{"id":1753310,"date":"2015-09-01T07:26:17","date_gmt":"2015-09-01T05:26:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=1753310"},"modified":"2017-11-27T08:26:19","modified_gmt":"2017-11-27T07:26:19","slug":"s04-die-langen-schatten-der-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/s04-die-langen-schatten-der-vergangenheit\/","title":{"rendered":"S04: die langen Schatten der Vergangenheit"},"content":{"rendered":"<p>So etwas nennt man wohl einen R\u00fcckfall in alte Zeiten. Mehr als zwanzig Minuten spielte die Schalker Mannschaft am Freitag Abend in Wolfsburg, als habe es keine Sommerpause, keinen Trainerwechsel und keine neuen Spieler gegeben.<\/p>\n<p><Center><a title=\"G\u00e4steblock in der Volkswagen-Arena von Saub\u00e4r (Eigenes Werk) [GFDL (http:\/\/www.gnu.org\/copyleft\/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AVolkswagen-Arena_G%C3%A4steblock.JPG\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Volkswagen-Arena G\u00e4steblock\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/e\/e2\/Volkswagen-Arena_G%C3%A4steblock.JPG\/512px-Volkswagen-Arena_G%C3%A4steblock.JPG\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Es war wie eine Art Deja vu: immer wieder erwischte ich mich in dieser Phase, wie ich verstohlen auf der Gelsenkirchener Bank nach Ex-Trainer Roberto Di Matteo Ausschau hielt. Denn genauso wie unter dem Schweizer traten die Blauen in der Volkswagen-Arena gegen die &#8222;W\u00f6lfe&#8220; aus der Autostadt an.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p>Ohne offensives Pressing, tr\u00e4ge und viel zu weit weg von den Gegenspielern und ohne eigene Ambitionen, die Initiative zu ergreifen, lie\u00dfen die Schalker diese Minute so dahinrinnen. Diese Passivit\u00e4t kam dagegen dem Gegner sehr gelegen. Waren die Wolfsburger ohne de Bruyne und Perisic m\u00f6glicherweise verunsichert, so taten die Gelsenkirchener alles, damit das nicht zum Tragen kam.<\/p>\n<p>So war dann das 1:0 der VW-St\u00e4dter nur eine Frage der Zeit und das direkte Resultat aus der seltsamen Passivit\u00e4t der Blau-Wei\u00dfen. 20(!)-mal lie\u00dfen die Wolfsburger den Ball durch die eigenen Reihen tanzen, ohne dass ein Schalker auch nur in dessen N\u00e4he kommen konnte. <\/p>\n<p>Julian Draxler, offensiv mit wenigen gekonnten Aktionen, verweigerte gegen die rechte Seite der &#8222;W\u00f6lfe&#8220; jegliche Defensivarbeit und sah zu, wie Christian Tr\u00e4sch und der Portugiese Vieirinha als rasender D-Zug den bemitleidenswerten, allerdings auch v\u00f6llig indisponierten Sead Kolasinac in seinem ersten Saisonspiel \u00fcberrannten.<\/p>\n<p>Tr\u00e4sch konnte ungehindert wie auf dem Trainingsplatz flanken und den Ball dem Niederl\u00e4nder Bas Dost ma\u00dfgerecht servieren, der keine M\u00fche mehr hatte, gegen die \u00fcberraschten Joel Matip und Roman Neust\u00e4dter einzunetzen. Erst dann wurden die Schalker wach und kamen besser ins Spiel, doch nutzten Sane, Huntelaar und nach der Pause Johannes Geis ihre Chancen nicht.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich machte Kolasinac die Idee seiner Aufstellung v\u00f6llig zur Farce: das Foul an Luiz Gustavo im eigenen Strafraum war so etwas von unn\u00f6tig, und nach dem verwandelten Strafsto\u00df von Ricardo Rodriguez sorgte Timm Klose zwei Minuten sp\u00e4ter f\u00fcr die Vorentscheidung.  <\/p>\n<p>Diese klare Niederlage, die zwar um einige Tore zu hoch ausfiel, hat am Schalker Markt f\u00fcr einige Ern\u00fcchterung gesorgt. Sicherlich war man immer bem\u00fcht gewesen, darauf hinzuweisen, dass man erst am Anfang eines schwierigen und vor allem auch langfristigen Prozesses stehe. Trotzdem hatten der klare Sieg in Duisburg und der Ausw\u00e4rts-Erfolg bei Werder Bremen doch eine gewisse Euphorie ausgel\u00f6st (wie das Auf Schalke nun mal leider so \u00fcblich geworden ist).<\/p>\n<p>Doch sp\u00e4testens jetzt d\u00fcrfte jedem klar sein, dass in Gelsenkirchen Wunder (mal wieder) nicht vom Himmel fallen und Trainer und Mannschaft einfach Zeit brauchen, um eine wirklich funktionierende Einheit zu bilden und die Schatten der Vergangenheit abzusch\u00fctteln. <\/p>\n<p>Jeder lernt normalerweise aus seinen Fehlern und da d\u00fcrften Andre Breitenreiter und der FC Schalke 04 keine Ausnahme darstellen. Das Experiment mit Sead Kolasinac als Linksverteidiger und Dennis Aogo im defensiven Mittelfeld kann wohl erst einmal als gescheitert angesehen werden. Warum Breitenreiter nicht mit Aogo auf Links und Goretzka oder H\u00f6ger auf der &#8222;Sechs&#8220; weitermachen wollte, ist nur schwer nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>So aber machte Breitenreiter in Wolfsburg die linke Seite unn\u00f6tig auf und erm\u00f6glichte es so dem Tandem Tr\u00e4sch\/Vieirinha, die spielentscheidenden Akzente zu setzen. Unverst\u00e4ndlich auch, warum der Trainer &#8222;Kola&#8220; nach dem Elfmeter nicht herausnahm und seinen Fehler korrigierte. Ebenso wenig schl\u00fcssig war f\u00fcr mich die Auswechselung von Leroy Sane, der zwar (wie so viele andere \u00fcbrigens auch) in der Defensive mit einigen unn\u00f6tigen Ballverlusten &#8222;gl\u00e4nzte&#8220;, aber nach vorn noch die meisten Ideen entwickeln konnte.<\/p>\n<p>Als einzige Erkl\u00e4rung f\u00e4llt mir eigentlich nur ein, dass Breitenreiter noch im &#8222;Probiermodus&#8220; agiert, jeden Spieler einmal unter Wettbewerbsbedingungen beobachten will, um dann &#8222;seine&#8220; Mannschaft finden zu k\u00f6nnen. Das kann m\u00f6glicherweise wichtiger sein als die Punkte aus Wolfsburg, immerhin als souver\u00e4ner Tabellenzweiter der letzten Saison nun mal definitiv keine Laufkundschaft, sondern auch ohne &#8222;Zwei&#8220; eine gefestigte Bundesliga-Spitzenmannschaft.  <\/p>\n<p>Erschwert wird dieses &#8222;Try-and-error&#8220; allerdings noch gewaltig durch die \u00fcberlange Transferperiode, die erst am 31. August ihr Ende fand. <a href=\"http:\/\/www.kicker.de\/news\/fussball\/bundesliga\/startseite\/634077\/artikel_perfekt-draxler-kommt-nach-wolfsburg.html\" target=\"_blank\">Julian Draxler wechselte doch noch zum VfL Wolfsburg<\/a>, eine Personalie, die nach dem Spiel am Freitag schon noch einen gewissen Beigeschmack hat. <\/p>\n<p>Das macht es f\u00fcr den Trainer nat\u00fcrlich nicht leichter, zumal auch kein Ersatz f\u00fcr Draxler verpflichtet wurde. Angesichts der Mondsumme von 30 Mill. Euro, die f\u00fcr den Stuttgarter Serben Filip Kostic aufgerufen wurde, eine nachvollziehbare Entscheidung von Manager Horst Heldt. So muss es das vorhandene Personal stemmen, zumal durch die Verpflichtung von Pierre-Emile Hojbjerg (Ausleihe von Bayern M\u00fcnchen) m\u00f6glicherweise Leon Goretzka f\u00fcr die rechte Au\u00dfenbahn frei wird. Eine Aufgabe, die er in der &#8222;besten R\u00fcckrunde aller Zeiten&#8220; vor anderthalb Jahren schon einmal sehr gut l\u00f6sen konnte. <\/p>\n<p>Apropos Draxler: die Zeit wird wohl zeigen m\u00fcssen, wer am Ende bei diesem Transfer die richtige Wahl getroffen hat. Der FC Schalke 04, der mit ca. 40 Mill. Euro (einschl. m\u00f6glicher Bonuszahlungen) den teuersten Verkauf seiner Vereinsgeschichte \u00fcber die B\u00fchne gebracht hat, der VfL Wolfsburg, der immerhin einen aktuellen Nationalspieler und Weltmeister verpflichtet hat, welcher allerdings vor allem eine Option auf die Zukunft darstellt, und\/oder Julian Draxler, der mit den VW-St\u00e4dtern vielleicht einem Titel n\u00e4herkommen kann als in Gelsenkirchen. <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So etwas nennt man wohl einen R\u00fcckfall in alte Zeiten. 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