{"id":1657463,"date":"2015-08-18T07:11:24","date_gmt":"2015-08-18T05:11:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/?p=1657463"},"modified":"2015-08-18T07:11:24","modified_gmt":"2015-08-18T05:11:24","slug":"s04-das-ende-der-trostlosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.joerglipinski.de\/blog\/s04-das-ende-der-trostlosigkeit\/","title":{"rendered":"S04: Das Ende der Trostlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Sicherlich, ein 3:0-Auftaktsieg im Bremer Weserstadion ist aller Ehren wert, und nach dem 5:0 im Pokal in Duisburg kann man schon von einem gelungenen Saisonauftakt sprechen.<\/p>\n<p><Center><a title=\"Sitzpl\u00e4tze im Bremer Weser Stadion von Clemens 2014 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 de (http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/deed.en)], via Wikimedia Commons\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File%3AWeser_Stadion_Sitzplaetze_16-7-2014.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"412\" alt=\"Weser Stadion Sitzplaetze 16-7-2014\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/d\/d2\/Weser_Stadion_Sitzplaetze_16-7-2014.jpg\/512px-Weser_Stadion_Sitzplaetze_16-7-2014.jpg\"\/><\/a><\/Center><\/p>\n<p>Doch f\u00fcr viel wichtiger halte ich diesmal den Blick \u00fcber den Tag hinaus. Vor allem in der R\u00fcckschau kann man erst richtig ermessen, welchen Kraftakt der neue Trainer Andre Breitenreiter in recht kurzer Zeit vollbracht hat.<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen...--><\/p>\n<p><b>Keine Lust mehr auf grausames Gekicke<\/b><br \/>\nEs ist noch keine drei Monate her, da kochte in Gelsenkirchen die Volksseele hoch: eine erschreckend schwache Schalker Mannschaft hatte beim Fastabsteiger Hamburger SV eine desolate Vorstellung abgeliefert und widerstandslos die Punkte hergegeben. H\u00f6hepunkt einer desastr\u00f6sen R\u00fcckrunde, die ihresgleichen in der blau-wei\u00dfen Geschichte sucht.<\/p>\n<p>Es folgte hektische Betriebsamkeit am Schalker Markt: Roberto Di Matteo, Trainer-Wunschkandidat von Manager Horst Heldt und Champions-League-Gewinner mit dem FC Chelsea, stand vor dem Scherbenhaufen seiner unattraktiven und nun auch noch unwirksam gewordenen Defensiv-Taktik.<\/p>\n<p>Auch um seine eigene Haut zu retten, blieb Heldt gar nichts anderes mehr \u00fcbrig, als die schnelle Trennung vom einstigen Hoffnungstr\u00e4ger einzuleiten. Zu trostlos wirkte das statische und ideenlose Gekicke der Schalker, als dass irgendjemand Di Matteo noch den Kredit f\u00fcr einen gelungenen Neustart in die n\u00e4chste Spielzeit gew\u00e4hren wollte.<\/p>\n<p>Fairerweise muss man allerdings auch konstatieren, dass es nicht nur am Trainer lag: au\u00dfer Torh\u00fcter Ralf F\u00e4hrmann schien kein Spieler in der Lage zu sein, die \u00c4rmel hochzukrempeln, Verantwortung zu \u00fcbernehmen und \u00fcberzeugend voranzugehen. Und so ergab sich die &#8222;Mannschaft&#8220; (die eigentlich keine war) wie so oft in der R\u00fcckrunde nach dem ersten Gegentor nahezu widerstandslos in ihr Schicksal.<\/p>\n<p>Die Reaktion der Fans in der Sommerpause war eindeutig: Frustriert wurden nach der Demission des Coaches weitere rollende K\u00f6pfe verlangt. Ein gro\u00dfer Teil der &#8222;Versager&#8220;-Truppe bekam den Laufpass und auch Manager Heldt stand lange Zeit vor dem Abschuss. Die Unlust vieler Anh\u00e4nger auf Schalker Fu\u00dfball dieser Art war in jenen Tagen mit H\u00e4nden zu greifen.<\/p>\n<p><b>Die Wiederauferstehung eines frustrierenden &#8222;Haufens&#8220;<\/b><br \/>\nDas alles muss man sich vor Augen f\u00fchren, wenn man \u00fcber die Leistungen der Schalker in Bremen diskutiert. Klar war nicht alles Gold, was da an der Weser in Blau und Wei\u00df gl\u00e4nzte. Die neuen (teilweise aber auch alten) Helden nahmen sich vor und nach der Pause einige Auszeiten, doch die erstaunliche defensive Stabilit\u00e4t trotz eines sehr offensiven Gesamtkonzeptes hielt den wenigen gef\u00e4hrlichen Werder-Angriffen beeindruckend gut stand. <\/p>\n<p>Ansonsten bewies Neu-Trainer Breitenreiter nachdr\u00fccklich, welch herausragende Arbeit er seit seinem Dienstantritt in Gelsenkirchen geleistet hat. Seinem Versprechen, offensiven Fu\u00dfball spielen zu lassen, kam er ebenso an der Weser nach. Mit Sascha Riether anstelle von Junior Caicara trat eine nahezu unver\u00e4nderte Mannschaft nach dem Pokal-Auftakt auch in der Liga an.<\/p>\n<p>Ebenso blieb die sehr auf Angriff ausgerichtete taktische Marschrichtung erhalten, obwohl sie nat\u00fcrlich nicht so reibungslos funktionierte wie in Duisburg. Trotzdem wussten die Schalker recht unaufgeregt zu \u00fcberzeugen, und in den entscheidenden Momenten fielen dann auch die Tore.<\/p>\n<p>Selbst der ungl\u00fcckliche verletzungsbedingte fr\u00fche Ausfall von Matija Nastasic und das vergebliche Bem\u00fchen des Ex-Bremers Franco di Santo, gegen die Pfiffe und Buhrufe seiner ehemaligen Fans anzuspielen, brachten die Mannschaft nicht aus der Ruhe. Ganz im Gegenteil verzeichneten die Blauen bis zum etwas gl\u00fccklichen 1:0 durch das Eigentor von Gebre-Selassie mehr Torchancen als in einem ganzen Spiel unter Di Matteo. <\/p>\n<p><b>Breitenreiters Handschrift wird lesbar<\/b><br \/>\nAuch wenn es hier und da noch etwas hakte (so wurden die beiden Au\u00dfenverteidiger Riether und Aogo nur selten gesucht und in die Angriffsbem\u00fchungen mit einbezogen, Leon Goretzka hatte offensiv einen eher schwachen Tag und die beiden St\u00fcrmer Huntelaar und di Santo fanden nicht zueinander), so sind die taktischen Unterschiede zu seinen Vorg\u00e4ngern doch mehr als deutlich erkennbar.  <\/p>\n<p>Schon im Pokal kam die offensive Power mit zwei St\u00fcrmern, zwei Fl\u00fcgelzangen (Julian Draxler und Eric-Maxim Choupo-Moting) sowie einem von der 6er-Position zentral aufr\u00fcckenden Johannes Geis oder Goretzka sehr gut zum Tragen, gegen Bremen ersetzte der \u00fcberragende Joel Matip in den entscheidenden Momenten Geis und\/oder Goretzka als Passgeber.<\/p>\n<p>Doch viel beeindruckender fand ich die Tatsache, dass die Schalker im Weserstadion kaum eine Torchance zulie\u00dfen und entgegen der dem Trainer immer wieder nachgesagten &#8222;Offensiv-Freudigkeit&#8220; hinten sehr stabil standen. Selbst Roman Neust\u00e4dter lieferte als Nastasic-Ersatz in der Innenverteidigung eine solide Vorstellung ab, und das Tandem Goretzka\/Geis machte vor der Abwehr sehr wirkungsvoll den &#8222;Doppel&#8220;-Staubsauger. <\/p>\n<p>Ebenso sprachen die Auswechselungen eine klare Sprache: als die Bremer am st\u00e4rksten auf den Ausgleich dr\u00fcckten, brachte Breitenreiter Marco H\u00f6ger f\u00fcr di Santo, um das Zentrum kompakter zu machen und etwas defensiver zu agieren. Nach dem 2:0 dann stellte er wieder auf die Doppelsechs um (nun mit Geis und H\u00f6ger) und wechselte mit dem jungen Leroy Sane einen typischen Konterspieler ein, der die erlahmenden Angriffsbem\u00fchungen der Werderaner st\u00f6ren sollte.<\/p>\n<p>Mit Erfolg, legte dieser doch einen vielbeachteten Sololauf \u00fcber das halbe Feld hin und bediente dabei auch noch den &#8222;Hunter&#8220; geradezu musterg\u00fcltig, der keine Schwierigkeiten mehr hatte, zur endg\u00fcltigen Entscheidung einzunetzen.<\/p>\n<p><b>Also alles wieder einmal in Richtung Meisterschaft?<\/b><br \/>\nGemach, gemach: ich wei\u00df nat\u00fcrlich auch, wie schnell Optimismus auf Schalke in Euphorie umschlagen und es dann keine Ziele mehr unterhalb der Deutschen Meisterschaft geben kann. Daher, immer langsam mit den jungen Pferden. Ein erster Schritt heraus aus der Trostlosigkeit der \u00c4ra Keller\/Di Matteo ist getan, der Silberstreif am Horizont wird deutlicher, und doch gibt es f\u00fcr Andre Breitenreiter und den S04 noch einiges zu tun. Erst wenn man wei\u00df, wie er und die Mannschaft mit R\u00fcckschl\u00e4gen und unvermeidlichen Niederlagen umgehen werden, kann man absch\u00e4tzen, wo die Reise wirklich hingeht.<\/p>\n<p>Man muss allerdings auch kein gro\u00dfer Prophet sein, um annehmen zu k\u00f6nnen, dass es wohl doch besser als in der letzten Saison laufen wird&#8230;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicherlich, ein 3:0-Auftaktsieg im Bremer Weserstadion ist aller Ehren wert, und nach dem 5:0 im Pokal in Duisburg kann man schon von einem gelungenen Saisonauftakt sprechen. Doch f\u00fcr viel wichtiger halte ich diesmal den Blick \u00fcber den Tag hinaus. 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