass das &#8222;verf\u00fcgbare Kapital&#8220;, mit dem die neoklassische Theorie operiere, keine reelle, sondern nur eine virtuelle, fiktive Gr\u00f6\u00dfe sei. <b>&#8222;Es ist n\u00e4mlich keineswegs vor und vor allem nicht unabh\u00e4ngig von der Investition gegeben oder auch nur bestimmbar.&#8220;<\/b> <em>Lautenbach: Zins, Kredit und Produktion (1952), S. 39<\/em><\/p>\n<p>Ebenso wurde das Thema abgehandelt in <a href=\"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/alternative-wirtschaftstheorie-der-beschaeftigungspolitisch-optimale-zins-teil-6\/\" title=\"Alternative Wirtschaftstheorie: der besch\u00e4ftigungspolitisch optimale Zins \u2013 Teil 6 \u203a \u00d6konomie und Sport\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alternative Wirtschaftstheorie: der besch\u00e4ftigungspolitisch optimale Zins<\/a>:<\/p>\n<p>Dort habe ich wiederum Lautenbach zitiert, demnach das Grundproblem der Neoklassik in der Idee eines fest vorgegeben Sparfonds liege und damit in der Vorstellung, es m\u00fcsse erst gespart werden, damit investiert werden k\u00f6nne. Tats\u00e4chlich aber seien die Ersparnis und die Investition gesamtwirtschaftlich von Haus aus identisch.<\/p>\n<p>Weiter schrieb er:<\/p>\n<blockquote><p><b><br \/>\nInvestition ist der Produktionsbegriff, Ersparnis der Verteilungsbegriff, der sich auf das gleiche Ph\u00e4nomen bezieht, eben das, was wir Kapitalbildung nennen und worunter wir den realen Verm\u00f6genszuwachs, die reale Ersparnis, in Gestalt des bilanzm\u00e4\u00dfigen Zugangs an Anlagen und Vorr\u00e4ten verstehen. <\/p>\n<p>Weil Investition und Ersparnis in der geschlossenen Wirtschaft dasselbe sind und nur zwei Ausdr\u00fccke f\u00fcr ein und dieselbe Sache, kann man dem Zins theoretisch nicht die Funktion zuweisen, da\u00df er die Investition oder die Kapitalverwendung den Ersparnissen anpasse.<\/b><\/p>\n<p><em>Lautenbach: Zins, Kredit und Produktion (1952), S. 58<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Damit wird klar, dass Hans-Werner Sinn hier etwas als eine Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit verkaufen will, was aber tats\u00e4chlich nur Teil eines theoretischen Modells ist.<br \/>\nDieses Modell aber ist nur unter bestimmten Annahmen \u00fcberhaupt g\u00fcltig und daher zur Analyse der \u00f6konomischen Realit\u00e4t ausgesprochen ungeeignet. Es fu\u00dft zudem auf Behauptungen, die es nur in der neoliberalen Theorie gibt und die einer genaueren \u00dcberpr\u00fcfung durch die Wirklichkeit gar nicht standhalten. <\/p>\n<p>Dadurch kann er Pikettys Formel nat\u00fcrlich nicht widerlegen, im Gegenteil, dessen Daten zeigen vielmehr, dass die f\u00fcr Sinns statisches Wachstumsmodell notwendigen Faktoren eben nicht vorgegeben, sondern im Zeitablauf ver\u00e4nderlich sind.<\/p>\n<p>Damit erledigt sich aber auch Sinns &#8222;Beweis&#8220;, dass das Verh\u00e4ltnis von Verm\u00f6gen und Einkommen dauerhaft gar nicht ansteigen k\u00f6nne. <\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang \u00fcbrigens, dass <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heiner_Flassbeck\" title=\"Heiner Flassbeck \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Heiner Flassbeck<\/a> in seinem Blog-Beitrag <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/thomas-piketty-und-die-kapital-einkommens-relation-much-ado-about-nothing\/\" title=\"Thomas Piketty und die Kapital-Einkommens-Relation: Much ado about nothing | flassbeck-economics\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">flassbeck-economics: Thomas Piketty und die Kapital-Einkommens-Relation<\/a> feststellt, dass auch Piketty fest auf dem Boden der Neoklassik steht und ebenso wie Sinn mit den Wachstumsmodellen dieser Theorie arbeitet. <\/p>\n<p>Nach dessen Lekt\u00fcre gehe ich mit Flassbeck konform und teile seine Ansicht, dass man auf der Basis solcher &#8222;Theorien&#8220; keine wirklich zutreffenden Aussagen \u00fcber die Einkommens- und Wachstumsentwicklung einer Volkswirtschaft treffen kann.<\/p>\n<p>Trotzdem halte ich eine weitere Besch\u00e4ftigung zumindest mit den empirischen Erhebungen und Ergebnissen Pikettys f\u00fcr sinnvoll, da sie als Warnung vor einer gef\u00e4hrlichen Entwicklung der Ungleichheit gesehen werden k\u00f6nnen und gleichzeitig die neoklassischen Gleichgewichtsanalysen in ihren Grundfesten ersch\u00fcttern.<\/p>\n<p>Das kann f\u00fcr eine weitergehende Auseinandersetzung mit den Irrlehren dieser Theorie im Endeffekt nur hilfreich sein, weil man dann argumentieren kann: Seht her, da verwendet jemand eure Modelle und kommt doch zu ganz anderen Ansichten.<br \/>\nM\u00f6glicherweise sind diese Modelle doch nicht so richtig und anwendbar, wie es von vielen linientreuen \u00d6konomen immer wieder behauptet wird.  <\/p>\n<p>Zugespitzt k\u00f6nnte man es so ausdr\u00fccken:<br \/>\n<b>W\u00e4hrend Hans-Werner Sinn weiter im muffigen und l\u00e4ngst widerlegten &#8222;Gew\u00f6lbe&#8220; seiner <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tautologie_(Logik)\" title=\"Tautologie (Logik) \u2013 Wikipedia\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">tautologischen<\/a> neoklassischen Argumentation verharrt, so hat Thomas Piketty wenigstens ein Fenster ge\u00f6ffnet, um etwas frische Luft hereinzulassen.<\/b><\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, was seine Erkenntnisse und Schlussfolgerungen f\u00fcr die weitere Krisenbew\u00e4ltigung durch die Wirtschaftspolitik bedeuten werden.  <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Gastbeitrag f\u00fcr die Frankfurter Allgemeine Zeitung kritisiert der \u00d6konom Hans-Werner Sinn Anfang dieser Woche das neue Buch von Thomas Piketty: Capital in the Twenty-First Century. 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